Sonntag, 26. April 2026

26.04.2026
1. Liga (I)
Torino FC - FC Internazionale 2:2
Stadio Olimpico Grande Torino (Turin)
23.000 Zuschauer (12.000 Gäste)

Am Sonntagmittag erreichte ich Turin und begab mich auf einen etwa einstündigen Spaziergang in den Nordosten der Stadt. Am Nachmittag wollte ich nämlich das Spiel zwischen USD Vanchiglia gegen US Alessandria sehen. Das ging allerdings ordentlich schief. Am Stadioneingang bezahlte ich meine 7 € und bekam eine Eintrittskarte, doch drinnen kickten nur Kinder, von denen sicherlich keines älter als 10 Jahre alt war. Ich wartete, dass die Jungs endlich den Platz freigaben, doch zur angekündigten Uhrzeit waren weiterhin nur Kleinfeldtore auf dem Platz zu sehen.

Tatsächlich stellte sich heraus, dass das anvisierte Spiel aufgrund des Kinderturniers in eine Nachbargemeinde verlegt worden war. Was für eine Pleite und was für ein Wahnsinn, für das Turnier 7 € zu verlangen. Dennoch freute ich mich über den wirklich schönen Fußweg zum Stadion, den bestimmt kaum ein anderer Tourist jemals entdeckt hat. Ich hatte plötzlich richtig viel Zeit bis zum Abendspiel und nutzte das, um die Stadt intensiv zu Fuß zu entdecken. Turin scheint eine sehr hohe Lebensqualität zu haben und liegt ja auch unweit der Alpen und des Mittelmeers.

Nachdem ich noch eine Pizza verdrückt hatte, lief ich dann zum Olympiastadion, wo der FC Turin seine Heimspiele austrägt. Heute empfing man keine geringere Mannschaft als Tabellenführer Inter Mailand. Die Gäste konnten mit einem Sieg zwölf Punkte und rund 30 Tore vor Neapel liegen. Das bedeutete bei dann noch vier ausstehenden Spieltagen quasi die Meisterschaft. Ein bisschen ärgerte es mich schon, dass es heute rechnerisch noch nicht definitiv möglich war Meister zu werden, aber was Inter aus diesem Spiel machte, war auch so schon spektakulär.

Mehr als die Hälfte der 23.000 Zuschauer drückte Inter die Daumen, der Großteil der Haupttribüne war in Mailänder Hand und neben mir auf der Gegengeraden mischten sich Heim- und Gästefans friedlich in ähnlicher Größenordnung. Da die Ultras von Torino draußen vor den Stadiontoren blieben, hatte Inter drinnen ein Heimspiel. Und als sie dann auch noch nach einer guten Stunde mit 0:2 führten, kannten die Jubelgesänge keine Grenzen. Immer wieder mal stiegen auch die Fans außerhalb des Gästeblocks in die Gesänge mit ein. Doch dann passierte etwas Verrücktes.

Ohne dass es sich irgendwie angedeutet hatte, trafen die harmlosen Turiner zwischen der 70. und 80. Minute doppelt und retteten das Unentschieden über die Zeit. Und damit war auch die Heimkurve wach. Trotz der großen Lücken in der Kurve wurde es brachial laut. Aber wie auch immer, Inter kann trotzdem eine Woche später zu Hause Meister werden. Somit verließen alle Besucher weitgehend zufrieden das schöne weite Rund. Mein Weg führte auch an diesem Abend wieder nach Mailand und am Folgetag erneut mit der Bahn durch die Alpen.

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