27.05.2026
5. Liga (FIN)
Grankulla IFK U23 - Gilla FC 1:2
Kauniaisten keskuskenttä (Kauniainen)
280 Zuschauer
Ganz Europa ächzte unter der ersten großen Hitzewelle dieses Sommers. Die Temperaturen erreichten schon im Mai beständig 30°C - nur ein Land ganz am äußersten Rand des Kontinents hielt sich noch zurück: Finnland. Und dort ging es heute hin. Nach der gelungenen Tour nach Norwegen im Vorjahr traf sich dasselbe Teilnehmer-Quartett in diesem Sommer in Helsinki. Der Flug dorthin war schon interessant: Ich saß am Fenster und blickte stundenlang einfach nur nach draußen und erfreute mich über die sonnenbeschienenen Landschaften.
Über dem finnischen Festland änderte sich das Wetter dann schlagartig. Das Flugzeug taumelte im Wind in Richtung Ziel, wo dicke Regentropfen gegen die Fensterscheiben prasselten. Na toll, wo war ich denn hier gelandet? Kaum hatte ich mich darüber aufgeregt, riss die Wolkendecke auf und auch Finnland wurde eine halbe Stunde später mit Sonnenstrahlen beschenkt. Eine weitere verrückte Wendung, die vor allem eines bedeutete: Dem entspannten Abend im Fußballstadion stand nichts im Wege. Mit dem Zug ging es nach Kauniainen.
Dort fand ein Fünftligaspiel statt, das uns vor allem aufgrund des schönen Stadions mit der wunderbaren Haupttribüne angelockt hatte. Ein Großteil der anderen Zuschauer war aufgrund des Gastvereins vor Ort: Mit Gilla FC gastierte ein Verein, der von Influencern gegründet wurde und mittlerweile der am meisten gefolgte Fußballverein Finnlands in den sozialen Medien ist. Hier spielten prominente Menschen mit, von denen ich natürlich niemanden kannte. Aber natürlich freute ich mich darüber, wie viel hier los war, immerhin war das Heimteam nur eine Zweitvertretung.
Die Erwartungen waren daher im Vorfeld gering, doch dass hier vor fast 300 Zuschauern ein Verpflegungsstand, Maskottchen und sogar ein VIP-Bereich aufgeboten wurden, war dann schon enorm. In jene VIP-Zone schafften wir es dann auch irgendwann und so konnte der Länderpunkt im Liegestuhl eingetütet werden. Das Fußballspiel endete mit 2:1 für den Influencer-Verein, verlief aber weitgehend unspektakulär. Gespannt war ich auf das Geschehen nach dem Abpfiff und auf die Beantwortung der Frage, ob es vielleicht sogar einen Platzsturm geben würde.
Doch die Antwort lautete Nein. Ganz gesittet positionierten sich einige junge Fans am Spielfeldrand und warteten brav auf ihre Idole. Für uns ging es dann wieder zum Bahnhof. Der Weg zum richtigen Gleis führte diesmal über einen fiesen Zaun, dessen Überkletterung uns die Unversehrtheit unserer Hosen kostete. Damit war klar: Die noblen Adressen können wir in den nächsten Tagen nicht ansteuern. Na gut, dann gehen wir halt zum Fußball.






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