09.02.2018
1. Liga (B)
KRC Genk - SV Zulte-Waregem 3:1
Thyl Gheyselinckstadion (Genk)
12.000 Zuschauer (150 Gäste)
Unweit der belgisch-niederländischen Grenze bei Maastricht liegt auf belgischer Seite die Kleinstadt Genk. Dieser Ort hat sich in den vergangenen beiden Jahrzehnten auch auf der europäischen Fußball-Landkarte etabliert. Drei Mal wurde man belgischer Meister, zwei Mal schaffte es der KRC in die Gruppenphase der Championsleague, wo Real Madrid, Chelsea und anderen Schwergewichten immerhin ein paar Punkte geklaut wurden, auch wenn Genk stets früh ausschied. An diesem Freitagabend stand ein Ligaspiel gegen Zulte-Waregem auf dem Programm.
Zwischen September und April beklage ich ja gerne mal die zu niedrigen Temperaturen im Stadion. Diesmal war es aber wirklich frostig wie selten zuvor. Das Thermometer hatte sich zu der späten Anstoßzeit längst in den Minusbereich verabschiedet und es kam noch ein unangenehmer Schneefall hinzu, der unsere Sitzplätze komplett durchnässt hatte. Das große Glück des Abends war, dass kein Ordner etwas dagegen hatte, dass wir in den etwas geschützteren Oberrang flüchteten. Aber auch so blieb es leider ein Spiel, bei dem man dem Abpfiff entgegen zitterte.
Denn alles, was im Stadion passierte, reichte nicht aus, um die Zuschauer in ihren Bann zu ziehen. Das Spiel endete mit 3:1 standesgemäß und war über weite Strecken sehr fehlerhaft auf beiden Seiten. Das Stadion ist ein langweiliger Neubau, in dem beide Fanszenen nur unteres Mittelmaß erreichten. Okay, das kennt man aus Belgien nicht anders, aber ein bisschen lauter hätte es trotzdem sein dürfen. So blieb es beim Fazit: Hauptsache kein 0:0, abhaken und weiter.
Freitag, 9. Februar 2018
Freitag, 2. Februar 2018
02.02.2018
3. Liga (D)
SV Wehen-Wiesbaden - Karlsruher SC 1:1
Brita-Arena (Wiesbaden)
4.860 Zuschauer (2.500 Gäste)
Diese Partie konnte als Spitzenspiel bezeichnet werden. Zu sehen war davon allerdings nicht sehr viel. Mit dem ersten Vorstoß ging Karlsruhe glücklich in Führung und weil der SV Wehen nicht allzu viel unternahm und kurz vor der Halbzeit durch eine Rote Karte dezimiert wurde, schien sich der KSC sicher zu sein, dass das schon zum Auswärtssieg reichen würde. Doch die Gastgeber trafen kurz vor Schluss ebenfalls ein wenig aus dem Nichts ins Tor, sodass am Ende ein Ergebnis heraussprang, das man schon hätte ahnen können, weil es für beide Seiten ganz akzeptabel ist.
Ich war eher wegen der Stimmung gekommen und musste bis zur 65. Minute warten, als der verspätete Sonderzug aus Karlsruhe endlich eingetroffen war. Der Anpfiff war extra um 15 Minuten nach hinten verlegt worden, sodass die KSC-Ultras immerhin 25 statt nur 10 Minuten sehen konnten. Bis zu ihrem Eintreffen kam die Stimmung im Gästeblock aus verschiedenen Bereichen und auch wenn es immer wieder Pausen gab, wurde es doch sehr laut und alle Karlsruher schienen hochmotiviert zu sein. Einer übertrieb es und versuchte sich als Flitzer.
3. Liga (D)
SV Wehen-Wiesbaden - Karlsruher SC 1:1
Brita-Arena (Wiesbaden)
4.860 Zuschauer (2.500 Gäste)
Diese Partie konnte als Spitzenspiel bezeichnet werden. Zu sehen war davon allerdings nicht sehr viel. Mit dem ersten Vorstoß ging Karlsruhe glücklich in Führung und weil der SV Wehen nicht allzu viel unternahm und kurz vor der Halbzeit durch eine Rote Karte dezimiert wurde, schien sich der KSC sicher zu sein, dass das schon zum Auswärtssieg reichen würde. Doch die Gastgeber trafen kurz vor Schluss ebenfalls ein wenig aus dem Nichts ins Tor, sodass am Ende ein Ergebnis heraussprang, das man schon hätte ahnen können, weil es für beide Seiten ganz akzeptabel ist.
Ich war eher wegen der Stimmung gekommen und musste bis zur 65. Minute warten, als der verspätete Sonderzug aus Karlsruhe endlich eingetroffen war. Der Anpfiff war extra um 15 Minuten nach hinten verlegt worden, sodass die KSC-Ultras immerhin 25 statt nur 10 Minuten sehen konnten. Bis zu ihrem Eintreffen kam die Stimmung im Gästeblock aus verschiedenen Bereichen und auch wenn es immer wieder Pausen gab, wurde es doch sehr laut und alle Karlsruher schienen hochmotiviert zu sein. Einer übertrieb es und versuchte sich als Flitzer.
Für die Karlsruher Fanszene war der Spielverlauf natürlich sehr unglücklich. Gerade als sie endlich vollzählig waren, fiel das Gegentor. Ich hätte mir einen späten KSC-Siegtreffer gewünscht, um den Gästeblock so richtig eskalieren zu sehen, was mit Sicherheit passiert wäre. Die Fans vom SV Wehen blieben im Rahmen ihrer begrenzten Möglichkeiten. Die Außenblöcke der Tribüne waren sogar gesperrt, sodass ich Grenzen austesten konnte und es einigen Kindern gleichtat, die mutig das Absperrband übersprangen. Aber klar, an den Karlsruher Flitzer, der vom ganzen Stadion gefeiert wurde, kamen wir damit nicht heran.
Sonntag, 14. Januar 2018
14.01.2018
Testspiel (D)
Schwarz-Weiß Wiesbaden - SpVgg Hochheim 3:3
Sportanlage Rheinhöhe, KR1 (Wiesbaden)
30 Zuschauer (5 Gäste)
Die Sportanlage Rheinhöhe besteht aus drei Kunstrasenplätzen, die von Schwarz-Weiß, Blau-Gelb und VfR Wiesbaden bespielt werden. Der Platz von Schwarz-Weiß hat mit drei Stufen den besten Ausbau, ein kleines Gebäude schützt zudem ein bisschen vor dem Wind. Am heutigen Sonntag empfing man den eine Klasse höher spielenden Neuntligisten SpVgg Hochheim zum Testspiel. Nach einem 1:3-Pausenrückstand konnte Schwarz-Weiß noch zum 3:3-Endstand ausgleichen. Zudem gab es mehrere Aluminiumtreffer auf beiden Seiten.
Einen gewissen Unterhaltungsfaktor bot der Schiedsrichter, der lautstark seine (Fehl)entscheidungen kommentierte. "Er trifft erst mit dem Kopf und dann den Mann. Das gehört zum Fußball dabei!" Angenehm war, dass eine kleine Verpflegungsstelle geöffnet hatte, wo den frierenden Zuschauern Rindswurst mit einer Scheibe Brot für 2 Euro gereicht wurde. Sicherlich kein Highlight, aber besser als nichts. Abhaken und noch zwei Mal für die anderen beiden Plätze wiederkommen...
Testspiel (D)
Schwarz-Weiß Wiesbaden - SpVgg Hochheim 3:3
Sportanlage Rheinhöhe, KR1 (Wiesbaden)
30 Zuschauer (5 Gäste)
Die Sportanlage Rheinhöhe besteht aus drei Kunstrasenplätzen, die von Schwarz-Weiß, Blau-Gelb und VfR Wiesbaden bespielt werden. Der Platz von Schwarz-Weiß hat mit drei Stufen den besten Ausbau, ein kleines Gebäude schützt zudem ein bisschen vor dem Wind. Am heutigen Sonntag empfing man den eine Klasse höher spielenden Neuntligisten SpVgg Hochheim zum Testspiel. Nach einem 1:3-Pausenrückstand konnte Schwarz-Weiß noch zum 3:3-Endstand ausgleichen. Zudem gab es mehrere Aluminiumtreffer auf beiden Seiten.
Einen gewissen Unterhaltungsfaktor bot der Schiedsrichter, der lautstark seine (Fehl)entscheidungen kommentierte. "Er trifft erst mit dem Kopf und dann den Mann. Das gehört zum Fußball dabei!" Angenehm war, dass eine kleine Verpflegungsstelle geöffnet hatte, wo den frierenden Zuschauern Rindswurst mit einer Scheibe Brot für 2 Euro gereicht wurde. Sicherlich kein Highlight, aber besser als nichts. Abhaken und noch zwei Mal für die anderen beiden Plätze wiederkommen...
Sonntag, 7. Januar 2018
07.01.2018
3. Liga (P)
SG Sacavenense - CD Mafra 1:0
Campo do Sacavenense (Sacavém)
250 Zuschauer (50 Gäste)
Die dritte portugiesische Liga ist zu dieser Saison mal wieder umstrukturiert worden. Man spielt jetzt in fünf Gruppen, was aus meiner Sicht eine ganz gute Idee ist. Ganz vorne an der Tabellenspitze der Gruppe D steht CD Mafra, die einst Sympathiepunkte bei mir sammelten durch eine sehr schöne Sportanlage und ein paar positiv verrückte Fans. Nach knapp vier Jahren freute ich mich nun sehr darauf, sie wiederzusehen. Zum Spitzenspiel gastierte Mafra in Sacavém, einem Ort, der unmittelbar an Lissabon grenzt und mit dem Zug gut zu erreichen ist.
Nun lag es an Sacavenense, auch ein paar Sympathiepunkte zu sammeln und das gelang ihnen problemlos. Zunächst einmal punkteten sie durch das Stadion. Zwei schöne Tribünen, die eigentlich beide den Mitgliedern vorbehalten waren, aber im Gegensatz zu manch anderem Sportplatz wurde hier nicht kontrolliert, sodass man sich frei bewegen konnte. Die Gäste bekamen die Hälfte der Gegentribüne, die durch einen Zaun getrennt wurde, aber auch dort konnte ich durchspazieren. Ein besonderes Highlight war die Spielertreppe. Ein Traum.
Womit ich allerdings gar nicht gerechnet hatte, war eine Fanszene. Doch tatsächlich wurde eine Fahne geschwenkt und eine kleine Gruppe sang fröhlich vor sich hin. Große Erfolge konnte der Verein noch nie feiern. Seit 2014 ist Sacavenense drittklassig, vorher dümpelte man auch schonmal in der 6. Liga herum. Dass sich da trotzdem ein paar Jungs zusammentun und was auf die Beine stellen, finde ich stark. Auch bei Mafra waren erfreulich viele Fans mit Fankleidung anwesend, ohne sich allerdings lautstark bemerkbar zu machen.
Das Duell des Vierten gegen den Ersten war ein Duell auf Augenhöhe. Beide Mannschaften spielten auf Sieg, doch zunächst traf nur Sacavenense kurz vor der Halbzeit zum 1:0. Der ganz große Druck von Mafra in der zweiten Halbzeit blieb aus, doch trotzdem hatte man die große Chance zum Ausgleich: In der 87. Minute gab es einen Elfmeter. Das kannte ich doch schon von Benfica gegen Sporting. Und auch Setúbal gegen Estoril wurde kurz vor Schluss per Standardsituation auf Unentschieden gestellt. Doch diesmal kam es anders: Der Elfmeter wurde gehalten und Sacavém jubelte über einen Sieg gegen den Spitzenreiter.
3. Liga (P)
SG Sacavenense - CD Mafra 1:0
Campo do Sacavenense (Sacavém)
250 Zuschauer (50 Gäste)
Die dritte portugiesische Liga ist zu dieser Saison mal wieder umstrukturiert worden. Man spielt jetzt in fünf Gruppen, was aus meiner Sicht eine ganz gute Idee ist. Ganz vorne an der Tabellenspitze der Gruppe D steht CD Mafra, die einst Sympathiepunkte bei mir sammelten durch eine sehr schöne Sportanlage und ein paar positiv verrückte Fans. Nach knapp vier Jahren freute ich mich nun sehr darauf, sie wiederzusehen. Zum Spitzenspiel gastierte Mafra in Sacavém, einem Ort, der unmittelbar an Lissabon grenzt und mit dem Zug gut zu erreichen ist.
Nun lag es an Sacavenense, auch ein paar Sympathiepunkte zu sammeln und das gelang ihnen problemlos. Zunächst einmal punkteten sie durch das Stadion. Zwei schöne Tribünen, die eigentlich beide den Mitgliedern vorbehalten waren, aber im Gegensatz zu manch anderem Sportplatz wurde hier nicht kontrolliert, sodass man sich frei bewegen konnte. Die Gäste bekamen die Hälfte der Gegentribüne, die durch einen Zaun getrennt wurde, aber auch dort konnte ich durchspazieren. Ein besonderes Highlight war die Spielertreppe. Ein Traum.
Womit ich allerdings gar nicht gerechnet hatte, war eine Fanszene. Doch tatsächlich wurde eine Fahne geschwenkt und eine kleine Gruppe sang fröhlich vor sich hin. Große Erfolge konnte der Verein noch nie feiern. Seit 2014 ist Sacavenense drittklassig, vorher dümpelte man auch schonmal in der 6. Liga herum. Dass sich da trotzdem ein paar Jungs zusammentun und was auf die Beine stellen, finde ich stark. Auch bei Mafra waren erfreulich viele Fans mit Fankleidung anwesend, ohne sich allerdings lautstark bemerkbar zu machen.
Das Duell des Vierten gegen den Ersten war ein Duell auf Augenhöhe. Beide Mannschaften spielten auf Sieg, doch zunächst traf nur Sacavenense kurz vor der Halbzeit zum 1:0. Der ganz große Druck von Mafra in der zweiten Halbzeit blieb aus, doch trotzdem hatte man die große Chance zum Ausgleich: In der 87. Minute gab es einen Elfmeter. Das kannte ich doch schon von Benfica gegen Sporting. Und auch Setúbal gegen Estoril wurde kurz vor Schluss per Standardsituation auf Unentschieden gestellt. Doch diesmal kam es anders: Der Elfmeter wurde gehalten und Sacavém jubelte über einen Sieg gegen den Spitzenreiter.
Donnerstag, 4. Januar 2018
04.01.2018
1. Liga (P)
Vitória Setúbal - Estoril Praia 2:2
Estádio do Bonfim (Setúbal)
3.374 Zuschauer (50 Gäste)
Das Abstiegsgespenst trieb sich in der ersten Januarwoche in Setúbal herum. Die heimische Vitória empfing Estoril Praia zum Duell Letzter gegen Vorletzter. Abgeschlagen sind beide Mannschaften noch längst nicht, aber trotzdem wird es Zeit zu punkten, um das Gespenst in den Norden des Landes zu schicken, wo es noch einige Kandidaten gibt, die sich auch Gedanken um den Ligaverbleib machen müssen. Die portugiesische Liga ist in den entscheidenden Tabellenbereichen extrem spannend, auch wenn sie dafür nicht besonders ausgeglichen ist.
Der Eintritt war frei, es gab die Tickets einfach kostenlos. Vielleicht auch deshalb, um zu diesem wichtigen Spiel besonders viele Zuschauer zu mobilisieren. Mit mehr als 3.000 Stadiongängern kann man in dieser Tabellenregion tatsächlich schon von einer guten Zahl sprechen. Die Fanszenen, jeweils mit etwa 50 Leuten am Start, positionierten sich in Randlagen und sorgten für ein wenig Stimmung in diesem schönen alten Stadion, in dem man gerne mal eine Zeitreise machen würde in eine Epoche, in der hier mal alle Tribünen geöffnet waren.
Der Videobeweis, der so gar nicht an einen nostalgischen Ort wie diesen passte, verhinderte ein Tor in der ersten Hälfte. Die vier Treffer fielen daher alle im zweiten Durchgang. Zuerst zwei Mal Setúbal, das somit schon wie der sichere Sieger aussah, doch dann traf auch Estoril noch zwei Mal ins gegnerische Netz. Wie schon am Vortag fiel der Ausgleich ganz kurz vor Schluss und wiederum nutzte dieses Ergebnis keinem von beiden so wirklich. Aber wiederum gilt: Die Saison ist noch lang, man befindet sich hier immer noch in der Hinrunde. Ich würde beiden Vereinen den Klassenerhalt gönnen.
1. Liga (P)
Vitória Setúbal - Estoril Praia 2:2
Estádio do Bonfim (Setúbal)
3.374 Zuschauer (50 Gäste)
Das Abstiegsgespenst trieb sich in der ersten Januarwoche in Setúbal herum. Die heimische Vitória empfing Estoril Praia zum Duell Letzter gegen Vorletzter. Abgeschlagen sind beide Mannschaften noch längst nicht, aber trotzdem wird es Zeit zu punkten, um das Gespenst in den Norden des Landes zu schicken, wo es noch einige Kandidaten gibt, die sich auch Gedanken um den Ligaverbleib machen müssen. Die portugiesische Liga ist in den entscheidenden Tabellenbereichen extrem spannend, auch wenn sie dafür nicht besonders ausgeglichen ist.
Der Eintritt war frei, es gab die Tickets einfach kostenlos. Vielleicht auch deshalb, um zu diesem wichtigen Spiel besonders viele Zuschauer zu mobilisieren. Mit mehr als 3.000 Stadiongängern kann man in dieser Tabellenregion tatsächlich schon von einer guten Zahl sprechen. Die Fanszenen, jeweils mit etwa 50 Leuten am Start, positionierten sich in Randlagen und sorgten für ein wenig Stimmung in diesem schönen alten Stadion, in dem man gerne mal eine Zeitreise machen würde in eine Epoche, in der hier mal alle Tribünen geöffnet waren.
Der Videobeweis, der so gar nicht an einen nostalgischen Ort wie diesen passte, verhinderte ein Tor in der ersten Hälfte. Die vier Treffer fielen daher alle im zweiten Durchgang. Zuerst zwei Mal Setúbal, das somit schon wie der sichere Sieger aussah, doch dann traf auch Estoril noch zwei Mal ins gegnerische Netz. Wie schon am Vortag fiel der Ausgleich ganz kurz vor Schluss und wiederum nutzte dieses Ergebnis keinem von beiden so wirklich. Aber wiederum gilt: Die Saison ist noch lang, man befindet sich hier immer noch in der Hinrunde. Ich würde beiden Vereinen den Klassenerhalt gönnen.
Mittwoch, 3. Januar 2018
03.01.2018
1.Liga (P)
SL Benfica - Sporting CP 1:1
Estádio da Luz (Lissabon)
61.996 Zuschauer (5.000 Gäste)
Kann das Jahr schöner starten als mit einem Derby? In Lissabon trafen wieder einmal Benfica und Sporting aufeinander und wieder einmal ist das Duell auch sportlich extrem brisant, da sich die beiden Lissabonner Mannschaften mit dem FC Porto in einem engen Dreikampf um die Meisterschaft streiten. Im Gegensatz zu den Vorjahren steht diesmal allerdings Sporting etwas besser da als Benfica. Bei einer Niederlage hätten die Gastgeber schon sechs Punkte Rückstand auf die beiden Rivalen. Dementsprechend mussten sie heute etwas liefern.
Der Anpfiff ertönte zu später Stunde um 21:30 Uhr Ortszeit. Die Stimmung war hervorragend. Man spürte es knistern, alle waren heiß auf das Spiel. Damit sind weniger die aktiven Fanszenen gemeint, die eher durchschnittliche Leistungen brachten. Benfica war optisch wie gewohnt eher minimalistisch unterwegs. Akustisch war bei beiden Lagern Luft nach oben. Aber dafür rastete das Sitzplatz-Publikum immer wieder aus. Man hatte das Gefühl, dass alle gekommen waren, um mit ihrem Team mitzufiebern und nicht, weil es cool ist, mal beim Derby dabeigewesen zu sein.
Benfica hatte die Chancen, aber Sporting machte das Tor. 1:0 zur Halbzeit. Und als es gerade so aussah, als könnten die Grün-Weißen einen schmeichelhaften Sieg einfahren, bekam Benfica in der 87. Minute noch einen Handelfmeter zugesprochen. Der Strafstoß wurde verwandelt und so stand es am Ende Unentschieden, was dem zeitgleich siegreichen FC Porto am meisten half. Für mich als neutralen Beobachter ein schöner Start ins neue Jahr: Das zweitteuerste Spiel meines Lebens, dafür aber auch mit den zweitmeisten Zuschauern - und das zur spätesten Uhrzeit, zu der ich jemals ein Spiel live gesehen habe.
1.Liga (P)
SL Benfica - Sporting CP 1:1
Estádio da Luz (Lissabon)
61.996 Zuschauer (5.000 Gäste)
Kann das Jahr schöner starten als mit einem Derby? In Lissabon trafen wieder einmal Benfica und Sporting aufeinander und wieder einmal ist das Duell auch sportlich extrem brisant, da sich die beiden Lissabonner Mannschaften mit dem FC Porto in einem engen Dreikampf um die Meisterschaft streiten. Im Gegensatz zu den Vorjahren steht diesmal allerdings Sporting etwas besser da als Benfica. Bei einer Niederlage hätten die Gastgeber schon sechs Punkte Rückstand auf die beiden Rivalen. Dementsprechend mussten sie heute etwas liefern.
Der Anpfiff ertönte zu später Stunde um 21:30 Uhr Ortszeit. Die Stimmung war hervorragend. Man spürte es knistern, alle waren heiß auf das Spiel. Damit sind weniger die aktiven Fanszenen gemeint, die eher durchschnittliche Leistungen brachten. Benfica war optisch wie gewohnt eher minimalistisch unterwegs. Akustisch war bei beiden Lagern Luft nach oben. Aber dafür rastete das Sitzplatz-Publikum immer wieder aus. Man hatte das Gefühl, dass alle gekommen waren, um mit ihrem Team mitzufiebern und nicht, weil es cool ist, mal beim Derby dabeigewesen zu sein.
Benfica hatte die Chancen, aber Sporting machte das Tor. 1:0 zur Halbzeit. Und als es gerade so aussah, als könnten die Grün-Weißen einen schmeichelhaften Sieg einfahren, bekam Benfica in der 87. Minute noch einen Handelfmeter zugesprochen. Der Strafstoß wurde verwandelt und so stand es am Ende Unentschieden, was dem zeitgleich siegreichen FC Porto am meisten half. Für mich als neutralen Beobachter ein schöner Start ins neue Jahr: Das zweitteuerste Spiel meines Lebens, dafür aber auch mit den zweitmeisten Zuschauern - und das zur spätesten Uhrzeit, zu der ich jemals ein Spiel live gesehen habe.
Dienstag, 19. Dezember 2017
19.12.2017
DFB-Pokal-Achtelfinale (D)
Mainz 05 - VfB Stuttgart 3:1
Opel-Arena (Mainz)
22.143 Zuschauer (6.000 Gäste)
Der Reiz dieses Pokalspiels lag darin, dass völlig offen war, wer hier als Sieger hervorgehen könnte. Der VfB hatte gut mobilisiert und so war der Großteil der Hintertortribüne und Teile der Gegengeraden in Stuttgarter Hand. Aber auch die Mainzer Fanszene war bemerkenswert gut aufgelegt. So eine gute Stimmung habe ich in diesem Stadion noch nie erlebt. Alle waren heiß auf die nächste Runde. Zum Glück galt das auch für die Spieler. Sofort ab dem Anpfiff ging es munter hin und her. Zur Halbzeit führten die Gäste, es hätte aber auch anders herum sein können.
Im zweiten Durchgang bekam Stuttgart einen Elfmeter zugesprochen. Doch der Mainzer Schlussmann parierte - eine Schlüsselszene. Denn von nun an übernahm Mainz das Kommando und schoss ein Tor nach dem anderen. Ein tolles Fußballspiel! Am Ende stand es 3:1 für die Rheinhessen, sie hatten das Spiel gedreht. Stuttgart dagegen schien sich in der Schlussphase seinem Schicksal gefügt zu haben. Da fehlte der ganz große Drang, das Powerplay in den letzten Minuten, in denen der Torwart mit nach vorne geht und man das Gefühl hat, dass noch was geht.
Der Stuttgarter Anhang war bedient. Mit einem gellenden Pfeifkonzert und wüsten Beschimpfungen wurden die VfB-Spieler verabschiedet. Ziemlich überzogen, denn der VfB hatte ein gutes Spiel gemacht, immerhin als Aufsteiger. Ein bisschen Demut würde den Schwaben gut tun, aber dort wird ja schon wieder von Europa gesprochen. Zufrieden fuhr ich nach Hause, denn diesmal hatte ich wirklich ein Spiel erlebt, wie man es sich wünscht: Stimmungsvoll, spannend, hochklassig. Oder wie es die Sportschau später am Abend formulierte: "Wer heute nicht dabei gewesen ist, der sollte sich grämen. Das war ein richtig geiler Fußballabend."
DFB-Pokal-Achtelfinale (D)
Mainz 05 - VfB Stuttgart 3:1
Opel-Arena (Mainz)
22.143 Zuschauer (6.000 Gäste)
Der Reiz dieses Pokalspiels lag darin, dass völlig offen war, wer hier als Sieger hervorgehen könnte. Der VfB hatte gut mobilisiert und so war der Großteil der Hintertortribüne und Teile der Gegengeraden in Stuttgarter Hand. Aber auch die Mainzer Fanszene war bemerkenswert gut aufgelegt. So eine gute Stimmung habe ich in diesem Stadion noch nie erlebt. Alle waren heiß auf die nächste Runde. Zum Glück galt das auch für die Spieler. Sofort ab dem Anpfiff ging es munter hin und her. Zur Halbzeit führten die Gäste, es hätte aber auch anders herum sein können.
Im zweiten Durchgang bekam Stuttgart einen Elfmeter zugesprochen. Doch der Mainzer Schlussmann parierte - eine Schlüsselszene. Denn von nun an übernahm Mainz das Kommando und schoss ein Tor nach dem anderen. Ein tolles Fußballspiel! Am Ende stand es 3:1 für die Rheinhessen, sie hatten das Spiel gedreht. Stuttgart dagegen schien sich in der Schlussphase seinem Schicksal gefügt zu haben. Da fehlte der ganz große Drang, das Powerplay in den letzten Minuten, in denen der Torwart mit nach vorne geht und man das Gefühl hat, dass noch was geht.
Der Stuttgarter Anhang war bedient. Mit einem gellenden Pfeifkonzert und wüsten Beschimpfungen wurden die VfB-Spieler verabschiedet. Ziemlich überzogen, denn der VfB hatte ein gutes Spiel gemacht, immerhin als Aufsteiger. Ein bisschen Demut würde den Schwaben gut tun, aber dort wird ja schon wieder von Europa gesprochen. Zufrieden fuhr ich nach Hause, denn diesmal hatte ich wirklich ein Spiel erlebt, wie man es sich wünscht: Stimmungsvoll, spannend, hochklassig. Oder wie es die Sportschau später am Abend formulierte: "Wer heute nicht dabei gewesen ist, der sollte sich grämen. Das war ein richtig geiler Fußballabend."
Samstag, 16. Dezember 2017
16.12.2017
6. Liga (D)
SG Oberliederbach - FSV Fernwald 2:3
Sportanlage Wachenheimer Straße, KR (Liederbach)
75 Zuschauer (5 Gäste)
Zuletzt hatte ich drei Wochenenden am Stück Pech mit Spielabsagen. Nun sollte es ausgerechnet am letzten Wochenende vor dem Weihnachtswochenende doch noch einmal klappen mit Amateurfußball. Die SG Oberliederbach holte ein vor zwei Wochen ausgefallenes Spiel gegen Fernwald in der Verbandsliga Hessen Mitte nach. Manch ein Zuschauer beschwerte sich zwar darüber, dass das Spiel nicht im neuen Jahr ausgetragen wurde, doch eine gute Handvoll Groundhopper auf dem Sportgelände freute sich über den unerwarteten Extra-Termin.
Die Anlage besteht aus einem Rasen- und einem Kunstrasenplatz, wobei der Kunstrasenplatz den besseren Ausbau hat: Stufen auf zwei Seiten, hinter dem Tor sogar so etwas wie ein Oberrang. Der Makel war das kulinarische Angebot: Es gab keinen Grill. In der Halbzeitpause fragte ich im Vereinsheim, ob es denn etwas zu essen gebe. Zunächst bekam ich einen ungläubigen Blick zugeworfen, doch dann wurde aus dem Hinterzimmer eine lauwarme Rindswurst und ein trockenes Brötchen gezaubert, das lieblos daneben gelegt wurde. Naja, das geht echt besser.
Oberliederbach hatte fünf Spiele in Folge verloren und war auf den vorletzten Platz abgerutscht. Hoffnung auf einen oder drei Punkte begründete sich hauptsächlich dadurch, dass man spekulierte, dass sich bei Fernwald schon Spieler im Weihnachtsurlaub befänden. Lange Zeit sah es jedenfalls gar nicht schlecht aus für die Gastgeber, die nach 0:1 plötzlich mit 2:1 führten und dann doch noch zum 2:3 alles herschenkten. Eine unnötige Niederlage bei frostigen Temperaturen. Ich hätte mich über einen erneuten Ausgleich zwar gefreut, doch gegen den pünktlichen Abpfiff hatte ich auch nichts einzuwenden.
6. Liga (D)
SG Oberliederbach - FSV Fernwald 2:3
Sportanlage Wachenheimer Straße, KR (Liederbach)
75 Zuschauer (5 Gäste)
Zuletzt hatte ich drei Wochenenden am Stück Pech mit Spielabsagen. Nun sollte es ausgerechnet am letzten Wochenende vor dem Weihnachtswochenende doch noch einmal klappen mit Amateurfußball. Die SG Oberliederbach holte ein vor zwei Wochen ausgefallenes Spiel gegen Fernwald in der Verbandsliga Hessen Mitte nach. Manch ein Zuschauer beschwerte sich zwar darüber, dass das Spiel nicht im neuen Jahr ausgetragen wurde, doch eine gute Handvoll Groundhopper auf dem Sportgelände freute sich über den unerwarteten Extra-Termin.
Die Anlage besteht aus einem Rasen- und einem Kunstrasenplatz, wobei der Kunstrasenplatz den besseren Ausbau hat: Stufen auf zwei Seiten, hinter dem Tor sogar so etwas wie ein Oberrang. Der Makel war das kulinarische Angebot: Es gab keinen Grill. In der Halbzeitpause fragte ich im Vereinsheim, ob es denn etwas zu essen gebe. Zunächst bekam ich einen ungläubigen Blick zugeworfen, doch dann wurde aus dem Hinterzimmer eine lauwarme Rindswurst und ein trockenes Brötchen gezaubert, das lieblos daneben gelegt wurde. Naja, das geht echt besser.
Oberliederbach hatte fünf Spiele in Folge verloren und war auf den vorletzten Platz abgerutscht. Hoffnung auf einen oder drei Punkte begründete sich hauptsächlich dadurch, dass man spekulierte, dass sich bei Fernwald schon Spieler im Weihnachtsurlaub befänden. Lange Zeit sah es jedenfalls gar nicht schlecht aus für die Gastgeber, die nach 0:1 plötzlich mit 2:1 führten und dann doch noch zum 2:3 alles herschenkten. Eine unnötige Niederlage bei frostigen Temperaturen. Ich hätte mich über einen erneuten Ausgleich zwar gefreut, doch gegen den pünktlichen Abpfiff hatte ich auch nichts einzuwenden.
Dienstag, 12. Dezember 2017
12.12.2017
1. Liga (D)
Mainz 05 - Borussia Dortmund 0:2
Opel-Arena (Mainz)
32.976 Zuschauer (7.000 Gäste)
Die Zeiten, in denen man vor der Geschäftsstelle zelten musste, um Karten für ein Spiel gegen Borussia Dortmund zu bekommen, sind wohl ein Stück weit vorbei. Zumindest wenn das Spiel im Dezember unter der Woche angesetzt ist. So blieben tatsächlich einige Plätze im Mainzer Stadion leer, obwohl jeder Besucher von sich behaupten durfte, beim ersten Pflichtspiel von Peter Stöger als BVB-Trainer dabeigewesen zu sein. Vielleicht beginnt ja eine neue Ära? Nun, ich war auch vor 19 Jahren beim ersten Pflichtspiel von Ailton in Deutschland live dabei und ahnte schon Großes.
Borussia Dortmund gewann verdient, aber unspektakulär. Der BVB war noch verunsichert und ein guter Gegner hätte ihn schlagen können, aber Mainz 05 brachte ziemlich wenig auf den Platz. Ein Schuss an die Latte, und sonst? Der unbedingte Wille fehlte genauso wie das spielerische Können und es ist zu erwarten, dass der FSV noch ordentliche Probleme im Abstiegskampf bekommen wird. Um mich herum stand eine Gruppe Franzosen, die beständig das Spielgeschehen kommentierte und am Ende auch nicht mehr zu sagen wusste als "C'est la vie".
Schwarz-Gelb wurde wie gewohnt von tausenden Zuschauern unterstützt, wobei nur das untere Drittel des Fanblocks 90 Minuten lang durchsang. Nach den Toren und nach Spielende wurde es brachial laut. Schade, dass nicht öfter alle Gästefans mitzogen. Zwischendurch war es immer wieder sehr leise. Auf Mainzer Seite war hauptsächlich der Vorsänger per Lautsprecher zu hören und in den Randblöcken sang praktisch niemand mit. Allerdings war es nun auch wirklich kein nervenaufreibendes Spiel, bei dem die Emotionen hochkochten.
1. Liga (D)
Mainz 05 - Borussia Dortmund 0:2
Opel-Arena (Mainz)
32.976 Zuschauer (7.000 Gäste)
Die Zeiten, in denen man vor der Geschäftsstelle zelten musste, um Karten für ein Spiel gegen Borussia Dortmund zu bekommen, sind wohl ein Stück weit vorbei. Zumindest wenn das Spiel im Dezember unter der Woche angesetzt ist. So blieben tatsächlich einige Plätze im Mainzer Stadion leer, obwohl jeder Besucher von sich behaupten durfte, beim ersten Pflichtspiel von Peter Stöger als BVB-Trainer dabeigewesen zu sein. Vielleicht beginnt ja eine neue Ära? Nun, ich war auch vor 19 Jahren beim ersten Pflichtspiel von Ailton in Deutschland live dabei und ahnte schon Großes.
Borussia Dortmund gewann verdient, aber unspektakulär. Der BVB war noch verunsichert und ein guter Gegner hätte ihn schlagen können, aber Mainz 05 brachte ziemlich wenig auf den Platz. Ein Schuss an die Latte, und sonst? Der unbedingte Wille fehlte genauso wie das spielerische Können und es ist zu erwarten, dass der FSV noch ordentliche Probleme im Abstiegskampf bekommen wird. Um mich herum stand eine Gruppe Franzosen, die beständig das Spielgeschehen kommentierte und am Ende auch nicht mehr zu sagen wusste als "C'est la vie".
Schwarz-Gelb wurde wie gewohnt von tausenden Zuschauern unterstützt, wobei nur das untere Drittel des Fanblocks 90 Minuten lang durchsang. Nach den Toren und nach Spielende wurde es brachial laut. Schade, dass nicht öfter alle Gästefans mitzogen. Zwischendurch war es immer wieder sehr leise. Auf Mainzer Seite war hauptsächlich der Vorsänger per Lautsprecher zu hören und in den Randblöcken sang praktisch niemand mit. Allerdings war es nun auch wirklich kein nervenaufreibendes Spiel, bei dem die Emotionen hochkochten.
Sonntag, 19. November 2017
19.11.2017
8. Liga (D)
SpVgg Sonnenberg - Schierstein 08 4:2
Sportplatz Spitzkippel (Wiesbaden)
120 Zuschauer (50 Gäste)
Um nicht von einem Spielausfall überrascht zu werden, sucht man sich im Winter dann doch gerne mal einen Kunstrasenplatz aus. Im Nordosten Wiesbadens spielt die SpVgg Sonnenberg auf einer netten kleinen Anlage. Hier kostet alles 3 Euro: Der Eintritt, die Bratwurst, Kürbissuppe und Kartoffelpuffer. Das kulinarische Angebot weiß direkt zu überraschen. Die Bratwurst schmeckt gut, aber leider wird sie zu einer faden Scheibe Brot gereicht. Sowas erlebt man doch sonst nur im Norden. Getränke gibt es nur im Vereinsheim, in dem Bundesliga auf Leinwand gezeigt wird.
Aber wer möchte schon Bundesliga gucken? Auch mein drittes Spiel der Kreisoberliga Wiesbaden innerhalb von fünf Wochen wusste spielerisch wirklich zu überzeugen. Flott ging es hin und her. Es wurden Eckbälle scharf hereingezirkelt, Freistöße direkt in den Winkel verwandelt. Es wurde kombiniert und pariert. Es wurde gegrätscht und geschmissen. In der Halbzeit ging ich ins Vereinsheim und sah mir 15 Minuten lang Schalke gegen Hamburg an. Ein elendes Ballgeschiebe! Ein Glück, dass ich das nicht länger sehen musste.
Verblüffend war, dass auch der Tabellenletzte aus Schierstein, den ich ja neulich noch 2:5 hatte verlieren sehen, diesmal ein überragendes Spiel machte. Sie waren in der ersten Halbzeit die klar bessere Mannschaft und brachen leider im zweiten Abschnitt ein, sodass sie wieder mit einer Mütze voll Gegentoren nach Hause fuhren. Es waren viele Gästezuschauer mit dabei, diesmal allerdings ohne die vier Zaunfahnen. Auf der Heimseite wurde in erster Linie gegen den Schiedsrichter gepöbelt, gar von einem "Skandal" war die Rede. Einfach nur herrlich überzogen.
8. Liga (D)
SpVgg Sonnenberg - Schierstein 08 4:2
Sportplatz Spitzkippel (Wiesbaden)
120 Zuschauer (50 Gäste)
Um nicht von einem Spielausfall überrascht zu werden, sucht man sich im Winter dann doch gerne mal einen Kunstrasenplatz aus. Im Nordosten Wiesbadens spielt die SpVgg Sonnenberg auf einer netten kleinen Anlage. Hier kostet alles 3 Euro: Der Eintritt, die Bratwurst, Kürbissuppe und Kartoffelpuffer. Das kulinarische Angebot weiß direkt zu überraschen. Die Bratwurst schmeckt gut, aber leider wird sie zu einer faden Scheibe Brot gereicht. Sowas erlebt man doch sonst nur im Norden. Getränke gibt es nur im Vereinsheim, in dem Bundesliga auf Leinwand gezeigt wird.
Aber wer möchte schon Bundesliga gucken? Auch mein drittes Spiel der Kreisoberliga Wiesbaden innerhalb von fünf Wochen wusste spielerisch wirklich zu überzeugen. Flott ging es hin und her. Es wurden Eckbälle scharf hereingezirkelt, Freistöße direkt in den Winkel verwandelt. Es wurde kombiniert und pariert. Es wurde gegrätscht und geschmissen. In der Halbzeit ging ich ins Vereinsheim und sah mir 15 Minuten lang Schalke gegen Hamburg an. Ein elendes Ballgeschiebe! Ein Glück, dass ich das nicht länger sehen musste.
Verblüffend war, dass auch der Tabellenletzte aus Schierstein, den ich ja neulich noch 2:5 hatte verlieren sehen, diesmal ein überragendes Spiel machte. Sie waren in der ersten Halbzeit die klar bessere Mannschaft und brachen leider im zweiten Abschnitt ein, sodass sie wieder mit einer Mütze voll Gegentoren nach Hause fuhren. Es waren viele Gästezuschauer mit dabei, diesmal allerdings ohne die vier Zaunfahnen. Auf der Heimseite wurde in erster Linie gegen den Schiedsrichter gepöbelt, gar von einem "Skandal" war die Rede. Einfach nur herrlich überzogen.
Dienstag, 14. November 2017
10.11.2017
4. Liga (D)
Eintracht Stadtallendorf - Hessen Kassel 3:1
Herrenwaldstadion (Stadtallendorf)
2.150 Zuschauer (400 Gäste)
Stadtallendorf erlebt derzeit ein kleines Fußball-Märchen. Die kleine Stadt in der Nähe von Marburg hat es ohne das große Geld, sondern stattdessen mit guter Arbeit überraschend in die Regionalliga geschafft. Und während andere Vereine, die irgendwie mal für ein Jahr in die vierte Liga geraten, weiterhin hauptsächlich ihr Oberliga-Publikum anlocken und dann sang- und klanglos wieder absteigen, geht in Stadtallendorf ein bisschen die Post ab. Längst wird überall über die kleine Fanszene und das gute Abschneiden in der Liga gesprochen.
Vor wenigen Wochen war der KSV schon einmal hier zu Gast, als er im Hessenpokal mit 8:7 im Elfmeterschießen gewann. Damals konnte ich es nicht einrichten, also musste ich diesmal hinfahren. Freitagabend im November, strömender Regen und seit zehn Ligaspielen kein Sieg mehr für den KSV: Die Vorfreude wäre normalerweise überschaubar gewesen. Doch mit Stadtallendorf wartete ein wirklich interessanter Gegner. Die Stadt liegt nur 80 Kilometer entfernt von Kassel, sodass manch einer in dem Duell schon fast ein wenig Derbycharakter sah.
Der KSV führte früh und verlor dann doch mit 1:3. Der Wurm ist drin. Elf Spiele ohne Sieg. Es sieht böse aus, aber die Fans stehen weiterhin voll hinter der Mannschaft, das könnte am Ende hoffentlich entscheidend zu unseren Gunsten sein. Die Eintracht-Fans stehen auch hinter ihrem Team, aber die erleben ja auch gerade das Hoch ihres Lebens. Zu welchem Verein die wohl früher alle gegangen sind? In der Oberliga hat man jedenfalls nichts von ihnen gehört. Sie singen geklaute Lieder, aber sie singen schön melodisch, das hört sich gut an. Spielbezogen ist es nicht. Man könnte meinen, sie hätten im Sommer ein Praktikum in einer italienischen Kurve gemacht. Nach dem Abpfiff, als ein Dutzend Kinder auf den Platz stürmte und die Kasseler Spieler provozierte und auch die ersten Kasseler Fans den Zaun schon überwunden hatten, machte ich mich lieber auf den Weg zum Auto. Auch wenn es nur 80 Kilometer sind - an der Autobahn liegt Stadtallendorf leider nicht und so ging es mit mehreren Umleitungen durch schrecklich düstere Dörfer, über Feldwege und weiter in die tiefe hessische Novembernacht. Ein Vorgeschmack auf die Hessenliga?
4. Liga (D)
Eintracht Stadtallendorf - Hessen Kassel 3:1
Herrenwaldstadion (Stadtallendorf)
2.150 Zuschauer (400 Gäste)
Stadtallendorf erlebt derzeit ein kleines Fußball-Märchen. Die kleine Stadt in der Nähe von Marburg hat es ohne das große Geld, sondern stattdessen mit guter Arbeit überraschend in die Regionalliga geschafft. Und während andere Vereine, die irgendwie mal für ein Jahr in die vierte Liga geraten, weiterhin hauptsächlich ihr Oberliga-Publikum anlocken und dann sang- und klanglos wieder absteigen, geht in Stadtallendorf ein bisschen die Post ab. Längst wird überall über die kleine Fanszene und das gute Abschneiden in der Liga gesprochen.
Vor wenigen Wochen war der KSV schon einmal hier zu Gast, als er im Hessenpokal mit 8:7 im Elfmeterschießen gewann. Damals konnte ich es nicht einrichten, also musste ich diesmal hinfahren. Freitagabend im November, strömender Regen und seit zehn Ligaspielen kein Sieg mehr für den KSV: Die Vorfreude wäre normalerweise überschaubar gewesen. Doch mit Stadtallendorf wartete ein wirklich interessanter Gegner. Die Stadt liegt nur 80 Kilometer entfernt von Kassel, sodass manch einer in dem Duell schon fast ein wenig Derbycharakter sah.
Der KSV führte früh und verlor dann doch mit 1:3. Der Wurm ist drin. Elf Spiele ohne Sieg. Es sieht böse aus, aber die Fans stehen weiterhin voll hinter der Mannschaft, das könnte am Ende hoffentlich entscheidend zu unseren Gunsten sein. Die Eintracht-Fans stehen auch hinter ihrem Team, aber die erleben ja auch gerade das Hoch ihres Lebens. Zu welchem Verein die wohl früher alle gegangen sind? In der Oberliga hat man jedenfalls nichts von ihnen gehört. Sie singen geklaute Lieder, aber sie singen schön melodisch, das hört sich gut an. Spielbezogen ist es nicht. Man könnte meinen, sie hätten im Sommer ein Praktikum in einer italienischen Kurve gemacht. Nach dem Abpfiff, als ein Dutzend Kinder auf den Platz stürmte und die Kasseler Spieler provozierte und auch die ersten Kasseler Fans den Zaun schon überwunden hatten, machte ich mich lieber auf den Weg zum Auto. Auch wenn es nur 80 Kilometer sind - an der Autobahn liegt Stadtallendorf leider nicht und so ging es mit mehreren Umleitungen durch schrecklich düstere Dörfer, über Feldwege und weiter in die tiefe hessische Novembernacht. Ein Vorgeschmack auf die Hessenliga?
Sonntag, 5. November 2017
05.11.2017
6. Liga (D)
TS Ober-Roden - Germania Ober-Roden 1:2
Sportgelände Dr.-Walter-Kolb-Straße (Ober-Roden)
250 Zuschauer (100 Gäste)
Vor ziemlich genau einem halben Jahr besuchte ich das Aufstiegsspiel von Germania Ober-Roden und freute mich vor allem darüber, dass es in dieser Spielzeit nun zum Derby gegen die TS Ober-Roden kommen sollte. Das Duell wurde frühzeitig im Kalender markiert, denn es war der perfekte Termin, um auch den zweiten Sportplatz in Ober-Roden zu besuchen. Ob man allerdings einen kalten und regnerischen Tag im November als perfekten Termin bezeichnen sollte? Es war ungemütlich. Im fünf Kilometer entfernten Urberach wurde ein Spiel derselben Liga abgesagt.
In Ober-Roden wohnen knapp 13.000 Menschen. Dass so ein kleiner Ort zwei gleich starke Mannschaften stellt, ist eher ungewöhnlich. Wer ist der beste Klub im Ort? Diese Frage sollte doch eigentlich die Massen mobilisieren, die Menschen auf den Sportplatz treiben! Und alle, die nicht zum ausgefallenen Spiel in Urberach gehen konnten, hätten nach Ober-Roden kommen können. Die Realität sah dann allerdings ernüchternd aus: Gerade einmal 250 Zuschauer kamen zum Derby. Anderswo sind die Zahlen bei solch brisanten Spielen auch in der 6. Liga noch vierstellig.
Aus dem wenigen Platz rund um den grünen Rasen hat man bei der TS einiges gemacht. Eine zweigeteilte Haupttribüne und eine weitere zweistufige Tribüne an der Eckfahne bieten Schutz vor Wind und Regen. Auf der gegenüberliegenden gibt es noch zwei flache Stufen, das ist schon alles in Ordnung so, in etwa auf demselben Niveau wie bei der Germania. Auf dem Feld war die TS die bessere Mannschaft, die zurecht führte und es am Ende auf mangelnde Chancenverwertung schieben kann, dass man dennoch verlor. Die Gäste trafen in der 90. Minute zum umjubelten Derbysieg.
6. Liga (D)
TS Ober-Roden - Germania Ober-Roden 1:2
Sportgelände Dr.-Walter-Kolb-Straße (Ober-Roden)
250 Zuschauer (100 Gäste)
Vor ziemlich genau einem halben Jahr besuchte ich das Aufstiegsspiel von Germania Ober-Roden und freute mich vor allem darüber, dass es in dieser Spielzeit nun zum Derby gegen die TS Ober-Roden kommen sollte. Das Duell wurde frühzeitig im Kalender markiert, denn es war der perfekte Termin, um auch den zweiten Sportplatz in Ober-Roden zu besuchen. Ob man allerdings einen kalten und regnerischen Tag im November als perfekten Termin bezeichnen sollte? Es war ungemütlich. Im fünf Kilometer entfernten Urberach wurde ein Spiel derselben Liga abgesagt.
In Ober-Roden wohnen knapp 13.000 Menschen. Dass so ein kleiner Ort zwei gleich starke Mannschaften stellt, ist eher ungewöhnlich. Wer ist der beste Klub im Ort? Diese Frage sollte doch eigentlich die Massen mobilisieren, die Menschen auf den Sportplatz treiben! Und alle, die nicht zum ausgefallenen Spiel in Urberach gehen konnten, hätten nach Ober-Roden kommen können. Die Realität sah dann allerdings ernüchternd aus: Gerade einmal 250 Zuschauer kamen zum Derby. Anderswo sind die Zahlen bei solch brisanten Spielen auch in der 6. Liga noch vierstellig.
Aus dem wenigen Platz rund um den grünen Rasen hat man bei der TS einiges gemacht. Eine zweigeteilte Haupttribüne und eine weitere zweistufige Tribüne an der Eckfahne bieten Schutz vor Wind und Regen. Auf der gegenüberliegenden gibt es noch zwei flache Stufen, das ist schon alles in Ordnung so, in etwa auf demselben Niveau wie bei der Germania. Auf dem Feld war die TS die bessere Mannschaft, die zurecht führte und es am Ende auf mangelnde Chancenverwertung schieben kann, dass man dennoch verlor. Die Gäste trafen in der 90. Minute zum umjubelten Derbysieg.
Dienstag, 31. Oktober 2017
31.10.2017
8. Liga (D)
Schierstein 08 - SV Erbenheim 2:5
Sportplatz Am Zehntenhof (Wiesbaden)
160 Zuschauer (45 Gäste)
Am Reformationstag waren sehr viele Spiele zeitgleich angesetzt, sodass man die Qual der Wahl hatte. Ich entschied mich für Schierstein, ohne hohe Erwartungen zu haben. In erster Linie ist die Busverbindung sehr gut. Man steigt einfach am Mainzer Hauptbahnhof in die Linie 9 und fährt sie einmal komplett durch, bis man im Wiesbadener Stadtteil Schierstein quasi direkt neben dem Sportplatz landet. Zwischendurch hofft man natürlich, dass kein persönlich bekanntes Gesicht aus dem realen Leben in den Bus steigt, dem man erklären muss wo man gerade hinfährt.
Die ehrliche Auskunft wäre dann nämlich gewesen: Zum Tabellenletzten der achten Liga und sowas verstehen die normalen Menschen nicht. Wie kann man seinen Feiertag nur so vergeuden? Aber für alle Freunde des Amateurfußballs wurde es wieder mal ein Fest! Als ich aus dem Bus stieg, hörte ich schon die Vereinshymne durchs Viertel schallen. Am Eingang gab es eine schöne Eintrittskarte, die Bratwurst war eine der besten im Rhein-Main-Gebiet und dann hingen sogar vier Zaunfahnen. Das war deutlich mehr als man hier erwarten durfte.
Der Sportplatz ist auf einer Seite mit vier Stufen ausgebaut. Leider wird auf Kunstrasen gespielt, aber das ist dann auch schon der einzige Kritikpunkt einer ansonsten wirklich empfehlenswerten Anlage. Leider hakt es sportlich ziemlich. Spiele von Schierstein sind fast immer torreich, allerdings mit deutlicher Neigung zu Gegentoren. Diesmal gab es ein 2:5 und der Klassenerhalt rückt schon im Oktober in weite Ferne.
8. Liga (D)
Schierstein 08 - SV Erbenheim 2:5
Sportplatz Am Zehntenhof (Wiesbaden)
160 Zuschauer (45 Gäste)
Am Reformationstag waren sehr viele Spiele zeitgleich angesetzt, sodass man die Qual der Wahl hatte. Ich entschied mich für Schierstein, ohne hohe Erwartungen zu haben. In erster Linie ist die Busverbindung sehr gut. Man steigt einfach am Mainzer Hauptbahnhof in die Linie 9 und fährt sie einmal komplett durch, bis man im Wiesbadener Stadtteil Schierstein quasi direkt neben dem Sportplatz landet. Zwischendurch hofft man natürlich, dass kein persönlich bekanntes Gesicht aus dem realen Leben in den Bus steigt, dem man erklären muss wo man gerade hinfährt.
Die ehrliche Auskunft wäre dann nämlich gewesen: Zum Tabellenletzten der achten Liga und sowas verstehen die normalen Menschen nicht. Wie kann man seinen Feiertag nur so vergeuden? Aber für alle Freunde des Amateurfußballs wurde es wieder mal ein Fest! Als ich aus dem Bus stieg, hörte ich schon die Vereinshymne durchs Viertel schallen. Am Eingang gab es eine schöne Eintrittskarte, die Bratwurst war eine der besten im Rhein-Main-Gebiet und dann hingen sogar vier Zaunfahnen. Das war deutlich mehr als man hier erwarten durfte.
Der Sportplatz ist auf einer Seite mit vier Stufen ausgebaut. Leider wird auf Kunstrasen gespielt, aber das ist dann auch schon der einzige Kritikpunkt einer ansonsten wirklich empfehlenswerten Anlage. Leider hakt es sportlich ziemlich. Spiele von Schierstein sind fast immer torreich, allerdings mit deutlicher Neigung zu Gegentoren. Diesmal gab es ein 2:5 und der Klassenerhalt rückt schon im Oktober in weite Ferne.
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