25.04.2026
1. Liga (I)
Parma Calcio - Pisa SC 1:0
Stadio Ennio Tardini (Parma)
16.280 Zuschauer (120 Gäste)
Der Tag begann mit einer Bahnfahrt von Mailand nach Parma. Der Weg vom dortigen Bahnhof in die Innenstadt war erstmal recht unscheinbar, aber was dann da im Zentrum los war, konnte einen erstmal überfordern: In Parma stand heute der große Wochenmarkt, eine Demonstration, ein Konzert mitten in der Stadt und ein Fußballspiel der ersten italienischen Liga auf dem Programm. Dementsprechend war die Stadt schon am Vormittag extrem überfüllt und bei ordentlicher Lautstärke und bestem Wetter tobte hier das Leben.
Ich suchte mir einen Imbiss und zog mir die Leute rein. Anhand der Kleidung konnte man natürlich leicht erkennen, wer zu welcher Veranstaltung gehen wollte und mit fortschreitender Zeit nahm der Anteil der Fußballfans zu. Um 15 Uhr war Anstoß und etwa 90 Minuten vorher machte ich mich auf den Fußweg ins zentrumsnahe Stadio Ennio Tardini. Eine wirklich angenehme Route führte zu den Stadiontoren der Gegengeraden, deren Zugänge sich etwas versteckt und abseits des Haupteingangs in einem schönen Wohnviertel befinden.
Dort war ich einer der ersten Zuschauer und hatte genug Zeit, das Stadion zu erkunden und mich an den sich minütlich füllenden Rängen zu erfreuen. Im Unterrang wurden ganze Platten Parmaschinken zu den jeweiligen Sitzplätzen gebracht, aber leider hatte ich einen Platz im Oberrang, wo dieser Service nicht inkludiert war. Bis zum Anpfiff war die Heimkurve fast komplett voll und mit hunderten Doppelhaltern wurden die Vereinsfarben blau, weiß und gelb in die Kurve gezaubert. Ich muss allerdings sagen, dass mir die Gesänge in Monza besser gefallen hatten.
Rein mathematisch ging es heute um einiges, denn Parma konnte mit einem Sieg den Klassenerhalt auch rechnerisch klar machen. Gleichzeitig konnte Pisa an diesem Wochenende absteigen. Allerdings waren die Abstände in beide Richtungen schon so groß, dass es im Grunde schon vorher klar war, dass Parma auch in der kommenden Saison in der Serie A kickt und Pisa in der Serie B. Das große Feuerwerk der Emotionen blieb also aus und das Spiel dümpelte auch lange Zeit nur so vor sich hin. Mit einem 0:0 ging es in die Pause.
In der 2. Halbzeit wurde Nesta Elphege für Parma eingewechselt und man fragte sich, warum er nicht schon früher auf dem Rasen war. Mit guten Aktionen rüttelte er sein Team und das Publikum wach, erzielte das goldene Tor und besiegelte das Schicksal der beiden Vereine im Alleingang. Im Gästeblock wehten dennoch bis zum Ende die Fahnen. Ich habe allerdings keine Ahnung, was das für eine kleine Fangruppierung war, die sich da 90 Minuten lang bemühte. Nach dem Abpfiff lief ich wieder durch die Innenstadt zum Bahnhof, gönnte mir noch ein Eis - natürlich wie immer eine grüne, eine weiße und eine rote Kugel als Dank an Italien - und setzte den Fußballtag noch mit einem Abendspiel fort. Gelungen war der Tag allerdings jetzt schon, denn das Heimspiel von Parma mit dem ganzen Drumherum war nicht nur ein spaßiger Zeitvertreib, sondern auch mein 500. besuchtes Stadion. Danke und Grüße an alle, die auf diesem langen Weg an den verschiedensten Orten mit dabei waren. Weiter geht's!






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