17.01.2026
1. Liga (B)
SV Zulte Waregem - KRC Genk 2:1
Regenboogstadion (Waregem)
6.340 Zuschauer
Im dichten Nebel verließ ich am Morgen Brügge und fuhr erstmal aus strategischen Gründen nach Brüssel. Dort checkte ich ins nächste Hotel in Bahnhofsnähe ein, stellte meinen Rucksack ab und verschwand wieder. Die Reise führte mich wieder westlich nach Waregem. Umsteigen durfte ich in Harelbeke. Dieser Ortsname löst bei Radsportfans durchaus etwas aus. Auch Kuurne oder Roubaix sind nicht weit weg. Wenn hier aber gerade kein Radrennen stattfindet, ist diese Gegend wirklich unspektakulär. Das war dann auch in Waregem so.
Der Ort erinnerte mich an Baunatal. Ich hatte Hunger, aber nichts sah einladend aus. Also versorgte ich mich im Supermarkt und wartete im Stadtpark am Ententeich darauf, dass der Anpfiff näherrückte. Glücklicherweise befindet sich das Stadion auch genau dort in bester Lage. Und auch von innen gefiel es mir recht gut. Vier unterschiedliche Tribünen und auf der Haupttribüne gab es vergleichsweise günstige Tickets für den Unterrang hinter den Spielerbänken, wobei man nicht aufgehalten wurde, wenn man damit einfach nach oben ging.
Hier hatte man einen sehr guten Blick auf das Erstliga-Spiel des SV Zulte Waregem gegen den KRC Genk. Die Heimfans hatten eine kleine Choreographie in den Vereinsfarben vorbereitet und waren auch 90 Minuten lang sehr motiviert - gar kein Vergleich zu Club Brugge am Vorabend. Der Gästeblock blieb hingegen komplett leer. Das kam für mich unerwartet, hatte aber mit Vorfällen im Limburg-Derby zwischen Genk und St. Truiden zu tun. Ein Spiel, das mittlerweile fast vier Monate zurücklag und für das es ein einmaliges Reiseverbot gab.
Die belgische Liga ist aktuell sehr eng beisammen. Zwischen den ersten Sechs, die sich für die Meisterrunde qualifizieren und den Mannschaften ab Platz 13, die gegen den Abstieg spielen, liegen nur sechs Punkte. Zulte Waregem und Genk liegen genau dazwischen, es ist also für beide Teams in dieser entscheidenden Saisonphase noch alles offen. Bis in die Schlussphase neutralisierten sich beide Mannschaften und es lief auf ein zaghaftes 0:0 hinaus. In den letzten 20 Minuten drehten die Stürmer auf beiden Seiten jedoch plötzlich auf.
Durch drei wunderschöne Tore traf zuerst Genk in der 74. Minute, dann Zulte Waregem nur zwei Minuten später und richtig akrobatisch wurde es dann nach 86 Minuten, als die Gastgeber das Spiel per dynamischem Seitfallzieher noch drehten. Zu den Klängen der feiernden Kurve machte ich mich wieder auf den Weg zum Bahnhof, denn keine drei Stunden später sollte in Brüssel das Abendspiel angepfiffen werden. Dazu musste mit meinen Verbindungen alles klappen, aber wer sollte da in Belgien einen Zweifel haben?






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