Freitag, 30. Juni 2017

30.06.2017
Testspiel (D)
SV Klinkum (A-Jun) - SV Klinkum (B-Jun) 4:5
Sportanlage (Klinkum)
25 Zuschauer
Der SV Klinkum lud zur Sportwoche. Dabei traten fünf Tage lang aktuelle und ehemalige Mannschaften des Vereins, von der E-Jugend bis zu den Alten Herren, gegeneinander an. Höhepunkt war die 20. Fußballdorfmeisterschaft, bei der 16 Teams an einem Turnier teilnahmen. Ich landete einen Tag vor dem Showdown eher zufällig beim Spiel der A-Junioren gegen die B-Jugend aus der Saison 2013/14. Die sportliche Aussagekraft dieser Begegnung war gering, zumal nicht jeder Akteur dieses Spiel komplett ernst nahm, aber immerhin wurde nach den offiziellen Regeln gespielt.
Dafür, dass der Ort Klinkum nicht einmal 1.800 Einwohner hat und die erste Mannschaft nur in der Kreisliga B Heinsberg spielt, ist der Sportplatz wirklich schwer in Ordnung. Eine nette Tribüne, eine VIP-Loge mit Sofas und eine Reihe Gartenstühle laden zum Verweilen ein. Dazu überzeugte das kulinarische Angebot durch bemerkenswerte Vielfalt.

Sonntag, 11. Juni 2017

11.06.2017
Relegationsspiel zur 9. Liga (D)
Vesalia Oberwesel II - SSV Boppard II 4:1
Rhinelanderstadion (Oberwesel)
80 Zuschauer (15 Gäste)
Wer Mitte Juni Fußball gucken möchte, darf nicht wählerisch sein. Fast überall ist zu diesem Zeitpunkt Sommerpause. In manchen Fußball-Kreisen jedoch werden noch irrwitzige Relegationsrunden ausgespielt. Große Stadien kann man nicht erwarten, deshalb zog es mich dorthin, wo immerhin die Landschaft einmalig ist. Oberwesel ist keine vier Kilometer vom berühmten Loreleyfelsen entfernt. Malerische Gebirgszüge, zahlreiche Burgen und der sich durchs Tal windende Rhein beeindrucken die Besucher.
Und mittendrin im Naturparadies steht das Rhinelanderstadion, das mondäner klingt als es eigentlich ist. Keine Tribüne, keine Stufen, nur Panorama. Heute ging es bei hochsommerlichen Temperaturen um die Teilnahme an der neunten Liga in der kommenden Saison. Die Kreisliga B Hunsrück-Mosel ist in die beiden Gruppen Nord und Süd unterteilt. Im Süden musste nach der Saison zunächst eine Viererrunde um den Nichtabstieg ausgespielt werden, da vier Mannschaften im Tabellenkeller punktgleich waren.
Als Dritter dieser Runde ging Vesalia Oberwesel II in die eigentliche Relegationsrunde, die aus jeweils einem Teilnehmer der Nord- und der Südstaffel, sowie drei C-Ligisten besteht. Alle fünf Teams spielen bis zum 21. Juni einmal gegeneinander. Und wenn dann irgendwann endlich feststeht, wer in welcher Spielklasse antreten darf, beginnt auch schon die Vorbereitung auf die neue Saison. Man würde den Spielern schon auch ein bisschen Urlaub gönnen.

Sonntag, 4. Juni 2017

04.06.2017
Relegationsspiel zur 10. Liga (D)
TV Idstein - SV Heftrich II 5:6 i.E.
Sportanlage Zissenbach (Idstein)
350 Zuschauer (120 Gäste)
Der Viertletzte der Kreisliga B im Rheingau-Taunus, der TV Idstein, traf auf den Dritten der Kreisliga C, den SV Heftrich II aus einem Idsteiner Vorort, um die Ligazugehörigkeit der nächsten Saison auszuspielen. Das Hinspiel endete 1:1. Diesmal waren die Gäste besser. Sie führten bis kurz vor Schluss mit 1:0, doch beim qualitätsärmsten Spiel meines Fußballjahres musste es natürlich noch in die Verlängerung gehen. Idstein stocherte krampfhaft den Ball über die Linie, nachdem im selben Angriff schon drei Mal der eigene Mann im Strafraum angeschossen worden war.
Nach 30 Extraminuten Langeweile siegte dann doch Heftrich im Elfmeterschießen, wie unnötig. Vor allem ist es ein wenig peinlich für eine Stadt mit mehr als 20.000 Einwohnern, in Zukunft nur noch 11. Liga anbieten zu können, während die zweite Mannschaft des Vororts vorbeizieht. Das Heimpublikum verfolgte das Entscheidungsspiel auch eher distanziert und wenig emotional - ich war mal wieder in einer Handball-Hochburg gelandet. Die Sportanlage wusste dagegen zu überzeugen mit gleich zwei nebeneinander stehenden Tribünen und viel Wald im Hintergrund.

Sonntag, 28. Mai 2017

28.05.2017
7. Liga (D)
Germania Ober-Roden - TV Lampertheim 4:1
Sportplatz Frankfurter Straße (Ober-Roden)
300 Zuschauer
Am letzten Spieltag der Gruppenliga Darmstadt herrschte ein Dreikampf um den Titelgewinn. Germania Ober-Roden, die ich vor einem guten Jahrzehnt schon drei Mal im Auestadion hatte spielen gesehen, Rot-Weiß Walldorf, die ich bei meinem allerersten Stadionbesuch überhaupt vor 25 Jahren im Auestadion sah und die SG Unter-Abtsteinach, von denen ich noch nie etwas gehört hatte, forderten sich in Fernduellen heraus. Am Ende gewannen alle drei Mannschaften deutlich, sodass sich am Tabellenbild nichts änderte und Ober-Roden direkt aufstieg.
Das gefiel mir recht gut, denn Ober-Roden sollte mit seiner netten Anlage auf jeden Fall in der Verbandsliga spielen. Noch dazu kommt es nun in der nächsten Saison zum Derby zwischen der Germania und TS Ober-Roden, die dem Ortsrivalen zwischenzeitlich den Rang abgelaufen hatten. Mal sehen, wer mehr Zuschauer mobilisieren kann. Das Derby mit Heimrecht der TS schreibe ich mir jedenfalls schonmal auf den Zettel.

Donnerstag, 25. Mai 2017

25.05.2017
Mittelrheinpokal-Endspiel
Bonner SC - Fortuna Köln 1:0
Sportpark Nord (Bonn)
6.643 Zuschauer (1.800 Gäste)
Exakt 40 Jahre nach der bisher einzigen Teilnahme im DFB-Pokal hat es der Bonner SC wieder geschafft: Der BSC zieht zum zweiten Mal in den wichtigsten nationalen Pokalwettbewerb ein. Als Außenseiter, dafür aber mit Heimvorteil, rangen die Bonner Löwen den Drittligisten Fortuna Köln im Endspiel des Mittelrheinpokals nieder. Entgegen des Vereinsnamens hatte die Fortuna kein Glück und traf bloß den linken und den rechten Pfosten, während der BSC einmal voll ins Schwarze zielte und die heimischen Zuschauer in ekstatische Entzückung versetzte.
Dass der Sportpark Nord beinahe an seine Kapazitätsgrenze stieß, lag auch an den vielen mitgereisten Kölnern. Die Stimmung erreichte allerdings erst in der dramatischen Schlussphase wirkliche Höhepunkte. Beide Fanlager sorgten zwar von jeweils beiden Tribünen für Stimmung, allerdings nur selten mal wirklich laut. Erst als abzusehen war, dass die Überraschung wirklich gelingen kann, zogen mehr als die üblichen 50-100 Bonner mit und ließen erahnen, dass es hier um nicht weniger als einen historischen Triumph für den Sport in Bonn ging.

Sonntag, 21. Mai 2017

21.05.2017
8. Liga (D)
VfR Bürstadt - Anatolia Birkenau 2:1
Robert-Kölsch-Stadion (Bürstadt)
120 Zuschauer (30 Gäste)
Der VfR Bürstadt hält einen Rekord, der vielleicht einer für die Ewigkeit ist: Vor knapp 40 Jahren gelang dem VfR mit einem 9:0 in Pirmasens der bis heute höchste Auswärtssieg in der 2. Bundesliga. Ganz so glorreich ist die Gegenwart leider nicht mehr: Gegen Birkenau gab es sechs Ligen tiefer sieben eigene Tore weniger. Doch der Glanz vergangener Tage ist im Robert-Kölsch-Stadion noch zu erahnen. Die 12.000 Plätze im weiten Rund und die historische Anzeigetafel erinnern daran, dass der VfR mal eine große Nummer war.
Es waren nicht nur die vier Jahre in der 2. Liga. Der VfR machte sich auch durch jahrzehntelange Teilnahme an der Oberliga Hessen einen Namen. Immer wiederkehrende finanzielle Probleme machten dem Verein jedoch zu schaffen, sodass man sich vor drei Jahren freiwillig von der Verbandsliga zwei Klassen tiefer in die Kreisoberliga zurückzog, um dort nun im dritten Jahr in Folge geradeso den Klassenerhalt zu schaffen. Der 2:1-Erfolg gegen den Tabellenzweiten war dazu ein wichtiger Meilenstein.

Montag, 17. April 2017

17.04.2017
4. Liga (D)
Hessen Kassel - TuS Koblenz 1:2
Auestadion (Kassel)
1.820 Zuschauer (130 Gäste)
Im zweiten Jahr in Folge gewann ich bei einem Tippspiel Haupttribünen-Karten für ein KSV-Heimspiel. Diesmal lohnten sich die Karten umso mehr, denn es regnete und wir freuten uns über das Dach. Viel mehr zu freuen gab es leider nicht. Denn es war auch unfassbar kalt, da half auch die Haupttribüne nicht. Das Spiel ging nach einer Führung noch mit 1:2 verloren, das war einfach unnötig. Ebenso wie die ständigen Hasstiraden unter den beiden Fanlagern. Muss man denn wirklich jeden Gegner mit Fanszene als Feind haben - egal was da zuvor vorgefallen war?
Sportlich gesehen ging es eigentlich um gar nichts mehr - Platz Sieben gegen Platz Sechs - aber halt! Immer häufiger machen Gerüchte die Runde, der KSV könnte in eine Plan-Insolvenz gehen. Dann würden neun Punkte abgezogen und es wäre ganz gut, dass sich die Löwen ein ordentliches Polster zugelegt hätten. Ob das ein Schritt in die richtige Richtung wäre? Wie eigentlich immer fragt man sich bloß, ob dieser Verein auch mal für positive Schlagzeilen sorgen kann.

Dienstag, 4. April 2017

04.04.2017
2. Liga (D)
FC St. Pauli - SV Sandhausen 0:0
Millerntor-Stadion (Hamburg)
29.085 Zuschauer (150 Gäste)
Nichts hört man im Zusammenhang mit dem FC St. Pauli häufiger als die Feststellung, dass ja alles nicht mehr so sei wie früher. Das gilt sicherlich überall, aber auf St. Pauli vielleicht noch mehr als anderswo. Ein durch und durch kommerzieller Verein, dessen Eintrittskarten zum Teil mehr kosten als in der Bundesliga. Nach meinem Besuch muss ich sagen: Hm, mag sein. Schade, dass ich das "Früher" nicht erlebt habe. Aber dennoch ist hier am Millerntor doch noch einiges anders als in anderen Stadien und ja, mir gefiel es ganz gut.
Schon schön bei der Anfahrt: Das Stadion steht im Viertel und nicht irgendwo anonym weit draußen auf der grünen Wiese. Dank der enormen Stehplatzanteile auf der Gegengeraden und den beiden Hintertortribünen werden die Gesänge von gleich drei Tribünen angestimmt und überall haben sie die Chance, vom ganzen Stadion mitgetragen zu werden. Und viele Stadiongänger können hier wirklich ganz gut singen - sie treffen die Töne. Das hört sich in anderen Stadien mitunter viel grausiger an. Was wäre hier möglich gewesen, wenn das Spiel nicht 0:0 ausgegangen wäre? Der Kicker gab eine glatte 5 als Spielnote. Schade, aber es kann durchaus sein, dass ich zum Zweitbesuch wiederkomme!

Sonntag, 2. April 2017

02.04.2017
4. Liga (D)
Berliner AK - TSG Neustrelitz 2:0
Poststadion (Berlin)
125 Zuschauer (30 Gäste)
Das Berliner Poststadion kann auf eine beachtliche Historie zurückblicken: Ende der 1920er Jahre wurde es erbaut und als zeitweise wichtigste Berliner Sportstätte fanden hier Endspiele um die deutsche Fußballmeisterschaft statt, Länderspiele, Olympische Spiele, ein Boxkampf mit Max Schmeling und nun also Regionalliga mit dem Berliner AK, dessen größter Erfolg immerhin ein 4:0-Sieg im DFB-Pokal gegen die TSG Hoffenheim ist - natürlich auch im Poststadion. Normalerweise spielt der Klub im vorderen Mittelfeld der Regionalliga Nordost.
Im Jahr 2004 wurde der BAK durch Fusionen zu einem deutsch-türkischen Verein, wollte auch mal kurz hoch hinaus, wäre im vergangenen Jahr fast in die 3. Liga aufgestiegen, doch im Moment hört man eher von finanziellen Sparmaßnahmen und einem sinkenden Etat in der kommenden Saison. Mit den nicht mal 100 eigenen Zuschauern wäre alles über der Regionalliga natürlich auch vollkommen übertrieben. Dem Stadion dagegen gönnt man die ein oder andere größere Regionalliga-Fanszene, die hier mal vorbeikommt und die vielen freien Plätze füllt.

Samstag, 1. April 2017

01.04.2017
5. Liga (D)
Lichtenberg 47 - Tennis Borussia Berlin 2:1
Hans-Zoschke-Stadion (Berlin)
583 Zuschauer (160 Gäste)
Wie entspannt kann ein Derby sein? Beim Duell zwischen Lichtenberg und TeBe waren auf beiden Seiten viele Anhänger in Fan-Kleidung unterwegs, dazu noch eine handvoll Unioner in der Vereinsgaststätte, aber alle hingen bloß faul herum, räkelten sich in der Sonne oder schliefen sogar. Natürlich hätte man sich mehr Anfeuerungsrufe gewünscht, aber das sommerliche Wetter und die grasbewachsenen Ränge luden förmlich zum Sonnenbaden ein. Statt eines hitzigen Spektakels hatte das Duell eher den Anschein eines Testspiels in der Sommerpause.
Doch es wurden drei Punkte verteilt und zwar völlig verdient an die 47er, die sich einmal mehr bei Doppeltorschütze und Ex-KSV-Stürmer Thomas Brechler bedanken konnten, der seine Saisontreffer 17 und 18 bejubelte. Lichtenberg spielt vorne mit in der Oberliga, aber für einen Aufstieg wird es in diesem Jahr wohl nicht reichen. Das Stadion jedenfalls wäre eine Bereicherung für die Regionalliga: Rundherum viele Stufen, ein sehr gutes gastronomisches Angebot, eine handbetriebene Anzeigetafel und all das mit dem Charme längst vergangener Zeiten.

Freitag, 31. März 2017

31.03.2017
1. Liga (D)
Hertha BSC - TSG Hoffenheim 1:3
Olympiastadion (Berlin)
42.401 Zuschauer (500 Gäste)
Früher, als ich jung war, spielten Fußballvereine traditionell in Leichtathletikstadien. Heute ist das Olympiastadion die letzte Erstligaspielstätte mit Laufbahn. Die Zeiten ändern sich rasant und schon der nächsten Generation wird man anhand dieser Bilder erklären müssen, wie eine echte Kurve im Stadion mal aussah. Denn auch in Berlin träumt man von einer neuen Arena, weil es der Zeitgeist so will. Schon komisch: Als unbedarfter Besucher könnte man das Olympiastadion glatt für einen hochmodernen kolossalen Tempel halten, von dem viele Klubs nur träumen können.
Doch der Sport ist nun mal schnelllebig. Was vor zehn Jahren noch erstklassig war, ist heute schon ein Auslaufmodell, sportlich gesehen zum Beispiel Alemannia Aachen und Energie Cottbus, die jetzt da spielen, wo die TSG Hoffenheim vor zehn Jahren spielte: in der Regionalliga. Das Dorf schickt sich nun sogar an, Europa zu erobern. In Berlin zeigten sie, warum sie so weit oben stehen. Mit viel Mut und Geschick gelang ein verdienter Auswärtssieg. Nostalgiker wie ich würden trotzdem lieber die Hertha und ihre Kurve im Europapokal sehen.

Dienstag, 28. März 2017

28.03.2017
4. Liga (D)
Teutonia Watzenborn-Steinberg - Hessen Kassel 0:2
Stadion der Stadt (Wetzlar)
764 Zuschauer (110 Gäste)
Die SC Teutonia 1927 Watzenborn-Steinberg bleibt auch in der Rückrunde trotz des vielen Geldes und der prominenten Akteure seine Regionalligatauglichkeit schuldig. Wie schon im Hinspiel besiegte der KSV den Neuling und trug seinen Teil dazu bei, dass sich die Teutonen im nächsten Jahr ein spannendes Duell mit Dreieich um die Hessenliga-Meisterschaft liefern können. Nur wenige würden den Verein in der vierten Liga vermissen, der in dieser Saison gleich drei Heimspielstadien bespielt und somit in erster Linie für Groundhopper attraktiv ist.
Die Sicherheitsspiele werden in Wetzlar ausgetragen und ja, tatsächlich ist Wetzlar ein sehr geeigneter Regionalliga-Standort. Ein schöner Sportplatz mit angenehmem Stadtpanorama als Kulisse und endlich mal ein bisschen was los in der Kleinstadt! Wäre es doch bloß Eintracht Wetzlar gewesen, die es mal in die Regionalliga geschafft hätten! Aber ob dann mehr Zuschauer kommen würden? Wetzlar ist wohl in erster Linie eine Handball-Stadt.

Samstag, 18. Februar 2017

18.02.2017
1. Liga (D)
Mainz 05 - Werder Bremen 0:2
Opel-Arena (Mainz)
27.281 Zuschauer (5.000 Gäste)
Mainz 05 spielt traditionell schlecht, wenn ich sie im Stadion besuche. Obwohl sie in neun von zehn meiner besuchten Spiele als (klarer) Favorit gegangen sind, lautet die Bilanz nun 2-3-5 (inklusive Testspiel gegen einen Fünftligisten). Diesmal machte ich mir diese Statistik zunutze und besuchte gezielt das Gastspiel von Werder Bremen, denen ich im Abstiegskampf mehr als allen anderen Mannschaften die Daumen drücke. Und natürlich funktionierte es: Bremen siegte hochverdient, Mainz war praktisch nicht auf dem Platz.
Stattdessen feierte man ausgiebig Karneval - oder Fastnacht, wie man hier sagt. Mit Kostümen, Kapelle und dem ganzen Trara. Schon war das schlechte Spiel vergessen. Als Margit Sponheimer durch die Boxen dröhnte und jeder "Am Rosenmontag geboren" war, herrschte ausgiebige Feierstimmung, die während der 90 Minuten lediglich von den mitgereisten Werder-Anhängern verbreitet wurde. Die Bremer legten auch auf den Rängen einen sehr guten Auftritt hin und sorgten schon beinahe für Heimspiel-Atmosphäre.

Freitag, 17. Februar 2017

17.02.2017
3. Liga (D)
Mainz 05 II - MSV Duisburg 0:2
Bruchwegstadion (Mainz)
1.898 Zuschauer (1.200 Gäste)
Immer wieder nett am Bruchweg. In der nächsten Saison kann man hier wohl nur noch Regionalliga sehen (aber immerhin mit Kassel auswärts!), in dieser Saison gilt es, noch einige Highlights aus dem Profifußball zu bestaunen, zum Beispiel den Drittliga-Tabellenführer aus Duisburg. Die Zebras spielten so wie offensichtlich schon die gesamte Saison: Unspektakulär, aber effektiv und mit einer sicheren Abwehr und so reichte es einmal mehr zu drei Punkten für den designierten Zweitligisten. Mainz war vor dem Tor auch einfach zu blöd.
Gekommen war ich allerdings in erster Linie, um dem Zebra-Chor im Gästeblock zuzuhören. Es waren ein paar schöne Lieder dabei und laut wurde es auch - kein Wunder bei starken 1.200 Auswärtsfans! Auf der Haupttribüne trifft man zudem immer wieder bekannte Gesichter, diesmal den Mainzer Profi-Trainer Martin Schmidt und den Wormser Giuseppe Lepore, mit dem ich vor sechs Jahren nach einem 1:3 in Memmingen am Zaun diskutierte, als er noch Geschäftsführer beim KSV war. So sieht man sich wieder.

Samstag, 10. Dezember 2016

10.12.2016
4. Liga (D)
Hessen Kassel - Eintracht Trier 2:1
Auestadion (Kassel)
3.098 Zuschauer (80 Gäste)
Man würde Eintracht Trier ein paar Punkte gönnen. Als Vorletzter sind sie akut abstiegsgefährdet und Watzenborn-Steinberg würde doch so viel besser in die Oberliga passen. Und die Eintracht legte auch sogleich los wie die Feuerwehr, traf zum 1:0 und wähnte sich auf der Siegerstraße. Doch der KSV ist im Moment einfach zu stark, als dass ein guter Anfang reichen würde, um im Auestadion zu gewinnen. Kassel drehte die Partie und weist nun eine tolle Bilanz auf: Nur eines der letzten elf Spiele wurde verloren, mit dem Abstieg haben die Löwen nichts mehr zu tun.
"Ohne Römer wärt ihr gar nicht Trier!" gröhlte Block 36 kurz vor Schluss freudetrunken, als auf Kasseler Seite längst alle damit aufgehört hatten, Trier irgendetwas zu gönnen. Sollen sich ihre Punkte woanders holen. Für den KSV war es sodann ein gelungener Jahresausklang vor endlich einmal würdiger Kulisse, ehe es nun in die zweimonatige Winterpause geht. Wird wie immer eine schwierige Zeit, aber man kann ja mal seine Eintrittskarten nach Farben sortieren oder so...

Sonntag, 6. November 2016

06.11.2016
1. Liga (D)
RB Leipzig - Mainz 05 3:1
Zentralstadion (Leipzig)
42.558 Zuschauer (1.000 Gäste)
Wer sich samstags Kassel gegen Saarbrücken und sonntags Leipzig gegen Mainz ansieht, der hat im wahrsten Sinne des Wortes zuerst den Fußball von gestern gesehen und danach den von morgen. Man möchte meinen, man wohnt einem gewöhnlichen Sportspiel bei, doch wie vielfältig und vor allem schnelllebig der Fußball sein kann, wurde mir an diesem Wochenende wieder einmal bewusst. Zuerst viertklassiges Gegrätsche mit Nostalgikern und Romantikern im Publikum und nun dieser moderne Hochglanzfußball, der in Leipzig nur inszeniert wird, um ein Getränk zu vermarkten.
"Man kann sich seinen Verein nicht aussuchen", hat Nick Hornby gesagt. "Der Verein wird einem gegeben." In Leipzig haben sich viele tausend Menschen dennoch einen neuen Verein ausgesucht. Sie begründen das damit, dass sich die einstigen Größen der Stadt, Chemie und Lok, gegenseitig über Jahre hinweg in ihrer Unfähigkeit übertroffen haben und nur RB eine Perspektive bietet. Das mag zwar sein, doch wer den Weg des schnellen Erfolgs mitgeht, muss auch mit den möglichen Konsequenzen leben. So wie aktuell die Fans von Red Bull Salzburg, die mit Schaum vorm Mund dabei zusehen, wie der eigene Verein als Farmteam von RB Leipzig benutzt wird. Kunstprodukte wie die Sportabteilungen von Red Bull sind eben keine gewachsenen Fußballvereine, sondern bloß Blasen, die jederzeit platzen können.
Jedenfalls scheint es nur schwer vorstellbar, dass man sich innerhalb kurzer Zeit in ein solches Kunstprodukt wirklich verlieben kann. Doch all der Hass, der RB Leipzig entgegenschlägt, scheint die Anhänger sehr schnell eng zusammenzuschweißen. Von schlechter Stimmung oder gelangweiltem Publikum kann ich jedenfalls nicht berichten. Die Menschen schienen regelrecht euphorisiert. Sportlich gesehen ist das ja auch durchaus verständlich nach all den Jahren der Tristesse. Dennoch kann man gar nicht oft genug vor einem Wettlaufen der Großkonzerne warnen, die traditionelle Fußballvereine nach und nach verdrängen. Der sportlich faire Wettstreit bleibt da nämlich auch auf der Strecke und den habe ich schon als Kleinkind als höchste Maxime vermittelt bekommen. Damals, in Kassel. Aber Kassel war ja gestern.