Freitag, 22. September 2017

22.09.2017
4. Liga (D)
Schott Mainz - Mainz 05 II 0:1
BZA Mombach, KR1 (Mainz)
2.048 Zuschauer (500 Gäste)
Wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass es in der Regionalliga mal ein Mainzer Derby geben würde? Und tatsächlich mobilisierte das Duell die Massen - zumindest ein bisschen. Mehr als 2.000 Zuschauer hat die Mombacher Bezirkssportanlage jedenfalls noch nie gesehen und es wird schwierig, diese nun neu gesetzte Marke einmal zu überholen. Die zuschauerträchtigen Risikospiele trägt Schott ja im Bruchwegstadion aus. Und ob es noch einmal ein Mainzer Derby in der Regionalliga geben wird, ist angesichts der Tabellensituation fraglich. Schott ist Letzter.
Auch im Derby gelang den Blau-Weißen der erste Saisonsieg nicht. Die Gäste taten zwar nur das nötigste, um ihren 1:0-Erfolg zu sichern, waren aber klar überlegen. Entsprechend wenig hitzig war die Stimmung auf der Tribüne. Aktive Fanszenen suchte man auf beiden Seiten vergeblich, der Zugang zum Gästeblock war geöffnet. Dort plane ich im Februar noch einmal zu stehen, wenn Kassel hier gastiert. Dann reicht es mir aber auch erstmal mit dieser langweiligen Sportanlage.

Sonntag, 17. September 2017

17.09.2017
8. Liga (D)
SG Soonwald/Simmern - SV Hausbay/Pfalzfeld 0:2
Hunsrückstadion (Simmern)
70 Zuschauer (25 Gäste)
Wer mit dem Flughafenbus von Mainz zum Flughafen Frankfurt-Hahn fährt, der kommt unmittelbar am Hunsrückstadion vorbei. Da sich der Flughafen Hahn zu meinem Hauptabflugort entwickelt hat, bin ich entsprechend häufig schon dort vorbeigekommen und immer wenn es für mich per Flugzeug zu spannenden Zielen wie Kaunas, Plovdiv oder Timisoara ging, dann blieb trotzdem noch ein wenig Platz für die Sehnsucht, im Hunsrückstadion auch einmal ein Spiel zu sehen. Dieses Wochenende war es endlich soweit.
Das Stadion verfügt über eine herrliche kleine Holztribüne für etwa 100 Zuschauer. Mehr wird hier auch nicht benötigt, denn der gar nicht mal so kleine Ort Simmern spielt leider nur achtklassig und droht abzusteigen. Da der heutige Gegner der neue Tabellenführer ist, konnte es fast als Erfolg gewertet werden, dass man nur mit 0:2 verlor. Das Spiel verlief noch viel eindeutiger, die SG hatte keine Chance.

Samstag, 9. September 2017

09.09.2017
4. Liga (D)
SSV Ulm - Hessen Kassel 1:1
Donaustadion (Ulm)
1.050 Zuschauer (80 Gäste)
Irgendwas läuft schief, wenn man sich Anfang September Wollmütze und Handschuhe herbeiwünscht. Obwohl mir der strömende Eisregen ins Gesicht peitschte, legte ich den zwei Kilometer langen Weg vom Ulmer Stadtzentrum ins Donaustadion heldenhaft zu Fuß zurück und kam völlig durchnässt am Spielort an. Mit Blick auf das weitere Tagesprogramm entschied ich mich für den Gästesitzplatz unter dem Dach und nicht für den unüberdachten Fanblock mit Erkältungsgarantie. Schade, aber ganz klar höhere Gewalt!
Auch bei den Ulmern entschieden sich viele Stehplatz-Gänger diesmal für ein Dach über dem Kopf und so bestand der örtliche Fanblock aus 42 Unentwegten, die von allen Widrigkeiten unbeeindruckt sogar eine Choreographie präsentierten. Aus Kassel sollte ein Bus kommen, doch der Bus war wohl morgens nicht am Treffpunkt erschienen, sodass sich die Fanszene kurzerhand mit Privat-Pkw im Autokorso auf den 400 Kilometer langen Weg machte und auch beinahe pünktlich erschien. Letztendlich waren etwa 65 Kasseler im Block und 15 auf der Tribüne.
Das Spiel war arm an Höhepunkten und der KSV konnte sich am Ende über den Punkt freuen, besonders nachdem Ulm in der Nachspielzeit noch den Innenpfosten getroffen hatte. Ich war froh, als es vorbei war. Ulm ist schön, das Stadion auch, aber beim nächsten Mal bitte bei besserem Wetter. Am Vortag hatte ich übrigens 10.500 Zuschauer (800 Gästefans) gesehen und nun 1.050 Zuschauer (80 Gästefans), also jeweils genau ein Zehntel. Hat sowas schonmal jemand geschafft? Bestimmt nicht.

Freitag, 8. September 2017

08.09.2017
2. Liga (D)
FC Heidenheim - Jahn Regensburg 1:3
Albstadion (Heidenheim)
10.500 Zuschauer (800 Gäste) 
Weil alle sieben Schließfächer am Heidenheimer Bahnhof belegt oder defekt waren, schleppte ich mein kiloschweres Wochenendgepäck auf den steilsten Berg des deutschen Fußballs. Der Betzenberg erreicht nicht solche Steigungsprozente wie der Anstieg zum Albstadion, da bin ich mir sicher! Trotzdem ist es immer wieder schön, wenn der Weg zum Stadion einer Pilgerreise gleicht. Nicht einfach nur hinfahren, konsumieren und wieder wegfahren! Besonders schön allerdings, wenn die versprochene Gepäckaufbewahrung dann auch tatsächlich existiert.
Mit Heidenheim und Regensburg begegneten sich zwei Vereine, die das letzte Jahrzehnt dazu genutzt haben, vom Amateurfußball in die zweite Liga aufzusteigen. Dementsprechend sind auch die Fangemeinden stetig angewachsen. Im FCH-Block beteiligten sich allerdings nur 200 Fans an den Gesängen. Die Regensburger dagegen begeisterten mich. Die meisten der 800 Mitgereisten dürften an diesem Abend einige Kalorien verbrannt haben: Arme hoch, nach links, nach rechts. Hüpfen! Und alle! Die meisten Gymnastikgruppen können sich da noch was abschauen.
Das Spiel war schön anzusehen. Viele Offensivbemühungen, viele Abwehrfehler. Trotzdem dauerte es bis zur 68. Minute, bis der Jahn traf. In der 86. Minute gelang dem FCH der verdiente Ausgleich und jetzt setzten die Gastgeber alles auf eine Karte. Das Stadion kochte und forderte den Siegtreffer! Alles nach vorne! Und tatsächlich stürmten die FCH-Jungs und schienen, wie man heute sagt, das Momentum auf ihrer Seite zu haben. Und dann das: Ein Konter in der 88. Minute und Regensburg lag direkt wieder vorne. Damit hätte niemand gerechnet und der Gästeblock eskalierte komplett. Einfach toll! In der Nachspielzeit sogar noch das 1:3.

Samstag, 2. September 2017

02.09.2017
5. Liga (D)
TSG Weinheim - SV Spielberg 1:2
Sepp-Herberger-Stadion (Weinheim)
265 Zuschauer (50 Gäste)
Manchmal kommt man eine Stunde vor Anpfiff auf einen Sportplatz und es ist noch gar nichts los. Dann vertrödelt man die Zeit lieber noch ein bisschen außerhalb. In Weinheim ist das erfreulich anders. Bei meiner Ankunft brutzelten die Bratwürste schon auf dem Grill und die Lektüre des ausführlichen Programmheftes ließ die Zeit wie im Flug vergehen. Die TSG Weinheim ist in diesem Sommer in die Oberliga Baden-Württemberg aufgestiegen und dort als nördlichster Vertreter des Bundeslandes gut mit der Bahn zu erreichen.
Leider scheint sich das noch nicht herumgesprochen zu haben. Gerade mal etwas mehr als 200 Heimzuschauer wollten ihre Mannschaft an einem bundesligafreien Wochenende im wunderschönen Sepp-Herberger-Stadion sehen. Man geht hier wohl eher zum SV Waldhof, aber selbst der spielte auswärts. Die anwesenden Zuschauer verfolgten das Geschehen auch eher emotionslos. Als ein gerade eingewechselter Weinheimer nach einer Grätsche glatt Rot sah, hätte man schon ein wenig Empörung über diese doch diskutable Entscheidung erwarten können.
Die Gästefans aus Spielberg waren mit einem Bus angereist und wussten vor allem quantitativ zu überzeugen, nachdem ihr Verein die ersten vier Ligaspiele allesamt verloren hatte. Diesmal gab es drei verdiente Punkte, auch wenn der Siegtreffer erst in der 89. Minute fiel. Die rote Laterne wurde direkt an Weinheim übergeben, die mit einem Punkt aus fünf Spielen nun ganz schlecht dastehen. Sie spielten zwar nicht katastrophal, aber leider auch nicht clever. Der älteste Feldspieler im Kader ist gerade einmal 25 Jahre alt und so dürfte vor allem mangelnde Erfahrung ein großes Problem im Abstiegskampf werden.

Mittwoch, 23. August 2017

23.08.2017
4. Liga (D)
Hessen Kassel - Schott Mainz 4:1
Auestadion (Kassel)
1.700 Zuschauer 
Bemitleidenswerter Jonas Raltschitsch! Der Abwehrspieler von Schott Mainz schaffte das Kunststück, in einem Spiel gleich zwei Eigentore zu schießen und Kassel somit im Alleingang auf die Siegerstraße zu befördern. Später am Abend gab es allerdings auch noch echte Löwen-Tore zu bewundern, darunter ein herrlicher Fallrückzieher von Sebastian Szimayer. Und so scheint es nur eine Frage von wenigen Spielen zu sein, bis der KSV seinen heutigen Gegner in der Tabelle überholen wird. Für die Mainzer wird es eine ganz schwere Saison.
Während ich als Wahl-Mainzer am Nachmittag gemütlich mit der Eisenbahn aus der rheinland-pfälzischen Hauptstadt nach Nordhessen angereist war, stand der TSV Schott auf der Autobahn im Stau, sodass die Partie spontan eine halbe Stunde später angepfiffen wurde. Umso länger hatten die Kasseler Fans Zeit, sich auf das Spiel einzustimmen und Bier zu trinken. Das wirkte sich auf die Stimmung aus. Bei perfektem Wetter - nicht zu warm und nicht zu kalt - herrschte überall gute Laune und die Gesänge schallten in hoher Lautstärke durch das weite Rund.

Sonntag, 20. August 2017

20.08.2017
4. Liga (D)
Kickers Offenbach - Hessen Kassel 1:0
Bieberer Berg (Offenbach)
7.313 Zuschauer (270 Gäste)
Mit 7:2 ging das Eckballverhältnis klar an Kassel, ansonsten gab es in Offenbach leider nichts zu holen. Der OFC gewann verdient, ohne aber zu glänzen und mischt nun in der Spitzengruppe mit. Auf den Rängen beteiligten sich beide Fanlager an den Protesten gegen den DFB inklusive der bekannten Wechselgesänge. Danach konzentrierten sich die Kurven aufs Spiel und es blieb bemerkenswert friedlich untereinander. Die gegenseitigen Beschimpfungen erreichten lediglich ein normales Maß. Von den wüsten Pöbeleien der letzten Duelle war nichts zu sehen.
Bei meinem fünften Besuch in Offenbach habe ich endlich entdeckt, dass es schlauer ist, mit der S-Bahn nach Bieber zu fahren anstatt nach Offenbach-Ost. Dort läuft man kürzer und recht idyllisch zum Stadion und saugt viel besser die Fußball-Atmosphäre auf, weil auf dem Weg ausschließlich Fans unterwegs sind und kein normaler Straßenverkehr herrscht. Und OFC-Fans angucken macht Spaß. Vielen sieht man an, dass die goldenen Zeiten ein paar Jahrzehnte zurückliegen. Offenbach ist schon besonders Old School. Die Fanszene verzichtet fast vollständig auf Fahnen, bei Klatscheinlagen macht fast niemand mit und dennoch ist es mitunter laut und brachial. Das alles könnte durchaus viel Charme haben, wenn es doch bloß im alten Stadion passieren würde, wo es so gut hingepasst hat und nicht in der neuen Arena. Die minimiert den Kult-Charakter doch deutlich.

Samstag, 19. August 2017

19.08.2017
4. Liga (D)
Schott Mainz - SSV Ulm 1:1
BZA Mombach, KR1 (Mainz)
600 Zuschauer (50 Gäste)
Schott Mainz ist in die Regionalliga aufgestiegen und hat im Sommer nicht etwa sein eigenes Stadion aufgebessert, sondern das von Fortuna Mombach. Die Anlage liegt nur wenige Meter vom Schott-Sportzentrum entfernt und wirkt eher wie eine große Freizeitanlage. Es gibt ein Beachvolleyballfeld, Torstangen für American Football und nebenan ein Freibad. Dass hier nun Regionalliga geboten wird, ist schon gewöhnungsbedürftig. Aber man hat auf der einzigen für Zuschauer zugelassenen Seite einen Gästekäfig errichtet und damit die wichtigste Anforderung erfüllt.
Bei Risikospielen soll trotzdem ins Bruchwegstadion ausgewichen werden. Das Duell mit dem SSV Ulm zählte offensichtlich nicht zu den gefährlichen Partien und nachdem ich mir die Umbaumaßnahmen angesehen habe, bin ich guter Dinge, dass auch Kassel hier wird spielen können - und dann hoffentlich auf dem (Kunst!)-Rasen und den Rängen ein besseres Bild abliefert. Das war nun nicht gerade ein Feuerwerk der Ulmer Spatzen. Auf dem Rasen quälten sich die beiden bisher punktlosen Teams zu einem Unentschieden und außerhalb herrschte keine Stimmung bis auf ein paar vereinzelte Rufe.

Donnerstag, 17. August 2017

17.08.2017
8. Liga (D)
VfR Groß-Gerau - VfR Rüsselsheim 3:0
VfR-Stadion, KR (Groß-Gerau)
150 Zuschauer (30 Gäste)
Eine seriöse Quelle hatte das Nachholspiel des VfR Groß-Gerau gegen Rüsselsheim auf dem Rasenplatz angekündigt, was sich leider als Ente herausstellte. Gespielt wurde nebenan auf dem Kunstrasenplatz. Der Hauptplatz mit seiner schönen Tribüne befindet sich leider tatsächlich in keinem guten Zustand und auch wenn die Linien frisch gezogen wurden, gehe ich nicht davon aus, dass man im richtigen Stadion demnächst ein Spiel zu sehen bekommt. Immerhin hat der Kunstrasenplatz ein paar Stufen zu bieten.
Der heimische VfR hatte den Aufstieg in der vergangenen Saison nur ganz knapp verpasst und scheint auch in dieser Spielzeit einiges drauf zu haben. Tolle Kombinationen wurden dem Publikum geboten. Die Gäste fielen durch übertriebene Härte und andere Unsportlichkeiten auf. Mitte der zweiten Halbzeit ging die Sonne unter und die Zuschauer wurden von zahlreichen Mücken angegriffen, sodass weit mehr als die Hälfte der Besucher von ihren Plätzen flüchtete.

Samstag, 12. August 2017

12.08.2017
4. Liga (D)
Hessen Kassel - VfB Stuttgart II 2:2
Auestadion (Kassel)
1.800 Zuschauer (15 Gäste)
Der Großteil der Nordkurve in Kassel ist unüberdacht. Lediglich der kleine Bereich, in dem sich die aktive Fanszene aufhält, profitiert vom Dach, das eigentlich der Osttribüne gilt. Das führt dazu, dass das Erscheinungsbild der Kasseler Kurve extrem vom Wetter geprägt ist. Bei Sonnenschein verteilen sich die Fans in der ganzen Kurve, bei Regen rücken viele der Zuschauer unter dem Dach zusammen. Ich gehöre selbst zu den Schönwetterfans, den Wandervögeln, die bei Dauerregen wie diesmal gegen Stuttgart unter dem Dach standen.
Denn es ist tatsächlich immer mal wieder eine schöne Abwechslung, das Spiel aus einem anderen Block zu erleben. Haupttribüne, Nordtribüne, Nordkurve Block 36, Nordkurve Block 30, Osttribüne - in Kassel gibt es jede Menge Auswahl und kaum einen Platz, an dem ich in letzter Zeit kein Spiel verfolgt habe. Trotzdem gilt mein Respekt denen, die ihren Stammplatz nicht aufgeben und es 90 Minuten lang in der Kälte und Nässe aushalten, obwohl noch genug Plätze unter dem Dach frei gewesen wären.
Einen Bericht gibt es auch bei Hertha auswärts. Besten Dank für die lautstarke Unterstützung!

Dienstag, 8. August 2017

08.08.2017
Testspiel (D)
Hessen Kassel - VfL Wolfsburg 0:2
Auestadion (Kassel)
5.000 Zuschauer (150 Gäste)
Der VfL Wolfsburg kam zum Retterspiel des finanziell angeschlagenen KSV Hessen vorbei und - das ist bemerkenswert - der VfL kam aus eigenem Antrieb, musste nicht erst gefragt werden. Eine schöne Sache, aber eben auch eine gute Gelegenheit für die Wölfe, am eigenen Image zu arbeiten. Das Spiel verlief dann denkbar unspektakulär. Kassel spielte gut mit, hielt bis in die Schlussphase ein 0:0. Wolfsburg gewann trotzdem vollkommen verdient, weil beim KSV die Kräfte nachließen und der VfL vor dem Tor einfach cleverer war. Egal, heute ging es wirklich mal nur ums Geld.

Sonntag, 6. August 2017

06.08.2017
7. Liga (D)
Hassia Dieburg - TSG Messel 1:1
Stadion am Wolfgangshäuschen (Dieburg)
220 Zuschauer (50 Gäste)
In der vergangenen Saison ist Hassia Dieburg spektakulär aufgestiegen: Durch einen verwandelten indirekten Freistoß in der 90. Minute, nachdem ein gegnerischer Spieler im laufenden Spiel den Schiedsrichter beleidigt hatte, sodass dieser den Freistoß gab. Durch diese Geschichte wurde ich auf den Verein aufmerksam und schrieb ihn mir auf die Liste für die neue Saison. Und siehe da, schon am ersten Spieltag war ich in Dieburg zu Gast. Gleich zu Beginn stand nämlich das Nachbarschaftsderby gegen die TSG Messel auf dem Programm.
Das Hauptmerkmal des Stadions ist die nette Tribüne mit ihren vier großzügigen Stufen und einer Empore. Auf der Gegengerade und hinter einer der Kurven gibt es zudem noch grasbewachsene Stufen. Der Einsatz eines Rasenmähers könnte vielleicht dafür sorgen, dass sich dorthin noch mehr Menschen trauen würden. So war es dann doch angenehmer, die 90 Minuten auf der Tribüne zu verbringen. Für ein Derby ging es dort ausgesprochen friedlich zu und auch das vollkommen gerechte Unentschieden trug seinen Teil dazu bei.

Mittwoch, 26. Juli 2017

26.07.2017
Championsleague-Qualifikation
NK Maribor - FH Hafnarfjörður 1:0
Ljudski vrt (Maribor)
8.166 Zuschauer
Es lag gerade einmal drei Tage zurück, dass ich Zrinjski Mostar in Sarajevo gewinnen sah. Nun besuchte ich in der Championsleague-Qualifikation das Team, das seinerseits Mostar in der vergangenen Woche in diesem Wettbewerb rausgeworfen hatte, nämlich den NK Maribor. Demzufolge konnte ich annehmen, dass das Niveau über dem letztgesehenen Spiel liegen sollte und so kam es auch. Es war nicht das höchste Championsleague-Niveau, aber man konnte es sich ansehen. Maribor gewann verdient gegen die Gäste aus Island, die ohne Fans angereist waren.
Nach der kulinarischen Pleite in Sarajevo sollte es in Maribor noch schlimmer kommen: Man kann dort nur mit Kreditkarte bezahlen, selbst in der Imbissbude außerhalb (!) des Stadions. Ich hatte mir zwar für einen Extra-Euro eine Klubkarte anschaffen müssen, um überhaupt an ein Ticket zu kommen und hätte auch diese Karte aufladen können, um damit das diesmal schmackhaft aussehende Essen bezahlen zu können, doch ich boykottierte dieses Bezahlsystem mit großer Überzeugung. So etwas darf nicht unterstützt werden!

Sonntag, 23. Juli 2017

23.07.2017
1. Liga (BIH)
FK Sarajevo - HSK Zrinjski Mostar 1:2
Olimpijski Stadion Asim Ferhatović Hase (Sarajevo)
4.100 Zuschauer (100 Gäste)
Oh, wie schön. Das Olympiastadion in Sarajevo ist eine herrliche Schüssel, von der aus man über die Stadt blicken und das Fußballspiel wahrlich genießen kann. Die Fans der Gastgeber sorgten während des ganzen Spiels für immer gleichbleibend gute Stimmung mit tollen Melodien, die sofort ins Ohr gingen. Allerdings wurde bei den Gesängen überhaupt kein Bezug zum Spiel genommen - außer nach dem Schlusspfiff, als es ein gellendes Pfeifkonzert für die unterlegene Mannschaft gab.
Die Gäste aus Mostar kamen erst nach Anpfiff und gingen schon vor Abpfiff, bekamen also gerade mal 75 Minuten des Spiels mit. Zu hören waren sie auch kaum, aber das war gegen die durchsingenden Gastgeber auch nicht anders zu erwarten. In der vergangenen Saison wurde Mostar Meister, Sarajevo landete auf Platz drei. Im Europapokal mussten beide Teams zuletzt schon frühzeitig die Segel streichen. Sarajevo schied gegen Zaria Balti aus Moldawien im Elfmeterschießen aus, Mostar gegen Maribor aus Slowenien mit 1:2 und 1:1.
Vom Stadion war ich begeistert, vom Panorama entzückt, von der Stimmung beeindruckt, doch leider von der Zuschauerzahl etwas enttäuscht und vom kulinarischen Angebot erschüttert. Ich hatte Hunger und Durst und was gab es zu kaufen? Chips, Kürbiskerne, Apfelsaft und Kaffee. All das stillt weder den Hunger noch den Durst auf Dauer. Ein aus meiner Sicht zu dünnes Angebot. Auch vor dem Stadion sah es nicht viel besser aus, da könnte man doch noch die ein oder andere Mark mehr verdienen.

Samstag, 22. Juli 2017

22.07.2017
1. Liga (BIH)
FK Radnik Bijeljina - FK Krupa na Vrbasu 0:0
Gradski Stadion (Bijeljina)
450 Zuschauer
Die Sommerpause ist vorbei! Zum zweiten Mal in Folge startete ich mit einem 0:0 in die neue Saison. Dieses Endergebnis war den Zuschauern schon nach wenigen gespielten Minuten ersichtlich - das Gekicke war einfach erbärmlich und niemand konnte ernsthaft mit einem Tor rechnen. Immerhin am Einsatz mangelte es nicht: Am Ende der Partie hatte sich fast jeder Spieler eine Gelbe Karte abgeholt. Beide Mannschaften hatten in der vergangenen Saison den europäischen Wettbewerb nur knapp verpasst, da hätte ich spielerisch schon ein bisschen mehr erwartet.
Auch auf den Rängen war nicht gerade viel los - dafür, dass hier zwei der besten Mannschaften in Bosnien und Herzegowina auf dem Platz standen. Es gibt nur eine, dafür aber ausreichend große Tribüne, auf der sich die Zuschauer die Schattenplätze sicherten. Die extrem hohen Temperaturen dienten immerhin als kleines Alibi für das schlechte Spiel. Mir war das Ergebnis freilich egal, ich feierte lieber meinen 20. Länderpunkt, den ich mit diesem Spiel erreichte.

Freitag, 30. Juni 2017

30.06.2017
Testspiel (D)
SV Klinkum (A-Jun) - SV Klinkum (B-Jun) 4:5
Sportanlage (Klinkum)
25 Zuschauer
Der SV Klinkum lud zur Sportwoche. Dabei traten fünf Tage lang aktuelle und ehemalige Mannschaften des Vereins, von der E-Jugend bis zu den Alten Herren, gegeneinander an. Höhepunkt war die 20. Fußballdorfmeisterschaft, bei der 16 Teams an einem Turnier teilnahmen. Ich landete einen Tag vor dem Showdown eher zufällig beim Spiel der A-Junioren gegen die B-Jugend aus der Saison 2013/14. Die sportliche Aussagekraft dieser Begegnung war gering, zumal nicht jeder Akteur dieses Spiel komplett ernst nahm, aber immerhin wurde nach den offiziellen Regeln gespielt.
Dafür, dass der Ort Klinkum nicht einmal 1.800 Einwohner hat und die erste Mannschaft nur in der Kreisliga B Heinsberg spielt, ist der Sportplatz wirklich schwer in Ordnung. Eine nette Tribüne, eine VIP-Loge mit Sofas und eine Reihe Gartenstühle laden zum Verweilen ein. Dazu überzeugte das kulinarische Angebot durch bemerkenswerte Vielfalt.