Sonntag, 22. März 2026

22.03.2026
5. Liga (E)
CE L`Hospitalet - CE Manresa 0:0
Estadio Municipal Feixa Llarga (L`Hospitalet de Llobregat)
500 Zuschauer (30 Gäste)

Am Morgen erwachte ich in Andorra und erwischte den frühen 8 Uhr-Bus nach Barcelona. Am Zielort hatte ich dann verschiedene Optionen für einen Spielbesuch. Der große FC Barcelona hatte mittags ein Heimspiel gegen Rayo Vallecano und rief dafür Ticketpreise ab 174 € aufwärts auf. Ich glaube, dass ich über einen Spielbesuch nachgedacht hätte, wenn das Stadion schon fertig umgebaut gewesen wäre. Denn wenn schon für viel Geld ins Camp Nou gehen, dann nicht, solange dort noch Baustelle ist. Zumal es eine gute Alternative gab.

Ich deponierte mein Gepäck am Flughafen und fuhr mit dem Bus nach L`Hospitalet de Llobregat in die größte Vorstadt Barcelonas. Dort stand heute ein Fünftligaspiel auf dem Programm und schon bevor ich das Stadiongelände betrat, wusste ich, dass ich eine gute Entscheidung getroffen hatte. Ich sah, wie groß dieses Stadion von außen wirkte, hörte Trommeln vom Parkplatz und spürte eine große Vorfreude bei den Zuschauern, die aus allen Richtungen zum Eingang pilgerten. Immerhin 10 € musste man auch hier bezahlen. Fußball in Spanien ist nicht günstig.

Doch was ich dann dafür geboten bekam, war schon nah am Maximum dessen, was im Amateurfußball möglich ist: Ein phantastisches Stadion mit Oberrang auf zwei Seiten, bei dem alle Tribünen geöffnet waren und man überall auf Entdeckungstour gehen konnte; drei kleine Fanszenen, wobei die Heimseite zwei Stimmungsblöcke und die Gäste einen Stimmungskern hatten, sodass an gleich drei Ecken des Stadions durchgehend was los war; und eine grandiose Verpflegungssituation mit Biercontainer, Stadionkneipe, Würstchenbude und Restaurant mit Außenterrasse.

Hier lohnte es sich, jeden Aufgang mal zu gehen und hinter jede Tür mal zu schauen, denn überall gab es noch etwas zu sehen. Es war schön, dass der Oberrang nicht durchgehend ist, denn dadurch hatte man einen wunderbaren freien Blick auf die Stadt und die Berge im Hinterland. Vor lauter Möglichkeiten wusste ich gar nicht so recht, von wo aus ich das Spiel verfolgen sollte, aber bei dem guten Wetter wäre es doch schade gewesen im Schatten zu sitzen. Also holte ich mir zuerst ein Getränk und dann einen Sonnenbrand. Dumm und glücklich wähnte ich mich im Paradies.

Dass das Spiel mit 0:0 endete und außer ein paar Eckstößen und einem Pfostenknaller nicht viel passierte, war zu verschmerzen. Nach dem Spiel ging es für mich dann wieder zum Flughafen, wo ich auf meinen Flieger nach Frankfurt wartete. 48 Stunden nach dem Hinflug hob ich wieder ab und hatte zwischendurch keinen Fuß ins Stadtgebiet von Barcelona gesetzt. Doch mit neuem Länderpunkt und Amateurfußball-Romantik hat sich dieses Wochenende definitiv gelohnt.
 

Samstag, 21. März 2026

21.03.2026
1. Liga (AND)
Penya Encarnada d`Andorra - FC Santa Coloma 0:1
Centre d`Entrenament de la FAF 1 (Andorra la Vella)
50 Zuschauer

Es gibt acht Fußballstadien in Andorra und gleich sechs davon bekam ich innerhalb kürzester Zeit zu Gesicht. Nach meinem Besuch im neuen Nationalstadion in Encamp fuhr ich mit dem Bus an einem Kunstrasenplatz vorbei, der sich ebenfalls in Encamp befindet. Dann ging es in zwanzig Minuten Fahrzeit zum Busterminal in Andorra la Vella, das sich neben dem alten Nationalstadion befindet. Dort finden noch immer regelmäßig Spiele der ersten andorranischen Liga statt, allerdings nicht an diesem Abend. Einen kurzen Blick konnte ich ins Innere werfen, denn das Flutlicht war an.

Der Blick reichte nicht aus, um zu erkennen, was dort genau stattfand, aber ich musste sowieso weiter. Zu Fuß ging es am Fluss entlang und als nächstes zum Estadi Comunal. Hier leuchteten bunte Sitze in der einsetzenden Dämmerung, aber auch hier wurde kein Fußball gespielt. Dazu musste ich noch ein Stück weiter zum Trainingszentrum des andorranischen Verbandes. Dort gibt es die Trainingsplätze 1 und 2, beziehungsweise für mich die Sportplätze fünf und sechs, die ich heute sah. Das Timing passte perfekt und ich kam ungefähr zehn Minuten vor Anpfiff an.

Zwei junge Helfer fuhren einen Spielertunnel aus und waren beinahe die einzigen hier auf der Sportanlage, die abseits des grünen Rasens in offizieller Funktion unterwegs waren. Eintritt musste nicht bezahlt werden und statt einer Imbissbude gab es nur einen Snack-Automaten. Auf einen Stadionsprecher wartete man ebenso vergeblich wie auf große Zuschauermassen. Also galt die volle Konzentration dem Geschehen auf dem Platz. Die einzige Ablenkung war die Landstraße nebenan, wo der Mannschaftsbus von SD Eibar von der Polizei aus dem Land eskortiert wurde.

Ansonsten nur das Fußballspiel, die Berge und ich. Eine eigentlich schöne Vorstellung, die aber dadurch getrübt wurde, dass das Spiel wahnsinnig zäh war und permanent jemand am Boden lag. Es fiel auch wieder nur ein Tor. Außerdem wurde es furchtbar kalt. Tagsüber hatte das schon sehr viel mit Frühling zu tun, aber sobald die Sonne weg war, fühlte es sich an wie tiefster Winter. Auf einer Höhe von mehr als 1.000 Metern über dem Meer war ich hier einem rauen Klima ausgesetzt und musste immer wieder in Bewegung bleiben, um der Kälte zu trotzen.

Irgendwann endeten auch diese 90 Minuten und somit meine Zeit auf der kleinen Tribüne, deren Farbgestaltung auch hier wieder in den Landesfarben gehalten war. Der FC Santa Coloma gewann das Spiel und ist als Tabellendritter noch voll im Rennen um die Meisterschaft und einen möglichen Startplatz im europäischen Wettbewerb. Für mich fühlte sich der Länderpunkt erst jetzt richtig echt an, da der zuvor besuchte FC Andorra in Spanien mitspielt und ich nun mein erstes Spiel um die andorranische Meisterschaft gesehen hatte.
 

21.03.2026
2. Liga (E)
FC Andorra - SD Eibar 0:1
Estadi de la FAF (Encamp)
2.421 Zuschauer (80 Gäste)

Am Freitag machte ich mir die Kombination aus Frühdienst und Nähe zum Flughafen zunutze und startete mit einem Flug nach Barcelona ins Wochenende. Dort angekommen verbrachte ich die Nacht in Flughafennähe, denn von dort fahren auch die Busse nach Andorra. Schon seit langer Zeit wollte ich das Land in den Pyrenäen besuchen und war ein paar Mal kurz davor, aber scheiterte dann doch immer daran, es in eine größere Tour einzubauen. Also musste jetzt dieses Wochenende dafür genutzt werden, Andorra bewusst als Hauptziel einer Reise anzusteuern.

Die Busfahrt nach Andorra war schon ein Highlight. Drei Stunden lang wurde ich in einem fast leeren Reisebus ohne Zwischenstop mitgenommen, während um mich herum die Berge immer höher wurden. Pünktlich erreichten wir am Mittag das Busterminal von Andorra la Vella. Die letzten Meter in die Innenstadt legte ich dann zu Fuß am Fluss La Valira zurück. Links und rechts des Ufers strahlte die Kirschblüte in voller Pracht und die Leute lagen in T-Shirts auf den Wiesen und sonnten sich. Was für ein wunderbarer Ort, um den Frühlingsanfang zu feiern!

Ich hatte noch ungefähr vier Stunden bis zum Anpfiff. Gespielt wurde am Nachmittag allerdings nicht in der Hauptstadt, sondern im neuen Nationalstadion in Encamp. Dieses wurde im Mai 2025 erst neu eröffnet und dient als Heimspielstätte des FC Andorra, der im spanischen Ligensystem mitspielt und in den letzten Jahren einen wahren Höhenflug erlebt hat. Durch Gerard Piqué als Besitzer des Vereins und vieler Investitionen in Verein und Stadion hat es der FC Andorra in die zweite spanische Liga geschafft, wo heute das Mittelfeld-Duell mit Eibar anstand.

Nach Encamp kommt man problemlos mit dem Linienbus und im Stadion für zehn Euro auf die Hintertortribüne. Dort versuchte auch eine Gruppe von etwa zehn Leuten für Stimmung zu sorgen, war aber gegen die 80 Gäste aus dem gar nicht so weit entfernten Baskenland auf den Rängen unterlegen. Insgesamt war es eine fröhliche und entspannte Atmosphäre mit Dorfplatzflair in einer unwirklichen Kulisse aus modernem Stadion inmitten der Berge. Das Spiel gestaltete sich sehr ausgeglichen und hätte ein Unentschieden verdient gehabt - doch nur Eibar traf.

So ging das Spiel mit einem 0:1 zu Ende und die Championsleague-Ambitionen, die hier durchaus auch schonmal geäußert wurden, erhielten erstmal einen Dämpfer. Es wird aber sehr interessant sein zu beobachten, wie weit es für den FC Andorra noch gehen kann. Für mich sollte es dann noch zu einem Abendspiel gehen, doch erstmal musste ich hier wieder wegkommen, denn die Idee mit dem Bus hatten nach Abpfiff hunderte Zuschauer und es dauerte rund 20 Minuten, bis einer kam. Durch eine gute Positionierung sicherte ich mir noch einen Stehplatz an der Tür und freute mich, als wir wieder in der Hauptstadt ankamen.

Donnerstag, 19. März 2026

19.03.2026
Europa Conference League - Achtelfinale
Mainz 05 - Sigma Olomouc 2:0
Arena (Mainz)
31.000 Zuschauer (1.200 Gäste)

Mainz 05 hatte sich als Siebter der Ligaphase souverän für das Achtelfinale der Conference League qualifiziert und durfte sogar die Play-offs auslassen. Ganz anders sah das bei Sigma Olmütz aus. Der tschechische Vertreter war in der Ligaphase 24. von 36 geworden und tatsächlich haben nur die ersten 24 die Chance aufs Weiterkommen. Mit der gleichen Anzahl an Punkten und derselben Tordifferenz wie der 25. kam Olmütz nur aufgrund der mehr geschossenen Tore gegenüber Universitatea Craiova weiter und spielte die Play-offs gegen Lausanne.

Auch dort war es denkbar knapp. Olmütz siegte auch wegen eines in der Nachspielzeit aberkannten Treffers von Lausanne. Nun stand endlich die Auslosung an und Mainz, das seit zwei Monaten auf seinen Achtelfinalgegner wartete, sollte Gewissheit bekommen. Aufgrund des speziellen Auslosungsverfahrens gab es nur noch die Möglichkeit Crystal Palace oder eben Olmütz zu ziehen. Die Engländer hatten sich schon ganz gut mit Beherbergungen in der Stadt eingedeckt, doch nach der Auslosung gab es die große Stornierungswelle. Olmütz wurde gelost.

Mit diesem Verein hatte ich bisher noch gar keine Berührungspunkte. Umso gespannter war ich auf deren Auftritt im Gästeblock. Und auch wenn sie nicht wie Crystal Palace mehrtägige Übernachtungen in der Stadt gebucht hatten, waren sie am Spieltag sehr präsent in der Stadt und überraschten in ihrer Anzahl positiv. Das Hinspiel in Tschechien war 0:0 ausgegangen, also war die historische Chance auf den Viertelfinal-Einzug für beide Vereine greifbar. Mainz nahm das auch gleich zum Anlass, in der Choreo anzukündigen, heute Geschichte zu schreiben.

Das Spiel ging mit einem 0:0 in die Pause und es lief ein bisschen auf eine Verlängerung hinaus, als dann mit Beginn des zweiten Durchgangs doch der Knoten platzte. Verdient traf Posch und als sich Olmütz mit einer Gelb-Roten Karte selbst geschwächt hatte, setzte Sieb den Deckel drauf zum 2:0-Endstand. Das war von Olmütz einfach zu wenig, aber dennoch wurde die Gästemannschaft nach dem Abpfiff minutenlang gefeiert. Eine Europapokalreise bis ins Achtelfinale ist natürlich auch für Sigma alles andere als selbstverständlich. 

Auf der Mainzer Seite war die Freude riesengroß. Viertelfinale! Mit Racing Straßburg wartete als nächstes eine größere Nummer, aber es erschien jedem hier absolut denkbar, auch diese Hürde zu überspringen. Unter Urs Fischer war Mainz zu einer der besten Mannschaften in der Rückrunde geworden und auch wenn es selten spielerisch spektakulär war, sind die vielen Spiele ohne Gegentor ja kein Zufall. Heute war jedenfalls der Tag, an dem in Mainz geträumt wurde. 

Freitag, 6. März 2026

06.03.2026
5. Liga (D)
Türk Gücü Friedberg - SC 1960 Hanau 2:1
Burgfeldstadion Nebenplatz 2 (Friedberg)
300 Zuschauer (20 Gäste)

Am frühen Morgen hätte ich noch ausgeschlossen, abends zum Fußball zu gehen. Doch dann platzte ein Termin und ein Zeitfenster öffnete sich. Kurioserweise kenne ich unabhängig voneinander gleich mehrere Personen, die in Friedberg leben und die ich schon länger mal besuchen wollte. Und wie es der Zufall so will, hatte auch Türk Gücü Friedberg genau an diesem Abend ein Heimspiel. Damit musste man sich um die Gestaltung des Abendprogramms gar keine Gedanken mehr machen und ich versammelte die zusammengewürfelte Kleingruppe einfach auf dem örtlichen Sportplatz.

Türk Gücü Friedberg ist zur Saison 2022/23 zurück nach Friedberg gekehrt, nachdem man zuvor sieben Jahre lang nach Ober-Rosbach ausweichen musste, wo ich den Verein zum ersten Mal hatte spielen gesehen. Zurück in Friedberg ist man auf der gesamten Anlage des Burgfeldstadions zu Hause. Dort gibt es neben dem Stadion noch einen weiteren Rasen- und einen Kunstrasenplatz. Offensichtlich wechselt man zwischen den beiden Rasenplätzen munter hin und her. Heute war mal wieder der Nebenplatz dran. Ein bisschen ärgerlich, wenn einem das Hauptstadion noch fehlt.

Allerdings gibt es dadurch einen guten Grund, mal wieder nach Friedberg zu fahren. Der Klub spielt seit Jahren eine gute Rolle in der Hessenliga und klopfte auch schon an die Regionalliga-Tür. In diesem Jahr ist ein Aufstieg kein Thema, aber gegen den Hanauer SC war man dennoch klarer Favorit und lag schon in der 1. Minute mit 1:0 vorne. Hanau gab aber nicht auf und konnte nach einer guten halben Stunde per Elfmeter ausgleichen. Als alles nach einem Unentschieden aussah, schaffte Friedberg in der 5. Minute der Nachspielzeit doch noch den Siegtreffer.

Zu dem Zeitpunkt war bei Köfte und Pommes schon ausverkauft gemeldet worden. Aber ich war schon versorgt. Wenn auch nicht durch ein schönes Stadion, so konnte Türk Gücü kulinarisch heute mal wieder punkten. Nach dem Abpfiff ging es vorbei an der Friedberger Burg durch die kalte Nacht zum Bahnhof.

Sonntag, 1. März 2026

01.03.2026
7. Liga (D)
Alemannia Nied - SV Erbenheim 4:2
Sportplatz Denisweg (Frankfurt)
70 Zuschauer (15 Gäste)

Eigentlich wollte ich heute nach Bleidenstadt in den Taunus fahren. Allerdings verpasste ich in Mainz-Kastel den Zug um zwei Minuten und stand dann wie ein Volltrottel am Bahnsteig. Was nun? In der Umkreissuche tauchte dann wie fast immer Alemannia Nied auf. So oft schon hatte ich mir gesagt, dass ich da mal hinmuss, weil es einfach nah ist und immerhin 7. Liga geboten wird, aber auf einen Kunstrasenplatz ohne Ausbau hat man einfach keine große Lust. Aber in diesem Fall war es dann einfach die beste Alternative, die zeitlich sehr gut passte.

Der Frühlingsmonat März hatte begonnen und die Sonne schien erstmals seit langer Zeit, da war Zuhausebleiben sowieso keine Option. Mit der S-Bahn ging es ohne Umstieg und recht zügig in den südwestlichen Frankfurter Stadtteil Nied. Dort drehte ich noch die ein oder andere Schleife um die Wohngebiete und erreichte schließlich den Sportplatz. Das heutige Spiel gegen den Wiesbadener Verein SV Erbenheim war ein Duell aus dem Tabellenmittelfeld und versprach dementsprechend ausgeglichen zu werden. Und tatsächlich ging es munter hin und her.

Nach zwölf Minuten stand es 1:1 und zur Pause 2:2. Zwischendurch war auch noch ein Elfmeter verschossen worden. Beide Mannschaften wollten unbedingt gewinnen und es war völlig offen, wem das gelingen könnte. In der zweiten Halbzeit ging Nied kurz vor Schluss zum dritten Mal an diesem Nachmittag in Führung. Bei den Gästen hatte sich der Trainer selbst eingewechselt, nur um wenige Minuten später die rote Karte zu sehen. Wofür? Das weiß nur der Schiedsrichter. Jedenfalls war das der Genickbruch für Erbenheim. Nied gelang sogar noch das 4:2.

Die Sportanlage war wie erwartet unspektakulär, aber immerhin der Imbissstand konnte mit einer breiten Palette an Speisen und Getränken glänzen. Zu Fuß, mit Bahn und Bus ging es nach dem Abpfiff recht schnell wieder nach Hause.