Samstag, 14. August 2021

14.08.2021
4. Liga (D)
Hessen Kassel - TSV Steinbach 1:1
Auestadion (Kassel)
1.575 Zuschauer (20 Gäste)

Mit der Öffnung der Stehplätze und dem Wegfall der Maskenpflicht ist das Stadionerlebnis in Kassel zur neuen Saison wieder ein ganzes Stück attraktiver geworden. Allerdings gibt es immer noch diverse Einschränkungen wie die Zuschauerbegrenzung von 150 Personen pro Block. Trotzdem fieberte ich dem Spieltag mit großer Vorfreude entgegen. Ich hätte gedacht, dass das eigentlich jedem so gehen müsste, aber die Zuschauerzahl von 1.575 statt der möglichen 4.000 war schon eine große Enttäuschung.
Dieses Phänomen ist aber selbst in der Bundesliga zu beobachten, wo die Vereine auch gegen die größten Klubs des Landes Schwierigkeiten haben, ihre Karten zu verkaufen. Was ist denn los mit den Leuten? Normalerweise hätte man gedacht, der Hunger auf Fußball müsste groß wie nie zuvor sein. Die KSV-Fanszene hielt sich aufgrund der diversen Auflagen auch nicht wie üblich geschlossen im Block 30 auf, sondern verteilte sich stattdessen auch auf die angrenzende Osttribüne und verzichtete auf organisierte Anfeuerungsrufe.
Nach einer knappen Viertelstunde ging der Favorit aus Steinbach mit 1:0 in Führung und man merkte unserer Truppe an, dass sie verunsichert war. Viele Fehlpässe und Schlafmützigkeiten, da passte noch nicht alles zusammen. Und plötzlich wachte das Stadion auf. Manchmal wirft man den Fanszenen vor, besonders laut zu sein, wenn es sowieso gerade gut läuft. Aber heute legte unsere verteilte Szene genau in dem Moment los, als unsere Mannschaft die Unterstützung tatsächlich am dringendsten brauchte.
Die Moral auf dem Rasen und den Rängen stimmte und so fiel kurz vor Schluss des Spiels der Ausgleich durch Neuzugang Vesco. Der Jubel war riesengroß. Dieser Moment, wenn der Ball im Netz zappelt und man kurz zum Schiri blickt und dann rüber zum Assi, der die Fahne unten hat und man realisiert: Der ist drin! Das Tor zählt! Alle rasten aus! Das ist dieser Moment in dem man alles andere vergisst und der noch genau so magisch ist wie damals, als man sich in den Fußball verliebte. 
 

Sonntag, 1. August 2021

01.08.2021
Kreispokal Alzey-Worms - 1. Runde
VfR Alsheim - SG Gundheim/Westhofen II 3:0
Sportanlage Danziger Straße (Alsheim)
60 Zuschauer (10 Gäste)

Die Rahmenbedingungen hätten kaum besser sein können. Der Alsheimer Sportplatz liegt fast in Sichtweite zum Bahnhof, wo mich bei schönem Wetter eine Eisenbahn direkt zum Anpfiff absetzte. Man erreicht die Anlage, indem man an Weinbergen vorbeiläuft und ein paar großzügige Stufen mit schönem Geländer hinabgeht. Durch eine wild wachsende Wiese gelangt man zum Herzstück des Sportplatz, wo man sich zwischen Bänken und Stufen entscheiden kann, um auf den gut gemähten Naturrasen zu blicken.
Es braucht nicht viel, um mich an einem Sonntag glücklich zu machen - hier haben jedenfalls viele Kleinigkeiten gestimmt. Das Spiel war dann allerdings etwas einseitig. Auch im Nachbarkreis Alzey-Worms hat der Kreispokal begonnen und in der ersten Runde empfingen die Alsheimer die Zweitvertretung der neu gegründeten Spielgemeinschaft aus Gundheim und Westhofen. Das 3:0 ging so in Ordnung und war nie gefährdet. Die Gästezuschauer verließen den Platz zum Teil deutlich vor Abpfiff.
Im Ligaalltag werden beide Mannschaften in der untersten Liga, der elftklassigen C-Klasse antreten, allerdings in anderen Staffeln. Vor der letzten Corona-Pause lag der VfR Alsheim dort auf dem vorletzten Platz, hinter zahlreichen Zweitvertretungen. Das ist ehrlich gesagt viel zu wenig für so einen netten Sportplatz mit entsprechender Infrastruktur. Der heutige Auftritt machte allerdings Mut für die kommende Saison.
 

Sonntag, 25. Juli 2021

25.07.2021
Kreispokal Mainz-Bingen - Qualifikation
TSV Mainz - TSG Drais II 3:2 n.V.
Sportplatz Hesslerweg (Mainz)
30 Zuschauer (15 Gäste)

Auf den Tag genau neun Monate nach meinem letzten Besuch ging es endlich wieder auf den Sportplatz. Damit hat die diesjährige Corona-Pause die letztjährige um vier Monate übertroffen. Sicherlich hätte ich in den letzten Wochen schon das ein oder andere Freundschaftsspiel besuchen können, doch erstaunlicherweise war meine Sehnsucht gar nicht so groß wie man vielleicht hätte erwarten können. Ich wollte mir keine Testspiele ansehen, in denen es um nichts ging. Ich wollte, dass es gleich richtig zur Sache geht!
Am Spieltag hatte ich noch vier verschiedene Optionen, zu welchem Spiel ich eigentlich fahre. Überall in der Region wurde Kreispokal gespielt. Ich entschied mich dann dafür, einen der letzten fehlenden Sportplätze im Mainzer Stadtgebiet zu besuchen, um bald schon den eigenen Wohnort komplettieren zu können. Interessant war hier, dass der TSV Mainz seine Heimspiele in Drais austrägt, auf derselben Anlage wie der heutige Gegner. Drais ist ein abgelegener Mainzer Stadtteil, der 1969 eingemeindet wurde.
Beim TSV steht die Abkürzung für Talent-Sportverein. Hier geht es darum, Talente aus der Region zu fördern und man steht mit dem Projekt noch ganz am Anfang, muss sich also von unten hochkämpfen. Das Duell gegen Drais II war sehr ausgeglichen und so kam ich tatsächlich in den Genuss einer Verlängerung. 2:2 hieß es nach 90 Minuten, ehe dem TSV in der 2. Halbzeit der Verlängerung der Siegtreffer gelang. Eintritt musste übrigens nicht bezahlt werden, dafür konnte ein Verpflegungsstand sogar positiv überraschen. Der Sportplatz selbst hat ansonsten nicht viel zu bieten.
 

Sonntag, 25. Oktober 2020

25.10.2020
5. Liga (D)
SV Zeilsheim - Rot-Weiß Walldorf 4:3
Sportplatz Lenzenbergstraße (Frankfurt)
150 Zuschauer (10 Gäste)

Durch den Aufstieg des SV Zeilsheim in die Hessenliga habe ich nun einen weiteren Oberligisten vor der Haustür, den ich in etwa einer Stunde erreichen kann. Durch den etwas ungünstigen Anschluss waren es heute etwa zwanzig Minuten Bahnfahrt und vierzig Minuten Fußweg. Ich war extra sehr früh vor Ort, denn im Internet wurde angekündigt, dass die Zuschauerzahl begrenzt sei und es lediglich noch Restkarten an der Tageskasse gebe. Zur Sicherheit hatte ich mir ein Alternativspiel in Niederrad notiert.
Doch alles war halb so wild, was auch daran lag, dass erschreckend wenige Gästefans vor Ort waren, obwohl die Distanz aus Walldorf nur 18 Kilometer beträgt - quasi ein Derby. Ich gönnte mir eine mäßige Bratwurst und suchte unter den Bäumen Schutz vor dem fortwährenden Herbstregen. Der Sportplatz ist unspektakulär, es gibt nur eine Stufe. Positiv fielen der enthusiastische Stadionsprecher und die vielen Fanartikel der Zeilsheimer auf, sehr viele hatten eine SV Zeilsheim-Maske auf.
Der Spielverlauf war spektakulär. Beide Mannschaften waren etwa gleich stark, aber die Tore fielen geordnet erst für die eine, dann für die andere Mannschaft. Nach 60 Minuten stand es 0:3 aus Sicht der Zeilsheimer und einige Zuschauer verließen schon den Sportplatz. Beim Lesen der Zeitung dürften sie sich morgen die Augen reiben: 1:3, 2:3, 3:3 - im 10-Minuten-Abstand traf Zeilsheim zum Ausgleich. Dann kam die Nachspielzeit, ein kluger Pass, Abschluss und es stand 4:3. Wahnsinn, verrückt, unglaublich, das ist Fußball!
 

Sonntag, 18. Oktober 2020

18.10.2020
7. Liga (D)
Wormatia Worms II - SpVgg Ingelheim 1:2
Wormatia-Stadion, KR1 (Worms)
57 Zuschauer (25 Gäste)

Um diesen Platz hatte ich schon oft einen großen Bogen gemacht - und zwar wortwörtlich. Wer zum Gästeblock von Wormatia Worms läuft, kommt an den Nebenplätzen des Stadions vorbei. Dort gibt es nicht sehenswertes, deshalb wollte ich hier auch nicht unbedingt hin. Aber was soll man machen, wenn es darum geht, eine Liga zu komplettieren? Es war mein letzter fehlender Sportplatz der Nordstaffel der Landesliga Ost. Etwas irritiert, ob ich die Staffel nun auch wirklich erledigt habe, war ich dennoch.
Denn bei Europlan ist der andere der beiden Kunstrasenplätze als regelmäßiger Spielort eingetragen und so war es wohl auch mal. Der neue, 2015 erbaute Kunstrasen ist etwas kleiner und sollte den Frauen-Mannschaften als Spielfeld dienen. Doch inzwischen ist dieser Platz für alle Heimspiele der Wormatia-Reserve eingetragen, sodass ich die Liga hiermit trotz der Europlan-Abweichung als komplettiert ansehe. In Zukunft würde ich dann lieber wieder den Gästeblock des Stadions besuchen.
Das Spiel war heute ehrlicher Abstiegskampf. Vorletzter gegen Letzter. Beide nahmen den Kampf zu 100 % an. Es war eine Schlacht, die aber nur ein Mal unfair wurde, als es dann auch gleich Rot für eine Tätlichkeit gab. Ingelheim wurden von einigen Leuten unterstützt, die bemerkenswert viele Fanartikel dabei hatten. Einige von ihnen dürften heute Abend keine Stimme mehr haben. Toll, wie die abgingen. Die SpVgg feuerte alles ab, was sie hatten, aber Worms gab auch trotz zwischenzeitlichem 0:2 und mit einem Mann weniger nie auf, sodass es bis zum Ende spannend blieb.
 

Freitag, 9. Oktober 2020

09.10.2020
5. Liga (D)
Hassia Bingen - 1.FC Kaiserslautern II 2:2
Stadion am Hessenhaus, KR (Bingen)
250 Zuschauer (50 Gäste)

Das Thema Bingen war für mich eigentlich abgehakt. Vor neun Jahren war ich bereits im Stadion am Hessenhaus. Doch nun hatte sich eine kleine Gruppe aus NRW zusammengefunden, diesen schönen Sportplatz zu besuchen, sodass ich mich solidarisch zeigte und das Wochenende ebenfalls in Bingen beginnen wollte. Freitagabends wollten wir ein Flutlichtspiel sehen. Am Hessenhaus angekommen leuchteten dort aber nur die Lichter des Kunstrasenplatzes. Das Stadion blieb dunkel.
Ein bisschen Regen hatte den Nachwuchshoppern die Laune ordentlich verhagelt. Die Stadt Bingen hatte das Stadion gesperrt. Der Kunstrasen war natürlich nicht wirklich ein Ersatz. Für mich dagegen eine ganz nette Sache: Ein neuer Platz, unverhofft kommt oft. Zu Gast waren heute die Amateure des 1.FC Kaiserslautern, die in der Tabelle deutlich besser dastehen, aber selbst nicht aufsteigen dürfen, solange die Erste nur in der 3. Liga spielt. Bingen startete besser ins Spiel und erzielte irgendwann das erlösende 1:0.
Nach einer knappen Stunde folgte das 2:0 und der Käse schien gegessen. Doch Lautern kam zurück, in der 84. Minute der Anschluss, in der 88. Minute der Ausgleich. Lange Gesichter bei Bingen. In der Nachspielzeit dann doch noch das viel umjubelte 3:2 für die Gastgeber - doch die Fahne war oben. Ob das wirklich Abseits war? So blieb es beim 2:2 und einem faden Beigeschmack. Ein schöner Abend, aber er hätte noch besser verlaufen können.
 

Sonntag, 4. Oktober 2020

04.10.2020
8. Liga (D)
FSV Oppenheim - VfR Nierstein 3:3
Landskron Arena (Oppenheim)
400 Zuschauer (150 Gäste)

Neuerdings spreche ich häufig davon, ein Derby besucht zu haben. Aber was soll ich machen, auch dieses Spiel war wieder eines. Die S-Bahn verbindet Oppenheim und Nierstein in drei Minuten. Vor dem Eingangstor bildeten sich lange Schlangen und als es dann zum Anstoß ganz schnell gehen musste, standen auf den Kontaktlisten irgendwann nur noch Vornamen. Um ansonsten den Vorschriften zu genügen, wurden zwei Fan-Zonen eingerichtet. Fan-Zone 1 an der Bande und Fan-Zone 2 sechs Meter dahinter.
Weitere kuriose Aufschriften galten den Zonen, innerhalb derer sich maximal zehn Personen aufhalten durften. Das war alles gut gemeint, aber ein wenig hoffnungslos bei einem Sportplatz, bei dem es keinerlei Ausbau gibt und man sich nur auf eine Seite stellen kann. Aber hauptsache, der Sportplatz heißt "Landskron Arena". Ich befürchtete, dass es passend zum Gesamtbild hier auch nichts zu essen gab, denn ich sah keinen Grill und niemanden etwas essen. Doch im Vereinsheim fragte ich mal nach.
Und dann staunte ich. Es gab eigentlich alles: Bratwurst, Rindswurst, Currywurst, Pommes, Kuchen, Gummibärchen. Nur halt ohne Grill, sondern in irgendeinem Hinterzimmer zubereitet. Ich schlug bei der mittelmäßigen Rindswurst zu und war tatsächlich weit und breit der einzige. Das Fußballspiel war ausgeglichen, schien jedoch nach dem 1:3 der Gäste nach 60 Minuten entschieden. Die zwei Tore, die doch noch zum Ausgleich führten, fielen in der 85. und 89. Minute. Oppenheim jubelte und Nierstein bleibt Tabellenletzter.
 

Samstag, 3. Oktober 2020

03.10.2020
5. Liga (D)
FSV Salmrohr - Eintracht Trier 0:2
Salmtal-Stadion (Salmtal)
1.200 Zuschauer (500 Gäste)

Der Feiertag zur Deutschen Einheit lag diesmal ungünstig an einem Samstag. Da gibt es eigentlich nichts anderes zu tun außer zum Fußball zu fahren. Für heute hatte ich mir ein kleines Highlight ausgesucht. Zum FSV Salmrohr wollte ich schon lange mal. Der FSV spielte in der Saison 1986/87 ein Jahr lang in der 2. Bundesliga und holte sich dabei unter anderem hier zu Hause eine 0:5-Packung gegen Hessen Kassel ab. Ein schöner Ort für Nostalgiker. Heute, in der Gegenwart, gab es auch einen Knaller gegen Eintracht Trier.
Trier liegt keine 30 Kilometer von Salmrohr entfernt, dementsprechend viele Gästefans machten sich auf den Weg zur kürzesten Auswärtsfahrt der Saison. Die Zuschauerkapazität lag heute bei 1.200 Zuschauern und so viele waren es auch, zumindest in der offiziellen Mitteilung. Ohne Corona wäre hier aber noch deutlich mehr los gewesen. Die Gästekurve rief aufgrund der Situation ihr Potential nicht ab, sondern beschäftigte sich hauptsächlich damit, die Salmrohrer zu beleidigen.
Die geforderten Abstände wurden längst nicht immer eingehalten. Wie man so hört, gab es im Gästeblock nur eine einzige Toilette und wer etwas essen wollte, musste einmal um das ganze Stadion herumlaufen zu zwei Buden, wo sich alle Fans tummelten. Schon ein Witz, dass in Trier nur 500 Zuschauer zugelassen werden und hier in Salmrohr dieses Hygiene-Konzept durchgeht. Aber hauptsache überall rote Punkte auf die Stehplätze malen, an die sich keiner hält. Das Fußballspiel endete übrigens verdient mit 0:2 für den favorisierten Tabellenführer.
 

Sonntag, 27. September 2020

27.09.2020
5. Liga (D)
Türk Gücü Friedberg - FV Bad Vilbel 2:0
Sportanlage Eisenkrain (Rosbach vor der Höhe)
250 Zuschauer (30 Gäste)

Schon wieder ein Derby. In der Hessenliga trafen sich Türk Gücü Friedberg und Bad Vilbel zum Wetterau-Derby. Die Vorzeichen waren klar: Friedberg war perfekt in die Saison gestartet und hatte bisher alle Spiele gewonnen, während die Gäste traditionell im Tabellenkeller heimisch sind. Türk Gücü spielt seit einigen Jahren auf der Sportanlage Eisenkrain in Rosbach vor der Höhe, was einige Kilometer entfernt von Friedberg liegt, aber auch mit der Bahn ganz gut zu erreichen ist.
Für die Oberliga ist das auch alles völlig okay hier, es gibt Rindswurst, Köfte, türkische Musik und vier Stufen am Spielfeldrand. Sollte TGF aber in die Regionalliga aufsteigen, müsste man sich wohl wieder etwas neues einfallen lassen. Heute folgte erstmal Sieg Nummer fünf gegen gut mitspielende Gäste. Das 2:0 war am Ende verdient, aber ohne jeden Glanz. Auffälligster Akteur auf dem Sportplatz war das Maskottchen, das Getränke an die Zuschauer verteilen wollte, die aber weitgehend abgelehnt wurden.
Nach vielen sehr unterklassigen Partien war dieses Oberliga-Spiel ein kleines Highlight für mich. So hochklassigen Fußball hatte ich seit einem halben Jahr nicht mehr gesehen. Die vielen Amateurkicks bedeuten in der Regel auch, dass viele Tore fallen. Zuletzt hatte ich sehr viele Bälle im Netz zappeln gesehen. Seit März 2019 war kein einziges 0:0 mehr dabei und daher konnte ich heute meinen Rekord von 49 Spielen ohne 0:0 einstellen. Noch ein weiteres fehlt zum Jubiläum und zum alleinigen neuen Rekordwert.
 

Sonntag, 20. September 2020

20.09.2020
8. Liga (D)
FSV Nieder-Olm - TSV Zornheim 1:3
Sportanlage Am Engelborn (Nieder-Olm)
150 Zuschauer (80 Gäste)

Heute kam es zum Derby zweier Orte in direkter Nachbarschaft, wobei Nieder-Olm mit knapp 9.000 Menschen mehr als doppelt so viele Einwohner hat im Vergleich zu Zornheim. Die ganz große Rivalität scheint hier nicht zu bestehen, denn es war ausgesprochen friedlich - auch wenn die Zuschauer schon ganz genau wussten, wo sie sich hinzustellen hatten und es wirklich zu keinerlei Durchmischung kam. Die Gäste hatten dabei die schönere Seite: Sonne von vorne und Stufen, daher sah auch ich mich als Gast und stellte mich zu den Zornheimern.
Ich freute mich über einen motivierten Stadionsprecher, fetzige Musik vor dem Anpfiff, ein Kuchenbuffet für den guten Zweck, eine wohlschmeckende Rindswurst und intensiven Fußball auf gepflegtem Rasen. Nieder-Olm legte los wie die Feuerwehr und schoss auch verdient das frühe 1:0. Danach sah es noch kurz so aus, als könne es hier durchaus einen Kantersieg geben, doch nach und nach erwachten die Gäste und fingen ihrerseits mit dem Fußballspielen an. Sie kamen zum Ausgleich und gingen noch vor der Halbzeitpause durch ein Eigentor in Führung
Nach dem Wechsel gelang es den Zornheimern, den eigenen Kasten sauber zu halten und sie konterten sich in der Nachspielzeit sogar noch zum 1:3. Das war eine beeindruckende Wende. Für mich ein unspektakulärer, aber dennoch gelungener Stadionbesuch.
 

Sonntag, 13. September 2020

13.09.2020
7. Liga (D)
VfR Kaiserslautern - TuS Steinbach 2:1
Waldstadion am Erbsenberg (Kaiserslautern)
200 Zuschauer (50 Gäste)

Am heutigen Sonntag spielte der 1. FC Kaiserslautern gegen Jahn Regensburg im DFB-Pokal eine sehr spannende Partie, die erst im Elfmeterschießen entschieden wurde. Doch leider wurde die Partie unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen. Nur ein paar wenige Steinwürfe entfernt wurde dagegen vor Zuschauern gespielt. Ich lief also am berühmten Fritz-Walter-Stadion auf dem Betzenberg vorbei in Richtung Erbsenberg. Zwischendurch sah ich immer mal wieder ein paar FCK-Trikotträger, aber nichts erinnerte hier so wirklich an DFB-Pokal. 
Das Stadion am Erbsenberg und der VfR Kaiserslautern, der seine beste Zeit vor 60 Jahren als Zweitligist hatte, haben es aber auch in sich. Das Stadion ist einfach ein Traum und stand schon lange auf meiner Liste. Die alte Holztribüne erfreute sich heute bei hohen Temperaturen großer Beliebtheit. Vorher spielte schon die 2. Mannschaft der VfR und die meisten Besucher gaben sich beide Partien und blieben einfach sitzen. Rund um die Tribüne gibt es überall viele Stehplätze, teilweise arg zugewachsen, aber für Nostalgiker einfach herrlich.
Die beiden Rentner, die die komplette erste Halbzeit noch einträchtig mit Mundschutz vor der Anzeigetafel herumsaßen, bekamen heute drei Mal etwas zu tun. Der VfR siegte im ersten Saisonspiel der Landesliga West verdient mit 2:1 gegen TuS Steinbach. Die Gäste waren in der abgebrochenen Vorsaison ungeschlagen aus der Bezirksliga aufgestiegen und wären wohl auch ohne Pandemie inzwischen Landesligist. Dem VfR kam der Abbruch nicht ganz ungelegen. Als Dritletzter konnte man somit entspannt die Klasse halten.
Erwähnenswert waren noch drei Platzverweise, weil sich manche Spieler einfach nicht so recht im Griff hatten. Das Publikum ließ sich vom Temperament der Kicker aber nicht so wirklich anstecken. Es blieb eher ruhig und gesittet auf den Rängen. Auffällig war jedoch, dass mehrere VfR-Fans mit Fanartikeln durch die Gegend liefen. Super, wie eine ältere Dame auch bei diesem Wetter nicht auf ihren warmen VfR-Schal verzichtete.
 

Sonntag, 6. September 2020

06.09.2020
7. Liga (D)
VfR Grünstadt - TSG Bretzenheim 4:1
Rudolf-Harbig-Stadion (Grünstadt)
120 Zuschauer (15 Gäste)

Es geht endlich wieder richtig los, es wird wieder um Punkte gespielt! In Rheinland-Pfalz wurden aufgrund der abgebrochenen Vorsaison auf mehreren Ebenen die Ligen geteilt, damit sie nicht so aufgebläht sind. In der Landesliga Südwest, Gruppe Ost, gibt es jetzt zum Beispiel eine Staffel Nord, damit sind auch alle vier Himmelsrichtungen mal in einer Liga benannt. Zum Saisonauftakt empfing der VfR Grünstadt den Mainzer Stadtteilverein TSG Bretzenheim. Für mich war es der vorletzte fehlende Sportplatz der Nord-Staffel, die aber auch nur 9 Teams umfasst.
Man erreicht das Rudolf-Harbig-Stadion über eine Eisenbahnbrücke, die über die Station "Grünstadt Nord" führt. Mit anderen Worten: Wer mit der Bahn unterwegs ist, hat einen sehr kurzen Fußweg und kann sich gar nicht verlaufen. Auch die Infrastruktur im Stadion ist sehr gut. Der Biergarten mit Blick aufs Spielfeld hat rechtzeitig geöffnet und es gibt sensationelle drei verschiedene Bratwurst-Sorten. Ich entschied mich natürlich für die Thüringer Variante und hatte nur das Pech, ein extrem schwarz verkohltes Exemplar zu bekommen.
Rund um das Spielfeld gibt es ein wenig Natur: Grashügel und jede Menge Bäume. Auf der Hauptseite haben die Zuschauer die Wahl zwischen Stehplätzen, an zwei Stellen roten Schalensitzen, mehreren Holzbänken und natürlich dem Biergarten. Das macht schon wirklich Spaß, hier Zuschauer zu sein. Der Stadionsprecher verkündete, dass 120 Besucher anwesend waren und das Spiel live im Internet übertragen wurde. Man konnte schon das Gefühl bekommen, hier bei einem Oberliga-Spiel anwesend zu sein. Vom Ambiente her passte das alles. Die Partie selbst war recht einseitig und wurde am Ende völlig verdient 4:1 von Grünstadt gewonnen.  
 

Sonntag, 30. August 2020

30.08.2020
Testspiel (D)
SV Bischofsheim - VfB Ginsheim 4:5
Sportanlage Ginsheimer Landstraße, Platz 1 (Bischofsheim)
70 Zuschauer (40 Gäste)

Das Sportzentrum in Bischofsheim hat neben einigen Tennisplätzen vor allem Fußballfelder zu bieten. Vier Stück sind es, aber nur auf zwei davon finden regelmäßig Spiele statt. Fast genau vor einem Jahr hatte ich den etwas abgelegenen "Platz 4" mit einer Partie der Sportfreunde Bischofsheim gesehen. Heute war der SV Bischofsheim an der Reihe. Der spielt vorne auf dem Hauptplatz und empfing zum Testspiel den VfB Ginsheim aus dem Nachbarort. Der VfB spielt in der Hessenliga, deshalb konnte ich mir kaum vorstellen, dass die Erste Mannschaft antreten würde.
Und tatsächlich schickte Ginsheim eine Mischung aus Spielern auf den Rasen, die vor allem aus der Alte Herren-Mannschaft kam. Dies sah man auch deutlich am Körperbau der Akteure und den vollständigen Familien mit größeren Kindern am Spielfeldrand. Anpfiff war schon um 11 Uhr am Vormittag. Das war natürlich eine große Freude für Menschen wie mich, die sich nachmittags die Tour de France ansehen möchten. Zwei Minuten vor Beginn der Etappe war ich zu Hause. Vielen Dank dafür, ich weiß das sehr zu schätzen!
Auf dem schönen Sportplatz mit saftig grünem Rasen, einem schönen Geländer, vielen Bäumen und ein paar Stufen und Bänken legte Ginsheim los wie die Feuerwehr. Allerdings war das am Anfang wenig ertragreich. Bischofsheim kam dafür drei Mal vors Tor und traf drei Mal: 3:0 - und der Spielverlauf war auf den Kopf gestellt. Doch Ginsheim ließ sich nicht beirren und kam zurück. 3:1 zur Halbzeit, 3:3 nach einer guten Stunde. Doch durch einen Elfmeter kam Bischofsheim wieder mit 4:3 in Führung. In den letzten fünf Minuten drehten die Alten Herren nochmal auf 4:5 - Wahnsinn! 4:5 nach 3:0 und 4:3.