08.11.2025
5. Liga (D)
Rot Weiss Ahlen - 1.FC Gievenbeck 1:1
Wersestadion (Ahlen)
500 Zuschauer (25 Gäste)
Nach dem Mittagsspiel in Verl hatte ich zwei Optionen: Um 18 Uhr nach Lippstadt oder um 19 Uhr nach Ahlen. Aufgrund des Zeitpuffers entschied ich mich für Ahlen. Aber was für ein Wahnsinn diese Anstoßzeiten in der Oberliga Westfalen doch sind! An einem kalten Samstagabend im November werden die treuen Zuschauer nochmal raus in die Dunkelheit geschickt. Natürlich entgeht man dann der Konkurrenz der Nachmittagsspiele in der Bundesliga, aber die Hürden, sich unter diesen Umständen Oberliga-Fußball anzuschauen, sind auch hoch.
Zumal in Ahlen gerade kein Hurra-Fußball angeboten wird. Mit acht Punkten aus zwölf Spielen ist RWA Drittletzter und steht vor dem Absturz in die Verbandsliga. Der dritte Trainer der Saison wurde gerade ins Amt eingeführt, während die Fanszene auf die Unterstützung der Mannschaft verzichtet. Rund um das Stadion wird aber der Eindruck erweckt, als hätte es gar keinen Absturz gegeben: Der Fanshop hatte geöffnet, alle vier Tribünen waren begehbar und hinter der fast leeren Hintertor-Tribüne bot sogar noch ein zusätzlicher Getränkestand die Möglichkeit, den Durst zu stillen.
Aber an all diesen Orten war nichts los. Auch wenn es sicherlich zu begrüßen ist, dass der Verein nicht mehr unter dem Namen LR Ahlen Werbung für einen Investor macht und das Projekt LR, das den Klub bis in die 2. Liga geführt hatte, seit 2006 abgeschlossen ist - heutzutage liegt über dem Wersestadion schon eine ordentliche Portion Melancholie. Über viele Jahre waren hier Protagonisten wie Peter Neururer, Werner Lorant, Marco Reus oder Ansgar Brinkmann am Werk. Davon ist heute nur noch das große Stadion übrig geblieben, das herrlich vor sich hingammelt.
Die Elf, die heute auf den Platz durfte, hängte sich aber ab der 1. Minute nicht nur voll rein, sondern spielte einen überraschend gepflegten Fußball. Es dauerte zwar bis zur 70. Minute, aber dann ging Ahlen tatsächlich gegen Mittelfeld-Team Gievenbeck in Führung. Als es dann sogar noch eine rote Karte für die Gäste gab, schaffte es nicht mehr die komplette Ahlener Fanszene, den Boykott aufrecht zu halten. Es gab erste Gesänge und in der Schlussphase war dann der ganze Block angezündet. Jetzt war hier richtig was los - und was passierte dann? Na klar, 90. Minute: Ausgleich für Gievenbeck, Schlag in die Magengrube für Ahlen.





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