22.11.2025
4. Liga (D)
Hessen Kassel - FC Homburg 0:0
Auestadion (Kassel)
1.961 Zuschauer (30 Gäste)
Der Winter ist über Deutschland hereingebrochen. Mehrere Tage am Stück lagen die Temperaturen um den Gefrierpunkt und die ersten Spielabsagen ließen nicht lange auf sich warten. In Anbetracht der Wetterprognosen stand auch im Auestadion die Tendenz eher auf Absage der Partie zwischen dem KSV und dem FC Homburg. Zur finalen Entscheidung sollte sich am Spieltag um 10 Uhr eine Platzkommission treffen. Mein Problem: Wollte ich zu diesem Spiel anreisen, musste ich gegen 8 Uhr losfahren und ähnlich wie auch die Gästefans fuhr ich auf gut Glück los.
Spätestens auf der Höhe von Gießen aktualisierte ich sekündlich die News-Portale und als ich dann in Marburg war, gab es grünes Licht: Das Spiel sollte stattfinden! Damit waren die Rahmenbedingungen geschaffen für den größtmöglichen Kontrast zum Offenbach-Spiel vor einer Woche. Statt Euphorie und Eventcharakter traf man heute nur die frierenden Verrückten, die sowieso immer da sind. Viele hatten mit einer Absage gerechnet und das wäre aufgrund der Platzverhältnisse auch die logische Entscheidung gewesen.
Tatsächlich ließ sich das Wetter in der Nordkurve aushalten, denn die Sonne schien fröhlich vom Himmel herab. Aber beeindruckend, wie die Haupttribünen-Besucher die 90 Minuten schweigend und im Schatten sitzend ausgehalten haben. Auf dem Platz passierte nämlich gar nichts, was einen irgendwie vom Sitz hätte reißen können. Der gefrorene Boden ließ kein vernünftiges Spiel zu und das 0:0 als Endergebnis war keine Überraschung. Schon mein zweites 0:0 in diesem Monat und mein fünftes Unentschieden am Stück. Was für ein November!
Mit sehr vielen Unentschieden kann man sich Ungeschlagen-Serien auch schönreden, aber es ist Fakt, dass man mit nur einem Punkt pro Spiel den Kontakt zu den oberen Tabellenregionen so langsam wieder verliert. Das gilt allerdings ebenso für die Homburger, die damit in der Tabelle hinter uns bleiben und einmal mehr ihren Ansprüchen hinterherlaufen.
Samstag, 22. November 2025
Samstag, 15. November 2025
15.11.2025
4. Liga (D)
Hessen Kassel - Kickers Offenbach 1:1
Auestadion (Kassel)
10.127 Zuschauer (700 Gäste)
Am frühen Mittag erreichte ich den Bahnhof Wilhelmshöhe und steuerte die örtliche Toilette an. Dort wurde Radio gespielt und das Thema des Tages war heute Hessen Kassel gegen Kickers Offenbach. Unser Cheftrainer René Klingbeil wurde interviewt und er sprach mit einer großen Selbstverständlichkeit von der "Mutter aller Hessenderbys". Das ist natürlich ganz klar zu hoch gegriffen, aber genau mit dieser Mentalität hat man das Stadion vollbekommen. Es wurde so lange von eigentlich utopischen 10.000 Zuschauern gesprochen, bis die dann tatsächlich alle da waren.
Es kam aber auch alles zusammen, damit es eine große Kulisse werden konnte: Eine Siegesserie und Anschluss an die Tabellenspitze, Länderspiel-Wochenende und vernünftiges Wetter. Dieses Spiel war in Deutschland neben Babelsberg gegen Cottbus das attraktivste Duell an diesem Wochenende, das Besucher aus ganz Deutschland und insbesondere aus Kiel anzog, die mit uns gemeinsam die Fanfreundschaft zelebrierten. Es waren auch Offenbacher vor Ort, die sich allerdings für einen Stimmungsboykott entschieden hatten und weitgehend ignoriert wurden.
Auf Kasseler Seite war es ein Festtag. Alleine schon die Fahrt in einem völlig überfüllten Linienbus war ein Highlight. Im normalen Alltag würde man es hassen, aber wenn man weiß, dass alle da drin zum Auestadion fahren, steigt die Vorfreude ins Unermessliche. Die Stimmung in der Nordkurve, aber auch auf den anderen Tribünen war für unsere Verhältnisse außergewöhnlich. Die große Gefahr bestand nun darin, dass das Sportliche darunter leidet und unsere Spieler gehemmt sein könnten. Und so kam es wie es kommen musste und Offenbach ging mit 1:0 in Führung.
Der OFC ist seit Wochen auf dem absteigenden Ast, aber war nun drauf und dran, das Spiel zu gewinnen. Es brauchte erst die Einwechslung von Benni Girth in der 79. Minute. Der war gerade zwei Minuten auf dem Platz, als er sich geschickt drehte und zum Ausgleich traf. Das Stadion explodierte. Natürlich wollten alle noch mehr, aber das "Hauptsache nicht verlieren" lag auch in der Luft und bescherte uns am Ende das Unentschieden. Danach musste ich erstmal runterkommen, lief eine ganze Weile durch Kassel und erfreute mich einfach daran, dass diese Stadt meine Heimat ist und ich nicht nach Offenbach fahren musste.
4. Liga (D)
Hessen Kassel - Kickers Offenbach 1:1
Auestadion (Kassel)
10.127 Zuschauer (700 Gäste)
Am frühen Mittag erreichte ich den Bahnhof Wilhelmshöhe und steuerte die örtliche Toilette an. Dort wurde Radio gespielt und das Thema des Tages war heute Hessen Kassel gegen Kickers Offenbach. Unser Cheftrainer René Klingbeil wurde interviewt und er sprach mit einer großen Selbstverständlichkeit von der "Mutter aller Hessenderbys". Das ist natürlich ganz klar zu hoch gegriffen, aber genau mit dieser Mentalität hat man das Stadion vollbekommen. Es wurde so lange von eigentlich utopischen 10.000 Zuschauern gesprochen, bis die dann tatsächlich alle da waren.
Es kam aber auch alles zusammen, damit es eine große Kulisse werden konnte: Eine Siegesserie und Anschluss an die Tabellenspitze, Länderspiel-Wochenende und vernünftiges Wetter. Dieses Spiel war in Deutschland neben Babelsberg gegen Cottbus das attraktivste Duell an diesem Wochenende, das Besucher aus ganz Deutschland und insbesondere aus Kiel anzog, die mit uns gemeinsam die Fanfreundschaft zelebrierten. Es waren auch Offenbacher vor Ort, die sich allerdings für einen Stimmungsboykott entschieden hatten und weitgehend ignoriert wurden.
Auf Kasseler Seite war es ein Festtag. Alleine schon die Fahrt in einem völlig überfüllten Linienbus war ein Highlight. Im normalen Alltag würde man es hassen, aber wenn man weiß, dass alle da drin zum Auestadion fahren, steigt die Vorfreude ins Unermessliche. Die Stimmung in der Nordkurve, aber auch auf den anderen Tribünen war für unsere Verhältnisse außergewöhnlich. Die große Gefahr bestand nun darin, dass das Sportliche darunter leidet und unsere Spieler gehemmt sein könnten. Und so kam es wie es kommen musste und Offenbach ging mit 1:0 in Führung.
Der OFC ist seit Wochen auf dem absteigenden Ast, aber war nun drauf und dran, das Spiel zu gewinnen. Es brauchte erst die Einwechslung von Benni Girth in der 79. Minute. Der war gerade zwei Minuten auf dem Platz, als er sich geschickt drehte und zum Ausgleich traf. Das Stadion explodierte. Natürlich wollten alle noch mehr, aber das "Hauptsache nicht verlieren" lag auch in der Luft und bescherte uns am Ende das Unentschieden. Danach musste ich erstmal runterkommen, lief eine ganze Weile durch Kassel und erfreute mich einfach daran, dass diese Stadt meine Heimat ist und ich nicht nach Offenbach fahren musste.
Sonntag, 9. November 2025
09.11.2025
4. Liga (D)
FC Gütersloh - Wuppertaler SV 0:0
Heidewaldstadion (Gütersloh)
1.809 Zuschauer (150 Gäste)
Ich hatte die Nacht in Gütersloh verbracht. Das bescherte mir eine kurze Anreise zum dritten Spiel des Wochenendes beim heimischen FCG. Nun hatte ich aber ein Problem: In meiner Unterkunft konnte ich kein Gepäck bis zum Nachmittag deponieren, am Bahnhof Gütersloh gibt es keine Schließfächer und der FC Gütersloh weist offensiv darauf hin, dass man auf Taschen und Rucksäcke nicht aufpassen kann. Also musste ich mal wieder in die Trickkiste greifen. Um 12 Uhr öffnete genau auf halbem Weg zwischen Bahnhof und Stadion ein griechisches Restaurant.
Um Punkt 12 trat ich ein und kündigte eine ausgedehnte Mahlzeit an, sofern ich dort danach für vier Stunden meinen Rucksack stehen lassen durfte. Kurze Zeit später war der Deal in trockenen Tüchern und es stand ein prallgefüllter Grillteller vor mir. Draußen sah ich bald schon die ersten Fans durch den Regen zum Stadion laufen und nach einer guten Stunde machte ich mich dann auch auf den Weg. Aufgrund des Regens entschied ich mich für die überdachte Tribüne und bekam sogleich einen Fußball-Stempel als Zutrittsberechtigung auf die Hand geklatscht.
Die Vorfreunde auf das Spiel war greifbar. Als Tabellendritter mischt Gütersloh ernsthaft im Aufstiegsrennen in Richtung 3. Liga mit, während Gegner Wuppertal sich im Abstiegskampf wiederfindet. Das Duell auf dem Rasen war dann aber ebenso ausgeglichen wie auch auf den Rängen. Es machte einfach Spaß, hier ein umkämpftes Fußballspiel zu sehen, ständig nach links und nach rechts zu blicken und die Atmosphäre aufzusaugen. Das hatte so viel von dem Fußball, in den wir uns alle irgendwann mal verliebt haben. Immerhin 1.808 andere sahen das offensichtlich auch so.
In der 2. Halbzeit wechselte ich auf die Gegengerade und stellte mich zu dem Typ, der seine Leicester-Fahne mitgebracht hatte. Wahnsinn, was da für Leute rumliefen und die Zaunfahnen-Kultur ist in Gütersloh sowieso sehr ausgeprägt. Das einzige, was hier zum großen Glück noch fehlte, war ein Tor. Doch es fiel nicht. Und somit endete an diesem Tag tatsächlich meine bisher längste Serie ohne 0:0. Insgesamt 95 Spiele am Stück war immer mindestens ein Treffer gefallen. Schade, dass ich die 100 nicht vollmachen konnte, aber trotzdem ging es nach dem Spiel zufrieden zum Griechen und danach mit dem Rucksack zum Bahnhof.
4. Liga (D)
FC Gütersloh - Wuppertaler SV 0:0
Heidewaldstadion (Gütersloh)
1.809 Zuschauer (150 Gäste)
Ich hatte die Nacht in Gütersloh verbracht. Das bescherte mir eine kurze Anreise zum dritten Spiel des Wochenendes beim heimischen FCG. Nun hatte ich aber ein Problem: In meiner Unterkunft konnte ich kein Gepäck bis zum Nachmittag deponieren, am Bahnhof Gütersloh gibt es keine Schließfächer und der FC Gütersloh weist offensiv darauf hin, dass man auf Taschen und Rucksäcke nicht aufpassen kann. Also musste ich mal wieder in die Trickkiste greifen. Um 12 Uhr öffnete genau auf halbem Weg zwischen Bahnhof und Stadion ein griechisches Restaurant.
Um Punkt 12 trat ich ein und kündigte eine ausgedehnte Mahlzeit an, sofern ich dort danach für vier Stunden meinen Rucksack stehen lassen durfte. Kurze Zeit später war der Deal in trockenen Tüchern und es stand ein prallgefüllter Grillteller vor mir. Draußen sah ich bald schon die ersten Fans durch den Regen zum Stadion laufen und nach einer guten Stunde machte ich mich dann auch auf den Weg. Aufgrund des Regens entschied ich mich für die überdachte Tribüne und bekam sogleich einen Fußball-Stempel als Zutrittsberechtigung auf die Hand geklatscht.
Die Vorfreunde auf das Spiel war greifbar. Als Tabellendritter mischt Gütersloh ernsthaft im Aufstiegsrennen in Richtung 3. Liga mit, während Gegner Wuppertal sich im Abstiegskampf wiederfindet. Das Duell auf dem Rasen war dann aber ebenso ausgeglichen wie auch auf den Rängen. Es machte einfach Spaß, hier ein umkämpftes Fußballspiel zu sehen, ständig nach links und nach rechts zu blicken und die Atmosphäre aufzusaugen. Das hatte so viel von dem Fußball, in den wir uns alle irgendwann mal verliebt haben. Immerhin 1.808 andere sahen das offensichtlich auch so.
In der 2. Halbzeit wechselte ich auf die Gegengerade und stellte mich zu dem Typ, der seine Leicester-Fahne mitgebracht hatte. Wahnsinn, was da für Leute rumliefen und die Zaunfahnen-Kultur ist in Gütersloh sowieso sehr ausgeprägt. Das einzige, was hier zum großen Glück noch fehlte, war ein Tor. Doch es fiel nicht. Und somit endete an diesem Tag tatsächlich meine bisher längste Serie ohne 0:0. Insgesamt 95 Spiele am Stück war immer mindestens ein Treffer gefallen. Schade, dass ich die 100 nicht vollmachen konnte, aber trotzdem ging es nach dem Spiel zufrieden zum Griechen und danach mit dem Rucksack zum Bahnhof.
Samstag, 8. November 2025
08.11.2025
5. Liga (D)
Rot Weiss Ahlen - 1.FC Gievenbeck 1:1
Wersestadion (Ahlen)
500 Zuschauer (25 Gäste)
Nach dem Mittagsspiel in Verl hatte ich zwei Optionen: Um 18 Uhr nach Lippstadt oder um 19 Uhr nach Ahlen. Aufgrund des Zeitpuffers entschied ich mich für Ahlen. Aber was für ein Wahnsinn diese Anstoßzeiten in der Oberliga Westfalen doch sind! An einem kalten Samstagabend im November werden die treuen Zuschauer nochmal raus in die Dunkelheit geschickt. Natürlich entgeht man dann der Konkurrenz der Nachmittagsspiele in der Bundesliga, aber die Hürden, sich unter diesen Umständen Oberliga-Fußball anzuschauen, sind auch hoch.
Zumal in Ahlen gerade kein Hurra-Fußball angeboten wird. Mit acht Punkten aus zwölf Spielen ist RWA Drittletzter und steht vor dem Absturz in die Verbandsliga. Der dritte Trainer der Saison wurde gerade ins Amt eingeführt, während die Fanszene auf die Unterstützung der Mannschaft verzichtet. Rund um das Stadion wird aber der Eindruck erweckt, als hätte es gar keinen Absturz gegeben: Der Fanshop hatte geöffnet, alle vier Tribünen waren begehbar und hinter der fast leeren Hintertor-Tribüne bot sogar noch ein zusätzlicher Getränkestand die Möglichkeit, den Durst zu stillen.
Aber an all diesen Orten war nichts los. Auch wenn es sicherlich zu begrüßen ist, dass der Verein nicht mehr unter dem Namen LR Ahlen Werbung für einen Investor macht und das Projekt LR, das den Klub bis in die 2. Liga geführt hatte, seit 2006 abgeschlossen ist - heutzutage liegt über dem Wersestadion schon eine ordentliche Portion Melancholie. Über viele Jahre waren hier Protagonisten wie Peter Neururer, Werner Lorant, Marco Reus oder Ansgar Brinkmann am Werk. Davon ist heute nur noch das große Stadion übrig geblieben, das herrlich vor sich hingammelt.
Die Elf, die heute auf den Platz durfte, hängte sich aber ab der 1. Minute nicht nur voll rein, sondern spielte einen überraschend gepflegten Fußball. Es dauerte zwar bis zur 70. Minute, aber dann ging Ahlen tatsächlich gegen Mittelfeld-Team Gievenbeck in Führung. Als es dann sogar noch eine rote Karte für die Gäste gab, schaffte es nicht mehr die komplette Ahlener Fanszene, den Boykott aufrecht zu halten. Es gab erste Gesänge und in der Schlussphase war dann der ganze Block angezündet. Jetzt war hier richtig was los - und was passierte dann? Na klar, 90. Minute: Ausgleich für Gievenbeck, Schlag in die Magengrube für Ahlen.
5. Liga (D)
Rot Weiss Ahlen - 1.FC Gievenbeck 1:1
Wersestadion (Ahlen)
500 Zuschauer (25 Gäste)
Nach dem Mittagsspiel in Verl hatte ich zwei Optionen: Um 18 Uhr nach Lippstadt oder um 19 Uhr nach Ahlen. Aufgrund des Zeitpuffers entschied ich mich für Ahlen. Aber was für ein Wahnsinn diese Anstoßzeiten in der Oberliga Westfalen doch sind! An einem kalten Samstagabend im November werden die treuen Zuschauer nochmal raus in die Dunkelheit geschickt. Natürlich entgeht man dann der Konkurrenz der Nachmittagsspiele in der Bundesliga, aber die Hürden, sich unter diesen Umständen Oberliga-Fußball anzuschauen, sind auch hoch.
Zumal in Ahlen gerade kein Hurra-Fußball angeboten wird. Mit acht Punkten aus zwölf Spielen ist RWA Drittletzter und steht vor dem Absturz in die Verbandsliga. Der dritte Trainer der Saison wurde gerade ins Amt eingeführt, während die Fanszene auf die Unterstützung der Mannschaft verzichtet. Rund um das Stadion wird aber der Eindruck erweckt, als hätte es gar keinen Absturz gegeben: Der Fanshop hatte geöffnet, alle vier Tribünen waren begehbar und hinter der fast leeren Hintertor-Tribüne bot sogar noch ein zusätzlicher Getränkestand die Möglichkeit, den Durst zu stillen.
Aber an all diesen Orten war nichts los. Auch wenn es sicherlich zu begrüßen ist, dass der Verein nicht mehr unter dem Namen LR Ahlen Werbung für einen Investor macht und das Projekt LR, das den Klub bis in die 2. Liga geführt hatte, seit 2006 abgeschlossen ist - heutzutage liegt über dem Wersestadion schon eine ordentliche Portion Melancholie. Über viele Jahre waren hier Protagonisten wie Peter Neururer, Werner Lorant, Marco Reus oder Ansgar Brinkmann am Werk. Davon ist heute nur noch das große Stadion übrig geblieben, das herrlich vor sich hingammelt.
Die Elf, die heute auf den Platz durfte, hängte sich aber ab der 1. Minute nicht nur voll rein, sondern spielte einen überraschend gepflegten Fußball. Es dauerte zwar bis zur 70. Minute, aber dann ging Ahlen tatsächlich gegen Mittelfeld-Team Gievenbeck in Führung. Als es dann sogar noch eine rote Karte für die Gäste gab, schaffte es nicht mehr die komplette Ahlener Fanszene, den Boykott aufrecht zu halten. Es gab erste Gesänge und in der Schlussphase war dann der ganze Block angezündet. Jetzt war hier richtig was los - und was passierte dann? Na klar, 90. Minute: Ausgleich für Gievenbeck, Schlag in die Magengrube für Ahlen.
08.11.2025
3. Liga (D)
SC Verl - Erzgebirge Aue 1:1
Sportclub-Arena (Verl)
2.518 Zuschauer (377 Gäste)
Lange hatte ich mich vor einer Fahrt nach Verl gedrückt, weil der Ort keinen Bahnhof hat und somit von mir als "schwer erreichbar" abgestempelt wurde. Aber neuerdings fahre ich ja auch Linienbus und das ist von Gütersloh aus gar kein Problem. Pünktlich erreichte ich Verl, spazierte durch ein Wohngebiet und schon war ich da. Irgendwie ist das ja auch ganz nett, wenn es Vereine aus kleinen Orten im Profifußball gibt, aber an die Tür zur 2. Liga anklopfen muss Verl jetzt nun auch nicht unbedingt, denn ein Aufstieg würde wohl bedeuten, dass sie nach Paderborn ausweichen müssten.
Aber soweit ist es noch nicht. Heute war erstmal Abstiegskandidat Erzgebirge Aue zu Gast. Ein Pflichtsieg für die ambitionierten Verler. 2.518 Zuschauer wollten das sehen, also fast jeder zehnte Einwohner. Das enge Stadion wirkte damit schon recht gut ausgelastet, aber es hätten noch 2.689 weitere Zuschauer Platz finden können - erstaunlich! Mein Platz war in der 2. Reihe und somit wahnsinnig nah dran am Geschehen. Gästetrainer Jens Härtel tigerte direkt vor mir herum und ich konnte jedes einzelne Wort verstehen, das rund um die Bank gewechselt wurde.
Beide Kurven bemühten sich um gute Stimmung, wobei die Aue-Fans die Oberhand behielten, aber beide Seiten kein Kreativitäts-Feuerwerk zündeten. In Verl ist es nicht nur auf Fernsehbildern, sondern auch in der Realität sehr schwer, die Fanblöcke richtig einzusehen. Ein hoher Zaun, ein dunkles Fangnetz, ein niedriges Dach und schon verschwinden die Kurven ein wenig in der Dunkelheit. Der Stadionsprecher half aus und verkündete, dass sich 377 Zuschauer im Gästeblock befanden. Grundsolide, aber natürlich auch nicht die größte Nummer der 3. Liga.
Der SC Verl war überlegen und erzielte folgerichtig das 1:0. Dabei blieb es aber auch erstmal, denn Aue hat ja Martin Männel im Tor, der alle weiteren Torchancen abwehren konnte. Auf der Gegenseite erzielte Verl dann noch ein kurioses Eigentor, sodass es am Ende tatsächlich 1:1 stand. Aue feierte den Punkt und ich bestieg mit einer lustigen Reisegruppe aus dem Erzgebirge wieder den Bus nach Gütersloh.
3. Liga (D)
SC Verl - Erzgebirge Aue 1:1
Sportclub-Arena (Verl)
2.518 Zuschauer (377 Gäste)
Lange hatte ich mich vor einer Fahrt nach Verl gedrückt, weil der Ort keinen Bahnhof hat und somit von mir als "schwer erreichbar" abgestempelt wurde. Aber neuerdings fahre ich ja auch Linienbus und das ist von Gütersloh aus gar kein Problem. Pünktlich erreichte ich Verl, spazierte durch ein Wohngebiet und schon war ich da. Irgendwie ist das ja auch ganz nett, wenn es Vereine aus kleinen Orten im Profifußball gibt, aber an die Tür zur 2. Liga anklopfen muss Verl jetzt nun auch nicht unbedingt, denn ein Aufstieg würde wohl bedeuten, dass sie nach Paderborn ausweichen müssten.
Aber soweit ist es noch nicht. Heute war erstmal Abstiegskandidat Erzgebirge Aue zu Gast. Ein Pflichtsieg für die ambitionierten Verler. 2.518 Zuschauer wollten das sehen, also fast jeder zehnte Einwohner. Das enge Stadion wirkte damit schon recht gut ausgelastet, aber es hätten noch 2.689 weitere Zuschauer Platz finden können - erstaunlich! Mein Platz war in der 2. Reihe und somit wahnsinnig nah dran am Geschehen. Gästetrainer Jens Härtel tigerte direkt vor mir herum und ich konnte jedes einzelne Wort verstehen, das rund um die Bank gewechselt wurde.
Beide Kurven bemühten sich um gute Stimmung, wobei die Aue-Fans die Oberhand behielten, aber beide Seiten kein Kreativitäts-Feuerwerk zündeten. In Verl ist es nicht nur auf Fernsehbildern, sondern auch in der Realität sehr schwer, die Fanblöcke richtig einzusehen. Ein hoher Zaun, ein dunkles Fangnetz, ein niedriges Dach und schon verschwinden die Kurven ein wenig in der Dunkelheit. Der Stadionsprecher half aus und verkündete, dass sich 377 Zuschauer im Gästeblock befanden. Grundsolide, aber natürlich auch nicht die größte Nummer der 3. Liga.
Der SC Verl war überlegen und erzielte folgerichtig das 1:0. Dabei blieb es aber auch erstmal, denn Aue hat ja Martin Männel im Tor, der alle weiteren Torchancen abwehren konnte. Auf der Gegenseite erzielte Verl dann noch ein kurioses Eigentor, sodass es am Ende tatsächlich 1:1 stand. Aue feierte den Punkt und ich bestieg mit einer lustigen Reisegruppe aus dem Erzgebirge wieder den Bus nach Gütersloh.
Donnerstag, 6. November 2025
06.11.2025
Europa Conference League
Mainz 05 - ACF Fiorentina 2:1
Arena (Mainz)
30.300 Zuschauer (700 Gäste)
Zwei Wochen nach dem ersten Heimpiel von Mainz 05 in der Conference League durfte der FSV schon wieder zu Hause antreten. Statt schwerem Sturm gab es diesmal dichten Nebel, doch auch diesmal fanden mehr als 30.000 Zuschauer den Weg in die gut beleuchtete Arena. Die Gastmannschaft kam heute aus Florenz, die im fünften Jahr dieses Wettbewerbs zum vierten Mal teilnahmen, was alleine schon eine beachtliche Leistung ist, immer wieder aufs Neue genau den Tabellenplatz in der Liga einzufahren, der zur Teilnahme berechtigt.
Als zweifacher Finalist und letztjähriger Halbfinalist führt Florenz mit großem Abstand die ewige Tabelle der Conference League an. Auch in diesem Jahr grüßt die Fiorentina wieder von der Tabellenspitze: Zwei Spiele, zwei Siege, 5:0 Tore. Ähnlich gut läuft es auch bei den Mainzern, die mit derselben Punktausbeute und ohne Gegentor voll auf Kurs sind. Wenn doch bloß nicht der Alltag in der Liga wäre, wo sich beide Vereine im Abstiegskampf befinden und kaum noch eine Chance haben, sich über die Liga wieder für das internationale Geschäft zu qualifizieren.
Sportlich ist die Doppelbelastung eine Herausforderung, aber für die Fans sind die Spiele am Donnerstagabend eine willkommene Abwechslung. Die Mainzer Fans hatten diesmal eine Choreographie vorbereitet, die den Schriftzug "Forza FSV" über Gegengerade und Heimkurve abbildete. Die Gäste waren mit etwa 700 Anhängern unterwegs, was zwar nicht an Mostar herankam und auch den Block nicht komplett füllte, aber dennoch eine gute Zahl ist, wenn man die Umstände bedenkt: Knapp 1.000 Kilometer, schlechte sportliche Leistungen und die vierte Teilnahme in Folge.
Von Euphorie konnte bei den Gästefans also keine Rede sein. Zwar führte man in der ersten Halbzeit mit 1:0, aber der Block spulte routiniert sein Programm ab, anstatt komplett auszurasten. In der zweiten Halbzeit gelang Hollerbach der Ausgleich und es wurde ein völlig offenes Spiel. Beide Mannschaften spielten auf den Sieg und Mainz gelang in der 90.+5. Minute der vielumjubelte Siegtreffer durch Jae-Sung Lee. Das Heimpublikum tobte vor Freude, denn neun Punkte aus drei Spielen bedeuteten schon das ziemlich sichere Überwintern in Europa.
Die Gästefans waren entsprechend bedient. Nun klappte auch im Lieblingswettbewerb nichts mehr. Die Mannschaft musste sich einiges anhören, da musste der ganze Frust der vergangenen Wochen raus. Dennoch stehen natürlich auch für Florenz die Chancen auf ein Weiterkommen sehr gut. Auf Mainz warten jetzt erstmal zwei Auswärtsspiele in Craiova und Posen, ehe ich am letzten Spieltag wieder dabei sein darf.
Europa Conference League
Mainz 05 - ACF Fiorentina 2:1
Arena (Mainz)
30.300 Zuschauer (700 Gäste)
Zwei Wochen nach dem ersten Heimpiel von Mainz 05 in der Conference League durfte der FSV schon wieder zu Hause antreten. Statt schwerem Sturm gab es diesmal dichten Nebel, doch auch diesmal fanden mehr als 30.000 Zuschauer den Weg in die gut beleuchtete Arena. Die Gastmannschaft kam heute aus Florenz, die im fünften Jahr dieses Wettbewerbs zum vierten Mal teilnahmen, was alleine schon eine beachtliche Leistung ist, immer wieder aufs Neue genau den Tabellenplatz in der Liga einzufahren, der zur Teilnahme berechtigt.
Als zweifacher Finalist und letztjähriger Halbfinalist führt Florenz mit großem Abstand die ewige Tabelle der Conference League an. Auch in diesem Jahr grüßt die Fiorentina wieder von der Tabellenspitze: Zwei Spiele, zwei Siege, 5:0 Tore. Ähnlich gut läuft es auch bei den Mainzern, die mit derselben Punktausbeute und ohne Gegentor voll auf Kurs sind. Wenn doch bloß nicht der Alltag in der Liga wäre, wo sich beide Vereine im Abstiegskampf befinden und kaum noch eine Chance haben, sich über die Liga wieder für das internationale Geschäft zu qualifizieren.
Sportlich ist die Doppelbelastung eine Herausforderung, aber für die Fans sind die Spiele am Donnerstagabend eine willkommene Abwechslung. Die Mainzer Fans hatten diesmal eine Choreographie vorbereitet, die den Schriftzug "Forza FSV" über Gegengerade und Heimkurve abbildete. Die Gäste waren mit etwa 700 Anhängern unterwegs, was zwar nicht an Mostar herankam und auch den Block nicht komplett füllte, aber dennoch eine gute Zahl ist, wenn man die Umstände bedenkt: Knapp 1.000 Kilometer, schlechte sportliche Leistungen und die vierte Teilnahme in Folge.
Von Euphorie konnte bei den Gästefans also keine Rede sein. Zwar führte man in der ersten Halbzeit mit 1:0, aber der Block spulte routiniert sein Programm ab, anstatt komplett auszurasten. In der zweiten Halbzeit gelang Hollerbach der Ausgleich und es wurde ein völlig offenes Spiel. Beide Mannschaften spielten auf den Sieg und Mainz gelang in der 90.+5. Minute der vielumjubelte Siegtreffer durch Jae-Sung Lee. Das Heimpublikum tobte vor Freude, denn neun Punkte aus drei Spielen bedeuteten schon das ziemlich sichere Überwintern in Europa.
Die Gästefans waren entsprechend bedient. Nun klappte auch im Lieblingswettbewerb nichts mehr. Die Mannschaft musste sich einiges anhören, da musste der ganze Frust der vergangenen Wochen raus. Dennoch stehen natürlich auch für Florenz die Chancen auf ein Weiterkommen sehr gut. Auf Mainz warten jetzt erstmal zwei Auswärtsspiele in Craiova und Posen, ehe ich am letzten Spieltag wieder dabei sein darf.
Sonntag, 26. Oktober 2025
26.10.2025
7. Liga (D)
SV Böblingen - TSVgg Plattenhardt 7:0
Stadion an der Stuttgarter Straße (Böblingen)
100 Zuschauer
Gut, dass das Spiel der KSV-Frauen in Herrenberg bereits um 13 Uhr angepfiffen wurde, denn somit war ein Doppler kein Problem. Sowohl das Stadion in Herrenberg, als auch die Sportanlage in Böblingen liegen in der Nähe eines Bahnhofs, somit ging es nach dem ersten Spiel des Tages mit der S-Bahn ein paar Stationen in Richtung Norden. Der Zug war gut gefüllt mit Fans, die zum Heimspiel des VfB Stuttgart gegen Mainz 05 wollten. Ich war froh, als ich aussteigen konnte. Da waren Typen dabei, die nicht mal wussten, gegen wen der VfB überhaupt spielt.
Allerdings muss ich zugeben, dass ich nicht ausschließen kann, dass auch beim Böblinger Fußballpublikum nicht jeder Bescheid wusste, gegen welche andere Landesliga-Truppe heute gegen den Ball getreten wird. Und die TSVgg Plattenhardt tat auch nicht gerade viel dafür, in Erinnerung zu bleiben. Ohne erkennbaren Anhang angereist ließ man sich hier abschlachten, was die Tabellensituation angesichts des Duells zweier Mittelfeldmannschaften gar nicht hergegeben hätte. Nach 20 Minuten stand es schon 3:0 durch einen Hattrick des Böblingers Carneiro de Carvalho.
Der SV Böblingen spielte heute wie von einem anderen Stern und gewann schließlich mit 7:0. Das einzig bittere daran: Der Torschütze zum 7:0 verletzte sich bei seinem Tor in der 88. Minute so schwer, dass er nicht mehr aufstehen konnte, der Krankenwagen gerufen werden musste und der Schiedsrichter nach Rücksprache mit den Kapitänen das Spiel nicht mehr anpfiff. Was für eine unnötige Verletzung! Der überpünktliche Abpfiff sorgte dafür, dass ich keine Mühe hatte, die nächste S-Bahn nach Stuttgart zu erwischen und auch die übrige Strecke planmäßig absolvierte.
Das Spektakel auf dem Rasen fand in einem wirklich schönen Stadion statt. Die Haupttribüne ist für einen Siebtligisten schon beeindruckend groß und drumherum hat man ausreichend Fläche, um das Areal zu erkunden und sich einen schönen Platz zu sichern. Die Getränke werden aus der Sprecherkabine heraus verkauft, die Würste eine Etage weiter unten versteckt unter der Treppe, wobei man sich aber die Wertmarken für die Würste oben an der Sprecherkabine holen muss. Wer denkt sich so ein System aus? Naja, Hauptsache es schmeckt.
7. Liga (D)
SV Böblingen - TSVgg Plattenhardt 7:0
Stadion an der Stuttgarter Straße (Böblingen)
100 Zuschauer
Gut, dass das Spiel der KSV-Frauen in Herrenberg bereits um 13 Uhr angepfiffen wurde, denn somit war ein Doppler kein Problem. Sowohl das Stadion in Herrenberg, als auch die Sportanlage in Böblingen liegen in der Nähe eines Bahnhofs, somit ging es nach dem ersten Spiel des Tages mit der S-Bahn ein paar Stationen in Richtung Norden. Der Zug war gut gefüllt mit Fans, die zum Heimspiel des VfB Stuttgart gegen Mainz 05 wollten. Ich war froh, als ich aussteigen konnte. Da waren Typen dabei, die nicht mal wussten, gegen wen der VfB überhaupt spielt.
Allerdings muss ich zugeben, dass ich nicht ausschließen kann, dass auch beim Böblinger Fußballpublikum nicht jeder Bescheid wusste, gegen welche andere Landesliga-Truppe heute gegen den Ball getreten wird. Und die TSVgg Plattenhardt tat auch nicht gerade viel dafür, in Erinnerung zu bleiben. Ohne erkennbaren Anhang angereist ließ man sich hier abschlachten, was die Tabellensituation angesichts des Duells zweier Mittelfeldmannschaften gar nicht hergegeben hätte. Nach 20 Minuten stand es schon 3:0 durch einen Hattrick des Böblingers Carneiro de Carvalho.
Der SV Böblingen spielte heute wie von einem anderen Stern und gewann schließlich mit 7:0. Das einzig bittere daran: Der Torschütze zum 7:0 verletzte sich bei seinem Tor in der 88. Minute so schwer, dass er nicht mehr aufstehen konnte, der Krankenwagen gerufen werden musste und der Schiedsrichter nach Rücksprache mit den Kapitänen das Spiel nicht mehr anpfiff. Was für eine unnötige Verletzung! Der überpünktliche Abpfiff sorgte dafür, dass ich keine Mühe hatte, die nächste S-Bahn nach Stuttgart zu erwischen und auch die übrige Strecke planmäßig absolvierte.
Das Spektakel auf dem Rasen fand in einem wirklich schönen Stadion statt. Die Haupttribüne ist für einen Siebtligisten schon beeindruckend groß und drumherum hat man ausreichend Fläche, um das Areal zu erkunden und sich einen schönen Platz zu sichern. Die Getränke werden aus der Sprecherkabine heraus verkauft, die Würste eine Etage weiter unten versteckt unter der Treppe, wobei man sich aber die Wertmarken für die Würste oben an der Sprecherkabine holen muss. Wer denkt sich so ein System aus? Naja, Hauptsache es schmeckt.
26.10.2025
[Frauen] 3. Liga (D)
VfL Herrenberg - Hessen Kassel 2:1
Stadion an der Schießmauer (Herrenberg)
80 Zuschauer (2 Gäste)
Dank der Zeitumstellung hatte der heutige Sonntag 25 Stunden. Das passte mir perfekt, da ich in aller Ruhe ausschlafen konnte und trotzdem problemlos ein 13 Uhr-Spiel ansteuern konnte. Dieses Spiel war nicht nur irgendeine Partie, sondern mein erstes Spiel mit der Frauenmannschaft vom KSV. Es hatte sich einfach perfekt angeboten, nach dem Auswärtskick der KSV-Herrenmannschaft bei der TSG Balingen am nächsten Tag die 43 Kilometer nach Herrenberg zurückzulegen, wo die Löwinnen zu Gast waren und man im Normalfall eher nicht vorbeikommt.
Den ersten Teil der Strecke legte ich mit einem Linienbus durch das herbstliche Württemberg zurück, ehe es mit der Bahn von Oberndorf nach Herrenberg ging. Das Stadion an der Schießmauer ist eines der attraktivsten Stadien der Regionalliga Süd. Für 6 Euro erhielt ich eine Eintrittskarte, mit der ich auch noch das anschließende Spiel der Herrenberger Herren hätte sehen können. Schon zum Frauenspiel hatten sich einige Besucher eingefunden und auch der Stadionsprecher war schon motiviert. Es wurden Zaunfahnen aufgehangen und der Imbiss hieß die Besucher willkommen.
Und dann kam sogar noch ein weiterer Gästefan ins weite Rund. Die Anreise war auch bei ihm recht kurz und zu zweit zogen wir die Blicke nun ein wenig auf uns. Das vierköpfige Trainer- und Betreuerteam des KSV kam geschlossen zu uns und auch die ewige Lisa Lattermann, die kürzlich für ihr 300. KSV-Spiel geehrt wurde, ließ es sich nicht nehmen, mit uns das 1:1 am Vortag in Balingen nochmal durchzudiskutieren und uns ein schönes Spiel zu wünschen. Der Stadionsprecher heizte auch nochmal ordentlich ein und schon war die Vorfreude recht groß.
Nach nur einer gespielten Minute durften wir auch schon jubeln. Freya Burk erzielte das 0:1, aber leider sah es nur kurz nach einem klaren Auswärtssieg aus. Herrenberg fing sich und glich vor der Pause aus. Das Unentschieden war auch mittlerweile verdient, doch mit etwas Glück gelang den Gastgeberinnen sogar der 2:1-Siegtreffer. Beide Mannschaften stehen nun punktgleich im unteren Tabellenmittelfeld. Bei leichtem Regen verließ ich zeitnah die Sportanlage, denn am späteren Nachmittag wartete ein weiteres Fußballspiel auf mich.
[Frauen] 3. Liga (D)
VfL Herrenberg - Hessen Kassel 2:1
Stadion an der Schießmauer (Herrenberg)
80 Zuschauer (2 Gäste)
Dank der Zeitumstellung hatte der heutige Sonntag 25 Stunden. Das passte mir perfekt, da ich in aller Ruhe ausschlafen konnte und trotzdem problemlos ein 13 Uhr-Spiel ansteuern konnte. Dieses Spiel war nicht nur irgendeine Partie, sondern mein erstes Spiel mit der Frauenmannschaft vom KSV. Es hatte sich einfach perfekt angeboten, nach dem Auswärtskick der KSV-Herrenmannschaft bei der TSG Balingen am nächsten Tag die 43 Kilometer nach Herrenberg zurückzulegen, wo die Löwinnen zu Gast waren und man im Normalfall eher nicht vorbeikommt.
Den ersten Teil der Strecke legte ich mit einem Linienbus durch das herbstliche Württemberg zurück, ehe es mit der Bahn von Oberndorf nach Herrenberg ging. Das Stadion an der Schießmauer ist eines der attraktivsten Stadien der Regionalliga Süd. Für 6 Euro erhielt ich eine Eintrittskarte, mit der ich auch noch das anschließende Spiel der Herrenberger Herren hätte sehen können. Schon zum Frauenspiel hatten sich einige Besucher eingefunden und auch der Stadionsprecher war schon motiviert. Es wurden Zaunfahnen aufgehangen und der Imbiss hieß die Besucher willkommen.
Und dann kam sogar noch ein weiterer Gästefan ins weite Rund. Die Anreise war auch bei ihm recht kurz und zu zweit zogen wir die Blicke nun ein wenig auf uns. Das vierköpfige Trainer- und Betreuerteam des KSV kam geschlossen zu uns und auch die ewige Lisa Lattermann, die kürzlich für ihr 300. KSV-Spiel geehrt wurde, ließ es sich nicht nehmen, mit uns das 1:1 am Vortag in Balingen nochmal durchzudiskutieren und uns ein schönes Spiel zu wünschen. Der Stadionsprecher heizte auch nochmal ordentlich ein und schon war die Vorfreude recht groß.
Nach nur einer gespielten Minute durften wir auch schon jubeln. Freya Burk erzielte das 0:1, aber leider sah es nur kurz nach einem klaren Auswärtssieg aus. Herrenberg fing sich und glich vor der Pause aus. Das Unentschieden war auch mittlerweile verdient, doch mit etwas Glück gelang den Gastgeberinnen sogar der 2:1-Siegtreffer. Beide Mannschaften stehen nun punktgleich im unteren Tabellenmittelfeld. Bei leichtem Regen verließ ich zeitnah die Sportanlage, denn am späteren Nachmittag wartete ein weiteres Fußballspiel auf mich.
Samstag, 25. Oktober 2025
25.10.2025
4. Liga (D)
TSG Balingen - Hessen Kassel 1:1
Au-Stadion (Balingen)
552 Zuschauer (50 Gäste)
Eine der weitesten Auswärtsfahrten der Saison stand für unseren KSV auf dem Programm. Ich hatte mit einem Zeitpuffer von zweieinhalb Stunden am Spielort geplant und verlor schon am Start die erste Stunde, weil mein IC in NRW feststeckte. Die nächste Stunde verlor ich auf der Strecke, sodass ich in Stuttgart nicht nur einen Regionalzug, sondern gleich zwei verpasste. Natürlich hatte es auch die Regionalbahn nicht eilig. In aller Ruhe fuhren wir über die Dörfer, ließen anderen Zügen den Vorrang, sammelten Wandergruppen ein und kamen um 13:45 Uhr in Balingen an.
Noch 15 Minuten bis zum Anpfiff. Ich hatte meinen prallgefüllten Rucksack fürs Wochenende dabei und wollte eigentlich noch vor dem Spiel im Hotel einchecken. Also rannte ich wie ein Irrer aus dem Zug und entdeckte ein einziges Taxi auf dem Bahnhofsvorplatz. Der Fahrer legte gemütlich seine Zeitung beiseite und ließ sich auf einen Deal ein, der mich erst zum Hotel und dann zum Stadion bringen sollte. Am Hotel angekommen waren es noch acht Minuten bis zum Anpfiff. Dummerweise hatte die Rezeption geschlossen und ich sollte eine Telefonnummer anrufen.
Am anderen Ende der Leitung hörte ich viel zu leise eine zarte Stimme, die mir einen PIN-Code durchzugeben versuchte. Sie wurde jedoch übertönt von einer Stimme direkt hinter mir. Da grinste mich plötzlich ein bekanntes KSV-Gesicht an, das ebenfalls viel zu spät dran war, weil noch vor dem Hotel ein E-Auto geladen werden musste. Kurzerhand wurde umdisponiert. Ich schrie ins Telefon, dass ich doch nicht einchecken möchte, ließ meinen neuen Begleiter im Taxi Platz nehmen und er besorgte mir eine Akkreditierung fürs Stadion. Vielen Dank, das war großartig!
Zwei Minuten vor dem Anpfiff erreichten wir den Haupteingang. Ich bekam problemlos meine Karte und konnte mein ganzes Gepäck mitnehmen. Jetzt musste ich nur noch innerhalb des Stadions zum Gästeblock spazieren, wo mir unmittelbar vor dem Einlauf der Mannschaften das Zugangstor aufgesperrt wurde. Junge, was für ein Timing! Im Gästeblock traf ich dann sogar noch einen Leser. Viele Grüße auch an der Stelle! Dass dann 90 Minuten lang mäßiger Fußball in einem durchschnittlichen Stadion vor überschaubarer Kulisse gespielt wurde, nahm ich zur Kenntnis, aber die Geschichte des Tages war da schon geschrieben.
4. Liga (D)
TSG Balingen - Hessen Kassel 1:1
Au-Stadion (Balingen)
552 Zuschauer (50 Gäste)
Eine der weitesten Auswärtsfahrten der Saison stand für unseren KSV auf dem Programm. Ich hatte mit einem Zeitpuffer von zweieinhalb Stunden am Spielort geplant und verlor schon am Start die erste Stunde, weil mein IC in NRW feststeckte. Die nächste Stunde verlor ich auf der Strecke, sodass ich in Stuttgart nicht nur einen Regionalzug, sondern gleich zwei verpasste. Natürlich hatte es auch die Regionalbahn nicht eilig. In aller Ruhe fuhren wir über die Dörfer, ließen anderen Zügen den Vorrang, sammelten Wandergruppen ein und kamen um 13:45 Uhr in Balingen an.
Noch 15 Minuten bis zum Anpfiff. Ich hatte meinen prallgefüllten Rucksack fürs Wochenende dabei und wollte eigentlich noch vor dem Spiel im Hotel einchecken. Also rannte ich wie ein Irrer aus dem Zug und entdeckte ein einziges Taxi auf dem Bahnhofsvorplatz. Der Fahrer legte gemütlich seine Zeitung beiseite und ließ sich auf einen Deal ein, der mich erst zum Hotel und dann zum Stadion bringen sollte. Am Hotel angekommen waren es noch acht Minuten bis zum Anpfiff. Dummerweise hatte die Rezeption geschlossen und ich sollte eine Telefonnummer anrufen.
Am anderen Ende der Leitung hörte ich viel zu leise eine zarte Stimme, die mir einen PIN-Code durchzugeben versuchte. Sie wurde jedoch übertönt von einer Stimme direkt hinter mir. Da grinste mich plötzlich ein bekanntes KSV-Gesicht an, das ebenfalls viel zu spät dran war, weil noch vor dem Hotel ein E-Auto geladen werden musste. Kurzerhand wurde umdisponiert. Ich schrie ins Telefon, dass ich doch nicht einchecken möchte, ließ meinen neuen Begleiter im Taxi Platz nehmen und er besorgte mir eine Akkreditierung fürs Stadion. Vielen Dank, das war großartig!
Zwei Minuten vor dem Anpfiff erreichten wir den Haupteingang. Ich bekam problemlos meine Karte und konnte mein ganzes Gepäck mitnehmen. Jetzt musste ich nur noch innerhalb des Stadions zum Gästeblock spazieren, wo mir unmittelbar vor dem Einlauf der Mannschaften das Zugangstor aufgesperrt wurde. Junge, was für ein Timing! Im Gästeblock traf ich dann sogar noch einen Leser. Viele Grüße auch an der Stelle! Dass dann 90 Minuten lang mäßiger Fußball in einem durchschnittlichen Stadion vor überschaubarer Kulisse gespielt wurde, nahm ich zur Kenntnis, aber die Geschichte des Tages war da schon geschrieben.
Donnerstag, 23. Oktober 2025
23.10.2025
Europa Conference League
Mainz 05 - Zrinjski Mostar 1:0
Arena (Mainz)
30.200 Zuschauer (3.500 Gäste)
Nach neun Jahren Wartezeit hat sich Mainz 05 mal wieder für den Europapokal qualifiziert. Die bisherigen Ausflüge über den Kontinent waren in der Mainzer Vergangenheit nun nicht gerade Erfolgsgeschichten - umso größer war die Sehnsucht, diesmal vielleicht sogar im internationalen Wettbewerb zu überwintern, was sportlich absolut machbar erschien. Denn in der Zwischenzeit war mit der Conference League ein neuer Wettbewerb eingeführt worden, der das Träumen aufgrund der überschaubaren sportlichen Qualität der Teilnehmer durchaus erlaubte.
So ähnlich galt das auch für die Gäste von Zrinjski Mostar, die ihr Glück kaum fassen konnten, in einer europäischen Gruppenphase zu stehen. Die Auswärtsfahrt nach Mainz war ein absolutes Highlight der Vereinsgeschichte. Mainz 05 hatte ein attraktives Europa-Ticket angeboten, bei dem ich ohne Zögern zuschlug. Das bedeutete, dass ich alle drei Heimspiele der Gruppenphase vom selben Platz sehen durfte. Vielleicht war ich schon ein bisschen zu nah dran am Gästeblock, aber die europäischen Gästefans waren schon der Hauptgrund für meine Besuche.
Am Nachmittag hatte ich friedlich in meiner Wohnung gesessen und im Hinterhof einen Zaun beim Umfallen beobachtet. Es wütete ein heftiger Sturm, der dann auch dafür sorgte, dass die Mainzer Choreo abgesagt wurde. Schade! Und dennoch war die Europapokalstimmung schon weit vor Anpfiff spürbar. Der Mainzer Fanmarsch ging direkt an meiner Haustür vorbei und die Gäste aus Bosnien-Herzegowina, die aber die kroatische Identität in Mostar repräsentieren, trafen sich nur wenige Kilometer entfernt. In großer Vorfreude bewegten sich die Massen zum Stadion.
Dort wurde es auch vor Anpfiff schon so laut, wie ich es in Mainz bisher noch nicht erlebt hatte. Das Fußballspiel sorgte dann allerdings dafür, dass sich alles wieder auf das übliche Maß einpendelte. Mainz 05 war klar überlegen, profitierte von einer Überzahl nach einem frühen Platzverweis der Gäste und verwaltete über den Großteil des Spiels ein 1:0, ohne dass man irgendwie die Möglichkeit sah, dass hier noch was passierte. Aber nachdem man schon das erste Spiel bei Omonia Nikosia mit 1:0 gewonnen hatte, sieht das mit dem Überwintern diesmal gar nicht schlecht aus.
Der Auftritt der Gästefans war geprägt von der Freude, einfach dabei zu sein. Sentimentale Spruchbänder, Pyro-Einsatz und nach dem Spiel ein Abschiedsfoto mit der Mannschaft trotz Niederlage. Schwer zu sagen, wie viele Fans extra aus Mostar angereist waren. Als ich Zrinjski mal in Sarajevo gesehen habe, waren sie mit 100 Leuten vor Ort. Diesmal hatten sich also vermutlich einige Sympathisanten aus Deutschland in den Block gemischt, der aber erfreulich textsicher war. Die besten Momente hatten sie Mitte der zweiten Halbzeit, als eine Mischung aus Hymne und Schlachtruf ausgepackt wurde und sich die Lautstärke mit jeder Wiederholung noch steigerte. Die Fans wurden immer emotionaler und sangen sich in einen Rausch. Man blickte in jede Menge glücklicher und stolzer Gesichter. Mainz und Mostar auf der europäischen Bühne - ein Hoch auf die Conference League!
Europa Conference League
Mainz 05 - Zrinjski Mostar 1:0
Arena (Mainz)
30.200 Zuschauer (3.500 Gäste)
Nach neun Jahren Wartezeit hat sich Mainz 05 mal wieder für den Europapokal qualifiziert. Die bisherigen Ausflüge über den Kontinent waren in der Mainzer Vergangenheit nun nicht gerade Erfolgsgeschichten - umso größer war die Sehnsucht, diesmal vielleicht sogar im internationalen Wettbewerb zu überwintern, was sportlich absolut machbar erschien. Denn in der Zwischenzeit war mit der Conference League ein neuer Wettbewerb eingeführt worden, der das Träumen aufgrund der überschaubaren sportlichen Qualität der Teilnehmer durchaus erlaubte.
So ähnlich galt das auch für die Gäste von Zrinjski Mostar, die ihr Glück kaum fassen konnten, in einer europäischen Gruppenphase zu stehen. Die Auswärtsfahrt nach Mainz war ein absolutes Highlight der Vereinsgeschichte. Mainz 05 hatte ein attraktives Europa-Ticket angeboten, bei dem ich ohne Zögern zuschlug. Das bedeutete, dass ich alle drei Heimspiele der Gruppenphase vom selben Platz sehen durfte. Vielleicht war ich schon ein bisschen zu nah dran am Gästeblock, aber die europäischen Gästefans waren schon der Hauptgrund für meine Besuche.
Am Nachmittag hatte ich friedlich in meiner Wohnung gesessen und im Hinterhof einen Zaun beim Umfallen beobachtet. Es wütete ein heftiger Sturm, der dann auch dafür sorgte, dass die Mainzer Choreo abgesagt wurde. Schade! Und dennoch war die Europapokalstimmung schon weit vor Anpfiff spürbar. Der Mainzer Fanmarsch ging direkt an meiner Haustür vorbei und die Gäste aus Bosnien-Herzegowina, die aber die kroatische Identität in Mostar repräsentieren, trafen sich nur wenige Kilometer entfernt. In großer Vorfreude bewegten sich die Massen zum Stadion.
Dort wurde es auch vor Anpfiff schon so laut, wie ich es in Mainz bisher noch nicht erlebt hatte. Das Fußballspiel sorgte dann allerdings dafür, dass sich alles wieder auf das übliche Maß einpendelte. Mainz 05 war klar überlegen, profitierte von einer Überzahl nach einem frühen Platzverweis der Gäste und verwaltete über den Großteil des Spiels ein 1:0, ohne dass man irgendwie die Möglichkeit sah, dass hier noch was passierte. Aber nachdem man schon das erste Spiel bei Omonia Nikosia mit 1:0 gewonnen hatte, sieht das mit dem Überwintern diesmal gar nicht schlecht aus.
Der Auftritt der Gästefans war geprägt von der Freude, einfach dabei zu sein. Sentimentale Spruchbänder, Pyro-Einsatz und nach dem Spiel ein Abschiedsfoto mit der Mannschaft trotz Niederlage. Schwer zu sagen, wie viele Fans extra aus Mostar angereist waren. Als ich Zrinjski mal in Sarajevo gesehen habe, waren sie mit 100 Leuten vor Ort. Diesmal hatten sich also vermutlich einige Sympathisanten aus Deutschland in den Block gemischt, der aber erfreulich textsicher war. Die besten Momente hatten sie Mitte der zweiten Halbzeit, als eine Mischung aus Hymne und Schlachtruf ausgepackt wurde und sich die Lautstärke mit jeder Wiederholung noch steigerte. Die Fans wurden immer emotionaler und sangen sich in einen Rausch. Man blickte in jede Menge glücklicher und stolzer Gesichter. Mainz und Mostar auf der europäischen Bühne - ein Hoch auf die Conference League!
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