25.04.2026
3. Liga (I)
Alcione Milano - UC AlbinoLeffe 2:1
Stadio Ernesto Breda (Sesto San Giovanni)
550 Zuschauer (100 Gäste)
Nördlich von Mailand liegt in der Metropolregion die Stadt Sesto San Giovanni. Da ich nach meinem Parma-Besuch sowieso nach Mailand zurückkehren wollte, freute ich mich sehr über die Spielansetzung dort um 20:30 Uhr an diesem Samstagabend. Die 3. Liga spielte zu dieser ungewöhnlichen Uhrzeit zeitgleich, denn es war schon der letzte Spieltag, bevor es in die Play-offs geht. Tabellenführer LR Vicenza stand mit 20 Punkten Vorsprung schon als Aufsteiger fest, aber dahinter konnten sich noch Mannschaften bis Rang Zehn für die Aufstiegsspiele qualifizieren.
Mittendrin: Alcione Milano und AlbinoLeffe als Achter und Neunter mit der Gefahr, noch bis auf Platz Zwölf durchgereicht zu werden. Heute musste gepunktet werden! Das Stadion ist mit der Metro gut zu erreichen und ist eigentlich die Heimspielstätte von Pro Sesto 1913, die aber nur viertklassig spielen. Alcione nutzt das Stadion ebenfalls und ist gerade dabei, sich als Mailänder Amateurklub in den höheren Ligen zu etablieren. Der Stadionbesuch hatte schon eher den Charme des Amateurfußballs, der aber jäh zerstört wurde, als plötzlich der Videobeweis zum Einsatz kam.
In der Serie C gibt es ein System mit Challenges, also keinen Videoschiedsrichter im Keller, was die Sache aber nicht besser macht. Am Ende wurden alle überprüften Entscheidungen des Schiedsrichters nach Ansicht der Bilder bestätigt. In der ersten Halbzeit fiel das 1:0 für die Gastgeber nach einem Freistoß und im zweiten Durchgangs erhöhte Alcione nach einem Konter. Die Gäste aber gaben nicht auf und waren so engagiert bei der Sache, dass es dann ein bisschen ausuferte: Der Trainer und sein Co-Trainer sahen Rot und auch ein Feldspieler flog vom Platz.
AlbinoLeffe erzielte dann zwar noch den Anschlusstreffer, aber mehr als eine vierte Rote Karte war nicht drin. Diese kassierte ein weiterer Betreuer der Mannschaft. Ein kurioses Bild ergab sich, als der Torwart in der 90. Minute in Richtung Bank fragte, ob er mit nach vorne gehen dürfe, aber es war kein Verantwortlicher mehr da, der ihm diese Frage hätte beantworten können. Er probierte es dann auf eigene Faust, aber es blieb beim 2:1 für Alcione. Das bedeutet in der Endabrechnung Platz Acht für die Gastgeber und den bitteren elften Rang für AlbinoLeffe.
Für Stimmung sorgten an diesem Abend nur die Gästefans. Die Anhänger des Fusionsvereins aus Albino und Leffe verteilten sich auf den beiden geöffneten Tribünen: Auf der Haupttribüne saß der Großteil der Gäste am Rand, während der aktive Teil die Fahnen auf der Gegengeraden schwenkte und sich bei einer Polonaise die ganze Länge der Tribüne zunutze machte. Ein denkwürdiger Abend beendete meinen langen Fußballtag und ich fuhr zufrieden zurück ins Zentrum.






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