26.04.2026
1. Liga (I)
Torino FC - FC Internazionale 2:2
Stadio Olimpico Grande Torino (Turin)
23.000 Zuschauer (12.000 Gäste)
Am Sonntagmittag erreichte ich Turin und begab mich auf einen etwa einstündigen Spaziergang in den Nordosten der Stadt. Am Nachmittag wollte ich nämlich das Spiel zwischen USD Vanchiglia gegen US Alessandria sehen. Das ging allerdings ordentlich schief. Am Stadioneingang bezahlte ich meine 7 € und bekam eine Eintrittskarte, doch drinnen kickten nur Kinder, von denen sicherlich keines älter als 10 Jahre alt war. Ich wartete, dass die Jungs endlich den Platz freigaben, doch zur angekündigten Uhrzeit waren weiterhin nur Kleinfeldtore auf dem Platz zu sehen.
Tatsächlich stellte sich heraus, dass das anvisierte Spiel aufgrund des Kinderturniers in eine Nachbargemeinde verlegt worden war. Was für eine Pleite und was für ein Wahnsinn, für das Turnier 7 € zu verlangen. Dennoch freute ich mich über den wirklich schönen Fußweg zum Stadion, den bestimmt kaum ein anderer Tourist jemals entdeckt hat. Ich hatte plötzlich richtig viel Zeit bis zum Abendspiel und nutzte das, um die Stadt intensiv zu Fuß zu entdecken. Turin scheint eine sehr hohe Lebensqualität zu haben und liegt ja auch unweit der Alpen und des Mittelmeers.
Nachdem ich noch eine Pizza verdrückt hatte, lief ich dann zum Olympiastadion, wo der FC Turin seine Heimspiele austrägt. Heute empfing man keine geringere Mannschaft als Tabellenführer Inter Mailand. Die Gäste konnten mit einem Sieg zwölf Punkte und rund 30 Tore vor Neapel liegen. Das bedeutete bei dann noch vier ausstehenden Spieltagen quasi die Meisterschaft. Ein bisschen ärgerte es mich schon, dass es heute rechnerisch noch nicht definitiv möglich war Meister zu werden, aber was Inter aus diesem Spiel machte, war auch so schon spektakulär.
Mehr als die Hälfte der 23.000 Zuschauer drückte Inter die Daumen, der Großteil der Haupttribüne war in Mailänder Hand und neben mir auf der Gegengeraden mischten sich Heim- und Gästefans friedlich in ähnlicher Größenordnung. Da die Ultras von Torino draußen vor den Stadiontoren blieben, hatte Inter drinnen ein Heimspiel. Und als sie dann auch noch nach einer guten Stunde mit 0:2 führten, kannten die Jubelgesänge keine Grenzen. Immer wieder mal stiegen auch die Fans außerhalb des Gästeblocks in die Gesänge mit ein. Doch dann passierte etwas Verrücktes.
Ohne dass es sich irgendwie angedeutet hatte, trafen die harmlosen Turiner zwischen der 70. und 80. Minute doppelt und retteten das Unentschieden über die Zeit. Und damit war auch die Heimkurve wach. Trotz der großen Lücken in der Kurve wurde es brachial laut. Aber wie auch immer, Inter kann trotzdem eine Woche später zu Hause Meister werden. Somit verließen alle Besucher weitgehend zufrieden das schöne weite Rund. Mein Weg führte auch an diesem Abend wieder nach Mailand und am Folgetag erneut mit der Bahn durch die Alpen.
Sonntag, 26. April 2026
Samstag, 25. April 2026
25.04.2026
3. Liga (I)
Alcione Milano - UC AlbinoLeffe 2:1
Stadio Ernesto Breda (Sesto San Giovanni)
550 Zuschauer (100 Gäste)
Nördlich von Mailand liegt in der Metropolregion die Stadt Sesto San Giovanni. Da ich nach meinem Parma-Besuch sowieso nach Mailand zurückkehren wollte, freute ich mich sehr über die Spielansetzung dort um 20:30 Uhr an diesem Samstagabend. Die 3. Liga spielte zu dieser ungewöhnlichen Uhrzeit zeitgleich, denn es war schon der letzte Spieltag, bevor es in die Play-offs geht. Tabellenführer LR Vicenza stand mit 20 Punkten Vorsprung schon als Aufsteiger fest, aber dahinter konnten sich noch Mannschaften bis Rang Zehn für die Aufstiegsspiele qualifizieren.
Mittendrin: Alcione Milano und AlbinoLeffe als Achter und Neunter mit der Gefahr, noch bis auf Platz Zwölf durchgereicht zu werden. Heute musste gepunktet werden! Das Stadion ist mit der Metro gut zu erreichen und ist eigentlich die Heimspielstätte von Pro Sesto 1913, die aber nur viertklassig spielen. Alcione nutzt das Stadion ebenfalls und ist gerade dabei, sich als Mailänder Amateurklub in den höheren Ligen zu etablieren. Der Stadionbesuch hatte schon eher den Charme des Amateurfußballs, der aber jäh zerstört wurde, als plötzlich der Videobeweis zum Einsatz kam.
In der Serie C gibt es ein System mit Challenges, also keinen Videoschiedsrichter im Keller, was die Sache aber nicht besser macht. Am Ende wurden alle überprüften Entscheidungen des Schiedsrichters nach Ansicht der Bilder bestätigt. In der ersten Halbzeit fiel das 1:0 für die Gastgeber nach einem Freistoß und im zweiten Durchgangs erhöhte Alcione nach einem Konter. Die Gäste aber gaben nicht auf und waren so engagiert bei der Sache, dass es dann ein bisschen ausuferte: Der Trainer und sein Co-Trainer sahen Rot und auch ein Feldspieler flog vom Platz.
AlbinoLeffe erzielte dann zwar noch den Anschlusstreffer, aber mehr als eine vierte Rote Karte war nicht drin. Diese kassierte ein weiterer Betreuer der Mannschaft. Ein kurioses Bild ergab sich, als der Torwart in der 90. Minute in Richtung Bank fragte, ob er mit nach vorne gehen dürfe, aber es war kein Verantwortlicher mehr da, der ihm diese Frage hätte beantworten können. Er probierte es dann auf eigene Faust, aber es blieb beim 2:1 für Alcione. Das bedeutet in der Endabrechnung Platz Acht für die Gastgeber und den bitteren elften Rang für AlbinoLeffe.
Für Stimmung sorgten an diesem Abend nur die Gästefans. Die Anhänger des Fusionsvereins aus Albino und Leffe verteilten sich auf den beiden geöffneten Tribünen: Auf der Haupttribüne saß der Großteil der Gäste am Rand, während der aktive Teil die Fahnen auf der Gegengeraden schwenkte und sich bei einer Polonaise die ganze Länge der Tribüne zunutze machte. Ein denkwürdiger Abend beendete meinen langen Fußballtag und ich fuhr zufrieden zurück ins Zentrum.
3. Liga (I)
Alcione Milano - UC AlbinoLeffe 2:1
Stadio Ernesto Breda (Sesto San Giovanni)
550 Zuschauer (100 Gäste)
Nördlich von Mailand liegt in der Metropolregion die Stadt Sesto San Giovanni. Da ich nach meinem Parma-Besuch sowieso nach Mailand zurückkehren wollte, freute ich mich sehr über die Spielansetzung dort um 20:30 Uhr an diesem Samstagabend. Die 3. Liga spielte zu dieser ungewöhnlichen Uhrzeit zeitgleich, denn es war schon der letzte Spieltag, bevor es in die Play-offs geht. Tabellenführer LR Vicenza stand mit 20 Punkten Vorsprung schon als Aufsteiger fest, aber dahinter konnten sich noch Mannschaften bis Rang Zehn für die Aufstiegsspiele qualifizieren.
Mittendrin: Alcione Milano und AlbinoLeffe als Achter und Neunter mit der Gefahr, noch bis auf Platz Zwölf durchgereicht zu werden. Heute musste gepunktet werden! Das Stadion ist mit der Metro gut zu erreichen und ist eigentlich die Heimspielstätte von Pro Sesto 1913, die aber nur viertklassig spielen. Alcione nutzt das Stadion ebenfalls und ist gerade dabei, sich als Mailänder Amateurklub in den höheren Ligen zu etablieren. Der Stadionbesuch hatte schon eher den Charme des Amateurfußballs, der aber jäh zerstört wurde, als plötzlich der Videobeweis zum Einsatz kam.
In der Serie C gibt es ein System mit Challenges, also keinen Videoschiedsrichter im Keller, was die Sache aber nicht besser macht. Am Ende wurden alle überprüften Entscheidungen des Schiedsrichters nach Ansicht der Bilder bestätigt. In der ersten Halbzeit fiel das 1:0 für die Gastgeber nach einem Freistoß und im zweiten Durchgangs erhöhte Alcione nach einem Konter. Die Gäste aber gaben nicht auf und waren so engagiert bei der Sache, dass es dann ein bisschen ausuferte: Der Trainer und sein Co-Trainer sahen Rot und auch ein Feldspieler flog vom Platz.
AlbinoLeffe erzielte dann zwar noch den Anschlusstreffer, aber mehr als eine vierte Rote Karte war nicht drin. Diese kassierte ein weiterer Betreuer der Mannschaft. Ein kurioses Bild ergab sich, als der Torwart in der 90. Minute in Richtung Bank fragte, ob er mit nach vorne gehen dürfe, aber es war kein Verantwortlicher mehr da, der ihm diese Frage hätte beantworten können. Er probierte es dann auf eigene Faust, aber es blieb beim 2:1 für Alcione. Das bedeutet in der Endabrechnung Platz Acht für die Gastgeber und den bitteren elften Rang für AlbinoLeffe.
Für Stimmung sorgten an diesem Abend nur die Gästefans. Die Anhänger des Fusionsvereins aus Albino und Leffe verteilten sich auf den beiden geöffneten Tribünen: Auf der Haupttribüne saß der Großteil der Gäste am Rand, während der aktive Teil die Fahnen auf der Gegengeraden schwenkte und sich bei einer Polonaise die ganze Länge der Tribüne zunutze machte. Ein denkwürdiger Abend beendete meinen langen Fußballtag und ich fuhr zufrieden zurück ins Zentrum.
25.04.2026
1. Liga (I)
Parma Calcio - Pisa SC 1:0
Stadio Ennio Tardini (Parma)
16.280 Zuschauer (120 Gäste)
Der Samstag begann mit einer Bahnfahrt von Mailand nach Parma. Der Weg vom dortigen Bahnhof in die Innenstadt war erstmal recht unscheinbar, aber was dann da im Zentrum los war, konnte einen überfordern: In Parma stand heute der große Wochenmarkt, eine Demonstration, ein Konzert mitten in der Stadt und ein Fußballspiel der ersten italienischen Liga auf dem Programm. Dementsprechend war die 200.000-Einwohner-Stadt schon am Vormittag extrem überfüllt und bei ordentlicher Lautstärke und bestem Wetter tobte hier das Leben.
Ich suchte mir einen Imbiss und zog mir die Leute rein. Anhand der Kleidung konnte man natürlich leicht erkennen, wer zu welcher Veranstaltung gehen wollte und mit fortschreitender Zeit nahm der Anteil der Fußballfans zu. Um 15 Uhr war Anstoß und etwa 90 Minuten vorher machte ich mich auf den Fußweg ins zentrumsnahe Stadio Ennio Tardini. Eine wirklich angenehme Route führte zu den Stadiontoren der Gegengeraden, deren Zugänge sich etwas versteckt und abseits des Haupteingangs in einem schönen Wohnviertel befinden.
Dort war ich einer der ersten Zuschauer und hatte genug Zeit, das Stadion zu erkunden und mich an den sich minütlich füllenden Rängen zu erfreuen. Im Unterrang wurden ganze Platten Parmaschinken zu den jeweiligen Sitzplätzen gebracht, aber leider hatte ich einen Platz im Oberrang, wo dieser Service nicht inkludiert war. Bis zum Anpfiff war die Heimkurve fast komplett voll und mit hunderten Doppelhaltern wurden die Vereinsfarben blau, weiß und gelb in die Kurve gezaubert. Ich muss allerdings sagen, dass mir die Gesänge in Monza besser gefallen hatten.
Rein mathematisch ging es heute um einiges, denn Parma konnte mit einem Sieg den Klassenerhalt auch rechnerisch klar machen. Gleichzeitig konnte Pisa an diesem Wochenende absteigen. Allerdings waren die Abstände in beide Richtungen schon so groß, dass es im Grunde schon vorher klar war, dass Parma auch in der kommenden Saison in der Serie A kickt und Pisa in der Serie B. Das große Feuerwerk der Emotionen blieb also aus und das Spiel dümpelte auch lange Zeit nur so vor sich hin. Mit einem 0:0 ging es in die Pause.
In der 2. Halbzeit wurde Nesta Elphege für Parma eingewechselt und man fragte sich, warum er nicht schon früher auf dem Rasen war. Mit guten Aktionen rüttelte er sein Team und das Publikum wach, erzielte das goldene Tor und besiegelte das Schicksal der beiden Vereine im Alleingang. Im Gästeblock wehten dennoch bis zum Ende die Fahnen. Ich habe allerdings keine Ahnung, was das für eine kleine Fangruppierung war, die sich da 90 Minuten lang bemühte. Nach dem Abpfiff lief ich wieder durch die Innenstadt zum Bahnhof, gönnte mir noch ein Eis - natürlich wie immer eine grüne, eine weiße und eine rote Kugel als Dank an Italien - und setzte den Fußballtag noch mit einem Abendspiel fort. Gelungen war der Tag allerdings jetzt schon, denn das Heimspiel von Parma mit dem ganzen Drumherum war nicht nur ein spaßiger Zeitvertreib, sondern auch mein 500. besuchtes Stadion. Danke und Grüße an alle, die auf diesem langen Weg an den verschiedensten Orten mit dabei waren. Weiter geht's!
1. Liga (I)
Parma Calcio - Pisa SC 1:0
Stadio Ennio Tardini (Parma)
16.280 Zuschauer (120 Gäste)
Der Samstag begann mit einer Bahnfahrt von Mailand nach Parma. Der Weg vom dortigen Bahnhof in die Innenstadt war erstmal recht unscheinbar, aber was dann da im Zentrum los war, konnte einen überfordern: In Parma stand heute der große Wochenmarkt, eine Demonstration, ein Konzert mitten in der Stadt und ein Fußballspiel der ersten italienischen Liga auf dem Programm. Dementsprechend war die 200.000-Einwohner-Stadt schon am Vormittag extrem überfüllt und bei ordentlicher Lautstärke und bestem Wetter tobte hier das Leben.
Ich suchte mir einen Imbiss und zog mir die Leute rein. Anhand der Kleidung konnte man natürlich leicht erkennen, wer zu welcher Veranstaltung gehen wollte und mit fortschreitender Zeit nahm der Anteil der Fußballfans zu. Um 15 Uhr war Anstoß und etwa 90 Minuten vorher machte ich mich auf den Fußweg ins zentrumsnahe Stadio Ennio Tardini. Eine wirklich angenehme Route führte zu den Stadiontoren der Gegengeraden, deren Zugänge sich etwas versteckt und abseits des Haupteingangs in einem schönen Wohnviertel befinden.
Dort war ich einer der ersten Zuschauer und hatte genug Zeit, das Stadion zu erkunden und mich an den sich minütlich füllenden Rängen zu erfreuen. Im Unterrang wurden ganze Platten Parmaschinken zu den jeweiligen Sitzplätzen gebracht, aber leider hatte ich einen Platz im Oberrang, wo dieser Service nicht inkludiert war. Bis zum Anpfiff war die Heimkurve fast komplett voll und mit hunderten Doppelhaltern wurden die Vereinsfarben blau, weiß und gelb in die Kurve gezaubert. Ich muss allerdings sagen, dass mir die Gesänge in Monza besser gefallen hatten.
Rein mathematisch ging es heute um einiges, denn Parma konnte mit einem Sieg den Klassenerhalt auch rechnerisch klar machen. Gleichzeitig konnte Pisa an diesem Wochenende absteigen. Allerdings waren die Abstände in beide Richtungen schon so groß, dass es im Grunde schon vorher klar war, dass Parma auch in der kommenden Saison in der Serie A kickt und Pisa in der Serie B. Das große Feuerwerk der Emotionen blieb also aus und das Spiel dümpelte auch lange Zeit nur so vor sich hin. Mit einem 0:0 ging es in die Pause.
In der 2. Halbzeit wurde Nesta Elphege für Parma eingewechselt und man fragte sich, warum er nicht schon früher auf dem Rasen war. Mit guten Aktionen rüttelte er sein Team und das Publikum wach, erzielte das goldene Tor und besiegelte das Schicksal der beiden Vereine im Alleingang. Im Gästeblock wehten dennoch bis zum Ende die Fahnen. Ich habe allerdings keine Ahnung, was das für eine kleine Fangruppierung war, die sich da 90 Minuten lang bemühte. Nach dem Abpfiff lief ich wieder durch die Innenstadt zum Bahnhof, gönnte mir noch ein Eis - natürlich wie immer eine grüne, eine weiße und eine rote Kugel als Dank an Italien - und setzte den Fußballtag noch mit einem Abendspiel fort. Gelungen war der Tag allerdings jetzt schon, denn das Heimspiel von Parma mit dem ganzen Drumherum war nicht nur ein spaßiger Zeitvertreib, sondern auch mein 500. besuchtes Stadion. Danke und Grüße an alle, die auf diesem langen Weg an den verschiedensten Orten mit dabei waren. Weiter geht's!
Freitag, 24. April 2026
24.04.2026
2. Liga (I)
AC Monza - Modena FC 1:0
Stadio Comunale Brianteo (Monza)
8.039 Zuschauer (400 Gäste)
An diesem Freitag hatte ich mich für eine Alpendurchquerung mit der Bahn entschieden. In 7:30 Stunden sollte es von Mainz nach Monza gehen, um dort um 15 Uhr anzukommen. Vier Stunden Zeitpuffer bis zum Anstoß und die Gelegenheit, im nahegelegenen Mailand schonmal im Hotel einzuchecken. Morgens um 7 befüllte ich den Rucksack mit nützlichen Utensilien und träumte mich schon ins Urlaubsparadies, als ich bemerkte, dass gleich der erste Zug einfach ausfiel. Die Alternative sammelte bis Mannheim so viel Verspätung ein, dass der Zug außerplanmäßig dort endete.
Kurzum: Bis zur Schweizer Grenze hatte ich schon drei meiner vier Stunden Zeitpuffer aufgebraucht. In der Schweiz lief natürlich alles glatt, mit einem TGV ging es nach Zürich, von dort mit dem Eurocity nach Lugano. Ein Regionalzug brachte mich über die Grenze nach Como und endlich war ich auf der finalen Etappe nach Monza. Seit fast elf Stunden stand ich unter der Anspannung, ob das alles klappen würde oder ob mein Plan doch nicht der allerbeste war. Den Rucksack noch in Mailand abzustellen klappte jedenfalls nicht und in Monza gibt es keine Schließfächer.
Nach 18 Uhr betrat ich ein Sterne-Hotel und erhielt eine Absage für eine Gepäckaufbewahrung. Als dann jedoch aus dem Hintergrund eine Dame auftauchte und mich fragte, ob ich heute Abend Monza unterstützen würde, da tat sich doch eine Möglichkeit auf. Sie riefen mir ein Taxi, das sich aber zuerst durch den Feierabendverkehr quälen musste. Trotz der Unterstützung auf vier Rädern wurde es eng. Als wir kurz vor Anpfiff auf der Stadionallee ankamen, meinte mein Fahrer, das nun alles davon abhinge, ob uns der Ordner über die für normale Autos gesperrte Straße fahren ließ.
Eine kurze Diskussion, ein Durchwinken - und wir fuhren als einzige auf dem Boulevard zum Stadion. Sechs Minuten vor Anpfiff war ich dann drin, holte mir erstmal etwas zu trinken, setzte mich in die italienische Abendsonne und hörte links und rechts die wunderbaren Klänge der gut aufgelegten Kurven - voller Vorfreude auf ein extrem wichtiges Spiel im Aufstiegskampf. Monza auf Platz 2 und Modena auf Rang 6 durften sich drei Spieltage vor Schluss beide berechtigte Hoffnungen machen, in der kommenden Saison in der Serie A mitzuspielen.
Das 1:0 für Monza fiel nach einer knappen halben Stunde und spätestens jetzt ging nicht nur die Kurve, sondern das ganze Stadion bei den Gesängen richtig gut mit. Ich habe zwar nicht viel Ahnung von italienischer Fankultur und mit Sicherheit wird Monza nicht das Nonplusultra sein, aber in meiner kleinen Welt war dieser Stadionbesuch einfach perfekt so: Herrliche Atmosphäre, ein interessantes Stadion mit einer unverwechselbaren Haupttribüne, sommerliches Wetter und Spannung bis zum Schlusspfiff, als Monza ausgelassen den 1:0-Heimsieg feierte. Das machte Lust auf mehr und das Wochenende fing ja gerade erst an.
2. Liga (I)
AC Monza - Modena FC 1:0
Stadio Comunale Brianteo (Monza)
8.039 Zuschauer (400 Gäste)
An diesem Freitag hatte ich mich für eine Alpendurchquerung mit der Bahn entschieden. In 7:30 Stunden sollte es von Mainz nach Monza gehen, um dort um 15 Uhr anzukommen. Vier Stunden Zeitpuffer bis zum Anstoß und die Gelegenheit, im nahegelegenen Mailand schonmal im Hotel einzuchecken. Morgens um 7 befüllte ich den Rucksack mit nützlichen Utensilien und träumte mich schon ins Urlaubsparadies, als ich bemerkte, dass gleich der erste Zug einfach ausfiel. Die Alternative sammelte bis Mannheim so viel Verspätung ein, dass der Zug außerplanmäßig dort endete.
Kurzum: Bis zur Schweizer Grenze hatte ich schon drei meiner vier Stunden Zeitpuffer aufgebraucht. In der Schweiz lief natürlich alles glatt, mit einem TGV ging es nach Zürich, von dort mit dem Eurocity nach Lugano. Ein Regionalzug brachte mich über die Grenze nach Como und endlich war ich auf der finalen Etappe nach Monza. Seit fast elf Stunden stand ich unter der Anspannung, ob das alles klappen würde oder ob mein Plan doch nicht der allerbeste war. Den Rucksack noch in Mailand abzustellen klappte jedenfalls nicht und in Monza gibt es keine Schließfächer.
Nach 18 Uhr betrat ich ein Sterne-Hotel und erhielt eine Absage für eine Gepäckaufbewahrung. Als dann jedoch aus dem Hintergrund eine Dame auftauchte und mich fragte, ob ich heute Abend Monza unterstützen würde, da tat sich doch eine Möglichkeit auf. Sie riefen mir ein Taxi, das sich aber zuerst durch den Feierabendverkehr quälen musste. Trotz der Unterstützung auf vier Rädern wurde es eng. Als wir kurz vor Anpfiff auf der Stadionallee ankamen, meinte mein Fahrer, das nun alles davon abhinge, ob uns der Ordner über die für normale Autos gesperrte Straße fahren ließ.
Eine kurze Diskussion, ein Durchwinken - und wir fuhren als einzige auf dem Boulevard zum Stadion. Sechs Minuten vor Anpfiff war ich dann drin, holte mir erstmal etwas zu trinken, setzte mich in die italienische Abendsonne und hörte links und rechts die wunderbaren Klänge der gut aufgelegten Kurven - voller Vorfreude auf ein extrem wichtiges Spiel im Aufstiegskampf. Monza auf Platz 2 und Modena auf Rang 6 durften sich drei Spieltage vor Schluss beide berechtigte Hoffnungen machen, in der kommenden Saison in der Serie A mitzuspielen.
Das 1:0 für Monza fiel nach einer knappen halben Stunde und spätestens jetzt ging nicht nur die Kurve, sondern das ganze Stadion bei den Gesängen richtig gut mit. Ich habe zwar nicht viel Ahnung von italienischer Fankultur und mit Sicherheit wird Monza nicht das Nonplusultra sein, aber in meiner kleinen Welt war dieser Stadionbesuch einfach perfekt so: Herrliche Atmosphäre, ein interessantes Stadion mit einer unverwechselbaren Haupttribüne, sommerliches Wetter und Spannung bis zum Schlusspfiff, als Monza ausgelassen den 1:0-Heimsieg feierte. Das machte Lust auf mehr und das Wochenende fing ja gerade erst an.
Donnerstag, 9. April 2026
09.04.2026
Europa Conference League - Viertelfinale
Mainz 05 - Racing Strasbourg 2:0
Arena (Mainz)
32.000 Zuschauer (3.000 Gäste)
Die nächste Runde in der Conference League stand an und es handelte sich dabei immerhin schon um das Viertelfinale. Mainz 05 hatte in einer Saison, die lange nach bitterem Abstiegskampf aussah, noch etwas historisches geschafft und war nun auch alles andere als ein klarer Außenseiter gegen Racing Straßburg. Zum ersten Mal in dieser Europapokalsaison war es auch nicht so leicht möglich, im freien Verkauf Eintrittskarten für die bevorzugte Tribüne zu kaufen. Also musste ich andere Mittel und Wege finden, um wieder auf der Gegengeraden stehen zu können.
Die Euphorie war groß, das Wetter bestens und das Stadion ausverkauft. Einmal mehr machten sich die Mainzer und die Gästefans in zwei Fanmärschen auf den jeweiligen Weg zum Stadion. Die Heimkurve hatte wieder eine Choreographie vorbereitet und die Gästefans protestierten zunächst gegen den Investor im eigenen Verein. Danach ging es ordentlich zur Sache im Gästeblock, der heute prächtig gefüllt war. Die Anreise war für die Anhänger aus Straßburg allerdings auch deutlich kürzer als bei jedem einzelnen französischen Ligaspiel.
An diesem Abend stand zunächst einmal das Hinspiel an und es ging darum, sich eine gute Ausgangsposition zu verschaffen. Mainz legte los wie die Feuerwehr und führte nach 19 Minuten mit 2:0. Danach fielen keine Treffer mehr, auch wenn Straßburg sich bemühte und auch Mainz noch Chancen hatte. Das 2:0 ist natürlich ein gefährliches Ergebnis. Es sieht nach einem souveränen Auftritt mit guten Möglichkeiten fürs Weiterkommen aus, aber ein einziges Tor für Straßburg im Rückspiel reicht aus, um das Stadion anzuzünden und Mainz in eine schwierige Lage zu bringen.
Die anderen drei Viertelfinal-Hinspiele endeten parallel allesamt mit 3:0. Das ist schon ein Ergebnis, das es schwer macht, nochmal zurückzukommen. Dieser unbedingte Wille, auch auf das dritte Tor zu gehen, fehlte mir bei den Mainzern, die die Tür für Straßburg noch offen ließen. Die mitgereisten Fans verbreiteten jedenfalls viel Optimismus und schworen die Mannschaft auf das Rückspiel in sieben Tagen ein. Um dem Team eine intensive Vorbereitung zu ermöglichen, wurde sogar das Meisterschaftsspiel von Racing gegen Brest verschoben.
In meinem Block wurde heute erstaunlich viel gegen den Gästeblock gepöbelt, was sonst in Mainz nie der Fall ist. Die Gäste - unterstützt von den befreundeten Fans aus Karlsruhe und Berlin - legten stimmungstechnisch den rundesten Auftritt der Europapokalsaison im Mainzer Gästeblock hin, auch wenn es nicht so laut wurde wie bei Samsunspor, nicht so euphorisch wie bei Zrinjski Mostar und nicht so überraschend war wie bei Sigma Olmütz.
Europa Conference League - Viertelfinale
Mainz 05 - Racing Strasbourg 2:0
Arena (Mainz)
32.000 Zuschauer (3.000 Gäste)
Die nächste Runde in der Conference League stand an und es handelte sich dabei immerhin schon um das Viertelfinale. Mainz 05 hatte in einer Saison, die lange nach bitterem Abstiegskampf aussah, noch etwas historisches geschafft und war nun auch alles andere als ein klarer Außenseiter gegen Racing Straßburg. Zum ersten Mal in dieser Europapokalsaison war es auch nicht so leicht möglich, im freien Verkauf Eintrittskarten für die bevorzugte Tribüne zu kaufen. Also musste ich andere Mittel und Wege finden, um wieder auf der Gegengeraden stehen zu können.
Die Euphorie war groß, das Wetter bestens und das Stadion ausverkauft. Einmal mehr machten sich die Mainzer und die Gästefans in zwei Fanmärschen auf den jeweiligen Weg zum Stadion. Die Heimkurve hatte wieder eine Choreographie vorbereitet und die Gästefans protestierten zunächst gegen den Investor im eigenen Verein. Danach ging es ordentlich zur Sache im Gästeblock, der heute prächtig gefüllt war. Die Anreise war für die Anhänger aus Straßburg allerdings auch deutlich kürzer als bei jedem einzelnen französischen Ligaspiel.
An diesem Abend stand zunächst einmal das Hinspiel an und es ging darum, sich eine gute Ausgangsposition zu verschaffen. Mainz legte los wie die Feuerwehr und führte nach 19 Minuten mit 2:0. Danach fielen keine Treffer mehr, auch wenn Straßburg sich bemühte und auch Mainz noch Chancen hatte. Das 2:0 ist natürlich ein gefährliches Ergebnis. Es sieht nach einem souveränen Auftritt mit guten Möglichkeiten fürs Weiterkommen aus, aber ein einziges Tor für Straßburg im Rückspiel reicht aus, um das Stadion anzuzünden und Mainz in eine schwierige Lage zu bringen.
Die anderen drei Viertelfinal-Hinspiele endeten parallel allesamt mit 3:0. Das ist schon ein Ergebnis, das es schwer macht, nochmal zurückzukommen. Dieser unbedingte Wille, auch auf das dritte Tor zu gehen, fehlte mir bei den Mainzern, die die Tür für Straßburg noch offen ließen. Die mitgereisten Fans verbreiteten jedenfalls viel Optimismus und schworen die Mannschaft auf das Rückspiel in sieben Tagen ein. Um dem Team eine intensive Vorbereitung zu ermöglichen, wurde sogar das Meisterschaftsspiel von Racing gegen Brest verschoben.
In meinem Block wurde heute erstaunlich viel gegen den Gästeblock gepöbelt, was sonst in Mainz nie der Fall ist. Die Gäste - unterstützt von den befreundeten Fans aus Karlsruhe und Berlin - legten stimmungstechnisch den rundesten Auftritt der Europapokalsaison im Mainzer Gästeblock hin, auch wenn es nicht so laut wurde wie bei Samsunspor, nicht so euphorisch wie bei Zrinjski Mostar und nicht so überraschend war wie bei Sigma Olmütz.
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