Sonntag, 29. Juli 2018

29.07.2018
Kreispokal Mainz-Bingen - Qualifikation
TSG Heidesheim - TSG Bretzenheim III 1:0
Jakob-Frey-Sportanlage (Heidesheim)
17 Zuschauer (5 Gäste)
Beim Anblick der Teilnehmer der Qualifikationsrunde zum Mainz-Bingener Kreispokal schauderte es einen schon ein wenig. Unter den 42 Teilnehmern waren nur elf "Erste Mannschaften" dabei. Attraktiv ist das alles nicht. Aber es sind Pflichtspiele. Und die sind nun einmal mehr wert als die blödsinnigen Testspiele, die nun wirklich niemand sehen möchte. Also suchte ich mir für den Sonntag eine der wenigen "Ersten" heraus, genau genommen mit Heidesheim die einzigen, die ich noch nicht besucht hatte.
Die TSG Heidesheim empfing also die dritte Mannschaft des Mainzer Stadtteilvereins TSG Bretzenheim. Elfte Liga gegen zehnte Liga. Heidesheim ist ein Ort mit immerhin 7.000 Einwohnern. Hier halten Züge, die in Uhlerborn und Budenheim nur durchrauschen. Also hatte ich mir trotz elfter Liga ein bisschen ausgerechnet, dass hier doch was los sein müsste. Doch ich wurde enttäuscht. 17 Zuschauer, von denen zwölf für die Heimmannschaft waren. Dabei wurde das Spiel im Ort sogar angekündigt.
Als kurz vor Anpfiff im Vereinslokal drei Zuschauer gleichzeitig etwas zu trinken bestellten, zeigte sich der Wirt einigermaßen fassungslos und verkündete vollkommen ernst, was das denn heute hier für ein Ansturm sei, er komme ja gar nicht mehr hinterher. Gegrillt wurde leider nicht, deshalb hoffte ich darauf, dass es keine Verlängerung geben möge, damit ich schnell woanders meinen Hunger stillen konnte. Und ich hatte Glück: Es fiel ein Tor für Heidesheim und das war auch schon alles.

Sonntag, 22. Juli 2018

22.07.2018
Testspiel (D)
SpVgg Ingelheim - RWO Alzey 0:4
Stadion am Blumengarten (Ingelheim)
60 Zuschauer (10 Gäste)
Vor sieben Jahren war ich schon einmal in Ingelheim und musste mich damals mit dem Kunstrasenplatz begnügen. Damit ich beim zweiten Anlauf eine Partie auf Rasen zu sehen bekam, ging ich auf Nummer sicher und wählte ein Spiel im höchsten Hochsommer. Zu einem freundschaftlichen Testspiel trafen sich die SpVgg Ingelheim und Rot-Weiß Olympia Alzey im Stadion am Blumengarten. Direkt neben dem Stadion befindet sich ein Freibad, von wo aus immer wieder mal Badegäste dem Spiel zuschauten. 
Die Wege beider Vereine haben sich in der jüngeren Vergangenheit gekreuzt. Für Ingelheim ging es bergab von der sechsten in die achte Liga und für Alzey bergauf von der siebten in die sechste Liga. Bei meinem letzten Besuch hatte man noch große Ambitionen in Ingelheim, das Stadion war gerade neu gebaut worden, aber der Traum von der Oberliga zerplatzte und man muss sich jetzt erstmal in der Bezirksliga sammeln. Da wirkt die Haupttribüne schon etwas überdimensioniert, was mich natürlich nicht stört. 
Sportlich entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, wobei Alzey allerdings brutal effektiv vor dem gegnerischen Tor war. In der ersten Halbzeit gab es vier Schüsse aufs Tor und alle waren drin. Dieser 4:0-Vorsprung wurde dann auch bis zum Ende gehalten, weil der Trainer mehr Wert darauf legte, zu Null zu spielen als Ingelheim zu demütigen. Viel Erfolg beiden Vereinen in der kommenden Saison!

Sonntag, 8. Juli 2018

08.07.2018
Testspiel (D)
Germania Gustavsburg - SG Amöneburg/Kostheim 1:1
Sportanlage auf der Mainspitze (Ginsheim-Gustavsburg)
30 Zuschauer (10 Gäste)
Nach einer kurzen Recherche war ich mir recht sicher, dass dieser Kick der von meiner Haustür aus nächstgelegene auf Naturrasen ist. Von der Mainzer Innenstadt aus läuft man zum Rhein, über die südliche Eisenbahnbrücke drüber und ist auf der anderen Seite des Flusses auch fast schon am Sportplatz - in unmittelbarer Nähe der Mündung des Mains in den Rhein. Deshalb hat man im Hintergrund auch eine wunderbare Industrie-Kulisse, weil dort am Hafen die Container auf die Schiffe verladen werden. Der Sportplatz ist die Heimat von Germania Gustavsburg.
Auf der Hauptseite hat man dort drei flache Stufen. Durch die Erfolglosigkeit des Vereins benötigt man eigentlich gar keine, aber ich war zufrieden. Etwas Sorgen hatte ich mir vorher gemacht, ob ich denn dort mein Mittagessen bekommen würde. Bratwurst sollte eigentlich Standard sein, aber bei so einem unterklassigen Testspiel? Zum Glück befindet sich direkt neben dem Sportplatz ein Biergarten, der die vielen Fahrradfahrer zu einer Pause einlädt. Gleichzeitig ist der Biergarten auch der Vereinsimbiss, das hat man hier echt praktisch gelöst.
Das dortige Angebot zu fairen Preisen kann man auch nur empfehlen, egal ob man zum Fußball oder zu einem Ausflug hier vorbeikommt. Nachdem ich mich also mit einer Currywurst gestärkt hatte, ließ ich mich in der knallenden Sonne auf der Haupttribüne braun und rot brennen und sah ein lockeres Testspiel, das beim 1:1 schon erstaunlich torarm blieb, wenn ich es mit den vergangenen Spielbesuchen vergleiche. Dort waren zuletzt acht, neun und sieben Treffer gefallen. Aber ganz egal, Hauptsache kein 0:0.

Sonntag, 1. Juli 2018

01.07.2018
Testspiel (D)
Hessen Kassel - SC Paderborn 3:4
Auestadion (Kassel)
600 Zuschauer (50 Gäste) 
Und schon geht die neue Saison los. Der KSV lud ein zum launigen Testspiel gegen den SC Paderborn, der in der letzten Saison nur eine, nun aber plötzlich drei Ligen höher als Kassel spielt. Vor dem Spiel gab es die Präsentation der neuen Spieler. Es waren allerdings nur vier Neue, da trotz des Absturzes in die Hessenliga viele Spieler dem Verein treu geblieben sind. Und so bestand die komplette erste Elf aus alten Hasen, während die Neuen erst im zweiten Abschnitt eingewechselt wurden. Das dabei erzielte Ergebnis von 3:4 machte auf jeden Fall Hoffnung für die neue Saison.
Grundsätzlich bin ich aber froh, wenn die Zeit der Testspiele wieder vorbei ist und es endlich richtig losgeht. Extra für dieses Spiel angereist wäre ich nicht, glücklicherweise weilte ich ohnehin in Kassel. Es war das letzte Fußballspiel auf dem alten Rasen, der in der Sommerpause ausgetauscht wird. Mehr zu erzählen gibt es von diesem Kick allerdings nicht.

Mittwoch, 20. Juni 2018

20.06.2018
[B-Jun] Testspiel (D)
FV Biebrich - FC Bierstadt 3:6
Dyckerhoff-Sportfeld, KR2 (Wiesbaden)
30 Zuschauer (15 Gäste)
Direkt neben dem schönen Dyckerhoff-Sportfeld in Wiesbaden-Biebrich gibt es zwei Kunstrasenplätze. Der erste Kunstrasenplatz kann sich ebenfalls sehen lassen mit seinen fünf Stufen. Der zweite Kunstrasenplatz ist einfach nur ein Kunstrasenplatz. Ohne alles, wie man so schön sagt. Aber da ja jeder Platz dieser Welt einmal besucht werden will, muss man eben auch dort einmal hinfahren. Da die ersten beiden Mannschaften des FV Biebrich die beiden Hauptplätzen bespielen, musste der KR2 mit den B-Junioren besucht werden.
Am heutigen Tag stand ein Testspiel zwischen den B-Junioren des FV Biebrich und denen des FC Bierstadt auf dem Programm. In einem munteren Schlagabtausch war Bierstadt das bessere Team, das folgerichtig mit 6:3 gewann. Für mich als Beobachter, der sich normalerweise keine Jugendspiele ansieht, war es aber interessant zu sehen, auf welchem Level man sich in dem Alter so bewegt. War schon ganz gut, aber es muss auch noch einiges gelernt werden. Wäre ich als Talentsichter angereist, dann hätte ich dem Siebener von Bierstadt ein Vertragsangebot gemacht.
Bei herrlichem Wetter ließ ich die Saison Revue passieren, denn das war heute mein letztes Spiel in dieser Spielzeit. Und die letzten zwölf Monate waren grandios: Pyroshow in Sarajevo, Championsleague in Maribor, Derby in Lissabon, Schneetreiben in Lüttich, Regenschirm-Würfe in Vila Franca de Xira, Gästeblock-Ekstase in Pilsen, eine intensive Rückrunde mit Kassel, Komplettierung der Regionalliga, der 300. Ground, zwei miterlebte Aufstiege und viele kleine Highlights in großen und kleinen Stadien. Weiter so in der neuen Saison!

Sonntag, 17. Juni 2018

17.06.2018
Testspiel (D)
TuS Dichtelbach - SG Soonwald 5:3
Römerstadion (Dichtelbach)
50 Zuschauer 
Die Sommerpause steht vor der Tür. Das bedeutet, dass es schwerer wird, Spiele live im Stadion zu verfolgen, aber unmöglich ist es nicht. Das ist Vereinen wie der TuS Dichtelbach zu verdanken, die ihr Sportfest auf diesen Sonntag legte. Das Hauptprogramm war ein Freundschaftsspiel gegen die SG Soonwald und das konnte man sich nicht entgehen lassen, wenn man nicht weit entfernt vom Spielort wohnt. Dichtelbach ist allerdings wirklich nur ein Dorf, das in den letzten zehn Jahren rund 100 Einwohner verloren hat und momentan nur 640 Menschen beherbergt.
Zählt man die Spieler mit, dann war etwa jeder zehnte Dorfbewohner beim Sportfest zugegen. Eine Quote, von der andere Städte nur träumen können. Dennoch betrachtete die Mehrzahl der Besucher das Spielgeschehen nur nebenbei und vergnügte sich stattdessen am Getränkestand, am formidablen Kuchenbuffet oder auf der Hüpfburg. Das Testspiel des Neuntliga-Absteigers, der an diesem Nachmittag einen Zehntliga-Absteiger mit 5:3 besiegte, hatte ohnehin keinen sportlichen Wert. Die Torfolge war mit 0:1 - 5:1 - 5:3 aber recht interessant.
Die TuS Dichtelbach hat ihren neuen Sportplatz erst im letzten Jahr eingeweiht. Das größte Highlight ist wohl die Tatsache, dass man sich für Natur- und gegen einen Kunstrasen entschieden hat. Ansonsten kommt der Sportplatz ohne Sehenswürdigkeiten aus, aber es wäre auch vollkommen unnötig gewesen, hier eine Tribüne oder viele Stufen zu bauen. Es ist einer dieser Sportplätze, die man sich aber dennoch beim Besuch ganz genau ansehen sollte, denn es ist nicht zu erwarten, dass man als neutraler Besucher noch einmal hier her kommt.

Sonntag, 10. Juni 2018

10.06.2018
Relegationsspiel zur 10. Liga (D)
VfB Offenbach II - SSG Langen II 2:0
Sportanlage Bierbrauerweg (Offenbach)
150 Zuschauer (50 Gäste)
Im Vergleich zu gestern ging es heute zwei Ligen tiefer, aber erneut fuhr ich in den Kreis Offenbach. Dort wird scheinbar länger in die Sommerpause hinein gespielt als anderswo. Diesmal traf ich auf eine Vierergruppe (zwei von oben, zwei von unten), die zwei Plätze in der Kreisliga B ausspielten. Die Teilnehmer waren ausschließlich zweite Mannschaften, und zwar vom VfB Offenbach, der SSG Langen, Pars Neu-Isenburg und der TSG Mainflingen. Nach zwei Spieltagen hatten alle Mannschaften einmal gewonnen. Drei Punkte und extrem ähnliche Torverhältnisse.
Trotzdem musste man nicht auf den anderen Platz schauen, denn es war klar: Wer gewinnt, spielt automatisch höherklassig, wer verliert geht runter bzw. bleibt unten. Bei einem Unentschieden hat die Mannschaft mit dem leicht besseren Torverhältnis Glück. Bei beiden parallel ausgetragenen Spielen wurde also jeweils ein Aufstieg gefeiert, das war vorher schon klar. Ich entschied mich aus Bequemlichkeit für das näher gelegene Spiel in Offenbach. Der VfB spielt in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Kickers, nur ein Park trennt beide Vereine.
Der Sportplatz ist reichlich unspektakulär und ist dennoch ganz nett anzusehen. Es gibt keine Tribüne im klassischen Sinn, aber einen Unterstand mit einigen Sitzmöglichkeiten, der von der Fankurve des VfB besetzt wurde. Sogar eine Trommel hatten sie dabei. Der Stadionsprecher verlas von dort die Aufstellungen und hatte auch einen Schlachtruf parat, den er durch sein Mikrofon zum Besten gab. Ansonsten sind rund herum um den Sportplatz hohe Bäume zu bestaunen. Wie gesagt, es sieht schön aus, aber für großen Zuschauerandrang ist dieser Platz nicht gemacht.
Im Unterschied zum Vortag reichte dem Gastgeber diesmal das Unentschieden. Doch darauf wollte sich der VfB nicht verlassen, also stürmte man nach vorne. Von Langen kam zu wenig. Aber auch diesmal dauerte es bis kurz vor Schluss, bis das erlösende Tor fiel. Per umstrittenem Elfmeter fiel auch hier noch ein weiteres. Insgesamt stieg der VfB Offenbach II aber verdient auf. Kurz vor und direkt nach dem Führungstor wurden Böller auf der Gegenseite gezündet, die den Schiedsrichter zu einer Spielunterbrechung zwangen. Drei Ordner sorgten schließlich für Ruhe und so stand meinem zweiten besuchten Aufstieg an einem Wochenende nichts im Weg.

Samstag, 9. Juni 2018

09.06.2018
Relegationsspiel zur 8. Liga (D)
KV Mühlheim - SV Dreieichenhain 3:0
Sportzentrum Anton-Dey-Straße (Mühlheim am Main)
500 Zuschauer (100 Gäste) 
Die Relegationsspiele gehen in ihre finalen Runden. Im Kreis Offenbach fanden sich drei Teilnehmer zusammen, um den letzten freien Platz in der Kreisoberliga auszuspielen: TuS Zeppelinheim als Drittletzter der Kreisoberliga, sowie KV Mühlheim und SV Dreieichenhain als jeweils Zweitplatzierte ihrer Gruppen in der unterklassigen Kreisliga A. Die ersten beiden Spiele offenbarten, dass die Kreisliga nicht so schlecht dasteht: Mühlheim gewann mit 5:1 und Dreieichenhain mit 6:0 gegen den eigentlich höherklassigen Vertreter aus Zeppelinheim.
Damit war Zeppelinheim schon vor dem letzten Spieltag sicher abgestiegen. Mühlheim und Dreieichenhain kämpften im direkten Duell um den Aufstieg. Wegen des Torverhältnisses genügte dem Gast ein Unentschieden. Mit dem schönen Mühlheimer Stadion war ein vernünftiger Rahmen für dieses entscheidende Spiel gegeben. Wer einen Schattenplatz haben wollte, bekam auch einen. Das Stadion ist groß genug. Neben der Haupttribüne gibt es auch eine vernünftige Gegengerade und auch hinter dem Tor einige Stufen und Bierbänke im Schatten.
Mühlheim warf gleich alles nach vorne, hatte aber Pech bei einem Pfostenschuss und spielte viele Möglichkeiten nicht gut aus. Zur Pause stand es 0:0. Mit zunehmender Spielzeit schien der Glaube an den Aufstieg zu weichen. Die Gastgeber wurden müde. Immer mal wieder kam auch Dreieichenhain vors gegnerische Tor, aber die brachten auch nichts zustande. Ich ging fest von einem 0:0 aus. In der 85. Minute gab es noch einmal Freistoß für Mühlheim. 20 Meter, über die Mauer geschlenzt, drin! 1:0 für Mühlheim. Plötzlich änderte sich alles, Dreieichenhain stürmte nach vorne.
Und Mühlheim konterte. Es fiel das 2:0 in der 90.+4. Minute und das 3:0 in der 90.+6. Minute. Am Ende stieg die etwas glücklichere Mannschaft auf, aber betrachtet man den enormen Aufwand bei hohen Temperaturen, dann ist der Sieg sicherlich auch verdient. In Anbetracht der Größe des Ortes Mühlheim (28.000 Einwohner) und des Stadions, ist es schon ganz gut, dass hier zumindest achte Liga geboten wird. Von der Infrastruktur aus betrachtet wäre sicher auch deutlich mehr möglich.

Sonntag, 3. Juni 2018

03.06.2018
Relegationsspiel zur 7. Liga (D)
SG Nieder-Roden - SG Flörsbachtal 3:0
Sportanlage Hainburgstraße (Nieder-Roden)
500 Zuschauer (100 Gäste)
Heute ging es um den Aufstieg in die Gruppenliga Frankfurt Ost. Allerdings wurde erst einmal das Halbfinale zu Ende gespielt. Die SG Nieder-Roden hatte in Flörsbachtal mit 5:2 gewonnen, diesen Vorsprung galt es nun zu verwalten, um dann am Mittwoch in das Endspiel um den Aufstieg gegen den Sieger aus Eintracht Oberrodenbach gegen die Sportfreunde Oberau einzuziehen. Die heutige Aufgabe löste Nieder-Roden mit Bravour, dem 5:2 auswärts folgte nun ein 3:0 vor heimischer Kulisse. Das Finale auf neutralem Platz kann kommen.
Auch abseits des Platzes präsentierte sich Nieder-Roden von seiner besten Seite. Da ist zunächst einmal der angenehm kurze Weg vom Bahnhof zum Sportplatz. Dort erhält man eine sehr schöne Eintrittskarte mit aufgedruckter Spielpaarung, kauft sich eine nicht überteuerte Bratwurst, holt sich ein Getränk im originellen SGN-Becher und setzt sich in die Sonne oder den Schatten. Auswahl hat man genug. Merkwürdig, dass mir dieses Stadion bisher durch die Lappen gegangen ist. Mit seinen grasbewachsenen Stufen auf zwei Seiten ist es wirklich sehr schön.
Hinter dem Tor laden einige Bierbänke noch zum Verweilen ein. Dort sieht man zwar wegen einiger Werbebanden und des Zauns nicht viel vom Spiel, aber tatsächlich nutzte ich auch dieses Angebot. Ich träume davon, irgendwann mal alle Sportplätze im Rhein-Main-Gebiet gesehen zu haben, um die Zeit zu haben, zu den schönsten nochmal zurückzukehren. Auf Nieder-Roden hätte ich echt nochmal Lust. Mitte der ersten Halbzeit gab es sogar einen SGN-Wechselgesang zwischen einzelnen Personen auf der Hintertor-Seite und der Geraden.
Irgendwann machte die Nachricht die Runde, dass Oberrodenbach mit 3:0 in Oberau führte. Durchaus überraschend nach einem 4:4 im Hinspiel. Nun wird also das Duell zwischen Nieder-Roden und Oberrodenbach über den Aufstieg in die Gruppenliga entscheiden.

Donnerstag, 31. Mai 2018

31.05.2018
Relegationsspiel zur 8. Liga (D)
VfR 07 Limburg - TuS Obertiefenbach 5:0
Auf dem Stephanshügel (Limburg an der Lahn)
450 Zuschauer (80 Gäste)
Nach der Saison stehen in vielen Ligen noch die Relegationsspiele an. Auf- und Abstieg werden auf dramatische Art und Weise binnen weniger Spiele geklärt. Und überall auf den Sportplätzen hört man diesen einen Satz: "Ui, hier ist aber heute was los!" Diese Spiele ziehen! Sie locken Menschen an, die schon seit einer Ewigkeit nicht mehr beim Fußball waren. So auch heute in Limburg an der Lahn, wo der Tabellendritte der neuntklassigen Kreisliga A auf den Vorletzten der achtklassigen Kreisoberliga traf, um den letzten freien Platz in der 8. Liga auszuspielen.
Der heißeste Mai seit 1889 endete erneut mit tropischen Temperaturen. Ich hatte heute verschiedene Optionen für einen Stadionbesuch und war einfach nur froh, dass ich mich für das späte 18 Uhr-Spiel in Limburg entschieden hatte. Denn auch nach 18 Uhr kletterte das Thermometer noch auf mehr als 30°C. Die meisten Besucher suchten sich einen Schattenplatz auf der Gegenseite, wo im normalen Ligabetrieb wahrscheinlich gar nichts los ist. Als der Schiedsrichter nach 20 Minuten entschied, eine Trinkpause einzulegen, bekam er Szenenapplaus.
Ungeachtet der fast schon widrigen Bedingungen musste auch noch Fußball gespielt werden. Und das taten die Rothosen vom VfR 07 Limburg bemerkenswert gut. Das sah nicht nach 9. Liga aus, so wie sie sich durch die gegnerische Abwehr tankten und perfekte Steilpässe spielten. Der Gegner hatte keine Chance. Irgendwann war es ein Schaulaufen, denn jedem war klar, wer dieses Duell für sich entscheiden wird. Am Sonntag gibt es zwar noch ein Rückspiel in Obertiefenbach, aber nach dem 5:0 an diesem Abend scheint die Sache klar zu sein.
Es gibt in Limburg zwei bedeutendere Fußballvereine und beide heißen VfR Limburg. Die Unterscheidung gelingt nur durch die Nennung der Jahreszahl: VfR 07 Limburg und VfR 19 Limburg. Beide Vereine haben keine ganz große Historie vorzuweisen, spielten aber beide schon mal deutlich höher auf Hessenebene. Beide haben ähnliche Sportplätze, auch nichts besonderes, aber ganz idyllisch und sympathisch, sodass man beiden Vereinen nur wünschen kann, dass es weiter nach oben geht. Eine Stadt wie Limburg könnte Oberliga-Fußball gut vertragen, aber erstmal soll es in die Kreisoberliga gehen. Viel Erfolg!

Sonntag, 27. Mai 2018

27.05.2018
8. Liga (D)
Dersim Rüsselsheim - Türk Gücü Rüsselsheim 0:1
Stadion am Sommerdamm (Rüsselsheim)
2.300 Zuschauer (800 Gäste)
Die Presse titelte unter der Woche: "Kein Scherz. Türk Gücü feuert Nazif Kafa". Und tatsächlich wechselte der Tabellenführer der Kreisoberliga einen Spieltag vor dem Saisonende noch einmal seinen Trainer. Aus sportlichen Gründen. Zuletzt hatte man verloren und es sollte wirklich alles dafür getan werden, den Aufstieg zu realisieren. Der Aufstiegskampf gestaltete sich unübersichtlich: Dersim klagt noch nebenbei gegen eine Spielwertung, während der ärgste Verfolger Ginsheim II am letzten Spieltag wohl kampflos drei Punkte zugesprochen bekam.
Aber eines stand fest: Wenn Türk Gücü am letzten Spieltag bei Dersim gewinnt, steigen sie sicher auf. Sollte Dersim gewinnen, geht es für sie wohl in die Aufstiegsrunde. Ginsheim wäre dann aufgestiegen und Türk Gücü ginge leer aus. Mit anderen Worten: Was für ein packendes Finale! Die alles entscheidende Partie wurde kurzerhand ins große Stadion am Sommerdamm verlegt, wo normalerweise gar kein Spielbetrieb stattfindet. Diese Verlegung lohnte sich: Etwa 2.300 Menschen strömten ins Stadion. Die linke Tribünenseite gehörte Dersim, die rechte Türk Gücü.
Auf beiden Seiten wurde Stimmung gemacht, mit Trommeln, Fahnen, Tröten. Aus den Lautsprechern ertönte immer wieder türkische Musik. Es war ein einziges großes Fest. In der Halbzeit nahmen sich etwa 30 Dersim-Anhänger an die Hand und tanzten im Kreis vor den anwesenden Polizisten, die nicht anders konnten, als die Kamera draufzuhalten. Nebenbei gab es unzählige Fanartikel, Getränke und Speisen zu erwerben. Deutsche Vereine sind bei so einem Ansturm regelmäßig überfordert, aber hier standen einfach mal 20 verschiedene Kuchen zur Auswahl.
Das Spiel ließ sich von der positiv ausgelassenen Stimmung anstecken. Es war überhaupt keine Härte im Spiel, obwohl es um so viel ging. Es gab kaum Zwischenrufe, kaum Fouls und nach dem Führungstreffer von Türk Gücü auch wenig Gegenwehr von Dersim. Man spielte seinen Stiefel herunter, als ob das ganze eine Freundschaftsveranstaltung der türkischen Gemeinde sei. Aus irgendeinem Grund ließ der Schiedsrichter zehn Minuten nachspielen, aber auch da gab es weniger Proteste als etwa am Vortag in Griesheim bei drei Minuten Nachspielzeit. Irgendwann war Schluss und neben zahlreichen Fans hätte fast auch eine Entenfamilie das Spielfeld gestürmt, doch nach einigen Böllern traten sie den Rückzug an.

Samstag, 26. Mai 2018

26.05.2018
5. Liga (D)
Viktoria Griesheim - KSV Baunatal 2:1
Südstadion (Griesheim)
230 Zuschauer (15 Gäste)
Der Abstiegskampf in der Hessenliga hat es in sich. Mit Viktoria Griesheim, Rot-Weiß Frankfurt und dem OSC Vellmar waren am letzten Spieltag noch drei Teams in akuter Gefahr. Der von diesen drei Vereinen bestplatzierte sicherte definitiv die Klasse, der zweite ist ein wahrscheinlicher Absteiger und der dritte ein definitiver Absteiger. Vor dem Spieltag war Griesheim am besten platziert, sodass die Viktoria einen Dreier benötigte, um nicht auf die anderen Plätze schauen zu müssen. Gegner war der KSV Baunatal, für den es um nichts mehr ging.
Es entwickelte sich ein abwechslungsreiches Spiel, bei dem Baunatal ganz und gar nichts herschenkte. Dem 1:0 folgte der Ausgleich zur Halbzeitpause. Im zweiten Durchgang blieb es ausgeglichen, aber nur Griesheim traf ins Tor - 2:1, der Klassenerhalt. Baunatal hatte vor dem gegnerischen Tor einige Male extremes Pech. Oder Unvermögen, je nachdem. Am Ende war es den meisten der 230 Besucher egal. Die Viktoria bleibt Hessenligist und spielt auch im kommenden Jahr gegen Baunatal - und wahrscheinlich gegen Hessen Kassel.
Das Stadion gefiel mir ausgesprochen gut. Nicht nur wegen der Tribüne - sehr flach, mit einem stabilen Dach und einige Meter vom Spielfeld entfernt. Auch die begrünte Gegengerade hatte es mir angetan. Bei Temperaturen knapp unter 30°C hielten sich hier viele Besucher im Schatten der Bäume auf. Links und rechts hatte hier in jeder Kleingruppe jemand sein Handy an, um den anderen die Zwischenstände von den anderen Plätzen mitzuteilen. Einfach herrlich, diese Spannung am letzten Spieltag, die sich dann nach dem Schlusspfiff entlädt.
Zeitgleich gewann RW Frankfurt sein Spiel, sodass den Griesheimern ein Unentschieden nicht gereicht hätte, während Vellmar zu Hause gegen Neu-Isenburg unterlag und den Gang in die Verbandsliga antreten muss. Noch spannender gestaltete sich der Aufstiegskampf, wo Lehnerz den bereits sicher geglaubten Aufstiegsrundenplatz durch ein 3:3 gegen Lohfelden noch herschenkte, was Bayern Alzenau mit einem 6:0 über Flieden gnadenlos ausnutzte. Und das eine Woche nachdem Lehnerz schon gegen Fulda mit 0:2 verloren hatte. Also gegen den Verein, mit dem man im Sommer fusioniert... Wahnsinn!