Mittwoch, 26. Juli 2017

26.07.2017
Championsleague-Qualifikation
NK Maribor - FH Hafnarfjörður 1:0
Ljudski vrt (Maribor)
8.166 Zuschauer
Es lag gerade einmal drei Tage zurück, dass ich Zrinjski Mostar in Sarajevo gewinnen sah. Nun besuchte ich in der Championsleague-Qualifikation das Team, das seinerseits Mostar in der vergangenen Woche in diesem Wettbewerb rausgeworfen hatte, nämlich den NK Maribor. Demzufolge konnte ich annehmen, dass das Niveau über dem letztgesehenen Spiel liegen sollte und so kam es auch. Es war nicht das höchste Championsleague-Niveau, aber man konnte es sich ansehen. Maribor gewann verdient gegen die Gäste aus Island, die ohne Fans angereist waren.
Nach der kulinarischen Pleite in Sarajevo sollte es in Maribor noch schlimmer kommen: Man kann dort nur mit Kreditkarte bezahlen, selbst in der Imbissbude außerhalb (!) des Stadions. Ich hatte mir zwar für einen Extra-Euro eine Klubkarte anschaffen müssen, um überhaupt an ein Ticket zu kommen und hätte auch diese Karte aufladen können, um damit das diesmal schmackhaft aussehende Essen bezahlen zu können, doch ich boykottierte dieses Bezahlsystem mit großer Überzeugung. So etwas darf nicht unterstützt werden!

Sonntag, 23. Juli 2017

23.07.2017
1. Liga (BIH)
FK Sarajevo - HSK Zrinjski Mostar 1:2
Olimpijski Stadion Asim Ferhatović Hase (Sarajevo)
4.100 Zuschauer (100 Gäste)
Oh, wie schön. Das Olympiastadion in Sarajevo ist eine herrliche Schüssel, von der aus man über die Stadt blicken und das Fußballspiel wahrlich genießen kann. Die Fans der Gastgeber sorgten während des ganzen Spiels für immer gleichbleibend gute Stimmung mit tollen Melodien, die sofort ins Ohr gingen. Allerdings wurde bei den Gesängen überhaupt kein Bezug zum Spiel genommen - außer nach dem Schlusspfiff, als es ein gellendes Pfeifkonzert für die unterlegene Mannschaft gab.
Die Gäste aus Mostar kamen erst nach Anpfiff und gingen schon vor Abpfiff, bekamen also gerade mal 75 Minuten des Spiels mit. Zu hören waren sie auch kaum, aber das war gegen die durchsingenden Gastgeber auch nicht anders zu erwarten. In der vergangenen Saison wurde Mostar Meister, Sarajevo landete auf Platz drei. Im Europapokal mussten beide Teams zuletzt schon frühzeitig die Segel streichen. Sarajevo schied gegen Zaria Balti aus Moldawien im Elfmeterschießen aus, Mostar gegen Maribor aus Slowenien mit 1:2 und 1:1.
Vom Stadion war ich begeistert, vom Panorama entzückt, von der Stimmung beeindruckt, doch leider von der Zuschauerzahl etwas enttäuscht und vom kulinarischen Angebot erschüttert. Ich hatte Hunger und Durst und was gab es zu kaufen? Chips, Kürbiskerne, Apfelsaft und Kaffee. All das stillt weder den Hunger noch den Durst auf Dauer. Ein aus meiner Sicht zu dünnes Angebot. Auch vor dem Stadion sah es nicht viel besser aus, da könnte man doch noch die ein oder andere Mark mehr verdienen.

Samstag, 22. Juli 2017

22.07.2017
1. Liga (BIH)
FK Radnik Bijeljina - FK Krupa na Vrbasu 0:0
Gradski Stadion (Bijeljina)
450 Zuschauer
Die Sommerpause ist vorbei! Zum zweiten Mal in Folge startete ich mit einem 0:0 in die neue Saison. Dieses Endergebnis war den Zuschauern schon nach wenigen gespielten Minuten ersichtlich - das Gekicke war einfach erbärmlich und niemand konnte ernsthaft mit einem Tor rechnen. Immerhin am Einsatz mangelte es nicht: Am Ende der Partie hatte sich fast jeder Spieler eine Gelbe Karte abgeholt. Beide Mannschaften hatten in der vergangenen Saison den europäischen Wettbewerb nur knapp verpasst, da hätte ich spielerisch schon ein bisschen mehr erwartet.
Auch auf den Rängen war nicht gerade viel los - dafür, dass hier zwei der besten Mannschaften in Bosnien und Herzegowina auf dem Platz standen. Es gibt nur eine, dafür aber ausreichend große Tribüne, auf der sich die Zuschauer die Schattenplätze sicherten. Die extrem hohen Temperaturen dienten immerhin als kleines Alibi für das schlechte Spiel. Mir war das Ergebnis freilich egal, ich feierte lieber meinen 20. Länderpunkt, den ich mit diesem Spiel erreichte.

Freitag, 30. Juni 2017

30.06.2017
Testspiel (D)
SV Klinkum (A-Jun) - SV Klinkum (B-Jun) 4:5
Sportanlage (Klinkum)
25 Zuschauer
Der SV Klinkum lud zur Sportwoche. Dabei traten fünf Tage lang aktuelle und ehemalige Mannschaften des Vereins, von der E-Jugend bis zu den Alten Herren, gegeneinander an. Höhepunkt war die 20. Fußballdorfmeisterschaft, bei der 16 Teams an einem Turnier teilnahmen. Ich landete einen Tag vor dem Showdown eher zufällig beim Spiel der A-Junioren gegen die B-Jugend aus der Saison 2013/14. Die sportliche Aussagekraft dieser Begegnung war gering, zumal nicht jeder Akteur dieses Spiel komplett ernst nahm, aber immerhin wurde nach den offiziellen Regeln gespielt.
Dafür, dass der Ort Klinkum nicht einmal 1.800 Einwohner hat und die erste Mannschaft nur in der Kreisliga B Heinsberg spielt, ist der Sportplatz wirklich schwer in Ordnung. Eine nette Tribüne, eine VIP-Loge mit Sofas und eine Reihe Gartenstühle laden zum Verweilen ein. Dazu überzeugte das kulinarische Angebot durch bemerkenswerte Vielfalt.

Sonntag, 11. Juni 2017

11.06.2017
Relegationsspiel zur 9. Liga (D)
Vesalia Oberwesel II - SSV Boppard II 4:1
Rhinelanderstadion (Oberwesel)
80 Zuschauer (15 Gäste)
Wer Mitte Juni Fußball gucken möchte, darf nicht wählerisch sein. Fast überall ist zu diesem Zeitpunkt Sommerpause. In manchen Fußball-Kreisen jedoch werden noch irrwitzige Relegationsrunden ausgespielt. Große Stadien kann man nicht erwarten, deshalb zog es mich dorthin, wo immerhin die Landschaft einmalig ist. Oberwesel ist keine vier Kilometer vom berühmten Loreleyfelsen entfernt. Malerische Gebirgszüge, zahlreiche Burgen und der sich durchs Tal windende Rhein beeindrucken die Besucher.
Und mittendrin im Naturparadies steht das Rhinelanderstadion, das mondäner klingt als es eigentlich ist. Keine Tribüne, keine Stufen, nur Panorama. Heute ging es bei hochsommerlichen Temperaturen um die Teilnahme an der neunten Liga in der kommenden Saison. Die Kreisliga B Hunsrück-Mosel ist in die beiden Gruppen Nord und Süd unterteilt. Im Süden musste nach der Saison zunächst eine Viererrunde um den Nichtabstieg ausgespielt werden, da vier Mannschaften im Tabellenkeller punktgleich waren.
Als Dritter dieser Runde ging Vesalia Oberwesel II in die eigentliche Relegationsrunde, die aus jeweils einem Teilnehmer der Nord- und der Südstaffel, sowie drei C-Ligisten besteht. Alle fünf Teams spielen bis zum 21. Juni einmal gegeneinander. Und wenn dann irgendwann endlich feststeht, wer in welcher Spielklasse antreten darf, beginnt auch schon die Vorbereitung auf die neue Saison. Man würde den Spielern schon auch ein bisschen Urlaub gönnen.

Sonntag, 4. Juni 2017

04.06.2017
Relegationsspiel zur 10. Liga (D)
TV Idstein - SV Heftrich II 5:6 i.E.
Sportanlage Zissenbach (Idstein)
350 Zuschauer (120 Gäste)
Der Viertletzte der Kreisliga B im Rheingau-Taunus, der TV Idstein, traf auf den Dritten der Kreisliga C, den SV Heftrich II aus einem Idsteiner Vorort, um die Ligazugehörigkeit der nächsten Saison auszuspielen. Das Hinspiel endete 1:1. Diesmal waren die Gäste besser. Sie führten bis kurz vor Schluss mit 1:0, doch beim qualitätsärmsten Spiel meines Fußballjahres musste es natürlich noch in die Verlängerung gehen. Idstein stocherte krampfhaft den Ball über die Linie, nachdem im selben Angriff schon drei Mal der eigene Mann im Strafraum angeschossen worden war.
Nach 30 Extraminuten Langeweile siegte dann doch Heftrich im Elfmeterschießen, wie unnötig. Vor allem ist es ein wenig peinlich für eine Stadt mit mehr als 20.000 Einwohnern, in Zukunft nur noch 11. Liga anbieten zu können, während die zweite Mannschaft des Vororts vorbeizieht. Das Heimpublikum verfolgte das Entscheidungsspiel auch eher distanziert und wenig emotional - ich war mal wieder in einer Handball-Hochburg gelandet. Die Sportanlage wusste dagegen zu überzeugen mit gleich zwei nebeneinander stehenden Tribünen und viel Wald im Hintergrund.

Sonntag, 28. Mai 2017

28.05.2017
7. Liga (D)
Germania Ober-Roden - TV Lampertheim 4:1
Sportplatz Frankfurter Straße (Ober-Roden)
300 Zuschauer
Am letzten Spieltag der Gruppenliga Darmstadt herrschte ein Dreikampf um den Titelgewinn. Germania Ober-Roden, die ich vor einem guten Jahrzehnt schon drei Mal im Auestadion hatte spielen gesehen, Rot-Weiß Walldorf, die ich bei meinem allerersten Stadionbesuch überhaupt vor 25 Jahren im Auestadion sah und die SG Unter-Abtsteinach, von denen ich noch nie etwas gehört hatte, forderten sich in Fernduellen heraus. Am Ende gewannen alle drei Mannschaften deutlich, sodass sich am Tabellenbild nichts änderte und Ober-Roden direkt aufstieg.
Das gefiel mir recht gut, denn Ober-Roden sollte mit seiner netten Anlage auf jeden Fall in der Verbandsliga spielen. Noch dazu kommt es nun in der nächsten Saison zum Derby zwischen der Germania und TS Ober-Roden, die dem Ortsrivalen zwischenzeitlich den Rang abgelaufen hatten. Mal sehen, wer mehr Zuschauer mobilisieren kann. Das Derby mit Heimrecht der TS schreibe ich mir jedenfalls schonmal auf den Zettel.

Donnerstag, 25. Mai 2017

25.05.2017
Mittelrheinpokal-Endspiel
Bonner SC - Fortuna Köln 1:0
Sportpark Nord (Bonn)
6.643 Zuschauer (1.800 Gäste)
Exakt 40 Jahre nach der bisher einzigen Teilnahme im DFB-Pokal hat es der Bonner SC wieder geschafft: Der BSC zieht zum zweiten Mal in den wichtigsten nationalen Pokalwettbewerb ein. Als Außenseiter, dafür aber mit Heimvorteil, rangen die Bonner Löwen den Drittligisten Fortuna Köln im Endspiel des Mittelrheinpokals nieder. Entgegen des Vereinsnamens hatte die Fortuna kein Glück und traf bloß den linken und den rechten Pfosten, während der BSC einmal voll ins Schwarze zielte und die heimischen Zuschauer in ekstatische Entzückung versetzte.
Dass der Sportpark Nord beinahe an seine Kapazitätsgrenze stieß, lag auch an den vielen mitgereisten Kölnern. Die Stimmung erreichte allerdings erst in der dramatischen Schlussphase wirkliche Höhepunkte. Beide Fanlager sorgten zwar von jeweils beiden Tribünen für Stimmung, allerdings nur selten mal wirklich laut. Erst als abzusehen war, dass die Überraschung wirklich gelingen kann, zogen mehr als die üblichen 50-100 Bonner mit und ließen erahnen, dass es hier um nicht weniger als einen historischen Triumph für den Sport in Bonn ging.

Sonntag, 21. Mai 2017

21.05.2017
8. Liga (D)
VfR Bürstadt - Anatolia Birkenau 2:1
Robert-Kölsch-Stadion (Bürstadt)
120 Zuschauer (30 Gäste)
Der VfR Bürstadt hält einen Rekord, der vielleicht einer für die Ewigkeit ist: Vor knapp 40 Jahren gelang dem VfR mit einem 9:0 in Pirmasens der bis heute höchste Auswärtssieg in der 2. Bundesliga. Ganz so glorreich ist die Gegenwart leider nicht mehr: Gegen Birkenau gab es sechs Ligen tiefer sieben eigene Tore weniger. Doch der Glanz vergangener Tage ist im Robert-Kölsch-Stadion noch zu erahnen. Die 12.000 Plätze im weiten Rund und die historische Anzeigetafel erinnern daran, dass der VfR mal eine große Nummer war.
Es waren nicht nur die vier Jahre in der 2. Liga. Der VfR machte sich auch durch jahrzehntelange Teilnahme an der Oberliga Hessen einen Namen. Immer wiederkehrende finanzielle Probleme machten dem Verein jedoch zu schaffen, sodass man sich vor drei Jahren freiwillig von der Verbandsliga zwei Klassen tiefer in die Kreisoberliga zurückzog, um dort nun im dritten Jahr in Folge geradeso den Klassenerhalt zu schaffen. Der 2:1-Erfolg gegen den Tabellenzweiten war dazu ein wichtiger Meilenstein.

Montag, 17. April 2017

17.04.2017
4. Liga (D)
Hessen Kassel - TuS Koblenz 1:2
Auestadion (Kassel)
1.820 Zuschauer (130 Gäste)
Im zweiten Jahr in Folge gewann ich bei einem Tippspiel Haupttribünen-Karten für ein KSV-Heimspiel. Diesmal lohnten sich die Karten umso mehr, denn es regnete und wir freuten uns über das Dach. Viel mehr zu freuen gab es leider nicht. Denn es war auch unfassbar kalt, da half auch die Haupttribüne nicht. Das Spiel ging nach einer Führung noch mit 1:2 verloren, das war einfach unnötig. Ebenso wie die ständigen Hasstiraden unter den beiden Fanlagern. Muss man denn wirklich jeden Gegner mit Fanszene als Feind haben - egal was da zuvor vorgefallen war?
Sportlich gesehen ging es eigentlich um gar nichts mehr - Platz Sieben gegen Platz Sechs - aber halt! Immer häufiger machen Gerüchte die Runde, der KSV könnte in eine Plan-Insolvenz gehen. Dann würden neun Punkte abgezogen und es wäre ganz gut, dass sich die Löwen ein ordentliches Polster zugelegt hätten. Ob das ein Schritt in die richtige Richtung wäre? Wie eigentlich immer fragt man sich bloß, ob dieser Verein auch mal für positive Schlagzeilen sorgen kann.

Dienstag, 4. April 2017

04.04.2017
2. Liga (D)
FC St. Pauli - SV Sandhausen 0:0
Millerntor-Stadion (Hamburg)
29.085 Zuschauer (150 Gäste)
Nichts hört man im Zusammenhang mit dem FC St. Pauli häufiger als die Feststellung, dass ja alles nicht mehr so sei wie früher. Das gilt sicherlich überall, aber auf St. Pauli vielleicht noch mehr als anderswo. Ein durch und durch kommerzieller Verein, dessen Eintrittskarten zum Teil mehr kosten als in der Bundesliga. Nach meinem Besuch muss ich sagen: Hm, mag sein. Schade, dass ich das "Früher" nicht erlebt habe. Aber dennoch ist hier am Millerntor doch noch einiges anders als in anderen Stadien und ja, mir gefiel es ganz gut.
Schon schön bei der Anfahrt: Das Stadion steht im Viertel und nicht irgendwo anonym weit draußen auf der grünen Wiese. Dank der enormen Stehplatzanteile auf der Gegengeraden und den beiden Hintertortribünen werden die Gesänge von gleich drei Tribünen angestimmt und überall haben sie die Chance, vom ganzen Stadion mitgetragen zu werden. Und viele Stadiongänger können hier wirklich ganz gut singen - sie treffen die Töne. Das hört sich in anderen Stadien mitunter viel grausiger an. Was wäre hier möglich gewesen, wenn das Spiel nicht 0:0 ausgegangen wäre? Der Kicker gab eine glatte 5 als Spielnote. Schade, aber es kann durchaus sein, dass ich zum Zweitbesuch wiederkomme!

Sonntag, 2. April 2017

02.04.2017
4. Liga (D)
Berliner AK - TSG Neustrelitz 2:0
Poststadion (Berlin)
125 Zuschauer (30 Gäste)
Das Berliner Poststadion kann auf eine beachtliche Historie zurückblicken: Ende der 1920er Jahre wurde es erbaut und als zeitweise wichtigste Berliner Sportstätte fanden hier Endspiele um die deutsche Fußballmeisterschaft statt, Länderspiele, Olympische Spiele, ein Boxkampf mit Max Schmeling und nun also Regionalliga mit dem Berliner AK, dessen größter Erfolg immerhin ein 4:0-Sieg im DFB-Pokal gegen die TSG Hoffenheim ist - natürlich auch im Poststadion. Normalerweise spielt der Klub im vorderen Mittelfeld der Regionalliga Nordost.
Im Jahr 2004 wurde der BAK durch Fusionen zu einem deutsch-türkischen Verein, wollte auch mal kurz hoch hinaus, wäre im vergangenen Jahr fast in die 3. Liga aufgestiegen, doch im Moment hört man eher von finanziellen Sparmaßnahmen und einem sinkenden Etat in der kommenden Saison. Mit den nicht mal 100 eigenen Zuschauern wäre alles über der Regionalliga natürlich auch vollkommen übertrieben. Dem Stadion dagegen gönnt man die ein oder andere größere Regionalliga-Fanszene, die hier mal vorbeikommt und die vielen freien Plätze füllt.

Samstag, 1. April 2017

01.04.2017
5. Liga (D)
Lichtenberg 47 - Tennis Borussia Berlin 2:1
Hans-Zoschke-Stadion (Berlin)
583 Zuschauer (160 Gäste)
Wie entspannt kann ein Derby sein? Beim Duell zwischen Lichtenberg und TeBe waren auf beiden Seiten viele Anhänger in Fan-Kleidung unterwegs, dazu noch eine handvoll Unioner in der Vereinsgaststätte, aber alle hingen bloß faul herum, räkelten sich in der Sonne oder schliefen sogar. Natürlich hätte man sich mehr Anfeuerungsrufe gewünscht, aber das sommerliche Wetter und die grasbewachsenen Ränge luden förmlich zum Sonnenbaden ein. Statt eines hitzigen Spektakels hatte das Duell eher den Anschein eines Testspiels in der Sommerpause.
Doch es wurden drei Punkte verteilt und zwar völlig verdient an die 47er, die sich einmal mehr bei Doppeltorschütze und Ex-KSV-Stürmer Thomas Brechler bedanken konnten, der seine Saisontreffer 17 und 18 bejubelte. Lichtenberg spielt vorne mit in der Oberliga, aber für einen Aufstieg wird es in diesem Jahr wohl nicht reichen. Das Stadion jedenfalls wäre eine Bereicherung für die Regionalliga: Rundherum viele Stufen, ein sehr gutes gastronomisches Angebot, eine handbetriebene Anzeigetafel und all das mit dem Charme längst vergangener Zeiten.

Freitag, 31. März 2017

31.03.2017
1. Liga (D)
Hertha BSC - TSG Hoffenheim 1:3
Olympiastadion (Berlin)
42.401 Zuschauer (500 Gäste)
Früher, als ich jung war, spielten Fußballvereine traditionell in Leichtathletikstadien. Heute ist das Olympiastadion die letzte Erstligaspielstätte mit Laufbahn. Die Zeiten ändern sich rasant und schon der nächsten Generation wird man anhand dieser Bilder erklären müssen, wie eine echte Kurve im Stadion mal aussah. Denn auch in Berlin träumt man von einer neuen Arena, weil es der Zeitgeist so will. Schon komisch: Als unbedarfter Besucher könnte man das Olympiastadion glatt für einen hochmodernen kolossalen Tempel halten, von dem viele Klubs nur träumen können.
Doch der Sport ist nun mal schnelllebig. Was vor zehn Jahren noch erstklassig war, ist heute schon ein Auslaufmodell, sportlich gesehen zum Beispiel Alemannia Aachen und Energie Cottbus, die jetzt da spielen, wo die TSG Hoffenheim vor zehn Jahren spielte: in der Regionalliga. Das Dorf schickt sich nun sogar an, Europa zu erobern. In Berlin zeigten sie, warum sie so weit oben stehen. Mit viel Mut und Geschick gelang ein verdienter Auswärtssieg. Nostalgiker wie ich würden trotzdem lieber die Hertha und ihre Kurve im Europapokal sehen.

Dienstag, 28. März 2017

28.03.2017
4. Liga (D)
Teutonia Watzenborn-Steinberg - Hessen Kassel 0:2
Stadion der Stadt (Wetzlar)
764 Zuschauer (110 Gäste)
Die SC Teutonia 1927 Watzenborn-Steinberg bleibt auch in der Rückrunde trotz des vielen Geldes und der prominenten Akteure seine Regionalligatauglichkeit schuldig. Wie schon im Hinspiel besiegte der KSV den Neuling und trug seinen Teil dazu bei, dass sich die Teutonen im nächsten Jahr ein spannendes Duell mit Dreieich um die Hessenliga-Meisterschaft liefern können. Nur wenige würden den Verein in der vierten Liga vermissen, der in dieser Saison gleich drei Heimspielstadien bespielt und somit in erster Linie für Groundhopper attraktiv ist.
Die Sicherheitsspiele werden in Wetzlar ausgetragen und ja, tatsächlich ist Wetzlar ein sehr geeigneter Regionalliga-Standort. Ein schöner Sportplatz mit angenehmem Stadtpanorama als Kulisse und endlich mal ein bisschen was los in der Kleinstadt! Wäre es doch bloß Eintracht Wetzlar gewesen, die es mal in die Regionalliga geschafft hätten! Aber ob dann mehr Zuschauer kommen würden? Wetzlar ist wohl in erster Linie eine Handball-Stadt.

Samstag, 18. Februar 2017

18.02.2017
1. Liga (D)
Mainz 05 - Werder Bremen 0:2
Opel-Arena (Mainz)
27.281 Zuschauer (5.000 Gäste)
Mainz 05 spielt traditionell schlecht, wenn ich sie im Stadion besuche. Obwohl sie in neun von zehn meiner besuchten Spiele als (klarer) Favorit gegangen sind, lautet die Bilanz nun 2-3-5 (inklusive Testspiel gegen einen Fünftligisten). Diesmal machte ich mir diese Statistik zunutze und besuchte gezielt das Gastspiel von Werder Bremen, denen ich im Abstiegskampf mehr als allen anderen Mannschaften die Daumen drücke. Und natürlich funktionierte es: Bremen siegte hochverdient, Mainz war praktisch nicht auf dem Platz.
Stattdessen feierte man ausgiebig Karneval - oder Fastnacht, wie man hier sagt. Mit Kostümen, Kapelle und dem ganzen Trara. Schon war das schlechte Spiel vergessen. Als Margit Sponheimer durch die Boxen dröhnte und jeder "Am Rosenmontag geboren" war, herrschte ausgiebige Feierstimmung, die während der 90 Minuten lediglich von den mitgereisten Werder-Anhängern verbreitet wurde. Die Bremer legten auch auf den Rängen einen sehr guten Auftritt hin und sorgten schon beinahe für Heimspiel-Atmosphäre.