08.08.2026
4. Liga (D)
Hessen Kassel - Eintracht Frankfurt II 3:0
Auestadion (Kassel)
3.225 Zuschauer (80 Gäste)
Die Sommerpause verbrachte ich zum Großteil im Liegestuhl. Bei dauerhaft mehr als 30°C gab es keinen Grund, die Stadt zu verlassen und so sonnte ich mich zwei Monate lang und ließ es mir gutgehen. Wenn man zwischendurch doch mal schlechte Laune bekommen wollte, musste man nur die Nachrichtenlage rund um Hessen Kassel verfolgen. Nach einem starken 6. Platz in der Abschlusstabelle der Vorsaison war im Sommer klar geworden, dass man den Kader nicht würde beisammenhalten können und sowohl finanziell als auch personell steht man schlechter da als erhofft.
In den letzten Jahren hatte man eine Aufbruchstimmung gespürt. Nach der Insolvenz und dem Abstieg 2018 in die Hessenliga war es danach die meiste Zeit eher bergauf gegangen. Man bekam den Eindruck, die letzten Jahre könnten den Weg ebnen, mittelfristig ein Spitzenteam der Regionalliga zu formen. Doch stattdessen verließen nach Geschäftsführer Gonther nun auch einige der sportlichen Protagonisten die Stadt und zurück blieb die harte Realität: Das, was wir da zuletzt gesehen haben, war schon das Maximum dessen, was am Standort Kassel möglich ist.
Man will es nicht wahrhaben, aber als Fan dieses Vereins muss man es eigentlich wissen: Jetzt beginnt die Abwärtsspirale. Ich war gefangen in einer Mischung aus Trauer, die Truppe rund um Brill, Rupp und Stark nicht mehr spielen sehen zu dürfen und der blanken Angst ob der Perspektivlosigkeit. Als dann noch in der Zeitung stand, dass am ersten Spieltag Eintracht Frankfurt II mit den aussortierten Noel Futkeu, Jessic Ngankam und Michy Batshuayi auflaufen könnte, wurde ich trotz der vielen Sonne ganz blass. Mein Ergebnistipp: 0:4.
Das heutige erste Saisonspiel zeigte mir dann, dass wir doch noch nicht abgestiegen sind. Das Heimspiel wurde locker mit 3:0 gegen eine harmlose Eintracht - ohne die drei Stars - gewonnen und schon war der KSV Tabellenzweiter. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Die Fanszene gedachte der verstorbenen Vereinslegende Holger Brück und sorgte danach für gute Stimmung in der Kurve. Ein sonniger Tag, der mir dann doch ein wenig Hoffnung gab.





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