Samstag, 13. Oktober 2018

13.10.2018
5. Liga (D)
Atlas Delmenhorst - MTV Gifhorn 1:3
Städtisches Stadion Düsternortstraße (Delmenhorst)
750 Zuschauer
Die Vorfreude auf dieses Spiel war groß. Was hatte man nicht alles schon über den SV Atlas gelesen. Ein Verein, der in den 70er bis 90er Jahren sportlich für Schlagzeilen sorgte, danach folgten Namensänderungen, eine Insolvenz und ein Neuanfang ganz unten. Hessen Kassel in klein. Nach der Neugründung des SV Atlas Delmenhorst im Jahr 2012 sorgte der Verein in den tiefen Ligen des niedersächsischen Fußballs immer wieder für sensationelle Zuschauerrekorde und eine kaum zu erklärende Begeisterung, obwohl man mit Werder Bremen einen großen Nachbarn hat.
Inzwischen ist Atlas in der Oberliga Niedersachsen angekommen und nun gehen im zweiten Jahr die Zuschauerzahlen langsam wieder zurück. Dennoch sind die 750 Zuschauer beim heutigen Spiel gegen Gifhorn eine wirklich gute Zahl. Und besonders schön daran ist, wie sehr sich die Menschen mit dem Verein identifizieren. Es gibt mehrere Fangruppen - die einen in bunt mit Fahnen, die anderen ganz in schwarz mit einem Krawall-Image - die hier für Stimmung sorgen. Dazu laufen unzählige Trikotträger durchs Stadion und sorgen für eine sehr positive Atmosphäre.
Gespielt wird im Stadion an der Düsternortstraße, was sehr schön ist. Ringsherum gibt es vier flache begrünte Stufen, dazu eine große Haupttribüne und ein ebenso imposantes Klubgebäude aus Backstein mit Anzeigetafel. Die bunten Bäume strahlten drumherum in der prallen Herbstsonne. An den Verpflegungsständen gibt es eine wohlschmeckende Bratwurst in blassem ungetoasteten Toastbrot und eine bemerkenswerte Alkohol-Auswahl mit Hochprozentigem, als ob man in einer Kneipe gelandet sei. Nun ja, wenn es für die Stimmung förderlich ist.
Das einzige, was die Herrlichkeit trübte, war das Fußballspiel. Atlas Delmenhorst spielte unglaublich schlecht. Sie waren Tabellendritter und Favorit, aber davon sah man auf dem Rasen überhaupt nichts. Schnell lagen sie mit 0:2 zurück, nach unglaublich dämlichen Fehlern, aber absolut verdient. Im zweiten Durchgang kam man zwar per Elfmeter nochmal ran, aber die schlauen Gäste aus Gifhorn konnten noch zum 1:3-Endstand erhöhen. Die Heim-Fans gingen sehr enttäuscht nach Hause, aber alle neutralen Beobachter hatten großen Spaß an diesem Stadionbesuch.

Sonntag, 7. Oktober 2018

07.10.2018
8. Liga (D)
SV Erbenheim - TuS Dotzheim 5:0
Sportplatz Oberfeld (Wiesbaden)
80 Zuschauer (25 Gäste)
Die in Mainz umherfahrende Buslinie 28 habe ich stets mit Argwohn betrachtet. Denn sie fährt nicht wie quasi alle anderen Linien direkt am Hauptbahnhof entlang und verbindet sinnvoll zwei Stadtteile miteinander. Nein, die Linie 28 fährt anders. Ich bin in acht Jahren nie mit ihr gefahren und wusste auch gar nicht, wozu diese Linie gut sein soll. Heute änderte sich das alles. Denn ich hatte das Achtligaspiel beim SV Erbenheim entdeckt und der Routenplaner des RMV schlug mir vor, auf dem Weg dorthin die Linie 28 fast komplett abzufahren.
Die Strecke war dann auch tatsächlich interessant. Über Wiesen und Felder ging es am Flugplatz der US-Armee und dem Hauptquartier der US Army Europe vorbei. Sowas schafft eben nur der Amateurfußball. Niemals sonst wäre ich mit der Linie 28 gefahren. Die fährt auch am kompletten Sonntag nur neun Mal, aber perfekt, um einen 15 Uhr-Kick in Erbenheim anzusehen. Fünf Minuten vor Anpfiff war ich da. Das Spiel ist schnell erzählt: Der SVE war einfach besser. Das 5:0 geht so in Ordnung. Die Gäste aus Dotzheim waren bedient.
Gespielt wurde auf einem Kunstrasenplatz mit Stufen. Im ersten Stock des Vereinsheims, von wo aus man auch das Spiel sehen kann, befindet sich ein kroatisches Restaurant. Unten am Sportplatz gibt es Brat- und Rindswurst, allerdings leider nicht besonders gute und auch nur mit einer Scheibe Brot statt im Brötchen. Besonders bemerkenswert dagegen waren die Fangesänge für den SVE, die man hier nicht erwartet hätte. Meistens gab einer alleine ab und zu einige Anfeuerungsrufe von sich, aber beim Stand von 4:0 ließ sich eine ganze Gruppe zu "Einer geht noch, einer geht noch rein" hinreißen. Einfach herrlich, dieser Amateurfußball!

Samstag, 6. Oktober 2018

06.10.2018
1. Liga (D)
Mainz 05 - Hertha BSC 0:0
Opel-Arena (Mainz)
22.405 Zuschauer (2.000 Gäste)
Ein Déjà-vu. Die Partie zwischen Mainz 05 und Hertha BSC hatte ich vor ziemlich genau einem Jahr schon einmal gesehen und das sogar aus demselben Block. Es gab noch eine ganze Reihe weiterer Parallelen zwischen den beiden besuchten Spielen 2017 und 2018. Doch es ist vielleicht sinnvoller, die Unterschiede herauszuarbeiten, um mich nicht zu wiederholen: Im letzten Jahr beim 1:0 für Mainz gab es ein Tor per Elfmeter nach Videobeweis. Diesmal forderte Mainz wieder einen Elfmeter und Videobeweis, aber es gab ihn nicht und somit lautete der Endstand 0:0.
Das Stadion war im Vergleich um gut 1.000 Zuschauer leerer, dafür war der Hertha-Block um ungefähr 500 Menschen voller. Es gab diesmal auch ein paar Chancen aus dem Spiel heraus, aber das war es dann auch schon an Unterschieden. Sonst war vieles wie so oft im Profifußball: Man fragte sich, warum beide Mannschaften sich mit so wenig zufrieden geben. Die ganze Woche trainieren, nichts anderes machen und dann das? Seit Einführung der Drei-Punkte-Regel gibt es doch genug Ansporn, kurz vor Schluss nochmal richtig einen rauszuhauen und alles zu versuchen.
Stattdessen beglückwünschten sich die Millionäre auf dem Rasen hinterher gegenseitig zu dieser Glanzleistung, ein 0:0 herausgespielt zu haben. Für die Mainzer okay, denn man spielte ja gegen die starke Hertha. Für die Berliner okay, denn man spielte ja auswärts. Nur für mich irgendwie nicht okay, denn eigentlich erwarte ich immer noch in der Bundesliga ein bisschen mehr als in den unteren Ligen, wo aber regelmäßig mehr geboten wird. Somit blieb der größte Gewinn für mich, direkt neben der Gästekurve gestanden zu haben und somit ein paar neue Lieder gelernt zu haben.

Mittwoch, 3. Oktober 2018

03.10.2018
10. Liga (D)
FV Budenheim - SG Sponsheim/Dromersheim/ Dietersheim 2:0
Sportplatz (Budenheim)
230 Zuschauer (80 Gäste)
Nachdem ich am vergangenen Sonntag den Tabellendritten der B-Klasse Mainz-Bingen West, den SV Gau-Algesheim, zu sehen bekam, stand heute das Spitzenspiel der Klasse an. Der FV Budenheim und die SG Sponsheim/Dromersheim/Dietersheim hatten die bisherigen sieben Ligaspiele jeweils allesamt gewonnen und standen ohne jeden Verlustpunkt an der Tabellenspitze. Zu meinem Erstaunen elektrisierte dieses Duell tatsächlich auch die Bevölkerung. 230 Zuschauer sind in der 10. Liga selten, noch dazu war es nicht einmal ein Derby.
Der Sportplatz kann zwei Stufen und einen Grashügel vorweisen, aber noch schöner ist die Verpflegungshalle. Dort kann man gemütlich sitzen, essen und trinken und das Spiel genießen. Es wird neben der üblichen Bratwurst und Rindswurst auch Currywurst für 2,50 Euro angeboten und es gibt ein wahrhaft großes Kuchenbuffet. Betrachtet man die Kulisse und die Infrastruktur, dann könnte Budenheim auch locker vier Ligen höher spielen. Aber vielleicht geht es ja in der nächsten Saison zumindest eine Liga höher. Dazu wäre ein Sieg im Spitzenspiel ganz hilfreich.
In der ersten Halbzeit waren beide Mannschaften gleich stark. Es gab kaum Torchancen, weil beide Abwehrreihen nicht viel zuließen. Im zweiten Abschnitt nutzten die Budenheimer dann allerdings plötzlich auftretende Räume und schlugen zwei Mal eiskalt zu. Das hatte sich zunächst nicht unbedingt abgezeichnet, ich hätte eher auf ein Unentschieden oder einen Auswärtssieg getippt. Aber ich war zufrieden. Ein schöner Feiertagsausflug nach Budenheim ging zu Ende. Direkt vor dem Sportplatz hielt dann auch schon ein Bus, der direkt nach Mainz fuhr.

Sonntag, 30. September 2018

30.09.2018
10. Liga (D)
SV Gau-Algesheim - SpVgg Viertäler 3:0
Sportpark (Gau-Algesheim)
35 Zuschauer
Zehnte Liga tut oft weh, aber manchmal geht's noch. Eine vergleichsweise schöne Sportanlage kann der SV Gau-Algesheim vorweisen. In den tiefsten Niederungen des Amateurfußballs reist man ohne Erwartungen an und kann sich auch an kleinen Dingen erfreuen. Hier beim SVGA gibt es eine ganze Ansammlung dieser Kleinigkeiten: Ein Fanschal, auf dem der Satz "Fussball ist ein toller Sport" aufgedruckt ist. Eine Raucherzone direkt am Spielfeldrand. Ein amüsanter Strafenkatalog, der im Vereinsheim aushängt, und so weiter.
Es scheint so, als ob der Verein lebt und überall an kleinen Schrauben gedreht wird, um die Anlage instand zu halten und dem Besucher ein paar Hingucker zu bieten. Es gibt einen Spielplatz, einen großen Fernseher und neben dem Hauptplatz auch noch einen zweiten Kunstrasenplatz. Die beiden Sportplätze selbst sind leider sehr unspektakulär. Es gibt keine Stufen und kein Dach. Zum Glück strahlte die Sonne am Himmel und das letzte, was man heute gebraucht hätte, wäre ein Dach gewesen. Gute Rahmenbedingungen für einen Nachmittag auf dem Sportplatz.
Dort empfing der Tabellendritte den Drittletzten und schickte ihn mit drei Treffern nach Hause. Es passierte also das, was man beim Blick auf die Tabelle auch erwarten konnte. Mit einer besseren Chancenverwertung hätte Gau-Algesheim auch viel höher gewinnen können. Vielleicht gelingt ja noch die Aufholjagd zu den beiden enteilten Erstplatzierten der Liga vom FV Budenheim und der SG Sponsheim/Dromersheim/Dietersheim, die sich am nächsten Spieltag gegenseitig die Punkte wegnehmen werden.

Freitag, 28. September 2018

28.09.2018
5. Liga (D)
FV Bad Vilbel - Hessen Kassel 1:2
Nidda-Sportfeld (Bad Vilbel)
405 Zuschauer (130 Gäste)
Fast auf den Tag genau vor drei Jahren spielte der KSV im Pokal in Bad Vilbel und gewann mit 6:0. Nun haben sich die Vorzeichen geändert. Die Löwen reisten nicht mehr als klarer Favorit an die Nidda, sondern nur noch als Favorit. Nach drei Minuten fiel aber schon ein Tor für die Gäste. Daraufhin gab es immer wieder Chancen auf beiden Seiten, wobei Kassel das bessere Team war. In der zweiten Hälfte erlöste Merle die Kasseler Schlachtenbummler. Das 0:2 sollte doch reichen. Doch ein unnötiges Gegentor machte es nochmal spannend. Am Ende stand ein knapper Auswärtssieg.
Der Sportplatz in Bad Vilbel hat den Vorteil, in Bahnhofsnähe zu liegen. Es gibt eine kleine Tribüne und links und rechts daneben jeweils Stufen. Rechts neben der Tribüne war der Gästeblock eingerichtet worden, wo es einen eigenen Verpflegungsstand gab. Insgesamt alles recht nett in Bad Vilbel. Ich würde es dem Verein gönnen, die Klasse zu halten. Das 1:2 gegen Kassel war nun aber schon die sechste Niederlage in Folge. In den letzten Jahren waren die Grün-Weißen eine Fahrstuhlmannschaft zwischen Oberliga und Verbandsliga. Gut möglich, dass das so bleibt.
Die Niederlagenserie des FV Bad Vilbel hat offensichtlich Spuren hinterlassen. Die Zuschauerzahl von 405 war schon ziemlich schwach. Wenn man die 130 Kasseler abzieht, bleiben nicht mehr viele Heimfans übrig. Die Gästefans präsentierten sich gut aufgelegt. Man sollte vielleicht nicht davon sprechen, dass hier heute Bäume ausgerissen wurden, aber im Rahmen der Möglichkeiten wurde alles gegeben und es blieb von Anfang bis Ende durchgehend laut. Arbeitssieg. Abhaken, weitermachen.

Dienstag, 25. September 2018

25.09.2018
Hessenpokal - Achtelfinale
VfB Ginsheim - Hessen Dreieich 1:2
Sport- und Jugendzentrum an der Mainspitze, KR (Ginsheim-Gustavsburg)
248 Zuschauer (30 Gäste)
Das nächste Achtelfinalspiel im Hessenpokal stand an und wieder einmal nutzte ich meinen Standortvorteil. Nach 21 Minuten im Linienbus und fünf Minuten Fußweg war ich auch schon da. Der VfB Ginsheim, der leider vor drei Tagen einen Punkt im Kasseler Auestadion entführen konnte, empfing den klassenhöheren SC Hessen Dreieich. Gespielt wurde auf dem Kunstrasenplatz des neuen Sportgeländes. Gut für mich, denn den Rasenplatz nebenan hatte ich bereits besucht. Somit konnte also schon wieder eine Anlage komplettiert werden. Die vierte in elf Tagen.
Während die Anlage mit ihrer rollbaren Tribüne und dem modernen Funktionsgebäude sehr zweckmäßig und steril herüberkommt, ist der Stadionsprecher noch ein echtes Original und das Glanzlicht dieses Vereins. Seine Durchsagen sind wunderbar. Mit warmen Worten begrüßte er die Besucher und es schien ihm wirklich viel daran zu liegen, dass sich jeder wohlfühlt. Mit Leidenschaft erzählte er auch, was heute alles auf dem Grill liegt und bei welchem Metzger eingekauft wurde. Tatsächlich ist die Ginsheimer Bratwurst eine der besten in der Region.
Auf dem Platz wurde Dreieich seiner Favoritenrolle gerecht. Die erste Halbzeit war ein Spiel auf ein Tor, bis es dann kurz vor dem Pausenpfiff endlich klingelte. Per Elfmeter erhöhten die Gäste im zweiten Durchgang auf 2:0. Erst danach wachte Ginsheim auf und traute sich auch mal aufs Tor zu schießen. Kurz vor Schluss gelang der Anschlusstreffer und man musste kurz Angst haben, dass das Spiel in die Verlängerung gehen könnte. Es blieb aber beim Auswärtssieg und die Roten, die ein paar Dutzend Anhänger, eine Fahne und eine Tröte dabei hatten, durften jubeln.

Sonntag, 23. September 2018

23.09.2018
9. Liga (D)
Türkgücü Mainz - TSV Mommenheim 2:4
BSA Mombach, KR3 (Mainz)
50 Zuschauer (20 Gäste)
Wieder einmal musste ich kurzfristig meinen Sonntagsplan ändern. Sturmtief Fabienne hatte sich für 16 bis 17 Uhr angekündigt und so erschien es mir keine gute Idee, wie ursprünglich geplant durch Hessen zu fahren. Stattdessen wurde nach einer Alternative im Stadtgebiet gesucht, von wo aus ich nicht unbedingt auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen war. Und so hieß es zum dritten Mal innerhalb von neun Tagen: Eine Anlage mit drei Plätzen konnte komplettiert werden. Diesmal besuchte ich den dritten fehlenden Platz auf der Bezirkssportanlage in Mombach.
Direkt nebenan auf Platz 2 duellierten sich Fortuna Mombach und der FSV Oppenheim. Platz 1 der Anlage wird von Schott Mainz bespielt, blieb diesmal allerdings leer. Die Plätze 2 und 3 sind durch Treppen verbunden, sodass man auch problemlos beide Spiele parallel verfolgen kann. Auf Platz 3 erzielte Mommenheim ein Tor nach dem anderen, bis es irgendwann 0:4 stand. Die Partie wurde extrem hart geführt, wobei der Schiedsrichter jegliches Fingerspitzengefühl vermissen ließ, sodass immer neue Grenzen in der Zweikampfführung ausgetestet wurden.
Nach 60 Minuten kam dann pünktlich Fabienne. Der Sturm hatte schon in der ersten Halbzeit eine Eckfahne umgeweht und eine düstere Kulisse aufgebaut, aber jetzt kamen auch noch Gewitter und Starkregen dazu. Auf beiden Plätzen wurde abgepfiffen und Spieler sowie Zuschauer verschanzten sich während der 35-minütigen Unterbrechung in den Katakomben. Danach lief Türkgücü heiß. Binnen weniger Minuten verkürzten sie auf 2:4 und rannten an, als würde hier heute die Meisterschaft entschieden. Der Schiedsrichter war nun völlig überfordert.
Es gab zwar insgesamt zehn Gelbe Karten und eine Rote, aber teilweise wurden überharte Fouls, üble Beleidigungen und Rudelbildungen gar nicht geahndet, für die es normalerweise Platzverweise hätte hageln müssen. Auch dass der Ball bei einer Standardsituation ruhen muss, wurde nicht mehr eingehalten und einfach draufgedroschen. Die Zuschauer von Kunstrasenplatz 2 schauten sich jetzt auch lieber das Spektakel auf Platz 3 an. Sowas sieht man nicht alle Tage. Die Partie endete letztendlich mit 40 Minuten Verspätung und einem Polizeieinsatz nach mehreren Handgemengen.

Mittwoch, 19. September 2018

19.09.2018
Hessenpokal - Achtelfinale
SpVgg Neu Isenburg - Hessen Kassel 1:3
Sportpark (Neu Isenburg)
300 Zuschauer (50 Gäste)
Für den diesjährigen Hessenpokal hatte sich der KSV noch als Teilnehmer der letztjährigen Regionalliga qualifiziert. Demzufolge landeten die Löwen im Favoritentopf und mussten in jedem Fall im Achtelfinale auswärts antreten. 7 der möglichen 8 Gegner kamen aber aus der Hessenliga, also derselben Spielklasse, in der man nun unterwegs ist. Es war also fast sicher, dass es gleich zu Beginn schwierig werden würde und so konnte man sich über Neu Isenburg aus dem grauen Tabellenmittelfeld freuen, da man Gießen, Alzenau, Baunatal und Waldgirmes aus dem Weg ging.
Neu Isenburg liegt im Dreieck zwischen Frankfurt, Offenbach und Darmstadt. Die großen Vereine aus den genannten Städten hatten alle spielfrei. Man durfte also gespannt sein, wer da so alles im Sportpark herumlief. Die Polizei hatte jedenfalls alles abgesichert und war mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort. Doch das allgemeine Interesse an der Partie war genauso überschaubar wie das Aggressionspotential. Die mitgereisten Kasseler machten es sich auf der Hauptseite hinter der Gästebank an der Bande bequem und die Neu Isenburger stellten sich daneben.
Es ist schon verrückt: Da fasst das schöne Stadion 15.000 Zuschauer und dann nutzen die meisten Besucher die vielen Stufen gar nicht. Anstatt erhöht zu stehen und besser sehen zu können, stellten sich zwei Drittel der Anwesenden einfach vorne an die Bande wie bei anderen Sportplätzen ohne Ausbau. Ich war bereits vor sechs Jahren einmal zum Relegationsspiel zwischen dem FCA Darmstadt und Kickers Obertshausen hier im Neu Isenburger Sportpark gewesen. Doch nun sah ich die heimische Spielvereinigung zum ersten Mal live in Aktion.
Nach 90 gespielten Minuten war der KSV der verdiente Sieger. 3:1 ist ein Ergebnis, das dem Spielverlauf sehr gut entspricht. Es war ein Spiel, dass Kassel in 8 von 10 Fällen gewinnt, aber es gab durchaus auch Szenen, in denen es hätte kippen können. Zum Beispiel als der Gegner einen Elfmeter akurat an den Pfosten semmelte. Insgesamt war Neu Isenburg aber doch enttäuschend und das große Drama blieb aus. In der nächsten Runde hat der KSV zum ersten Mal seit über drei Jahren mal wieder ein Heimspiel im Pokal. Gegner ist dann der SV Wehen-Wiesbaden.

Sonntag, 16. September 2018

16.09.2018
8. Liga (D)
SVW Mainz - VfL Gundersheim 2:1
Stadion an der Bleichstraße (Mainz)
80 Zuschauer (30 Gäste)
Auch im zweiten Spiel des Tages ging es darum, eine Sportanlage zu komplettieren. In Mainz-Weisenau hatte ich vor drei Jahren den Kunstrasenplatz am Tag der Einweihung jenes Nebenplatzes gesehen. Der Rasenplatz, von dessen Schönheit ich mich damals schon überzeugt hatte, fehlte mir allerdings noch immer. In dieser Saison sollte es nun endlich soweit sein und im schönen Spätsommer hatte ich auch eine Garantie, dass auch wirklich auf Rasen gespielt werden würde. Der SVW ist mittlerweile abgestiegen und spielt eine solide Rolle im Mittelfeld der Bezirksliga.
Ähnliches gilt für den heutigen Gegner aus Gundersheim, der etwas glücklich mit 2:1 geschlagen werden konnte. Man kann sich natürlich nur wünschen, dass in Weisenau wieder bessere Zeiten anbrechen, denn es handelt sich beim Stadion an der Bleichstraße vermutlich um den schönsten Sportplatz in Mainz. Es gibt auf allen vier Seiten Stufen, teilweise alt und bröckelnd, und außerdem ist die Anlage gut bewachsen mit Bäumen und Efeu. Besonders im späteren Herbst entfaltet sich hier eine herrliche Farbenpracht, aber dann wird ja leider schon auf Kunstrasen gespielt.
Leider ist die Zuschauerresonanz etwas dürftig. Von den 80 Zuschauern waren nur etwa 50 für den SVW. Beim Gundersheimer Tor rasteten die mitgereisten Zuschauer gut aus. Aber bei den beiden Toren für die Gastgeber schafften es die heimischen Fans kaum mal, die Arme hochzureißen oder zumindest mal zu klatschen. Da würde man sich wünschen, dass ein bisschen mehr aus dem Stadtteil kommt. Am Samstag konnten sie ja alle zu Mainz 05 gehen, aber am Sonntag war doch Zeit für Amateurfußball!
16.09.2018
9. Liga (D)
FV Biebrich II - FSV Schierstein 1:5
Dyckerhoff-Sportfeld, KR1 (Wiesbaden)
80 Zuschauer (50 Gäste)
Zum dritten Mal innerhalb von drei Monaten fuhr ich zum Dyckerhoff-Sportfeld in Biebrich. Nach dem B-Jugend-Spiel, um Kunstrasenplatz 2 zu sehen und dem Hessenpokalspiel auf dem Rasenplatz stand heute der Kunstrasenplatz 1 auf dem Programm. Dort spielt die zweite Mannschaft der Biebricher - und zwar stets sonntags um 11 Uhr. Die frühe Anstoßzeit lädt zu einem Doppler ein, der im Laufe des Tages wie geplant erledigt wurde. Zunächst ging es also zum Neuntligakick, bei dem die Gäste vom FSV Schierstein einen kurzen Weg aus dem Nachbarstadtteil hatten.
Beide Mannschaften hatten schon in der vergangenen Saison das Vergnügen, gegeneinander antreten zu dürfen. Damals allerdings noch eine Liga höher. Beide stiegen gemeinsam ab. Den Abstieg haben beide allerdings sehr unterschiedlich verkraftet: Schierstein ist mittendrin im Aufstiegskampf, während Biebrich schon wieder ganz unten steht. Das heutige 1:5 fiel vielleicht um ein oder zwei Tore zu deutlich aus, aber die Kräfteverhältnisse wurden schon deutlich. Schierstein hatte offensichtlich gut gefrühstückt und präsentierte sich in Torlaune.
Das Dyckerhoff-Sportfeld mit seinen drei Fußballplätzen kann somit als komplettiert angesehen werden. Ich mag es dort. Der Rasenplatz ist sowieso wunderschön und für einen Kunstrasenplatz, auf dem nur die zweite Mannschaft spielt, ist das auch nicht schlecht, was dem Stadionfreund hier geboten wird: Mehrere Stufen, ein paar Bäume und ein Kuchenbuffet. Nach dem Spiel ging es mit dem Bus zurück über den Rhein und auf zum nächsten Kick.

Freitag, 14. September 2018

14.09.2018
4. Liga (D)
Mainz 05 II - SSV Ulm 4:1
Bruchwegstadion (Mainz)
598 Zuschauer (40 Gäste)
Der SSV Ulm reiste als Tabellenzweiter nach Mainz. Zusammen mit dem Sieg im DFB-Pokal gegen Eintracht Frankfurt kann man sagen: Es läuft rund bei den Spatzen. Heute am Bruchweg war es in der ersten Halbzeit ein intensives Duell ohne echte Torchancen. Man wünschte sich ein Tor, denn es war klar, dass es dem Spiel gut tun würde. In der 54. Minute platzte dann der Knoten: 1:0 für Mainz, das 2:0 ließ nicht lange auf sich warten. Kurz vor Schluss kamen die Gäste zum Anschlusstreffer und auch der Ausgleich war absolut möglich und wäre auch verdient gewesen.
Doch stattdessen nutzte Mainz die Räume in der Nachspielzeit und schob noch zum dritten und vierten Treffer ein. Das 4:1 spiegelt aber nicht wirklich das Spiel wider. Prognose: Beide Vereine spielen die Saison im Tabellenmittelfeld zu Ende. Vor einem Jahr habe ich den SSV schon einmal in Mainz gesehen, damals beim Gastspiel bei Schott Mainz. Im Vergleich dazu hat sich die Ulmer Fanszene gesteigert. Zwar kamen die aktiven Fans mit einer knappen halben Stunde Verspätung, doch dann sangen sie durch.
Auf 40 Gästefans kamen 9 Zaunfahnen, aber Schwenkfahnen oder ähnliches sieht man bei Ulm auswärts fast nie. Etwa ein Dutzend Ulmer sorgte mit bekannten Melodien für Lautstärke. Naja immerhin, vor einem Jahr war von organisierter Unterstützung nichts zu hören. Schade, dass sie dafür nicht belohnt wurden. Nach dem Spiel schickte uns der Stadionsprecher mit einigen Worten ins Wochenende und verwies auf das nächste Heimspiel gegen Hessen Kassel. Huch, richtig gehört? Schade, ein Versprecher. Er korrigierte auf Hessen Dreieich. Aber in den Köpfen und Herzen der Menschen sind wir der einzig wahre hessische Regionalligist!