Samstag, 8. November 2025

08.11.2025
3. Liga (D)
SC Verl - Erzgebirge Aue 1:1
Sportclub-Arena (Verl)
2.518 Zuschauer (377 Gäste)

Lange hatte ich mich vor einer Fahrt nach Verl gedrückt, weil der Ort keinen Bahnhof hat und somit von mir als "schwer erreichbar" abgestempelt wurde. Aber neuerdings fahre ich ja auch Linienbus und das ist von Gütersloh aus gar kein Problem. Pünktlich erreichte ich Verl, spazierte durch ein Wohngebiet und schon war ich da. Irgendwie ist das ja auch ganz nett, wenn es Vereine aus kleinen Orten im Profifußball gibt, aber an die Tür zur 2. Liga anklopfen muss Verl jetzt nun auch nicht unbedingt, denn ein Aufstieg würde wohl bedeuten, dass sie nach Paderborn ausweichen müssten.

Aber soweit ist es noch nicht. Heute war erstmal Abstiegskandidat Erzgebirge Aue zu Gast. Ein Pflichtsieg für die ambitionierten Verler. 2.518 Zuschauer wollten das sehen, also fast jeder zehnte Einwohner. Das enge Stadion wirkte damit schon recht gut ausgelastet, aber es hätten noch 2.689 weitere Zuschauer Platz finden können - erstaunlich! Mein Platz war in der 2. Reihe und somit wahnsinnig nah dran am Geschehen. Gästetrainer Jens Härtel tigerte direkt vor mir herum und ich konnte jedes einzelne Wort verstehen, das rund um die Bank gewechselt wurde.

Beide Kurven bemühten sich um gute Stimmung, wobei die Aue-Fans die Oberhand behielten, aber beide Seiten kein Kreativitäts-Feuerwerk zündeten. In Verl ist es nicht nur auf Fernsehbildern, sondern auch in der Realität sehr schwer, die Fanblöcke richtig einzusehen. Ein hoher Zaun, ein dunkles Fangnetz, ein niedriges Dach und schon verschwinden die Kurven ein wenig in der Dunkelheit. Der Stadionsprecher half aus und verkündete, dass sich 377 Zuschauer im Gästeblock befanden. Grundsolide, aber natürlich auch nicht die größte Nummer der 3. Liga.

Der SC Verl war überlegen und erzielte folgerichtig das 1:0. Dabei blieb es aber auch erstmal, denn Aue hat ja Martin Männel im Tor, der alle weiteren Torchancen abwehren konnte. Auf der Gegenseite erzielte Verl dann noch ein kurioses Eigentor, sodass es am Ende tatsächlich 1:1 stand. Aue feierte den Punkt und ich bestieg mit einer lustigen Reisegruppe aus dem Erzgebirge wieder den Bus nach Gütersloh.
 

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