03.08.2024
[Frauen] Olympische Spiele - Viertelfinale
USA - Japan 1:0 n.V.
Parc des Princes (Paris)
43.004 Zuschauer
Noch nie hatte ich so viele Monate vor Anpfiff schon meine Eintrittskarte. Dass ich zu den Olympischen Spielen reisen würde, stand schon ziemlich lange fest. Die genaue Paarung für das Viertelfinale erfuhr ich dann logischerweise erst ein paar Tage vorher, als die Gruppenphase zu Ende gespielt war. Ich hatte mir Deutschland gegen Brasilien gewünscht, was aufgrund der Gruppenkonstellation möglich gewesen wäre, doch stattdessen wurde es USA gegen Japan. Naja - aber kein Grund nach Hause zu fahren.
Japan hatte ich schon einmal bei einer Frauen-WM gesehen und die USA spielt einen üblen, aber erfolgreichen Minimalisten-Fußball. Das war der Grund, warum diese Paarung keine Begeisterungsstürme bei mir auslöste, aber am Spieltag war ich natürlich hochmotiviert, das Prinzenparkstadion zu besuchen. Der Fußweg von meiner Unterkunft zum Stadion war mit einer Stunde angegeben und passenderweise kreuzte dieser Weg das olympische Herren-Radrennen, das ich quasi im Vorbeigehen mitnahm.
Die Organisation rund um das Stadion war angemessen professionell und schon stand ich mit meinem 8 Euro-Hot Dog auf der Gegengeraden. Die erste Halbzeit war nicht der Rede wert. Es passierte auf dem Rasen unfassbar wenig, niemand wollte einen Fehler machen. Das inoffizielle Olympia-Maskottchen Snoop Dogg tauchte nach etwa 10 Minuten unter Applaus auf der Haupttribüne auf und verschwand zur Pause wieder. Den Ground darf er somit leider nicht zählen.
Ansonsten hatten die USA auf den Rängen die Oberhand. Wenn ich mal grob schätzen darf, dann würde ich sagen, dass es von den 43.000 Zuschauern 10.000 mit den US-Amerikanerinnen hielten, 5.000 mit den Japanerinnen, aber diese Zahl vergrößerte sich im Laufe des Spiels. Enttäuscht vom destruktiven Fußball der USA flogen die Sympathien der neutralen Zuschauer immer mehr den Japanerinnen zu. Die Franzosen feuerten "Japon" an und aufgrund der Trikotfarbe bot sich auch ihr Lieblingsruf "Allez les bleus" an.
Auch wenn es im zweiten Durchgang Torchancen gab, ging es mit 0:0 in die Verlängerung. Dort machten die USA, was man als Spitzenmannschaft nun mal so macht: Im entscheidenden Moment einfach eiskalt sein und danach nichts mehr zulassen. Mit 1:0 erreichten sie das Halbfinale. Die Japanerinnen verabschiedeten sich in ihrer eigenen Art von allen vier Tribünen mit einer Verbeugung, als die Siegerinnen schon längst in der Kabine waren. Für mich ging es wieder zu Fuß zurück in mein Viertel. Die Radfahrer, die ich vor vielen Stunden gesehen hatte, waren gerade ins Ziel gekommen.
Samstag, 3. August 2024
Sonntag, 28. Juli 2024
28.07.2024
4. Liga (D)
Mainz 05 II - Hessen Kassel 3:0
Bruchwegstadion (Mainz)
515 Zuschauer (300 Gäste)
Die neue Saison begann für mich vor der Haustür. Mainz gegen Kassel gleich am ersten Spieltag. Die Sommerpause war aus KSV-Sicht eher enttäuschend verlaufen. Es wurde kein Hauptsponsor gefunden und dementsprechend auch keine Kracher verpflichtet. Realistisch gesehen geht es wieder gegen den Abstieg, aber wie das bei Fußballfans so ist, reden trotzdem alle lieber vom Aufstieg. Komplett irrational breitet sich regelmäßig vor Saisonstart eine Euphorie aus, die dann nach ein paar Wochen verflogen ist.
Dieses Jahr brauchte es nur ein paar Minuten, um die Gemütslage von naiver Euphorie in totale Enttäuschung zu verwandeln. Wir kassierten die Gegentore in der 31., der 34. und der 41. Spielminute. Wahnsinn, innerhalb von elf Horror-Minuten war der halbe Block plötzlich im Pöbel-Modus. Nach einem katastrophalen Fehlpass von Springfeld nutzte Mainz die unsortierte Kasseler Abwehr zum 1:0 und danach war der KSV kurzzeitig völlig von der Rolle, sodass es tatsächlich zur Pause 3:0 stand.
Auch wenn sich der KSV nach dem Seitenwechsel stabilisierte, waren Torchancen Mangelware und sogar Mainz näher am 4:0 als die Löwen am ersten Treffer. So waren wir am Ende des Spieltags Tabellenletzter. Bei den Mainzern spielen einige Talente mit, die im vergangenen Jahr im Youth League Viertelfinale standen und vorher Manchester City und den FC Barcelona ausgeschaltet hatten. Die können schon was und sind diese Saison sicher stärker als in der letzten Spielzeit.
Unsere Fanszene hatte sich diesmal dazu entschieden, in den Sitzplatzbereich im Oberrang des Gästeblocks zu gehen. Das Bruchwegstadion ist aus Gästesicht sowieso schon das beste Stadion der Liga mit sehr gutem Blick und phantastischer Akustik, aber im Oberrang scheppert es noch mehr. Das war wirklich sehr laut und mit Ausnahme des kleinen Tiefs nach dem dritten Gegentor wurde die Unterstützung auch bis zum Ende gut durchgezogen.
4. Liga (D)
Mainz 05 II - Hessen Kassel 3:0
Bruchwegstadion (Mainz)
515 Zuschauer (300 Gäste)
Die neue Saison begann für mich vor der Haustür. Mainz gegen Kassel gleich am ersten Spieltag. Die Sommerpause war aus KSV-Sicht eher enttäuschend verlaufen. Es wurde kein Hauptsponsor gefunden und dementsprechend auch keine Kracher verpflichtet. Realistisch gesehen geht es wieder gegen den Abstieg, aber wie das bei Fußballfans so ist, reden trotzdem alle lieber vom Aufstieg. Komplett irrational breitet sich regelmäßig vor Saisonstart eine Euphorie aus, die dann nach ein paar Wochen verflogen ist.
Dieses Jahr brauchte es nur ein paar Minuten, um die Gemütslage von naiver Euphorie in totale Enttäuschung zu verwandeln. Wir kassierten die Gegentore in der 31., der 34. und der 41. Spielminute. Wahnsinn, innerhalb von elf Horror-Minuten war der halbe Block plötzlich im Pöbel-Modus. Nach einem katastrophalen Fehlpass von Springfeld nutzte Mainz die unsortierte Kasseler Abwehr zum 1:0 und danach war der KSV kurzzeitig völlig von der Rolle, sodass es tatsächlich zur Pause 3:0 stand.
Auch wenn sich der KSV nach dem Seitenwechsel stabilisierte, waren Torchancen Mangelware und sogar Mainz näher am 4:0 als die Löwen am ersten Treffer. So waren wir am Ende des Spieltags Tabellenletzter. Bei den Mainzern spielen einige Talente mit, die im vergangenen Jahr im Youth League Viertelfinale standen und vorher Manchester City und den FC Barcelona ausgeschaltet hatten. Die können schon was und sind diese Saison sicher stärker als in der letzten Spielzeit.
Unsere Fanszene hatte sich diesmal dazu entschieden, in den Sitzplatzbereich im Oberrang des Gästeblocks zu gehen. Das Bruchwegstadion ist aus Gästesicht sowieso schon das beste Stadion der Liga mit sehr gutem Blick und phantastischer Akustik, aber im Oberrang scheppert es noch mehr. Das war wirklich sehr laut und mit Ausnahme des kleinen Tiefs nach dem dritten Gegentor wurde die Unterstützung auch bis zum Ende gut durchgezogen.
Samstag, 11. Mai 2024
11.05.2024
1. Liga (P)
Vitória SC - SC Braga 2:3
Estádio Dom Afonso Henriques (Guimaraes)
25.224 Zuschauer (3.000 Gäste)
Nach dem Spiel in Vizela verschlug es mich nach Guimaraes. Ein Sehnsuchtsort im portugiesischen Fußball, denn man erzählt sich, dass es hier eine tolle Fankultur gibt, die man abseits der drei großen Vereine nicht erwarten würde. Ich hatte es besonders gut getroffen, denn der heutige Gegner war der benachbarte Dauerrivale aus Braga, mit dem sich die heimische Viktoria noch um einen Platz im internationalen Wettbewerb stritt. Europa League oder Conference League, heute konnten Entscheidungen fallen.
Das Problem an der Sache war da natürlich die Beschaffung der Eintrittskarten, denn das "Dérbi do Minho" war restlos ausverkauft. Doch wieder einmal half mir meine Begleitung aus der Patsche und lotste mich in ein Wohnviertel in Stadionnähe, wo die bereits im Vorfeld über Umwege organisierten Karten die Besitzer wechselten. Das war einfach. Aufgrund der Umstände landete ich im Heimblock, was aber völlig in Ordnung war. Wir besorgten uns noch Fanschals und schon waren wir ein Teil des großen Ganzen.
Eine wunderbare Abendstimmung lag über dem Stadion. Mehr als 25.000 Zuschauer waren in gespannter Vorfreude, die Sonne ging hinter den Häuserblöcken langsam unter, auf den Tribünen wurden bengalische Lichter gezündet und als dann noch die Hymne "Sou Vitória" gesungen wurde und wir alle unsere Schals in die Höhe reckten, war Zeit für die ganz großen Fußballemotionen. Das Spiel startete angemessen furios. Nach 10 Minuten führte Guimaraes mit 1:0 und das Stadion eskalierte.
Es gibt bei den Heimfans zwei Stimmungsblöcke. Einen auf der Hintertor-Tribüne und einen auf der Gegengerade. In Anbetracht der hohen Erwartungen muss ich aber zugeben, dass mich beide nicht restlos überzeugten. Die Anzahl an Menschen und Fahnen in den beiden Blöcken war nicht das, was ich erhofft hatte, nachdem ich im Vorfeld schon Videos gesehen hatte. Was man aber klar positiv hervorheben muss, ist die generelle Fußballbegeisterung in der Stadt und die Leidenschaft der Fans auch außerhalb der Kurve.
Die Gäste aus Braga waren mit 3.000 Anhängern sehr solide präsent, konnten aber gegen Guimaraes keine großen Bäume ausreißen. Das Spiel entwickelte sich dann aber zunehmend in Richtung der Gäste. Bruma traf zum 1:1 und provozierte mit einem spontan aufgeblasenen roten Luftballon die Heimkurve. Im zweiten Durchgang trafen die Gäste zum 1:2 und der Ausgleich in der 80. Minute kam dann schon reichlich spät. Guimaraes hätte noch einen Treffer gebraucht, aber stattdessen machte Braga in der Nachspielzeit den Deckel drauf und zementierte mit dem 2:3 die Tabellensituation: Braga beendet die Saison auf Platz 4, Guimaraes auf Rang 5.
1. Liga (P)
Vitória SC - SC Braga 2:3
Estádio Dom Afonso Henriques (Guimaraes)
25.224 Zuschauer (3.000 Gäste)
Nach dem Spiel in Vizela verschlug es mich nach Guimaraes. Ein Sehnsuchtsort im portugiesischen Fußball, denn man erzählt sich, dass es hier eine tolle Fankultur gibt, die man abseits der drei großen Vereine nicht erwarten würde. Ich hatte es besonders gut getroffen, denn der heutige Gegner war der benachbarte Dauerrivale aus Braga, mit dem sich die heimische Viktoria noch um einen Platz im internationalen Wettbewerb stritt. Europa League oder Conference League, heute konnten Entscheidungen fallen.
Das Problem an der Sache war da natürlich die Beschaffung der Eintrittskarten, denn das "Dérbi do Minho" war restlos ausverkauft. Doch wieder einmal half mir meine Begleitung aus der Patsche und lotste mich in ein Wohnviertel in Stadionnähe, wo die bereits im Vorfeld über Umwege organisierten Karten die Besitzer wechselten. Das war einfach. Aufgrund der Umstände landete ich im Heimblock, was aber völlig in Ordnung war. Wir besorgten uns noch Fanschals und schon waren wir ein Teil des großen Ganzen.
Eine wunderbare Abendstimmung lag über dem Stadion. Mehr als 25.000 Zuschauer waren in gespannter Vorfreude, die Sonne ging hinter den Häuserblöcken langsam unter, auf den Tribünen wurden bengalische Lichter gezündet und als dann noch die Hymne "Sou Vitória" gesungen wurde und wir alle unsere Schals in die Höhe reckten, war Zeit für die ganz großen Fußballemotionen. Das Spiel startete angemessen furios. Nach 10 Minuten führte Guimaraes mit 1:0 und das Stadion eskalierte.
Es gibt bei den Heimfans zwei Stimmungsblöcke. Einen auf der Hintertor-Tribüne und einen auf der Gegengerade. In Anbetracht der hohen Erwartungen muss ich aber zugeben, dass mich beide nicht restlos überzeugten. Die Anzahl an Menschen und Fahnen in den beiden Blöcken war nicht das, was ich erhofft hatte, nachdem ich im Vorfeld schon Videos gesehen hatte. Was man aber klar positiv hervorheben muss, ist die generelle Fußballbegeisterung in der Stadt und die Leidenschaft der Fans auch außerhalb der Kurve.
Die Gäste aus Braga waren mit 3.000 Anhängern sehr solide präsent, konnten aber gegen Guimaraes keine großen Bäume ausreißen. Das Spiel entwickelte sich dann aber zunehmend in Richtung der Gäste. Bruma traf zum 1:1 und provozierte mit einem spontan aufgeblasenen roten Luftballon die Heimkurve. Im zweiten Durchgang trafen die Gäste zum 1:2 und der Ausgleich in der 80. Minute kam dann schon reichlich spät. Guimaraes hätte noch einen Treffer gebraucht, aber stattdessen machte Braga in der Nachspielzeit den Deckel drauf und zementierte mit dem 2:3 die Tabellensituation: Braga beendet die Saison auf Platz 4, Guimaraes auf Rang 5.
11.05.2024
1. Liga (P)
FC Vizela - Estrela Amadora 4:0
Estádio do FC Vizela (Vizela)
1.612 Zuschauer (120 Gäste)
Elf der 18 portugiesischen Erstligisten sind im Norden des Landes zu finden. In der 2. Liga sieht das Verhältnis ähnlich aus. Einer der vielen Nord-Klubs, die ich bisher nicht so richtig zuordnen konnte, ist der FC Vizela. Abseits des Fußballkontextes sagte mir der Ortsname nichts. Während meines Portugal-Wochenendes hielt der Spielplan nun aber ein Heimspiel von Vizela bereit und ich stellte erfreut fest, dass der Ort an der Bahnstrecke von Porto nach Guimaraes sehr gut gelegen ist.
Außerdem befindet sich das Stadion keine fünf Kilometer von der Spielstätte von Moreirense entfernt, wo ich vor über zehn Jahren mal einen kalten Freitagabend im Februar verbrachte. Schon interessant, die Region jetzt mal bei Tageslicht zu sehen. Das Stadion des FC Vizela liegt oben auf einem Berg, sodass man nach dem Aufstieg einen guten Blick über die Umgebung hat. Sportlich ist allerdings eher Abstieg das richtige Stichwort, denn die Gastgeber brauchten ein kleines Wunder, um die Liga zu halten.
Sechs Punkte Rückstand bei noch zwei ausstehenden Spielen bedeuteten, selbst beide Spiele gewinnen zu müssen und nebenbei noch zwei Mal auf Schützenhilfe zu hoffen, um wenigstens Relegation spielen zu dürfen. Das dachte ich zumindest zu diesem Zeitpunkt noch. Später erfuhr ich, dass in Portugal der direkte Vergleich mehr zählt als das Torverhältnis. Somit waren meine Rechenspiele über den Haufen geworfen und Vizela bereits abgestiegen, da sie gegen Portimao eine negative Bilanz haben.
Am Stadion angekommen musste ich bei der Eingangskontrolle meine Kamera abgeben. Was in über 400 Stadien kein Problem war, sollte in Vizela nun verboten sein. Die Diskussionen halfen nicht, sodass ich den Fotoapparat am Tickethäuschen deponierte. Glücklicherweise hatte ich hier und beim noch folgenden Abendspiel jeweils eine freundliche Begleitung mit fotofähigem Mobiltelefon, sodass mir die beiden ihre Stadionfotos zur Verfügung stellen, wofür ich mich herzlich bedanke!
Durch die Verzögerung am Eingang kamen wir auf den letzten Drücker, sahen aber noch den Einlauf der Mannschaften. Das Stadion hat eine imposante Haupttribüne, eine kleine Gegentribüne, aber hinter den Toren keinen Platz für Zuschauer. Nach dem Anpfiff formierte sich auf der Haupttribüne eine etwa zwanzigköpfige Pöbel-Fraktion, die dem Spielgeschehen den Rücken zukehrte und lautstark mutmaßlich gegen die Vereinsführung protestierte, die weiter oben saß. Die einzigen, die ihr Team anfeuerten, waren die Gästefans aus Amadora. Allerdings auch nur in der Anfangsphase. Denn auf dem Rasen fing Vizela unerwartet an zu zaubern und traf früh zum 1:0. Die Spieler hatten die Regularien offensichtlich auch nicht verstanden und glaubten noch dran. Mit zunehmender Spielzeit gelang es ihnen, das Ergebnis bis auf 4:0 hochzuschrauben und das Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Lediglich die zwanzigköpfige Gruppe verweigerte bis zum Ende den Applaus. Am Ende ging Vizela mit wehenden Fahnen unter und bescherte den meisten Stadionbesuchern einen netten Abschluss des Erstliga-Abenteuers, dessen Ende vorher schon feststand, zumindest für die Einheimischen.
1. Liga (P)
FC Vizela - Estrela Amadora 4:0
Estádio do FC Vizela (Vizela)
1.612 Zuschauer (120 Gäste)
Elf der 18 portugiesischen Erstligisten sind im Norden des Landes zu finden. In der 2. Liga sieht das Verhältnis ähnlich aus. Einer der vielen Nord-Klubs, die ich bisher nicht so richtig zuordnen konnte, ist der FC Vizela. Abseits des Fußballkontextes sagte mir der Ortsname nichts. Während meines Portugal-Wochenendes hielt der Spielplan nun aber ein Heimspiel von Vizela bereit und ich stellte erfreut fest, dass der Ort an der Bahnstrecke von Porto nach Guimaraes sehr gut gelegen ist.
Außerdem befindet sich das Stadion keine fünf Kilometer von der Spielstätte von Moreirense entfernt, wo ich vor über zehn Jahren mal einen kalten Freitagabend im Februar verbrachte. Schon interessant, die Region jetzt mal bei Tageslicht zu sehen. Das Stadion des FC Vizela liegt oben auf einem Berg, sodass man nach dem Aufstieg einen guten Blick über die Umgebung hat. Sportlich ist allerdings eher Abstieg das richtige Stichwort, denn die Gastgeber brauchten ein kleines Wunder, um die Liga zu halten.
Sechs Punkte Rückstand bei noch zwei ausstehenden Spielen bedeuteten, selbst beide Spiele gewinnen zu müssen und nebenbei noch zwei Mal auf Schützenhilfe zu hoffen, um wenigstens Relegation spielen zu dürfen. Das dachte ich zumindest zu diesem Zeitpunkt noch. Später erfuhr ich, dass in Portugal der direkte Vergleich mehr zählt als das Torverhältnis. Somit waren meine Rechenspiele über den Haufen geworfen und Vizela bereits abgestiegen, da sie gegen Portimao eine negative Bilanz haben.
Am Stadion angekommen musste ich bei der Eingangskontrolle meine Kamera abgeben. Was in über 400 Stadien kein Problem war, sollte in Vizela nun verboten sein. Die Diskussionen halfen nicht, sodass ich den Fotoapparat am Tickethäuschen deponierte. Glücklicherweise hatte ich hier und beim noch folgenden Abendspiel jeweils eine freundliche Begleitung mit fotofähigem Mobiltelefon, sodass mir die beiden ihre Stadionfotos zur Verfügung stellen, wofür ich mich herzlich bedanke!
Durch die Verzögerung am Eingang kamen wir auf den letzten Drücker, sahen aber noch den Einlauf der Mannschaften. Das Stadion hat eine imposante Haupttribüne, eine kleine Gegentribüne, aber hinter den Toren keinen Platz für Zuschauer. Nach dem Anpfiff formierte sich auf der Haupttribüne eine etwa zwanzigköpfige Pöbel-Fraktion, die dem Spielgeschehen den Rücken zukehrte und lautstark mutmaßlich gegen die Vereinsführung protestierte, die weiter oben saß. Die einzigen, die ihr Team anfeuerten, waren die Gästefans aus Amadora. Allerdings auch nur in der Anfangsphase. Denn auf dem Rasen fing Vizela unerwartet an zu zaubern und traf früh zum 1:0. Die Spieler hatten die Regularien offensichtlich auch nicht verstanden und glaubten noch dran. Mit zunehmender Spielzeit gelang es ihnen, das Ergebnis bis auf 4:0 hochzuschrauben und das Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Lediglich die zwanzigköpfige Gruppe verweigerte bis zum Ende den Applaus. Am Ende ging Vizela mit wehenden Fahnen unter und bescherte den meisten Stadionbesuchern einen netten Abschluss des Erstliga-Abenteuers, dessen Ende vorher schon feststand, zumindest für die Einheimischen.
Sonntag, 5. Mai 2024
05.05.2024
2. Liga (D)
SV Wehen-Wiesbaden - Holstein Kiel 0:1
Arena (Wiesbaden)
10.112 Zuschauer (3.000 Gäste)
Die Wiesbadener Arena hatte ich bisher sechs Mal besucht: 2x im Heimblock, 2x auf der Gegengerade, 2x im Gästesektor und nun war es mal an der Zeit, die Haupttribüne auch noch mitzunehmen, sodass ich heute die Tribünen-Komplettierung feiern durfte. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass seit meinem letzten Besuch die Gegengerade neu gebaut wurde und ich da nun auch nochmal hin muss. Es hört nie auf. Der eigentliche Grund meiner Anwesenheit war aber natürlich ein anderer: Die sportliche Brisanz.
Für beide Mannschaften ging es heute um wahnsinnig viel: Wehen steckt tief im Abstiegskampf und Holstein Kiel konnte mit dem ersten Bein die Tür zur Bundesliga aufstoßen. Heute ein Sieg und nächste Woche reicht ein Punkt zum Aufstieg. Bei einer Niederlage hingegen würde es plötzlich nochmal richtig knapp, denn am kommenden Wochenende kommt Fortuna Düsseldorf zum direkten Duell und könnte Holstein überholen. Die Anspannung lag auf beiden Seiten in der Luft und verhinderte ein gut anzuschauendes Spiel.
Zurecht ging es mit einem 0:0 in die Pause, wobei die Gastgeber die besseren Chancen hatten. Im zweiten Durchgang wurde Kiel stärker und murmelte die Pille mit viel Glück über die Linie. Weil der SVWW nichts mehr entgegenzusetzen hatte, gab es den Auswärtssieg und die entsprechende Erleichterung bei allen Gästen. Holstein Kiel steht kurz davor, der erste Bundesligist aus Schleswig-Holstein zu werden. Für die Wehener zahlte sich der Trainerwechsel unter der Woche erstmal nicht aus.
Die Störche wurden von etwa 3.000 Anhängern begleitet, darunter auch etliche Kasseler Fans. In der 60. Minute schepperte der "Hessen Kassel und Holstein Kiel"-Fangesang durchs Stadion, was natürlich eins meiner Highlights war. Ein anderes, eher unerwartetes, Highlight war das kulinarische Angebot. Die Rindswurst war schon gut, aber das Brötchen dazu war sicherlich eines meiner Top 5-Stadionbrötchen aller Zeiten. Über das Wiesbadener Fußballpublikum ist schon viel geschrieben worden. Dass dieses Spiel nicht ausverkauft war, sagt eigentlich schon alles aus.
2. Liga (D)
SV Wehen-Wiesbaden - Holstein Kiel 0:1
Arena (Wiesbaden)
10.112 Zuschauer (3.000 Gäste)
Die Wiesbadener Arena hatte ich bisher sechs Mal besucht: 2x im Heimblock, 2x auf der Gegengerade, 2x im Gästesektor und nun war es mal an der Zeit, die Haupttribüne auch noch mitzunehmen, sodass ich heute die Tribünen-Komplettierung feiern durfte. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass seit meinem letzten Besuch die Gegengerade neu gebaut wurde und ich da nun auch nochmal hin muss. Es hört nie auf. Der eigentliche Grund meiner Anwesenheit war aber natürlich ein anderer: Die sportliche Brisanz.
Für beide Mannschaften ging es heute um wahnsinnig viel: Wehen steckt tief im Abstiegskampf und Holstein Kiel konnte mit dem ersten Bein die Tür zur Bundesliga aufstoßen. Heute ein Sieg und nächste Woche reicht ein Punkt zum Aufstieg. Bei einer Niederlage hingegen würde es plötzlich nochmal richtig knapp, denn am kommenden Wochenende kommt Fortuna Düsseldorf zum direkten Duell und könnte Holstein überholen. Die Anspannung lag auf beiden Seiten in der Luft und verhinderte ein gut anzuschauendes Spiel.
Zurecht ging es mit einem 0:0 in die Pause, wobei die Gastgeber die besseren Chancen hatten. Im zweiten Durchgang wurde Kiel stärker und murmelte die Pille mit viel Glück über die Linie. Weil der SVWW nichts mehr entgegenzusetzen hatte, gab es den Auswärtssieg und die entsprechende Erleichterung bei allen Gästen. Holstein Kiel steht kurz davor, der erste Bundesligist aus Schleswig-Holstein zu werden. Für die Wehener zahlte sich der Trainerwechsel unter der Woche erstmal nicht aus.
Die Störche wurden von etwa 3.000 Anhängern begleitet, darunter auch etliche Kasseler Fans. In der 60. Minute schepperte der "Hessen Kassel und Holstein Kiel"-Fangesang durchs Stadion, was natürlich eins meiner Highlights war. Ein anderes, eher unerwartetes, Highlight war das kulinarische Angebot. Die Rindswurst war schon gut, aber das Brötchen dazu war sicherlich eines meiner Top 5-Stadionbrötchen aller Zeiten. Über das Wiesbadener Fußballpublikum ist schon viel geschrieben worden. Dass dieses Spiel nicht ausverkauft war, sagt eigentlich schon alles aus.
Samstag, 20. April 2024
20.04.2024
4. Liga (D)
SGV Freiberg - Hessen Kassel 1:1
Wasen-Stadion (Freiberg am Neckar)
350 Zuschauer (60 Gäste)
17 Kilometer nördlich von Stuttgart liegt der Ort Freiberg am Neckar. Hier hatte ich vor acht Jahren das Oberliga-Spiel zwischen dem heimischen SGV und dem SSV Reutlingen besucht. Das Spiel fand damals zu meinem Unverständnis auf dem benachbarten Kunstrasen statt, sodass mir klar war: Ich muss nochmal hierher fahren, um das richtige Stadion zu besuchen. Dass ich nun tatsächlich mit Kassel auswärts diese Gelegenheit hatte, war seinerzeit noch eine absurde Vorstellung. Regionalliga-Fußball hier in Freiberg?
Nun allerdings wird in Freiberg sogar schon von der 3. Liga gefaselt. Aber warum? Für wen? Der Ort ist auch an einem Samstag wie ausgestorben und wenn man sich denkt, dass wohl alle beim Fußball sind, dann wird man enttäuscht. In Stuttgart vielleicht, aber hier im Wasen-Stadion verloren sich nur mit Kasseler Hilfe mehr als 300 Leute. Freiberg spielt einen attraktiven Fußball, steht auf Platz 4 der Tabelle, aber der Zuschauerschnitt ist schlechter als der von einigen Reservemannschaften.
Das Stadion besteht aus einer Haupttribüne, wo immerhin ein paar Kinder Fahnen schwenkten, und ansonsten nur ein paar Stufen neben der Tribüne. Dort hat man den Gästeblock errichtet, wo auch die gesamte Infrastruktur für die Gäste im Block integriert wurde. Die Würstchen werden direkt von der Tartanbahn verkauft und von den beiden Dixi-Toiletten aus kann man das Spiel verfolgen, wenn man die Tür offen lässt. Für die Bratwurst werden 4 Euro verlangt, was leider angesichts der Qualität viel zu viel ist.
Auf dem Rasen konnte der KSV das Spiel gut neutralisieren und war bis zur 80. Minute auf dem besten Weg, ein 0:0 zu ermauern. Ich wunderte mich, wie viele Fans im Block nebenbei die anderen Spielstände checkten und ständig rechneten. Aus meiner Sicht besteht keinerlei Abstiegsgefahr mehr. Wir haben im Jahr 2024 erst eine Niederlage einstecken müssen und haben unsere Defensive extrem stabilisiert. So spielt kein Absteiger! In der 80. Minute passierte es dann aber doch und Freiberg traf zur Führung. Doch nur zwei Minuten später egalisierte Unterschiedsspieler Sercan Sararer das Ergebnis wieder und traf gekonnt zum 1:1. Dabei blieb es auch, sodass wir auch aus Freiberg einen Punkt entführen konnten. Die Mannschaft wurde danach noch auf das Pokal-Halbfinale eingeschworen und ich verabschiedete mich in die S-Bahn in Richtung Stuttgart, wo es dann mit dem ICE direkt nach Hause ging.
4. Liga (D)
SGV Freiberg - Hessen Kassel 1:1
Wasen-Stadion (Freiberg am Neckar)
350 Zuschauer (60 Gäste)
17 Kilometer nördlich von Stuttgart liegt der Ort Freiberg am Neckar. Hier hatte ich vor acht Jahren das Oberliga-Spiel zwischen dem heimischen SGV und dem SSV Reutlingen besucht. Das Spiel fand damals zu meinem Unverständnis auf dem benachbarten Kunstrasen statt, sodass mir klar war: Ich muss nochmal hierher fahren, um das richtige Stadion zu besuchen. Dass ich nun tatsächlich mit Kassel auswärts diese Gelegenheit hatte, war seinerzeit noch eine absurde Vorstellung. Regionalliga-Fußball hier in Freiberg?
Nun allerdings wird in Freiberg sogar schon von der 3. Liga gefaselt. Aber warum? Für wen? Der Ort ist auch an einem Samstag wie ausgestorben und wenn man sich denkt, dass wohl alle beim Fußball sind, dann wird man enttäuscht. In Stuttgart vielleicht, aber hier im Wasen-Stadion verloren sich nur mit Kasseler Hilfe mehr als 300 Leute. Freiberg spielt einen attraktiven Fußball, steht auf Platz 4 der Tabelle, aber der Zuschauerschnitt ist schlechter als der von einigen Reservemannschaften.
Das Stadion besteht aus einer Haupttribüne, wo immerhin ein paar Kinder Fahnen schwenkten, und ansonsten nur ein paar Stufen neben der Tribüne. Dort hat man den Gästeblock errichtet, wo auch die gesamte Infrastruktur für die Gäste im Block integriert wurde. Die Würstchen werden direkt von der Tartanbahn verkauft und von den beiden Dixi-Toiletten aus kann man das Spiel verfolgen, wenn man die Tür offen lässt. Für die Bratwurst werden 4 Euro verlangt, was leider angesichts der Qualität viel zu viel ist.
Auf dem Rasen konnte der KSV das Spiel gut neutralisieren und war bis zur 80. Minute auf dem besten Weg, ein 0:0 zu ermauern. Ich wunderte mich, wie viele Fans im Block nebenbei die anderen Spielstände checkten und ständig rechneten. Aus meiner Sicht besteht keinerlei Abstiegsgefahr mehr. Wir haben im Jahr 2024 erst eine Niederlage einstecken müssen und haben unsere Defensive extrem stabilisiert. So spielt kein Absteiger! In der 80. Minute passierte es dann aber doch und Freiberg traf zur Führung. Doch nur zwei Minuten später egalisierte Unterschiedsspieler Sercan Sararer das Ergebnis wieder und traf gekonnt zum 1:1. Dabei blieb es auch, sodass wir auch aus Freiberg einen Punkt entführen konnten. Die Mannschaft wurde danach noch auf das Pokal-Halbfinale eingeschworen und ich verabschiedete mich in die S-Bahn in Richtung Stuttgart, wo es dann mit dem ICE direkt nach Hause ging.
Sonntag, 17. März 2024
17.03.2024
5. Liga (D)
1. Hanauer FC - Adler Weidenhausen 0:2
Heinrich-Sonnrein-Sportanlage (Hanau)
150 Zuschauer (25 Gäste)
Wenn man lange genug zurückblickt, dann gehörte Hanau zu den absoluten Fußball-Hochburgen in Deutschland. Der 1. Hanauer FC ist der älteste hessische Fußballverein, der vor dem 1. Weltkrieg einige Erfolge feiern konnte, ebenso wie der TSV 1860 Hanau, wo später Rudi Völler das Fußballspielen erlernte. Doch die Zeiten ändern sich: Der Hanauer FC stürzte bis in die Kreisliga ab und spielt überregional schon seit Jahrzehnten keine Rolle mehr. Immerhin hat man sich wieder bis in die Oberliga hochgekämpft.
Und tatsächlich ist der HFC dort nicht der einzige Hanauer Verein, denn auch der Hanauer SC hat es sich in der Liga gemütlich gemacht. Der Sportclub als junger Verein aus dem Jahr 1960 ist in den letzten Jahren zum Platzhirsch in Hanau geworden, der seine Heimspiele im großen Herbert-Dröse-Stadion austragen darf, wo der HFC von 1951 bis 1999 spielte. Nun ist er 900 Meter entfernt beheimatet: Man muss nur ein kleines Stück durch den Wald gehen, um zur Heinrich-Sonnrein-Sportanlage zu gelangen.
Hier ist alles viel kleiner, übersichtlicher und nur der Name des Sportplatzes erinnert an den früheren Nationalspieler Sonnrein, der auf Vereinsebene ausschließlich für den HFC auflief. Damit es hier überhaupt einen Ausbau gibt, hat man auf der Hauptseite eine vierstufige Sitzplatz-Tribüne zusammengeschraubt, aber das Highlight findet man auf der gegenüberliegenden Seite, wo die Fanszene aus Hanau sich ihre eigene kleine Stehtribüne aus Bierkästen zusammengebaut hat.
Die Zuschauerzahlen beim HFC sind schwach, aber der harte Kern ist fantechnisch wohl das stabilste, was die Hessenliga derzeit zu bieten hat. Vor und hinter dem 24 Mann-Block hingen insgesamt sechs Zaunfahnen, außerdem hatten die Fans eine Trommel und sangen regelmäßig ihre Lieder. Der heutige Gegner aus dem nordhessischen Weidenhausen hatte 25 Fans mitgebracht, von denen sich acht zu den Hanauern auf deren Bierkasten-Tribüne stellen durften, sich mit Fangesängen aber bis auf eine Ausnahme zurückhielten. Sportlich hätten sie allen Grund zur Ekstase gehabt, denn ihre Mannschaft gewann das eminent wichtige Spiel im Kampf um den Klassenerhalt mit 2:0.
5. Liga (D)
1. Hanauer FC - Adler Weidenhausen 0:2
Heinrich-Sonnrein-Sportanlage (Hanau)
150 Zuschauer (25 Gäste)
Wenn man lange genug zurückblickt, dann gehörte Hanau zu den absoluten Fußball-Hochburgen in Deutschland. Der 1. Hanauer FC ist der älteste hessische Fußballverein, der vor dem 1. Weltkrieg einige Erfolge feiern konnte, ebenso wie der TSV 1860 Hanau, wo später Rudi Völler das Fußballspielen erlernte. Doch die Zeiten ändern sich: Der Hanauer FC stürzte bis in die Kreisliga ab und spielt überregional schon seit Jahrzehnten keine Rolle mehr. Immerhin hat man sich wieder bis in die Oberliga hochgekämpft.
Und tatsächlich ist der HFC dort nicht der einzige Hanauer Verein, denn auch der Hanauer SC hat es sich in der Liga gemütlich gemacht. Der Sportclub als junger Verein aus dem Jahr 1960 ist in den letzten Jahren zum Platzhirsch in Hanau geworden, der seine Heimspiele im großen Herbert-Dröse-Stadion austragen darf, wo der HFC von 1951 bis 1999 spielte. Nun ist er 900 Meter entfernt beheimatet: Man muss nur ein kleines Stück durch den Wald gehen, um zur Heinrich-Sonnrein-Sportanlage zu gelangen.
Hier ist alles viel kleiner, übersichtlicher und nur der Name des Sportplatzes erinnert an den früheren Nationalspieler Sonnrein, der auf Vereinsebene ausschließlich für den HFC auflief. Damit es hier überhaupt einen Ausbau gibt, hat man auf der Hauptseite eine vierstufige Sitzplatz-Tribüne zusammengeschraubt, aber das Highlight findet man auf der gegenüberliegenden Seite, wo die Fanszene aus Hanau sich ihre eigene kleine Stehtribüne aus Bierkästen zusammengebaut hat.
Die Zuschauerzahlen beim HFC sind schwach, aber der harte Kern ist fantechnisch wohl das stabilste, was die Hessenliga derzeit zu bieten hat. Vor und hinter dem 24 Mann-Block hingen insgesamt sechs Zaunfahnen, außerdem hatten die Fans eine Trommel und sangen regelmäßig ihre Lieder. Der heutige Gegner aus dem nordhessischen Weidenhausen hatte 25 Fans mitgebracht, von denen sich acht zu den Hanauern auf deren Bierkasten-Tribüne stellen durften, sich mit Fangesängen aber bis auf eine Ausnahme zurückhielten. Sportlich hätten sie allen Grund zur Ekstase gehabt, denn ihre Mannschaft gewann das eminent wichtige Spiel im Kampf um den Klassenerhalt mit 2:0.
Samstag, 2. März 2024
02.03.2024
4. Liga (D)
SV Babelsberg 03 - BFC Dynamo 1:1
Karl-Liebknecht-Stadion (Potsdam)
4.165 Zuschauer (600 Gäste)
Mit dem SV Babelsberg und dem BFC Dynamo trafen heute zwei Mannschaften aufeinander, die ich noch nie hatte spielen gesehen. Mehr noch: Ich hatte überhaupt in Brandenburg noch nie ein Fußballspiel gesehen. Und da ich alle anderen 15 Bundesländer bereits mit einem Spiel besucht hatte, konnte ich heute die Bundesländer-Komplettierung feiern. Während Liga-Komplettierungen durch Neubauten, Auf- und Abstiege sehr fragil sind, dürfte diese Komplettierung hoffentlich von langer Dauer sein.
Bei schönem Frühlingswetter ging es zu Fuß ins gut gelegene Karl-Liebknecht-Stadion. Als neutraler Beobachter eignet sich hier ein Haupttribünen-Platz umso mehr, da auf allen anderen drei Seiten kleinere und größere aktive Fangruppen ihren Standort haben und man hier überall was zu gucken hat. Die Babelsberger aktiven Fans teilen sich auf die überdachte Hintertortribüne und die Gegengerade auf, wobei Letztere somit ganz nah bei den Gästefans hinter dem anderen Tor stehen.
Heute hätte man auch ohne vereinszugehörige Fanbekleidung bei den meisten Besuchern erkannt, in welchen Block sie gehören. Die Fans aus Babelsberg und vom BFC trennen politische und ideologische Überzeugungen. Links gegen Rechts, um es kurz zu machen. In Anbetracht dessen war ich erstaunt, wie wenig Hass in der Luft lag. Es gab zwar eine Spielunterbrechung nach Böllerwürfen und Schmähgesänge, aber viel mehr passierte nicht. Die Zuschauer blieben diszipliniert in ihren Blöcken.
Für den BFC geht es noch um den Aufstieg in die 3. Liga. Deshalb galt es für sie, beim nicht viel schlechter platzierten, aber punktemäßig abgeschlagenen SVB möglichst einen Dreier einzufahren. Das Spiel war aber ausgeglichen. Es ging hin und her ohne viele Torchancen. Die Tore fielen erst nach der Spielunterbrechung: Erst das 1:0 für Babelsberg durch einen direkt verwandelten Eckstoß und dann in der Nachspielzeit noch der Ausgleich, was den Gästeblock zum Explodieren brachte. Ein eskalierender Torjubel als intensiver Schlusspunkt eines ansonsten entspannten Nachmittags.
4. Liga (D)
SV Babelsberg 03 - BFC Dynamo 1:1
Karl-Liebknecht-Stadion (Potsdam)
4.165 Zuschauer (600 Gäste)
Mit dem SV Babelsberg und dem BFC Dynamo trafen heute zwei Mannschaften aufeinander, die ich noch nie hatte spielen gesehen. Mehr noch: Ich hatte überhaupt in Brandenburg noch nie ein Fußballspiel gesehen. Und da ich alle anderen 15 Bundesländer bereits mit einem Spiel besucht hatte, konnte ich heute die Bundesländer-Komplettierung feiern. Während Liga-Komplettierungen durch Neubauten, Auf- und Abstiege sehr fragil sind, dürfte diese Komplettierung hoffentlich von langer Dauer sein.
Bei schönem Frühlingswetter ging es zu Fuß ins gut gelegene Karl-Liebknecht-Stadion. Als neutraler Beobachter eignet sich hier ein Haupttribünen-Platz umso mehr, da auf allen anderen drei Seiten kleinere und größere aktive Fangruppen ihren Standort haben und man hier überall was zu gucken hat. Die Babelsberger aktiven Fans teilen sich auf die überdachte Hintertortribüne und die Gegengerade auf, wobei Letztere somit ganz nah bei den Gästefans hinter dem anderen Tor stehen.
Heute hätte man auch ohne vereinszugehörige Fanbekleidung bei den meisten Besuchern erkannt, in welchen Block sie gehören. Die Fans aus Babelsberg und vom BFC trennen politische und ideologische Überzeugungen. Links gegen Rechts, um es kurz zu machen. In Anbetracht dessen war ich erstaunt, wie wenig Hass in der Luft lag. Es gab zwar eine Spielunterbrechung nach Böllerwürfen und Schmähgesänge, aber viel mehr passierte nicht. Die Zuschauer blieben diszipliniert in ihren Blöcken.
Für den BFC geht es noch um den Aufstieg in die 3. Liga. Deshalb galt es für sie, beim nicht viel schlechter platzierten, aber punktemäßig abgeschlagenen SVB möglichst einen Dreier einzufahren. Das Spiel war aber ausgeglichen. Es ging hin und her ohne viele Torchancen. Die Tore fielen erst nach der Spielunterbrechung: Erst das 1:0 für Babelsberg durch einen direkt verwandelten Eckstoß und dann in der Nachspielzeit noch der Ausgleich, was den Gästeblock zum Explodieren brachte. Ein eskalierender Torjubel als intensiver Schlusspunkt eines ansonsten entspannten Nachmittags.
Freitag, 1. März 2024
01.03.2024
2. Liga (D)
Hertha BSC - Holstein Kiel 2:2
Olympiastadion (Berlin)
46.835 Zuschauer (8.000 Gäste)
Nachdem ich bei meinen letzten Besuchen im Berliner Olympiastadion RB Leipzig und die TSG Hoffenheim ertragen musste, ergab sich heute die Gelegenheit, mit Hertha gegen Holstein Kiel eine vernünftige Begegnung besuchen zu dürfen, von denen es in der 2. Liga aber sowieso mehr gibt als im Oberhaus. Dass an diesem Spieltag keine Mannschaft von den ersten acht Tabellenplätzen ihr Spiel gewinnen konnte, liegt vielleicht auch einfach daran, dass niemand hoch will. Verstehen kann ich es.
Wenn es darum geht, schon vor dem Anpfiff so richtig Lust auf Fußball zu bekommen, dann ist das Olympiastadion einer der besten Standorte in Deutschland. Wenn an einem Freitagabend hinter dem Marathontor die Sonne untergeht, man sich an den zahlreichen Verpflegungsstellen im Stadionumfeld eingedeckt hat und dann Zehntausende die wunderbare Hertha-Hymne singen, dann schwebt man schon auf einer kleinen Wolke. Die Kieler Fans trugen mit Pyrotechnik ihren Teil zur Flutlicht-Atmosphäre bei.
Mein Sitzplatz war nah an der Ostkurve, sodass ich die Hertha-Fans permanent hörte und die Holstein-Anhänger nur sporadisch. Bei dem sehr gut gefüllten Gästeblock wäre da sicher noch mehr gegangen. Ich freute mich aber über diverse Hessen Kassel-Fanutensilien die man dort erspähen konnte. Etwas enttäuschend war Kiel vor allem auf dem grünen Rasen. Da kam zunächst fast gar nichts. Die Hertha machte ihr Ding und hatte Tabakovic, was zu einer 2:0-Pausenführung reichte, die sogar bis zur 80. Minute hielt.
Dass Kiel dann aber tatsächlich nochmal zurückkam und mithilfe des Videoschiedsrichters sogar noch ausgleichen konnte, ist auf der einen Seite unglaublich, zeigt auf der anderen Seite aber vielleicht einfach, warum Spitzenmannschaften oben stehen. Im entscheidenden Moment muss man effektiv sein und auswärts in Berlin einen Punkt mitzunehmen klingt dann am Ende völlig okay. Nach dem Spiel kam es noch zu Störungen im S-Bahn-Verkehr, wodurch ich am Westkreuz noch Zeit hatte, freundschaftliche Kontakte zu knüpfen. In meiner Unterkunft angekommen, war ich dann aber froh, dass ich die Beine hochlegen durfte nach einem aktiven Tag und gelungenem Start ins Wochenende.
2. Liga (D)
Hertha BSC - Holstein Kiel 2:2
Olympiastadion (Berlin)
46.835 Zuschauer (8.000 Gäste)
Nachdem ich bei meinen letzten Besuchen im Berliner Olympiastadion RB Leipzig und die TSG Hoffenheim ertragen musste, ergab sich heute die Gelegenheit, mit Hertha gegen Holstein Kiel eine vernünftige Begegnung besuchen zu dürfen, von denen es in der 2. Liga aber sowieso mehr gibt als im Oberhaus. Dass an diesem Spieltag keine Mannschaft von den ersten acht Tabellenplätzen ihr Spiel gewinnen konnte, liegt vielleicht auch einfach daran, dass niemand hoch will. Verstehen kann ich es.
Wenn es darum geht, schon vor dem Anpfiff so richtig Lust auf Fußball zu bekommen, dann ist das Olympiastadion einer der besten Standorte in Deutschland. Wenn an einem Freitagabend hinter dem Marathontor die Sonne untergeht, man sich an den zahlreichen Verpflegungsstellen im Stadionumfeld eingedeckt hat und dann Zehntausende die wunderbare Hertha-Hymne singen, dann schwebt man schon auf einer kleinen Wolke. Die Kieler Fans trugen mit Pyrotechnik ihren Teil zur Flutlicht-Atmosphäre bei.
Mein Sitzplatz war nah an der Ostkurve, sodass ich die Hertha-Fans permanent hörte und die Holstein-Anhänger nur sporadisch. Bei dem sehr gut gefüllten Gästeblock wäre da sicher noch mehr gegangen. Ich freute mich aber über diverse Hessen Kassel-Fanutensilien die man dort erspähen konnte. Etwas enttäuschend war Kiel vor allem auf dem grünen Rasen. Da kam zunächst fast gar nichts. Die Hertha machte ihr Ding und hatte Tabakovic, was zu einer 2:0-Pausenführung reichte, die sogar bis zur 80. Minute hielt.
Dass Kiel dann aber tatsächlich nochmal zurückkam und mithilfe des Videoschiedsrichters sogar noch ausgleichen konnte, ist auf der einen Seite unglaublich, zeigt auf der anderen Seite aber vielleicht einfach, warum Spitzenmannschaften oben stehen. Im entscheidenden Moment muss man effektiv sein und auswärts in Berlin einen Punkt mitzunehmen klingt dann am Ende völlig okay. Nach dem Spiel kam es noch zu Störungen im S-Bahn-Verkehr, wodurch ich am Westkreuz noch Zeit hatte, freundschaftliche Kontakte zu knüpfen. In meiner Unterkunft angekommen, war ich dann aber froh, dass ich die Beine hochlegen durfte nach einem aktiven Tag und gelungenem Start ins Wochenende.
Samstag, 24. Februar 2024
24.02.2024
Hessenpokal - Achtelfinale (D)
FC Gießen - Hessen Kassel 2:4 i.E.
Waldstadion (Gießen)
1.012 Zuschauer (350 Gäste)
Während andere Regionalligen schon längst wieder im Spielbetrieb sind, geht die Restrunde in der Südwest-Staffel erst im März wieder los. Eine Woche vorher wartete nun allerdings schon ein Leckerbissen zur Einstimmung: Das Achtelfinale im Hessenpokal! Nachdem Wehen-Wiesbaden in die 2. Liga aufgestiegen ist, nehmen sie nicht mehr am Hessenpokal teil, sodass es dort nun keinen klaren Favoriten gibt, da in der 3. Liga keine hessische Mannschaft mehr spielt. Der Pokalwettbewerb ist also völlig offen.
Fünf Regionalligisten, fünf Oberligisten und sechs unterklassige Teams kämpfen um den Einzug in den DFB-Pokal. Unser KSV bekam zunächst ein Auswärtsspiel beim FC Gießen zugelost, der sich mitten im Rennen um den Regionalliga-Aufstieg befindet. Eine knifflige Aufgabe, aber umso größer war die Motivation, unsere Löwen heute zu unterstützen. Den Weg zum Waldstadion kannte ich schon, da ich hier sowohl das Stadion, als auch den Nebenplatz schon besucht hatte.
Das hielt mich allerdings nicht davon ab, mit dem Bus eine Station zu weit zu fahren. Wer zum Gästeblock will, sollte vor der Station "Waldstadion" aussteigen. Stattdessen fuhr ich weiter und mit dem Verlassen des Busses setzte Platzregen ein. Ich rettete mich gerade noch zum Haupteingang und löste ein Ticket für die Tribüne, um ein Dach zu haben. Dort angekommen, zogen die Wolken vorüber und die Sonne kam raus. Ich wechselte sofort die Seite, um trocken zu werden. Die sinnloseste Haupttribünen-Karte meines Lebens.
Immerhin hatte ich mir durch die Karte auch eine ziemliche Bewegungsfreiheit erkauft. Ich zog mit einer wirklich guten Bratwurst durchs weite Rund und verfolgte das Geschehen auf Rasen und Rängen aus allen möglichen Perspektiven. Der Gästeblock war gut gefüllt und peitschte unsere Mannschaft nach vorne. Von den Gießenern kamen nur vereinzelte Schlachtrufe. Aus Kasseler Sicht hörte sich das gut an und sah sportlich auch ganz gut aus. In der 1. Halbzeit gelang ein Lattenschuss, aber es blieb beim 0:0.
In der Pause verließ ich das Stadion, drehte eine große Runde um das gesamte Areal und kam irgendwann beim Gästeblock an, wo alle Türen geschlossen waren. Ich drückte eine Klinke runter und öffnete mit einem Quietschen das Tor zum Gästeblock, was sofort einen Mann mit Security-Jacke auf den Plan rief. Ich argumentierte schlüssig, dass ich mit meiner teuren Haupttribünen-Karte jedes Recht auf einen Tribünenwechsel hatte und dem Mann mit der Jacke fiel dann nichts besseres ein, als meine Karte ein zweites Mal einzureißen. Sekunden später verschwand ich mitten im Block, denn ich wollte unsere Mannschaft jetzt auch nach vorne brüllen. Die 2. Halbzeit war schwächer und es wurde ein echtes 0:0-Spiel. Seit der letzten Saison gehört der Hessische Fußball-Verband auch zu den Landesverbänden, die bei Unentschieden nach 90 Minuten sofort zum Elfmeterschießen bitten und auf die Verlängerung verzichten. Eigentlich bin ich kein Freund von der Regel, aber in Anbetracht der Kälte und der großen Wahrscheinlichkeit, dass hier sowieso keine Tore mehr gefallen wären, konnte ich ganz gut damit leben, dass es zu einer schnellen Entscheidung kam. In meinem bisherigen Leben hatte ich den KSV drei Mal live im Elfmeterschießen gesehen und immer hatte er gewonnen. Eine wirklich schöne Serie, die heute eine Fortsetzung fand, denn unser Keeper Langhoff parierte zwei Elfmeter, während unsere Schützen alle trafen. Puh, das war knapp, aber dennoch ein gelungener Start ins neue Jahr!
Hessenpokal - Achtelfinale (D)
FC Gießen - Hessen Kassel 2:4 i.E.
Waldstadion (Gießen)
1.012 Zuschauer (350 Gäste)
Während andere Regionalligen schon längst wieder im Spielbetrieb sind, geht die Restrunde in der Südwest-Staffel erst im März wieder los. Eine Woche vorher wartete nun allerdings schon ein Leckerbissen zur Einstimmung: Das Achtelfinale im Hessenpokal! Nachdem Wehen-Wiesbaden in die 2. Liga aufgestiegen ist, nehmen sie nicht mehr am Hessenpokal teil, sodass es dort nun keinen klaren Favoriten gibt, da in der 3. Liga keine hessische Mannschaft mehr spielt. Der Pokalwettbewerb ist also völlig offen.
Fünf Regionalligisten, fünf Oberligisten und sechs unterklassige Teams kämpfen um den Einzug in den DFB-Pokal. Unser KSV bekam zunächst ein Auswärtsspiel beim FC Gießen zugelost, der sich mitten im Rennen um den Regionalliga-Aufstieg befindet. Eine knifflige Aufgabe, aber umso größer war die Motivation, unsere Löwen heute zu unterstützen. Den Weg zum Waldstadion kannte ich schon, da ich hier sowohl das Stadion, als auch den Nebenplatz schon besucht hatte.
Das hielt mich allerdings nicht davon ab, mit dem Bus eine Station zu weit zu fahren. Wer zum Gästeblock will, sollte vor der Station "Waldstadion" aussteigen. Stattdessen fuhr ich weiter und mit dem Verlassen des Busses setzte Platzregen ein. Ich rettete mich gerade noch zum Haupteingang und löste ein Ticket für die Tribüne, um ein Dach zu haben. Dort angekommen, zogen die Wolken vorüber und die Sonne kam raus. Ich wechselte sofort die Seite, um trocken zu werden. Die sinnloseste Haupttribünen-Karte meines Lebens.
Immerhin hatte ich mir durch die Karte auch eine ziemliche Bewegungsfreiheit erkauft. Ich zog mit einer wirklich guten Bratwurst durchs weite Rund und verfolgte das Geschehen auf Rasen und Rängen aus allen möglichen Perspektiven. Der Gästeblock war gut gefüllt und peitschte unsere Mannschaft nach vorne. Von den Gießenern kamen nur vereinzelte Schlachtrufe. Aus Kasseler Sicht hörte sich das gut an und sah sportlich auch ganz gut aus. In der 1. Halbzeit gelang ein Lattenschuss, aber es blieb beim 0:0.
In der Pause verließ ich das Stadion, drehte eine große Runde um das gesamte Areal und kam irgendwann beim Gästeblock an, wo alle Türen geschlossen waren. Ich drückte eine Klinke runter und öffnete mit einem Quietschen das Tor zum Gästeblock, was sofort einen Mann mit Security-Jacke auf den Plan rief. Ich argumentierte schlüssig, dass ich mit meiner teuren Haupttribünen-Karte jedes Recht auf einen Tribünenwechsel hatte und dem Mann mit der Jacke fiel dann nichts besseres ein, als meine Karte ein zweites Mal einzureißen. Sekunden später verschwand ich mitten im Block, denn ich wollte unsere Mannschaft jetzt auch nach vorne brüllen. Die 2. Halbzeit war schwächer und es wurde ein echtes 0:0-Spiel. Seit der letzten Saison gehört der Hessische Fußball-Verband auch zu den Landesverbänden, die bei Unentschieden nach 90 Minuten sofort zum Elfmeterschießen bitten und auf die Verlängerung verzichten. Eigentlich bin ich kein Freund von der Regel, aber in Anbetracht der Kälte und der großen Wahrscheinlichkeit, dass hier sowieso keine Tore mehr gefallen wären, konnte ich ganz gut damit leben, dass es zu einer schnellen Entscheidung kam. In meinem bisherigen Leben hatte ich den KSV drei Mal live im Elfmeterschießen gesehen und immer hatte er gewonnen. Eine wirklich schöne Serie, die heute eine Fortsetzung fand, denn unser Keeper Langhoff parierte zwei Elfmeter, während unsere Schützen alle trafen. Puh, das war knapp, aber dennoch ein gelungener Start ins neue Jahr!
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