Dienstag, 16. Dezember 2025

16.12.2025
1. Liga (CH)
FC St. Gallen - FC Sion 3:1
Arena (St. Gallen)
15.313 Zuschauer (200 Gäste)

Das Jahresende rückte näher und es bot sich an, noch eine letzte Tour zu unternehmen. Ich hatte Urlaub und die Schweiz beschenkte mich mit einer englischen Woche. Also ging es wie schon im Vorjahr in unser sympathisches Nachbarland. In aller Ruhe fuhr ich mit dem Deutschlandticket nach Konstanz. Dort bummelte ich noch eine Stunde über den Weihnachtsmarkt direkt am Bodensee, ehe mich ein Zug über die Grenze nach St. Gallen fuhr. Dort wurde ich von einem kleinen Schneeberg begrüßt. Es war Winter und jetzt fühlte es sich auch so an!

Um mich noch ein wenig in meiner Unterkunft warmzuhalten, fuhr ich auf den letzten Drücker los, was absolut kein Problem war. Der Shuttlebus fuhr zügig und es gab extrem viele Stadioneingänge und abgesehen vom Ticket keine weiteren Kontrollen. Entspannt suchte ich mir meinen Platz in der Arena, die 2008 eröffnet wurde, aber nicht als Spielort für die EM in jenem Jahr genutzt wurde. Und noch ein bisschen mehr Wikipedia-Wissen: Es ist mit 652 Metern über dem Meer der höchstgelegene Spielort der ersten schweizer Liga und war dort das erste Stadion mit Sponsorennamen.

Was aktuell besonders interessant ist, ist die sportliche Situation: Der FC St. Gallen ist Tabellenzweiter und konnte an diesem Abend Tabellenführer werden, sofern der FC Thun im Parallelspiel in Winterthur verlieren sollte. Das erschien zwar unrealistisch, aber in dieser Liga ist alles möglich. Wer hätte mit diesem Tabellenbild vor der Saison gerechnet? Spitzenreiter Thun ist Aufsteiger und auch St. Gallen eher kein Dauergast an der Tabellenspitze. Der heutige Gegner vom FC Sion mischt als Fünfter auch ganz gut mit und erzielte nach 21 Minuten per Distanzschuss das 0:1.

Doch St. Gallen nahm das Heft in die Hand und drehte beherzt die Partie. Im zweiten Durchgang fielen drei Tore zum 3:1-Erfolg. Doch auch Thun siegte parallel und behauptete die Tabellenführung. Auf den Rängen war das auf beiden Seiten solide, ohne dass ich das Gefühl hatte, dass hier Außergewöhnliches passierte. Die Mitmachquote auf den neutralen Tribünen beim Wechselgesang oder dem Schal-Schwenken war aber ganz gut. Aber es kann sportlich noch so gut laufen - die Gefahr, dass hier mal ein Stadion ausverkauft ist, besteht in der Schweiz kaum.

Nach dem Spiel ging es genauso unkompliziert mit dem Bus wieder zurück in die Innenstadt und mit einer kleinen Mahlzeit im Gepäck ins Hotel. Die Betonung liegt auf "klein" angesichts der Preise, wobei man in der Schweiz wirklich vor allem beim Essen tief in die Tasche greifen muss. Fußball, Übernachtung und Transport lagen nicht allzu weit vom europäischen Durchschnitt entfernt.

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