15.10.2025
Niederrheinpokal - Achtelfinale (D)
KFC Uerdingen - MSV Duisburg 1:3
Grotenburg-Stadion (Krefeld)
9.341 Zuschauer (6.000 Gäste)
800 Polizisten, 2 Wasserwerfer und jede Menge Chaos waren für das Derby im Niederrheinpokal zwischen dem KFC Uerdingen und dem MSV Duisburg angekündigt. Doch als ich am Krefelder Bahnhof ankam, ließ erstmal nichts auf eine Großveranstaltung schließen. Gemütlich fuhr ich mit der Straßenbahn zum Stadion, reihte mich in die Warteschlange ein und am Eingang angekommen, wurde mein Ticket nicht etwa gescannt, sondern einfach durchgerissen. Eine Kontrolle fand überhaupt nicht statt, Menschen stießen mit Glasflaschen an - Willkommen in Uerdingen!
Man kann wirklich nicht davon sprechen, dass die Stimmung besonders aufgeheizt war. Dazu war das Duell mit dem übermächtigen MSV auch einfach zu ungleich. Die Duisburger spielen um den Aufstieg in die 2. Bundesliga mit und Uerdingen ist von all den Jahren voller Skandale und Finanzlücken arg gebeutelt und verbringt seinen Alltag in der Oberliga Niederrhein. Das Grotenburg-Stadion ist aber nun endlich fertig saniert und zum Glück sieht es hier im Großen und Ganzen noch so aus wie vorher. Ein tolles Fußballstadion mit viel Historie!
Zum Mythos Grotenburg gehört eigentlich auch der Grotifant, doch Deutschlands berühmtestes Maskottchen scheint sich tatsächlich komplett zur Ruhe gesetzt zu haben und hat auch bei Highlight-Spielen keine Auftritte mehr. Schade! Das Fußballspiel begann und die Zebras übernahmen die Kontrolle. Nach 19 Minuten stand es schon 0:2 und das Spiel war praktisch schon entschieden. Das ist natürlich das, was man sich im Sinne der Spannung nicht wünscht. Um mich herum bekamen viele das Spielgeschehen aber gar nicht so richtig mit.
Ich war umringt von Groundhoppern, die andere Dinge im Kopf hatten: Vor
mir wurde minutenlang ein Bier in die Luft gehalten, um das perfekte
Foto mit Flutlichtmast im Hintergrund zu schießen, rechts neben mir wurden Anekdoten aus Belgrad und Katowice zum Besten gegeben und links wurde nur Englisch gesprochen. Ich war selten so genervt von anderen Stadionsammlern wie an diesem Abend. In der 37. Minute fiel das Flutlicht aus. Ich hatte sofort Angst vor einem Spielabbruch, weil ich bei weniger als 45 Minuten das Stadion nicht hätte zählen dürfen.
Die Leute in meiner Nähe, die sich wahrscheinlich schon um 9 Uhr morgens in der App zum Spiel eingeloggt hatten, kümmerte das alles gar nicht. Die MSV-Fans gegenüber hatten auch ihren Spaß: "Und schon wieder keine Kohle, KFC!", schallte es durch die Grotenburg. Der Schiedsrichter ordnete eine frühe Halbzeitpause an und zu meiner Erleichterung ging nach einer Weile das Licht wieder an. Es wurden noch acht Minuten gespielt und dann gab es ohne weitere Pause einen Seitenwechsel. Unspektakulär zog am Ende Duisburg mit einem 3:1 in die nächste Runde ein und genauso souverän verhielten sich die MSV-Fans an diesem Abend. Trotz der Fanmasse riss man heute keine Bäume aus, aber hatte dennoch klar die Stimmungshoheit und sorgte für einige schöne Momente. Nach dem Spiel begann meine Odyssee nach Hause: Mit der Straßenbahn nach Düsseldorf, dem ICE nach Frankfurt und der S-Bahn nach Rüsselsheim, wo aufgrund einer Baustelle Schienenersatzverkehr angekündigt war. Mittlerweile war es 2 Uhr nachts und der Bus war nicht auffindbar. Mit einer anderen verlorenen Gestalt ging es dann im Taxi über den Rhein und um 2:40 Uhr konnte ich endlich die Wohnungstür aufschließen.
Mittwoch, 15. Oktober 2025
Sonntag, 12. Oktober 2025
12.10.2025
5. Liga (D)
Rot-Weiß Walldorf - VfB Marburg 1:0
Rot-Weiss-Sportgelände (Mörfelden-Walldorf)
180 Zuschauer (15 Gäste)
Dieses Wochenende war einfach nicht mein Wochenende. Schon wieder stand ich morgens auf und wusste gar nicht so recht, wo ich hinfahren sollte. Ich war planlos und zu spät dran. Nachdem ich am Vortag die Pleite mit dem Kunstrasen erlebt hatte, ging meine Tendenz dahin, an diesem Wochenende keinen Wert auf Qualität zu legen, sondern einfach stumpf irgendwo das nächste Kreuz zu setzen. Die Wahl fiel auf Walldorf, wo ich schonmal auf dem Nebenplatz war, bevor das neue Stadion gebaut wurde. Für mich also kein Abenteuer, sondern ein altbekannter Weg.
Aber da Walldorf immerhin in der Hessenliga spielt, die man ja irgendwann auch mal komplettieren könnte, musste ich nochmal diesen Ort bereisen, um den neuen Sportplatz zu sehen. In Walldorf hat man in den letzten Jahren ordentlich in seine Sportanlage investiert und hat dort nun drei Kunstrasenplätze nebeneinander errichtet, auf denen jeweils schon Hessenliga-Spiele stattfanden. Direkt daneben befinden sich drei weitere Sportplätze, die der SKG Walldorf gehören und allesamt Naturrasenplätze sind. Es gibt also noch einiges zu besuchen in Walldorf.
Tatsächlich gefällt mir die neue Haupttribüne ganz gut und die gesamte Anlage erfüllt nun Oberliga-Standards. Zwischenzeitlich hatte Walldorf in den letzten Jahren immer mal wieder auch an die Regionalliga-Tür geklopft, aber dafür müssten die Bagger nochmal anrollen. Rot-Weiß Walldorf hat im gehobenen Amateurfußball eine gewisse Tradition, spielte Ende der 1980er bis Mitte der 90er Jahre in der Hessenliga, die bis zur Einführung der Regionalliga 1994 drittklassig war. Am 15.08.1992 traf man im Auestadion auf Hessen Kassel, was mein allererstes besuchtes Spiel war.
Der Verein hat mit Niklas Süle, Kevin Pezzoni und Carsten Nulle bekannte Spieler hervorgebracht und hatte mit DDR-Legende Jürgen Sparwasser auch einen prominenten Trainer, der allerdings beim sportlichen Niedergang des Vereins von 1994 bis 1996 auf der Trainerbank saß und danach seine Trainerkarriere beendete. Die Gegenwart ist weniger spektakulär: Am heutigen Sonntag stand ein Mittelfeld-Duell gegen den VfB Marburg auf dem Programm, das Rot-Weiß verdient, aber spät, mit 1:0 gewann.
5. Liga (D)
Rot-Weiß Walldorf - VfB Marburg 1:0
Rot-Weiss-Sportgelände (Mörfelden-Walldorf)
180 Zuschauer (15 Gäste)
Dieses Wochenende war einfach nicht mein Wochenende. Schon wieder stand ich morgens auf und wusste gar nicht so recht, wo ich hinfahren sollte. Ich war planlos und zu spät dran. Nachdem ich am Vortag die Pleite mit dem Kunstrasen erlebt hatte, ging meine Tendenz dahin, an diesem Wochenende keinen Wert auf Qualität zu legen, sondern einfach stumpf irgendwo das nächste Kreuz zu setzen. Die Wahl fiel auf Walldorf, wo ich schonmal auf dem Nebenplatz war, bevor das neue Stadion gebaut wurde. Für mich also kein Abenteuer, sondern ein altbekannter Weg.
Aber da Walldorf immerhin in der Hessenliga spielt, die man ja irgendwann auch mal komplettieren könnte, musste ich nochmal diesen Ort bereisen, um den neuen Sportplatz zu sehen. In Walldorf hat man in den letzten Jahren ordentlich in seine Sportanlage investiert und hat dort nun drei Kunstrasenplätze nebeneinander errichtet, auf denen jeweils schon Hessenliga-Spiele stattfanden. Direkt daneben befinden sich drei weitere Sportplätze, die der SKG Walldorf gehören und allesamt Naturrasenplätze sind. Es gibt also noch einiges zu besuchen in Walldorf.
Tatsächlich gefällt mir die neue Haupttribüne ganz gut und die gesamte Anlage erfüllt nun Oberliga-Standards. Zwischenzeitlich hatte Walldorf in den letzten Jahren immer mal wieder auch an die Regionalliga-Tür geklopft, aber dafür müssten die Bagger nochmal anrollen. Rot-Weiß Walldorf hat im gehobenen Amateurfußball eine gewisse Tradition, spielte Ende der 1980er bis Mitte der 90er Jahre in der Hessenliga, die bis zur Einführung der Regionalliga 1994 drittklassig war. Am 15.08.1992 traf man im Auestadion auf Hessen Kassel, was mein allererstes besuchtes Spiel war.
Der Verein hat mit Niklas Süle, Kevin Pezzoni und Carsten Nulle bekannte Spieler hervorgebracht und hatte mit DDR-Legende Jürgen Sparwasser auch einen prominenten Trainer, der allerdings beim sportlichen Niedergang des Vereins von 1994 bis 1996 auf der Trainerbank saß und danach seine Trainerkarriere beendete. Die Gegenwart ist weniger spektakulär: Am heutigen Sonntag stand ein Mittelfeld-Duell gegen den VfB Marburg auf dem Programm, das Rot-Weiß verdient, aber spät, mit 1:0 gewann.
Samstag, 11. Oktober 2025
11.10.2025
7. Liga (D)
SV Schwetzingen - SpVgg Ketsch 2:1
Städtisches Stadion, KR (Schwetzingen)
150 Zuschauer (50 Gäste)
Der ursprüngliche Plan für den heutigen Samstag musste spontan umgeworfen werden und ich war plötzlich auf der Suche nach einem Spiel, das in zwei Stunden Fahrzeit erreichbar war. Meine Wahl fiel auf Schwetzingen, denn hier fand heute ein Derby statt. Der SV Schwetzingen empfing die SpVgg Ketsch, deren Sportplatz nur 1.800 Meter entfernt am Ortseingang der Nachbargemeinde liegt. Beide Vereine spielen in der Landesliga Rhein-Neckar um den Klassenerhalt, wobei Schwetzingen in der vergangenen Woche die rote Laterne abgeben konnte.
So reizvoll die Konstellation klang, umso enttäuschender war dann das, was ich vor Ort vorfand: Zunächst kam ich ein paar Minuten zu spät, weil die Bahn es nicht so eilig hatte. Am Stadion angekommen folgte dann der Schock, weil nicht auf dem Rasenplatz gespielt wurde, obwohl drei Quellen genau dies behauptet hatten. Und auf dem Kunstrasen herrschte nun nicht gerade Derbystimmung. In der 13. Minute fiel das 0:1 und in der 14. Minute direkt postwendend der Ausgleich. Das war ganz praktisch, um zu beobachten, wie die Kräfteverhältnisse auf den Rängen verteilt sind.
Da beide Vereine die Farben blau und weiß haben, war es nämlich gar nicht so einfach, sofort anhand der Fanschals die Zugehörigkeit zu erkennen. Bezeichnend war dann jedoch, dass es Zuschauer gab, die in der Halbzeitpause dachten, es würde 0:1 stehen, weil sie den Torjubel zum 1:1 nicht mitbekommen hatten. Und tatsächlich war es so, dass dieser Torjubel unfassbar leise war. Die Leute mit Fanschal gehörten vornehmlich zur SpVgg Ketsch. Das war schon eine ziemlich dünne Nummer für ein Derbyheimspiel vonseiten der Schwetzinger.
Im zweiten Durchgang konnte der Gastgeber den 2:1-Siegtreffer erzielen und zumindest ein bisschen was war nun los auf dem Kunstrasenplatz. Da man von der Rückseite der Tribüne des Rasenplatzes immerhin einen ganz guten Überblick über den Sportplatz hatte, schloss ich auch meinen Frieden mit dem Kunstrasen. Trotzdem muss ich natürlich nochmal irgendwann wiederkommen, um auch den Rasenplatz zu kreuzen, was umso schwieriger ist, weil man sich offensichtlich nicht auf seriöse Quellen verlassen kann, wo hier nun gespielt wird.
7. Liga (D)
SV Schwetzingen - SpVgg Ketsch 2:1
Städtisches Stadion, KR (Schwetzingen)
150 Zuschauer (50 Gäste)
Der ursprüngliche Plan für den heutigen Samstag musste spontan umgeworfen werden und ich war plötzlich auf der Suche nach einem Spiel, das in zwei Stunden Fahrzeit erreichbar war. Meine Wahl fiel auf Schwetzingen, denn hier fand heute ein Derby statt. Der SV Schwetzingen empfing die SpVgg Ketsch, deren Sportplatz nur 1.800 Meter entfernt am Ortseingang der Nachbargemeinde liegt. Beide Vereine spielen in der Landesliga Rhein-Neckar um den Klassenerhalt, wobei Schwetzingen in der vergangenen Woche die rote Laterne abgeben konnte.
So reizvoll die Konstellation klang, umso enttäuschender war dann das, was ich vor Ort vorfand: Zunächst kam ich ein paar Minuten zu spät, weil die Bahn es nicht so eilig hatte. Am Stadion angekommen folgte dann der Schock, weil nicht auf dem Rasenplatz gespielt wurde, obwohl drei Quellen genau dies behauptet hatten. Und auf dem Kunstrasen herrschte nun nicht gerade Derbystimmung. In der 13. Minute fiel das 0:1 und in der 14. Minute direkt postwendend der Ausgleich. Das war ganz praktisch, um zu beobachten, wie die Kräfteverhältnisse auf den Rängen verteilt sind.
Da beide Vereine die Farben blau und weiß haben, war es nämlich gar nicht so einfach, sofort anhand der Fanschals die Zugehörigkeit zu erkennen. Bezeichnend war dann jedoch, dass es Zuschauer gab, die in der Halbzeitpause dachten, es würde 0:1 stehen, weil sie den Torjubel zum 1:1 nicht mitbekommen hatten. Und tatsächlich war es so, dass dieser Torjubel unfassbar leise war. Die Leute mit Fanschal gehörten vornehmlich zur SpVgg Ketsch. Das war schon eine ziemlich dünne Nummer für ein Derbyheimspiel vonseiten der Schwetzinger.
Im zweiten Durchgang konnte der Gastgeber den 2:1-Siegtreffer erzielen und zumindest ein bisschen was war nun los auf dem Kunstrasenplatz. Da man von der Rückseite der Tribüne des Rasenplatzes immerhin einen ganz guten Überblick über den Sportplatz hatte, schloss ich auch meinen Frieden mit dem Kunstrasen. Trotzdem muss ich natürlich nochmal irgendwann wiederkommen, um auch den Rasenplatz zu kreuzen, was umso schwieriger ist, weil man sich offensichtlich nicht auf seriöse Quellen verlassen kann, wo hier nun gespielt wird.
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