Samstag, 15. August 2026

15.08.2026
Coppa Italia (I)
Venezia FC - Modena FC 3:2
Stadio Pierluigi Penzo (Venedig)
9.327 Zuschauer (500 Gäste)

Samstags um 15:45 Uhr landete ich pünktlich am Flughafen Marco Polo nördlich von Venedig. Damit hatte ich komfortable fünf Stunden Zeit, um das Erstrundenspiel im italienischen Pokal zwischen Venedig und Modena zu erreichen. Mit einem Boot ging es direkt vom Flughafen ins historische Zentrum. Die Überfahrt dauerte eine Dreiviertelstunde, sodass nun ausreichend Zeit blieb, alles weitere zu Fuß zu erledigen. Entlang der schmalen Kanäle durchquerte ich die Hauptinsel von Nord nach Süd und checkte kurz vor dem südlichen Ufer in mein Hotel ein.

Ohne große Pause ging es dann weiter zum Stadion. Nach Möglichkeit versuche ich häufig, zu Fuß zum Stadion zu laufen und werde immer wieder mit schönen Wegen belohnt, aber was Venedig hier bietet, ist kaum zu übertreffen. Eine halbe Stunde lang lief ich im Licht der untergehenden Sonne am Wasser entlang und selbst vom Stadion aus kann man das sanfte Blau der Wasserstraßen genießen. Ohne großen Lärm kamen die Fans zu Fuß und mit Booten zum Spiel geströmt und verbreiteten eine ungewohnte, aber harmonische und sommerliche Atmosphäre.

In der letzten Saison haben Venedig und Modena noch beide im Aufstiegsrennen der 2. Liga gegeneinander um Punkte gekämpft. Venedig hat sich am Ende durchgesetzt, Modena nicht, sodass beide Teams nun eine Liga trennt. Im Pokal hatte Venedig nun zudem das Heimspiel, sodass ihnen die klare Favoritenrolle gehörte. Doch die Gäste aus dem 200 Kilometer entfernten Modena waren nicht angetreten, um direkt auszuscheiden und gingen zwei Mal in Führung, sodass es zur Pause 1:2 stand. Der Gästeblock war dementsprechend gut aufgelegt.

Die Heimseite drehte dann eher im zweiten Durchgang auf, als das Spiel kurz vor Schluss tatsächlich noch gedreht werden konnte. Durch Tore in der 83. und 85. Spielminute gewann Venedig mit 3:2 und zog in die nächste Runde ein. An diesem Abend hätte ich auch nichts gegen eine Verlängerung einzuwenden gehabt. Bei herrlichem Wetter hätte man sich den Auftritt der Kurven durchaus noch länger anschauen können. Stattdessen ging es zurück auf den Fußweg zur Unterkunft und die Zeit erlaubte sogar noch den Zwischenstop an der ein oder anderen Sehenswürdigkeit.

Das wird in dieser Form bald nicht mehr möglich sein. In etwas mehr als einem Jahr soll der FC Venedig dann in ein neu gebautes Stadion umziehen, das sich auf dem Festland befindet. Damit beraubt sich der Verein eines einzigartigen Stadionumfelds, wobei es natürlich nachvollziehbar ist, dass man sich am aktuellen Standort nicht weiter vergrößern kann.

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