15.11.2025
4. Liga (D)
Hessen Kassel - Kickers Offenbach 1:1
Auestadion (Kassel)
10.127 Zuschauer (700 Gäste)
Am frühen Mittag erreichte ich den Bahnhof Wilhelmshöhe und steuerte die örtliche Toilette an. Dort wurde Radio gespielt und das Thema des Tages war heute Hessen Kassel gegen Kickers Offenbach. Unser Cheftrainer René Klingbeil wurde interviewt und er sprach mit einer großen Selbstverständlichkeit von der "Mutter aller Hessenderbys". Das ist natürlich ganz klar zu hoch gegriffen, aber genau mit dieser Mentalität hat man das Stadion vollbekommen. Es wurde so lange von eigentlich utopischen 10.000 Zuschauern gesprochen, bis die dann tatsächlich alle da waren.
Es kam aber auch alles zusammen, damit es eine große Kulisse werden konnte: Eine Siegesserie und Anschluss an die Tabellenspitze, Länderspiel-Wochenende und vernünftiges Wetter. Dieses Spiel war in Deutschland neben Babelsberg gegen Cottbus das attraktivste Duell an diesem Wochenende, das Besucher aus ganz Deutschland und insbesondere aus Kiel anzog, die mit uns gemeinsam die Fanfreundschaft zelebrierten. Es waren auch Offenbacher vor Ort, die sich allerdings für einen Stimmungsboykott entschieden hatten und weitgehend ignoriert wurden.
Auf Kasseler Seite war es ein Festtag. Alleine schon die Fahrt in einem völlig überfüllten Linienbus war ein Highlight. Im normalen Alltag würde man es hassen, aber wenn man weiß, dass alle da drin zum Auestadion fahren, steigt die Vorfreude ins Unermessliche. Die Stimmung in der Nordkurve, aber auch auf den anderen Tribünen war für unsere Verhältnisse außergewöhnlich. Die große Gefahr bestand nun darin, dass das Sportliche darunter leidet und unsere Spieler gehemmt sein könnten. Und so kam es wie es kommen musste und Offenbach ging mit 1:0 in Führung.
Der OFC ist seit Wochen auf dem absteigenden Ast, aber war nun
drauf und dran, das Spiel zu gewinnen. Es brauchte erst die Einwechslung von Benni Girth in der 79. Minute. Der war gerade zwei Minuten auf dem Platz, als er sich geschickt drehte und zum Ausgleich traf. Das Stadion explodierte. Natürlich wollten alle noch mehr, aber das "Hauptsache nicht verlieren" lag auch in der Luft und bescherte uns am Ende das Unentschieden. Danach musste ich erstmal runterkommen, lief eine ganze Weile durch Kassel und erfreute mich einfach daran, dass diese Stadt meine Heimat ist und ich nicht nach Offenbach fahren musste.





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